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Star Wars: Planeten zerstören

Faktencheck zu «Star Wars»: Wie Wissenschaftler Planeten zerstören würden

In «Star Wars: Das Erwachen der Macht» vernichtet eine gigantische Anlage mehrere Planeten zugleich. Ist das möglich? Forscher haben nachgerechnet.

Holger Dambeck



Ein Artikel von

Spiegel Online

Für Wissenschaftler ist Science-Fiction eine wunderbare Inspirationsquelle. Egal, ob es ums Beamen geht oder das legendäre Holodeck – immer wieder haben utopisch anmutende Technologien aus Serien und Filmen wie «Star Trek» neue Entwicklungen angestossen. Längst gibt es auch ein Hoverbike, auf dem Luke Skywalker im Film «Die Rückkehr der Jedi-Ritter» durch den Wald heizt.

Manchmal rechnen Forscher aber auch nach, ob die fantastischen Ideen von Autoren und Regisseuren tatsächlich umsetzbar sind. So wie im Fall des Todessterns aus «Star Wars». Das verblüffende Ergebnis: Auch wenn gewaltige Energiemengen nötig sind, um einen fremden Planeten zu pulverisieren – ein mit einem Mega-Laser bestückter Todesstern könnte das durchaus schaffen.

Gravitation hält Planeten zusammen

In der «Star Wars»-Reihe tauchen Todessterne in drei verschiedenen Versionen auf. Die ersten beiden hatten einen Durchmesser zwischen hundert und tausend Kilometern, waren also ein ganzes Stück kleiner als unser Mond (Durchmesser 3500 Kilometer). Bei ihnen handelte es sich um künstliche Objekte, die dank eines Reaktors in ihrem Innern einen energiereichen Strahl erzeugen konnten, um Planeten zu vernichten.

Im neuesten Film «Das Erwachen der Macht» heisst der Todesstern Starkiller Base und ist deutlich grösser. Die Basis ist ein herkömmlicher Planet, der ausgehöhlt und im Innern zu einer gigantischen Zerstörungsmaschine umgebaut wurde. Mit der Starkiller Base können mehrere Planeten zugleich angegriffen und vernichtet werden. Die dafür nötige Energie soll eine benachbarte Sonne liefern.

«Star Wars»: Die Macht des Merchandising

Schon 2010 hatten Physiker der University of Leicester berechnet, welche Energie nötig ist, um einen Planeten vollständig zu zerstören. Ihre Kalkulation fusst auf der Annahme, dass zuallererst die starke Anziehungskraft überwunden werden muss, die einen Himmelskörper zusammenhält.

Damit ein Planet zerbirst, müssen die Bruchstücke auf die sogenannte Fluchtgeschwindigkeit beschleunigt werden. Nur dann sind sie schnell genug, um der Gravitationskraft des Planeten zu entkommen. Auf der Erdoberfläche liegt die Fluchtgeschwindigkeit bei 11,2 Kilometern pro Sekunde – das entspricht 40'320 km/h. 

Um die Erde quasi zu pulverisieren, wäre eine Energie von 2 mal 10^32 Joule nötig, wie David Boulderstone und seine Kollegen im Fachblatt «Journal of Special Topics» vorrechnen. Das gilt unter der vereinfachenden Annahme, dass die Dichte der Erde in ihrem Innern konstant ist.

2 mal 10^32 Joule ist eine gigantische Energiemenge. Sie ist fast 400 Milliarden Mal so gross wie der Jahresenergieverbrauch der Menschheit. Die Sonne erzeugt 2 mal 10^32 Joule in sechs Tagen – pro Sekunde generiert sie knapp 4 mal 10^26 Joule.

Im Innern der Todessterne erster und zweiter Generation soll laut den Beschreibungen der Drehbuchautoren ein «Hypermaterie»-Reaktor die Energie für den mächtigen Laser liefern. Seine Leistung soll der mehrerer Sonnen entsprechen.

Star Wars 7

Daher halten es Boulderstone und seine Kollegen für durchaus plausibel, dass die Strahlenwaffe funktioniert. Allerdings hätte der Todesstern kaum eine Chance, grössere Planeten wie Jupiter und Saturn oder gar Sterne zu zerstören – diese sind dafür schlicht ein paar Nummern zu gross. Sie müssten nämlich über Jahrzehnte mit dem Laser bestrahlt werden, um die nötige Zerstörungsenergie abzubekommen.

Auch Starkiller Base, der Todesstern aus «Star Wars: Das Erwachen der Macht» hätte das Zeug zum Planetenvernichter. Er speist seine Energie aus einer benachbarten Sonne und sollte daher ebenfalls kleinere und mittlere Planeten ausradieren können. Es ist auch plausibel, dass die Waffe, wie im Film gezeigt, über längere Zeit geladen werden muss, um über genügend Energie zu verfügen.

Recursive Manufacturing

Der Mathematiker Stuart Armstrong von der University of Oxford hält die verschiedenen Todesstern-Konzepte ebenfalls für plausibel. Doch um fremde Planeten zu zerstören oder unbewohnbar zu machen, solle man besser zu anderen Technologien greifen, schreibt er auf der Webseite theconversation.com. «Es ist viel effizienter, die Planeten mit grossen, schnell fliegenden Massen anzugreifen», meint er.

Statt eines Laserstrahls könnte eine dunkle Macht beispielsweise Asteroiden umlenken, sodass sie auf Crashkurs zur Heimat ihrer Feinde fliegen. Zusätzlich eingesetzte ionisierende Strahlung würde alle Elektronik zerstören und alles Leben auf dem Planeten vernichten. «Das wäre aus Sicht der Bösen auch viel günstiger», erklärt Armstrong.

Selbstreplizierende Waffen

Doch auch das ist nach seiner Meinung immer noch Energieverschwendung. Stattdessen plädiert der Wissenschaftler für das sogenannte Recursive Manufacturing – wohl am besten übersetzt mit rekursiver Herstellung: Fabriken bauen Waffensysteme – beispielsweise Raketen –, die selbst noch mehr Fabriken bauen.

In dieser riesigen Fabrik-Armada entstehen schliesslich Milliarden von Angriffssystemen, die auf beliebige Ziele im All gerichtet werden können, so Armstrong. «Mit diesen selbstreplizierenden Waffen gehört einem jedes Sternensystem, sobald sie dort angekommen sind.»

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