Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Neuer Planet, Eisriese, Gasriese

Blick zurück auf die weit entfernte Sonne: Künstlerische Darstellung des neuen Planeten. 
Bild: California Institute of Technology

Astronomen glauben, neuen Planeten entdeckt zu haben. Er hat aber leider einen Nachteil ...

20.01.16, 18:55 21.01.16, 08:02


Weit hinter dem Orbit des Pluto soll es noch einen Planeten geben. «Planet Nine» der für einen Umlauf um die Sonne 10-20'000 Jahre benötigt. Sein Nachteil: Der Eisriese ist bitterkalt.

Bis 2006 galt auch Pluto noch als Planet, dann wurde ihm der Status jedoch aberkannt. Der neue «Planet Nine» ist laut den Astronomen ein Gasplanet, der rund zehnmal mehr Masse als die Erde hat. Er soll in einer elliptischen Bahn weit draussen im Kuipergürtel um unser Zentralgestirn ziehen; in einem Abstand von mindestens 200 Astronomischen Einheiten (AE, eine AE entspricht der Distanz Erde-Sonne). 

Planet Nine

Der Orbit der sechs am weitesten entfernten bekannten Objekte im Sonnensystem (magenta) ist in nahezu derselben Weise zur Sonnenebene geneigt. Die Astronomen zeigen, dass ein Planet mit ungefähr der zehnfachen Erdmasse in einer fernen, exzentrischen Umlaufbahn (orange) notwendig ist, um diese Konfiguration zu erklären. 
Bild: Caltech/R. Hurt (IPAC)

«Wenn ich diese Studie unvermittelt lesen würde, wäre meine Reaktion, dass es verrückt ist. Aber wenn man sich die Indizien und Statistiken anschaut, wird es sehr schwierig, eine andere Erklärung zu finden.»

Mike Brown, Astronom

Kalifornische Astronomen des California Institute of Technology in Pasadena haben die bahnbrechende Entdeckung gemacht, wie das Wissenschaftsmagazin Nature berichtet. Allerdings hat noch kein Mensch den neuen Planeten gesehen – wenn er denn wirklich existiert. Die Wissenschaftler schliessen aufgrund von Bewegungen von kleineren Himmelskörper auf seine Existenz. 

Planet Nine

Die Umlaufbahnen von mehreren kleineren Objekten (blaugrün) werden durch die Gravitation von «Planet Nine» beeinflusst.  
Bild: Caltech/R. Hurt (IPAC)

Die Umlaufbahnen dieser Zwergplaneten sind anscheinend durch die Schwerkraft von «Planet Nine» beeinflusst, den die Astronomen als «massiven Unruhestifter» bezeichnen. Der neue Planet könnte, so vermuten die Forscher, vor langer Zeit durch die Schwerkraft der Gasriesen Jupiter und Saturn in die kalte und dunkle Welt des Kuipergürtels geschleudert worden sein. 

Planet Nine

Möglicherweise bahnbrechende Entdeckung: Astronomen Brown (l.) und Batygin.
Bild: Lance Hayashida/Caltech

«Ich habe viele, viele solche Behauptungen gesehen in meiner Karriere. Und alle von ihnen waren falsch.»

Hal Levison, Astronom

Zweifel bleiben

«Wenn ich diese Studie unvermittelt lesen würde, wäre meine Reaktion, dass es verrückt ist», sagte der Astronom Mike Brown, der zusammen mit seinem Kollegen Konstantin Batygin die Entdeckung machte. «Aber wenn man sich die Indizien und Statistiken anschaut, wird es sehr schwierig, eine andere Erklärung zu finden.»

Nicht alle Astronomen lassen sich freilich von den Hinweisen überzeugen. Hal Levison zum Beispiel, ein Wissenschaftler am Southwest Research Institute in Boulder im US-Staat Idaho, gibt sich skeptisch: «Ich habe viele, viele solche Behauptungen gesehen in meiner Karriere», sagte er «Nature». «Und alle von ihnen waren falsch.» (dhr)

«Hinweise auf einen 9. Planeten» (engl.).
YouTube/caltech

Quiz: Wie gut kennst du unser Sonnensystem?

1.Unser Mond ist bei grösster Distanz rund 406'000 Kilometer von der Erde entfernt. Welche der anderen sieben Planeten hätten dann zwischen Erde und Mond Platz?
Die fünf kleinsten.
Die sechs kleinsten.
Alle sieben.
2.Bis auf Merkur und Venus haben alle Planeten in unserem Sonnensystem Monde. Welcher ist der grösste?
Shutterstock
Shutterstock
Titan
Shutterstock
Ganymed
Shutterstock
Kallisto
3.Welcher Planet ist kleiner als der grösste Mond?
Sonnensystem, Planeten
Shutterstock
Shutterstock
Merkur
Shutterstock
Venus
Shutterstock
Mars
4.Jupiter ist der grösste der Planeten in unserem System. Wie gross ist sein Anteil an der Gesamtmasse aller Planeten?
Jupiter
Shutterstock
37 Prozent
52 Prozent
71 Prozent
5.Ein anderes Bild entsteht, wenn das Zentralgestirn, die Sonne, miteinbezogen wird. Wie gross ist deren Anteil an der Gesamtmasse des Sonnensystems?
Sonne
Shutterstock
69,84 Prozent
88,79 Prozent
99,86 Prozent
6.Nichts ist schneller als Licht. Doch benötigt es rund acht Minuten, um von der Sonne zu uns zu gelangen. Wie lange unterwegs ist aber ein Photon, das im Inneren der Sonne entsteht, bis es deren Oberfläche erreicht?
Sonne Eruption
Über 1 Million Jahre.
Über 10'000 Jahre.
Über 10 Jahre.
7.Der Mars ist kleiner als die Erde. Wie gross ist seine Oberfläche, wenn man sie mit der Erdoberfläche vergleicht?
Mars-erde-Grössenvergleich
Nasa
Wasserhalbkugel Erde, Wasserhemisphäre
Wikipedia
So gross wie die gesamte Wasserfläche der Erde.
Landhalbkugel Erde, Landhemisphäre
Wikipedia
So gross wie die gesamte Landfläche der Erde.
Eurasien
Wikipedia
So gross wie Europa und Asien zusammen.
8.Der Mars hat zwei kleine Monde, Phobos und Deimos. Welche der folgenden Aussagen zu den Marstrabanten ist frei erfunden?
Marsmonde Phobos Deimos
Die Oberfläche von Phobos ist so gross wie die Fläche von London.
Phobos ist derjenige Mond im Sonnensystem, der sich am nächsten zu seinem Planeten befindet.
Phobos wird auf seiner Umlaufbahn seinerseits von Deimos umkreist.
9.Unser anderer Nachbarplanet, die Venus, zeichnet sich durch eine spezielle Eigenschaft aus. Welche?
Shutterstock
Sie hat nur am Südpol eine Eiskappe.
Sie besitzt kein Magnetfeld.
Der höchste Vulkan im Sonnensystem befindet sich auf der Venus.
10.Der Planet der Ringe, der Saturn, weist noch eine weitere Besonderheit auf. Welche ist es?
Saturn
Nasa
Er rotiert so langsam, dass ein Tag länger dauert als ein Jahr.
Er hat mehr Monde als der Jupiter.
Seine Dichte ist so niedrig, dass er auf Wasser schwimmen würde.

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

Abonniere unseren Daily Newsletter

24
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
24Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Halunk 21.01.2016 18:03
    Highlight Das Quiz finde ich eher ein Ratespiel als ein Wissensbeweis.
    2 2 Melden
  • Statler 21.01.2016 10:24
    Highlight Es war eine Frage der Zeit, bis Nibiru entdeckt wurde... ;)
    3 1 Melden
  • _kokolorix 21.01.2016 07:16
    Highlight es wäre nicht der erste himmelskörper der aufgrund der auswirkungen seiner gravitation entdeckt würde.
    evtl kann man seine heutige position berechnen und ihn dann mit dem hubble sehen
    17 0 Melden
  • JFH 21.01.2016 01:12
    Highlight Kein Wunder lag Mike Shiva bis anhin immer daneben..
    27 0 Melden
  • Maya Eldorado 21.01.2016 00:23
    Highlight Und jetzt? - Ist der jetzt schuld an der Klimaerwärmung?
    3 30 Melden
  • kaderschaufel 20.01.2016 23:51
    Highlight Kann es in dieser Entfernung, bei diesen Temperaturen überhaupt noch Gasplaneten geben? Schon Pluto ist ja kalt genug, dass so ziemlich alle Gase ausser Wasserstoff und Helium dort flüssig sind/wären.
    1 3 Melden
    • E7#9 21.01.2016 07:11
      Highlight Jupiter und Saturn bestehen vorwiegend aus diesen zwei Gasen. Gasriesen haben einen extrem heissen Kern unter sehr viel Druck. Vieles ist noch unbekannt über deren Inneres. Aber dass es im Zentrum immer heisser wird weiss man und dass sie Eigenwärme strahlen. Wasserstoff hat den Siedepunkt bei -252 Grad und Helium bei -262 Grad. Ob die Oberfläche wirklich so kalt ist? Jupiter hat eine Oberflächentemperatur -148 und Saturn von -178 Grad.
      17 0 Melden
  • satyros 20.01.2016 23:37
    Highlight Bitte einfach einen Namen geben, der mit P anfängt. Dann stimmt das Sprüchli mit dem Vater, der einem am Sonntag die neun Planeten erklärt wieder.
    27 0 Melden
  • urgrossvater 20.01.2016 22:54
    Highlight Die 500'000 Lichtjahre entfernen Planeten sind seit Jahren bekannt.
    Trotzdem muss ein Gasplanet (im Vergleich nahe von uns) mit vielfacher Masse der Erde noch heute als Spekulation betrachtet werden?
    3 9 Melden
    • Earc1000 21.01.2016 07:20
      Highlight Das liegt daran, dass wir die 500000 Lichtjahre entfernten Planeten garnicht sehen können. Alles was wir sehen ist der Schatten den sie werfen, wenn sie vor ihrer Sonne vorbeigehen. Da dieser Planet keine nahe Sonne hat ist er fast unmöglich mit Licht zu erkennen.
      18 1 Melden
  • herschweizer 20.01.2016 22:40
    Highlight jaja dunkle Masse... Antimaterie ist evtl näher als erwartet ;-)
    5 9 Melden
  • Zeit_Genosse 20.01.2016 22:33
    Highlight Es fehlen schlicht die Beweise. Bis dahin....
    3 3 Melden
  • opwulf 20.01.2016 22:30
    Highlight Haha Nibiru anyone?? :D das es diesen Planeten gäbe und er
    diese für uns unglaublich lange Umlaufzeit hat, hat schon der seelige Sci Fi Autor und angebliche Summerer Experte Zecharia Sitchin behauptet. Natürlich wie immer unter dem Gelächter seriöser Wissenschaftler die ihm auch gleich den Aluhut aufsetzten. Also eigentlich wie immer wenn mal jemand von einer renomierten Meinung abweicht - uii - also lieb Leut macht euch auf und lest daher - den infos darüber zu finden, ist nicht schwer - glaubt nicht einfach einem Kittel mit Titel - den davon bestimmt der Geldgeber 2/3 Gruss aus Helsinki ;)
    12 8 Melden
  • azoui 20.01.2016 22:15
    Highlight und wer schreibt morgen alle Horoskope um!?
    26 0 Melden
    • opwulf 21.01.2016 06:17
      Highlight Hahaha guete Punkt vielleicht all diese Madame E-irgendwas und der Typ mit dem Stirnband und den langen Haaren ;) oder wir werden zu Affen, Drachen und was weiss ich - der Affe passt eh gut zu mir! Natürlich wäre das Gescheiteste wir würden alle das Orakel von Delphi fragen anstatt in den Sternen unsere Zukunft zu suchen - ääh Moment nein das tönt irgendwie falsch, die unendlichen Weiten find ich toll, aber Horoskope wurden doch eh für die Glückspost et al erfunden ;))
      10 0 Melden
  • Asalato 20.01.2016 20:54
    Highlight "Bis 2006 firmierte auch Pluto noch als Planet galt, dann wurde ihm der Status jedoch aberkannt. "
    Will echt nicht zu Duderino werden aber solche Sachen nerven mich echt beim Lesen!
    40 4 Melden
  • StealthPanda 20.01.2016 19:57
    Highlight Cool somit werden wir spätestens in 20000 Jahren alle Sterben. Naja nach dem 3ten Weltkrieg und der kommt bestimmt, gibts sowieso nichts mehr dass sich zu leben lohnt.
    16 58 Melden
    • StealthPanda 20.01.2016 20:37
      Highlight Och ja die Wahrheit tut weh oder liebe Blitzer?
      8 43 Melden
    • SwissGTO 21.01.2016 02:03
      Highlight Weil ein Planet eine Umlaufzeit von 20000 Jahren hat werden wir dann sterben? Diese Logik musst du mir erklären.
      17 0 Melden
    • _kokolorix 21.01.2016 07:12
      Highlight wäre das ein ernsthaftes problem. wären wir in den letzten 20000 irgendwann ausgestorben...
      10 1 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • azoui 20.01.2016 19:56
    Highlight Das ist Ruppert! - D.N.A. wusste dies schon lange, sei mindestens 1992.
    We miss you, Douglas :...(
    8 5 Melden
    • #bringhansiback 21.01.2016 06:44
      Highlight Teil 5 der 4 Bändigen Trilogie ;). Lese ich aktuell morgens im Zug ;). Zur Zeit ist Band 3 dran :)
      3 0 Melden
  • Tropfnase 20.01.2016 19:45
    Highlight Na da hoffe ich mal im Interesse der Menschheit das dies nicht stimmt!
    1 17 Melden

Das Kessler-Syndrom oder wie eine Kettenreaktion im All unser Leben verändern könnte

Am 10. Februar 2009 war es soweit: Knapp 800 Kilometer über den eisigen Weiten Sibiriens stiessen erstmals zwei Satelliten im Orbit zusammen. Als der amerikanische Satellit Iridium-33 mit einer relativen Geschwindigkeit von fast 40'000 Kilometern pro Stunde in den seit 1995 ausgedienten russischen Kosmos-2251 knallte – natürlich vollkommen lautlos, schliesslich gibt es im All keinen Träger für Schallwellen –, zerbarsten beide in über hunderttausend Trümmerstücke. Der Satellitenschrott …

Artikel lesen