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Sonnenmaschine erzeugt Wunderstoff: Sind bald alle Energieprobleme gelöst?

Die Menschheit ist dem Wunder der Kernfusion ein Stück näher gekommen. In einem Reaktor in Greifswald ist es gelungen, nach Helium- auch Wasserstoff-Plasma herzustellen. 

03.02.16, 21:22 04.02.16, 06:50

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Die Kanzlerin selbst hat den Schalter betätigt. Angela Merkel, ausgebildete Physikerin, war dabei, als an diesem Mittwoch in Greifswald ein bedeutendes Experiment begann: die Vorbereitung der Kernfusion, es geht um eine quasi unerschöpfliche Energiequelle.

In der eine Milliarde Euro teuren Anlage Wendelstein 7-X in Greifswald soll die Kernfusion erforscht werden, wie sie auf der Sonne abläuft. In der Sonne verschmilzt permanent ein Plasma aus Wasserstoffatomen zu Helium.

Im Plasma lösen sich Elektronen aus den Wasserstoffatomen – so können Fusionsreaktionen der Elementarteilchen einsetzen, die die begehrte extreme Energie freisetzen. Im Dezember war es im Greifswalder Reaktor bereits gelungen, Helium-Plasma zu erzeugen. Jetzt haben die Forscher auch den Kernfusionsstoff Wasserstoff-Plasma erzeugt.

Damit sind die Forscher ihrem eigentlichen Ziel ein Stück näher gekommen: einer kontrollierten Kernfusion, mit der sich eines Tages womöglich die Energieprobleme der Menschheit lösen lassen. Sollte tatsächlich eine kontrollierte Fusion gelingen, könnte sich die Menschheit Hoffnung auf schier unerschöpfliche Energie machen.

Mit wenigen Gramm Wasserstoff liesse sich theoretisch ein Grosskraftwerk betreiben; ein Gramm Wasserstoff könnte dieselbe Energiemenge erzeugen wie zehn Millionen Gramm Kohle. Der Reaktor in Greifswald soll zeigen, ob sich der Traum erfüllen kann.

An diesem Mittwoch ging es sogar um noch geringere Mengen. Kaum ein Milligramm Wasserstoffgas speiste der Reaktor Wendelstein 7-X in Greifswald auf Merkels Geheiss und unter Kontrolle der Forscher des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik (IPP) in seinen etwa 30 Kubikmeter fassenden Ring aus Edelstahl. Der Ring ist mit Spezialkeramik ausgekleidet, in ihm herrscht Vakuum.

Um den Ring herum winden sich 70 Magnetspulen, die das Plasma im Inneren auf engen Raum zwingen. Das Plasma muss von den Wänden des Gefässes ferngehalten werden, weil es sonst abkühlen und zusammenbrechen würde.

Flüssiges Helium kühlt die Magnetspulen auf minus 270 Grad – bei der extremen Kälte sind die Magnete supraleitend, sodass sie die nötige Energie transportieren können. Es herrschen extreme Temperaturunterschiede auf engstem Raum: Im Innern des Stahlrings wummert das heisse Wasserstoffplasma bei rund einer Million Grad. So heiss wird es kurzzeitig, weil Mikrowellen den Wasserstoff regelrecht zerfetzen.

Allerdings braucht die Anlage bis zu zehn Megawatt, genug, um eine Kleinstadt mit Strom zu versorgen – die Energiebilanz ist also noch negativ. Sollte es den Forschern gelingen, Kernfusion effektiver zu machen, könnte Wendelstein 7-X Geschichte schreiben.

boj

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Brikne, 20.7.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 04.02.2016 13:48
    Highlight Glücklicherweise hat unser neues Parlament in seinem unermessliche Ratschluss die Energiewende so abgeändert dass der Neubau von Nuklearkraftwerken weiterhin verboten bleibt, Sicherungsmassnahmen und Laufzeitbeschränkungen jedoch wegfallen. D.h. neue Technologien werden wir erst nutzen wenn wir es dem Parlament eingebimst haben. Typisch Schweiz. Es passt dann gut zum Tunnel wo nur eine Spur genutzt wird. Die Technologiefeindlichkeit feiert in det Schweiz Urstände, darum die Blitze ordomalleus...
    11 3 Melden
    • Toerpe Zwerg 04.02.2016 17:16
      Highlight Maessi.
      1 0 Melden
  • Domino 04.02.2016 00:02
    Highlight Gratuliere zum Erfolg. Aber ein paar Sekunden Energie nach 60 Jahren Forschung ist nicht sehr vielversprechend. Bis Kernfusionsreaktoren einsatzfähig sind wird sicher nochmal so viel Zeit vergehen, da zu viele Faktoren perfekt passen müssen. Ich sehe eher den LFTR (Flüssigzalzreaktor) als Zukunft. Erste Versuchsreaktoren lieferten schon in den 50ern Strom. Das Potential ist enorm: sicher, billig wenig und nur kurz strahlender Abfall.
    20 7 Melden
    • nipp 04.02.2016 08:05
      Highlight Eigentlich sind ein paar Sekunden eine super Leistung ;) Der Tocamac schaffte es nicht mal eine Sekunde lang, daher ist das Stellarator Konzept um einiges vielversprechender. Es besteht doch noch Hoffnung das wir Zivilisationsstufe 1 erreichen ;)
      25 1 Melden
    • R&B 04.02.2016 12:58
      Highlight @Domino: Wir müssen auch für unsere Nachkommen denken, forschen und investieren. Irgendwie logisch und auch im Artikel indirekt geschrieben. Da sind 60 Jahre für ein Paar Sekunden für mich eine Sensation!
      4 0 Melden
  • Ordo Malleus 03.02.2016 23:43
    Highlight An alle Tree huggers da draussen. Das ist im Fall phöse Kernenergie. Ihr wisst schon, Atomkraft nein danke und so.

    Tokamak oder Stellarator. Es bleibt spannend, welches Konzept sich am Ende durchsetzt. Eines MUSS einfach gelingen, sonst ist bei uns bald mal Lichterlöschen.
    24 58 Melden
    • Bowell 04.02.2016 06:44
      Highlight Es müsste voraussichtlich sogar radioaktives Material zwischengelagert werden, allerdings "nur" für ca. 50-100 Jahre.
      9 1 Melden
  • pedrinho 03.02.2016 22:54
    Highlight gratuliere und wuensche weiterhin viel erfolg.
    32 1 Melden
  • M. Sig 03.02.2016 22:31
    Highlight Die Anlage ist eine Milliarde Euro "teuer" und könnte die Menschheit Riesenschritte voranbringen.
    Das Armeebudget der Schweiz 2015 war viermal so viel, das Deutschlands 32 mal.
    Wenn man sich vorstellt, die Menschen würden mal richtig in den Fortschritt investieren könnte man glatt ins Schwärmen kommen...
    134 6 Melden
    • glüngi 03.02.2016 23:55
      Highlight Das ist was Carl Sagan schon vor 40 Jahren wollte.. leider wird das wohl nichts :-(

      18 1 Melden
    • Alnothur 04.02.2016 00:25
      Highlight Das Budget des Schweizer Bundes beträgt mittlerweile über 60 Milliarden jährlich - gegenüber 30 Milliarden vor 20 Jahren. Ja, damit liesse sich echt was anstellen. Das Militär ist da das kleinste "Problem".
      26 28 Melden
    • Retarded Wizard 04.02.2016 07:23
      Highlight Der Fortschritt des Menschen, war bisher stets ein Rückschritt für die Erde, deshalb bin ich froh darum, dass da nicht noch mehr investiert wird.

      In 6 Millarden Jahren ist die Sonne explodiert und die Erde spätestens weg, irgendwann bringt aller Fortschritt nichts mehr, auch wenn der menschliche Körper unsterblich werden würde, ists dann doch vorbei.

      Anstatt zu leben, rackern sich alle Menschen kaputt, in der Hoffnung etwas zu erreichen, was irgendwann nichts mehr ist.

      Warum?

      6 34 Melden
    • Menel 04.02.2016 08:06
      Highlight Das ist exakt das was ich auch denke. Aber da muss zuerst in ganz vielen Köpfen, noch ganz viele Schalter umgelegt werden.
      Wir haben das Potential (und auch noch die Ressourcen) für so viel Grossartiges, aber wir verkacken es gerade am Laufmeter.
      18 4 Melden
    • Duweisches 04.02.2016 08:41
      Highlight In 6 Milliarden Jahren geht die Erde unter, also zurück in eure Höhlen! 🙄
      26 2 Melden
    • Retarded Wizard 04.02.2016 15:24
      Highlight Wenn wir nicht zurück in "unsere Höhlen" gehen, ja dann ist die Erde schon in 100 Jahren im Arsch ;) Hauptsache, wir konnten zuvor noch auf den Mars fliegen, wozu auch immer....
      1 1 Melden
    • glüngi 04.02.2016 19:11
      Highlight dein username passt.
      3 0 Melden
    • Retarded Wizard 04.02.2016 20:23
      Highlight Wie die Faust aufs Auge...
      1 0 Melden
  • Humbolt 03.02.2016 22:04
    Highlight Es war immer Zukunftsmusik, die uns weiterbrachte. Wird hier nicht anders sein.
    Langfristig (damit meine ich richtig langfristig 100Y+) wird das die einzige Möglichkeit sein die Menscheit weiter zu bringen (Interstellarreisen etc.).
    53 4 Melden
    • Aufblasbare Antonio Banderas Liebespuppe 04.02.2016 07:27
      Highlight naja die entwicklung geht immer schneller wenn man bedenkt wie man vor 100 und vor 50 jahren lebte.
      11 1 Melden
  • oppeano 03.02.2016 21:41
    Highlight Warme Hoffnung brauche ich genau jetzt!
    63 0 Melden
  • @cyclingsimon 03.02.2016 21:34
    Highlight Wäre schön wenn diese paar Gramm das Gegengewicht zu den Regenwäldern sind, die wir täglich abholzen...
    71 4 Melden

Jajaja jetzt wird wieder Dani Huber gequizzt

Huber ist zurück! Die hellste Kerze der Redaktion hat seine Ferien beendet und nach einer kleinen Schonzeit misst er sich nun wieder mit deinem Hirnschmalz.

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