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Wer mit süssstoff gesüsste Produkte isst, hat danach trotzdem Lust auf Süsses.
Bild: shutterstock

Also doch kein wirklicher Ersatz: Süssstoff kann die Lust auf Zucker nicht stillen

Glukose befriedigt und bremst das Verlangen nach zuckerhaltigen Speisen – Süssstoff dagegen nicht. Forschende der Universität Lausanne haben an Mäusen aufgeklärt, welche Nervenschaltkreise dahinter stecken.



Ein Forscherteam um Gwenaël Labouèbe von der Uni Lausanne hat ein Netzwerk von Nervenzellen im Gehirn von Mäusen identifiziert, das das Essverhalten beeinflusst: Der Abfall des Blutzuckers regt bestimmte Nervenzellen an, die dann wiederum ein bestimmtes Verhaltensmuster auslösen – den Drang zu zuckerhaltigen Nahrungsmitteln, so eine Mitteilung der Hochschule vom Dienstag.

«Wenn ein Mangel an Glukose diese Neuronen aktiviert, wechselwirken diese mit dem Belohnungssystem des Gehirns», erklärte Labouèbe laut der Mitteilung. Das erhöhe die Motivation der Tiere, Zucker zu suchen und zu sich zu nehmen.

Reaktion nur auf Glukose

Wie der Forscher und sein Team im Fachjournal «Nature Neuroscience» berichten, unterdrückt Glukose (Traubenzucker) die Aktivität dieser Neuronen, Fruchtzucker oder Süssstoff hingegen nicht. Der Drang zum Zucker bleibt daher bei süssstoffhaltigen Nahrungsmitteln ungebremst und beeinflusst das Essverhalten.

Die Ergebnisse machten deutlich, wie komplex die Mechanismen im Gehirn seien, die den Konsum zuckerhaltiger Lebensmittel kontrollieren, liess sich Studienleiter Bernard Thorens von der Uni Lausanne in der Mitteilung zitieren. «Insbesondere unterstreichen sie die Tatsache, dass Süssstoff und Fruchtzucker, die massiv in Lebensmitteln eingesetzt werden, nicht das Verlangen nach Zucker bremsen.»

Kein Effekt auf Übergewichts-Epidemie

Das passe zu der Feststellung, dass die Einführung von süssstoff- oder fruchtzuckergesüssten Lebensmitteln das Übergewichtsproblem der industrialisierten Welt nicht gemindert habe, so Thorens.

In einer früheren Studie hatten amerikanische Forschende der University of Southern California bereits festgestellt, dass Fruchtzucker beim Menschen den Appetit nicht so befriedigt wie Glukose. Testpersonen, die ein mit Fruchtzucker gesüsstes Getränk zu sich nahmen, reagierten anschliessend stärker auf Essensbilder als Probanden, die ein glukosehaltiges Getränk erhalten hatten.

Die Studie der Lausanner Forschenden fügt nun ein weiteres Puzzlestück zum Wissen hinzu, wie unterschiedlich der Körper mit verschiedenen Arten von Zucker umgeht. (viw/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • karlie 22.06.2016 16:39
    Highlight Highlight Bin jetzt in der siebten woche meines zuckerentzugs und fühle mich echt gut.habe kaum noch das ziehen nach süssem.
    Was mir am meisten fehlt sind früchte. Aber eben diese fructose....
    Mein essen ist wahnsinnig spannend geworden da jegliche fertigprodukte in irgendeiner form zucker enthalten.
    Ich mach weiter👍
    • Droidberg 22.06.2016 18:00
      Highlight Highlight Auf Früchte verzichten? Wo hast du das denn aufgeschnappt? Mit ein paar Früchten ab und zu, lebt man auch nach heutiger Ansicht durchaus gesünder als ohne, sofern keine Intoleranz vorliegt.
  • Homes8 21.06.2016 18:41
    Highlight Highlight Ja, Zucker ist auch eine Droge, mit entsprechenden Entzugserscheinungen.
    Ein Löffel voll bringt einem nicht gleich um, aber je später ein Baby und je weniger ein Mensch damit in Berührung kommt, um so besser fühlt man sich.
    • Fumo 22.06.2016 08:23
      Highlight Highlight Drogen aktivieren die Freisetzung und Aufnahme von Hormonen, sie sind aber KEINE Körpereigene Stoffe.
      Zucker IST ein Körpereigenes Stoff, wir produzieren Glucose. Es kann also nicht sein dass man sich ohne besser fühlt, das ist Quatsch.
    • Homes8 22.06.2016 09:15
      Highlight Highlight Glucose ist ein körpereigener Stoff. Diesen kann der Körper auch aus Zucker herstellen (darunter verstehen wir im allgemeinen Kristalzucker).
      Der Konsum von Zucker löst im Körper Endorphin ähnliche Stoffe aus.
      Probieren sie mal 1-2 Tage auf Zucker zu verzichten. Sie können ja andere Kolenhydrate für die Glucoseproduktion zu sich nehmen.
      Oder Gegenteil, nehmen Sie mal ein kleines Stücken Schokolade (nur 1/2 Möckli), nach 10min kommt schon wieder die Lust auf die nächste Portion Zucker.
      Wer Zeit hat
      http://medien.wdr.de/m/1449571215/quarks/wdr_fernsehen_quarks_und_co_20151208.mp4
    • Fumo 22.06.2016 09:57
      Highlight Highlight "Der Konsum von Zucker löst im Körper Endorphin ähnliche Stoffe aus."

      Der Konsum! Nicht das Zucker löst es aus. Das liegt daran dass es süss schmeckt. Wenn man etwas mag lösen sich Endorphine aus, logisch oder nicht? Lachen löst auch Endorphine aus, versuchen sie mal ein zwei Tage nicht zu lachen, sie können sich ja Schmerzen zufügen um die Endorphinproduktion zu erreichen ;)
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