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Exoplanet HAT-P-11 b im Grössenvergleich mit Neptun (r.)

Grössenvergleich: Der Exoplanet HAT-P-11b (l.) ist etwas grösser als der Neptun.  Bild: Aldaron / CC BY-SA 3.0

Astronomie

Wasser auf kleinem Exoplaneten entdeckt

Astronomen haben Wasserdampf in der Atmosphäre eines kleinen Exoplaneten aufgespürt. Für Leben ist es dort viel zu heiss – doch die Entdeckung ist ein grosser Schritt bei der Suche nach einer zweiten Erde ins All.

Ein Artikel von

Spiegel Online

HAT P-11b liegt etwa 124 Lichtjahre von der Erde entfernt und ist ungefähr so gross wie Neptun. Nun haben Forscher auf dem Exoplaneten Wasserdampf nachgewiesen. Es ist der bislang kleinste Planet ausserhalb unseres Sonnensystems, bei dem dieser Nachweis gelungen ist. Die Arbeit sei ein wichtiger Meilenstein für die Suche nach Wasser auf erdgrossen Planeten, schreiben Forscher um Jonathan Fraine von der US-Universität von Maryland in College Park im Fachmagazin «Nature»

Wasser ist eine Voraussetzung für Leben, wie wir es kennen. Unter anderem deshalb suchen Astronomen nach Spuren von Wasser auf Planeten anderer Sterne, den extrasolaren oder Exoplaneten. Dazu nutzen sie die Tatsache, dass manche Planeten von der Erde aus gesehen regelmässig vor ihrem Stern vorbeiwandern, der dabei die Planetenatmosphäre durchleuchtet. Je nach ihrer chemischen Zusammensetzung schluckt die Planetenatmosphäre unterschiedlich viel Licht bei verschiedenen Wellenlängen. 

Impression von Exoplanet HAT-P-11b

Künstlerische Darstellung: So könnte der Himmel auf HAT-P-11b aussehen.   Bild: NASA / JPL-Caltech

Zu heiss zum Leben

Auf diese Weise haben Astronomen bereits Wasser in der Atmosphäre verschiedener Riesenplaneten nachgewiesen, die so gross sind wie der Jupiter, der grösste Planet in unserem Sonnensystem. Der jetzt untersuchte Planet HAT P-11b hat dagegen nur etwa den vierfachen Durchmesser der Erde und ist damit ähnlich gross wie der Neptun. Allerdings umkreist er seinen Heimatstern sehr viel dichter als der Neptun die Sonne. Dadurch ist es auf ihm rund 600 Grad Celsius heiss – viel zu heiss für Leben

Der Planet habe vermutlich einen Gesteinskern, der von einer dichten Atmosphäre umhüllt sei, vermuten die Forscher. In den wolkenfreien oberen Atmosphärenschichten finde sich die Signatur von Wasserdampf, wie die Untersuchung mit den Weltraumteleskopen «Hubble» und «Spitzer» gezeigt habe. Astronomen hoffen, mit künftigen Teleskopen auch Wasser auf etwa erdgrossen Planeten nachweisen zu können, die sich in der bewohnbaren Zone ihres Heimatsterns aufhalten. 

Die Analyse stützt auch die gegenwärtige Vorstellung der Astronomen von der Planetenentwicklung, nach der schwerere Moleküle und Elemente umso häufiger vorkommen, je kleiner ein Planet ist. «Unsere Vorstellungen von der Planetenentstehung sind so entwickelt worden, dass sie zu unserem Sonnensystem passen, und wir wissen nicht, ob sich andere Planetensysteme genauso verhalten», erläuterte Forschungsleiter Drake Deming von der Universität von Maryland.

«Wir möchten die grundlegende Frage untersuchen, ob kleine Planeten mehr schwere Elemente wie den Sauerstoff im Wasserdampf besitzen.» Der Nachweis auf HAT P-11b sei dabei ein wichtiges Teil des Puzzles und passe zu den gegenwärtigen Vorstellungen der Astronomen. (khü/dpa)



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