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Bild: Shutterstock

NeuroWissenschaft

Diese Software trainiert Ihren Weitblick

«Ultimeyes» heisst das Trainingsprogramm, dank dem Baseballspieler in den USA den Ball erheblich besser sehen konnten. Auch Nicht-Sportler sollen davon profitieren können.

19.02.14, 21:53 20.02.14, 13:15

Baseballspieler sollten gute Augen haben. Sieg oder Niederlage können davon abhängen, wie schnell der Ball erkannt wird. Da ist es schon ungemein nützlich, wenn eine Software die Wahrnehmungsfähigkeit erheblich verbessern kann. 

Genau dies bezweckt das Programm «Ultimeyes», das der Neurowissenschaftler Aaron Seitz und sein Team von der University of California entwickelt haben. Obwohl der Name der Software Bezug auf das Auge nimmt, geht es letztlich um ein anderes Organ: das Gehirn.

«Mit dem Programm verändert sich nicht die Art, wie unsere Augen arbeiten, sondern das Gehirn kann damit Informationen der Augen effizienter verarbeiten», sagt Seitz. Das geht nicht ganz von heute auf morgen. Die Augenübungen dauern jeweils 25 Minuten und werden während zwei Monaten vier Mal pro Woche ausgeführt. 

Graue Muster fürs Gehirn

Die Software nutzt dabei die Art und Weise, wie das Gehirn visuelle Reize verarbeitet: Der primäre visuelle Kortex, der vor allem Bewegungen verarbeitet, zerlegt die von den Augen hereinströmenden Informationen in unscharfe Muster, die sogenannten Gabor stimuli. Ultimeyes präsentiert dem Gehirn solche Muster direkt – was mit der Zeit dazu führen soll, dass es diese schneller verarbeitet. 

Besser sehen: Spieler des UC Riverside Teams. Bild: highlandernews.org

«Mit dem Programm verändert sich nicht die Art, wie unsere Augen arbeiten, sondern das Gehirn kann damit Informationen der Augen effizienter verarbeiten.»

Aaron Seitz

Die Trainingspersonen müssen diese grauen Muster auf einem Bildschirm mit ähnlich grauem Hintergrund erkennen, wobei die Schwierigkeit im Übungsverlauf stetig zunimmt. Die 19 Sportler des UC Riverside Teams, die sich dem Training zwei Monate lang unterzogen, berichteten danach von deutlichen positiven Effekten. 

Sie sahen in der Tat auch objektiv besser: Sieben Probanden erreichten Werte von 20/7,5 – sie konnten auf eine Distanz von 20 Fuss (ca. 6,1 m) klar erkennen, was Leute mit normaler Sicht nur bis zu einer Entfernung von maximal 7,5 Fuss (ca. 2,3 m) deutlich zu sehen vermochten. 

Auch der sportliche Erfolg belegte gemäss den Forschern die Effizienz der Software. In der Baseball-Saison 2013 – nach dem Training also – erzielten die Spieler bessere Resultate als in der Vorjahressaison. 

Sie trafen den Ball öfter, erzielten mehr Punkte und mussten weniger Strike-outs (wenn der Schlagmann den Ball dreimal hintereinander nicht trifft) hinnehmen. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Team aufgrund des Augentrainings vier bis fünf zusätzliche Siege in dieser Saison verbuchen konnte. (dhr)

Studie

«Improved vision and on field performance in baseball through perceptual learning»
Autoren: Jenni Deveau, Daniel J. Ozer und Aaron R. Seitz
Publiziert am 17. Februar 2014 in «Current Biology»

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    Alle Leser-Kommentare
  • Zeit_Genosse 21.02.2014 09:27
    Highlight Jeder Havey-Gamer trainiert sein Hirn auf Bewegung und Aktion. Macht er das ständig, verändert sich die Vernetzung im Hirn so, dass die Leistungsfähigkeit zunimmt. Ab diesem Zeitpunkt haben Gelegenheits-Gamer keine Chancen mehr. Neuroplastizität heisst, dass jedes Gehirn sich auf die stetigen Anforderungen anpasst (ähnlich wie Muskeln). Das nutzen Sportler für ihr Training. Also ist der Mensch das Produkt seiner ständigen Gedanken und diese kann er willentlich steuern. Eine gute Nachricht. Viel Spass bei der Lebensgestaltung, die als Summe der Aktivität vorangegangenen Gedanken gesehen werden kann.
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  • Likos 20.02.2014 01:19
    Highlight Die erste Lektion dieser Software hat ordentlich rein gehauen. Augenschmerze, Kopfschmerzen und Übelkeit.. ob es hilft wird sich wohl in Zukunft herausstellen.

    Wer es auch ausprobieren will, sollte bei der Wahl zum 1.50 Meter + Training eine Funkmaus und eine Unterlage haben, da man 1.50 Meter vom Monitor entfernt sitzen muss. Ein Meterstab ist entsprechend auch hilfreich, man muss zuvor auch noch die Breite des Monitors messen.

    Die iPad App wird dann wohl nur den Trainingsmodus für unter 1.50 Meter beherrschen.
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