Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Gute Nachrichten für alle O-Saft-Fans: Das Getränk ist offenbar besser als sein Ruf. Bild: shutterstock

Kaum zu glauben, aber wahr: Orangensaft trinken ist gesünder als frische Orangen zu essen

Eigentlich hat das Getränk keinen sonderlich guten Ruf. Doch Wissenschaftler aus Deutschland drehen den Spiess um – und behaupten, O-Saft sei gesünder als die Frucht selbst.

11.04.15, 07:21


Wegen seines hohen Zuckergehalts gilt Orangensaft als nicht sonderlich gesund. Manche Ernährungswissenschaftler behaupten gar, man könne ebenso gut die gleiche Menge an Cola trinken – das käme dann etwa aufs Gleiche raus. 

Grundsätzlich ist es so, dass die Orange reich an Vitamin C, Carotinoiden und Flavonoiden ist. Letztere können das Risiko für bestimmte Krebs- oder Herzkreislauferkrankungen senken. Bei der Herstellung des Saftes wird der Gehalt dieser wertvollen Stoffe leicht verringert.

Dass der O-Saft, den wir im Laden zu kaufen kriegen, dennoch deutlich besser ist als sein Ruf, haben nun Wissenschaftler der Universität Hohenheim herausgefunden. Sie gehen sogar so weit, zu sagen, dass der Saft gesünder als die Frucht selbst ist.

Umfrage

Was magst du lieber?

  • Abstimmen

434 Votes zu: Was magst du lieber?

  • 56%Orangensaft trinken
  • 16%Orangen essen
  • 23%Beides gleich
  • 5%Weder noch

Verdauung im Reagenzglas nachgestellt

Um zu diesem Ergebnis zu gelangen, haben die Forscher folgenden Test durchgeführt: Zunächst stellte Doktorand Julian Aschoff verschiedene Saftsorten her, nämlich frisch gepressten Saft und einen flash-pasteurisierten Saft. Letzterer wird in Supermärkten oft gekühlt als «Premiumsaft» verkauft.

Anschliessend stellte das Forscherteam im Reagenzglas die Vorgänge, die im menschlichen Körper bei der Verdauung passieren, nach und beobachtete, was mit den verschiedenen Säften passiert. Im Vergleich dazu machten sie den Test mit einer frischen Orange, um untersuchen zu können, was im Körper beim Verzehr der eigentlichen Frucht geschieht. Da die Orange zusätzlich zerkaut werden muss, wurden bei dem Test Speichel, Verdauungsenzyme und Gallenflüssigkeit hinzugefügt.

Dann kam man zu den folgenden Ergebnissen: Beim Verzehr der eigentlichen Frucht wurden 11 Prozent der Carotinoide, die als Provitamin-A eine wichtige Rolle im menschlichen Körper spielen, freigesetzt. Beim Frischsaft lag der Wert bei 28 Prozent und beim pasteurisierten Saft wurden sogar bis zu 40 Prozent freigesetzt.

Nektar ist nicht empfehlenswert

«Nimmt man die Ergebnisse aus unserer Publikation, ist Orangensaft die bessere Quelle für Carotinoide als die Frucht an sich», so das Fazit von Aschoff. Die Inhaltsstoffe im Saft würden bei der Pasteurisierung am besten freigesetzt und könnten so vom Körper am besten aufgenommen und verstoffwechselt werden. Eine gerade abgeschlossene Humanstudie habe die Ergebnisse des Modellversuchs zusätzlich bestätigt. 

Die Wissenschaftler sprechen sich dementsprechend klar für den – wenn auch massvollen – Verzehr von Orangensaft aus. Anders ist das beim Nektar: «Der Begriff Nektar hört sich zwar gut an und suggeriert, dass es als ‹Trank der Götter› ein besonders hochwertiges Produkt sei», so Professor Reinhold Carle, der Initiator der Orangensaft-Studie. «In Wirklichkeit wird Nektar aber zur Hälfte mit Wasser gemischt und dann mit Zucker angereichert, damit er genauso süss ist wie ein Saft.» Am Ende enthalte er zwar genauso viel Zucker wie ein Orangensaft – aber nur die Hälfe der Vitamine. (viw)

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

Abonniere unseren Daily Newsletter

4
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Maya Eldorado 11.04.2015 23:10
    Highlight Ebenfalls sollte man wissen, dass man Fett/Oel zusammen mit Carotinoidhaltigen Speisen essen sollte, dass diese gut aufgenommen werden.
    Coca-cola enthält weissen Zucker, der Orangensaft hingegen Fruchtzucker. Da ist ein gewaltiger Unterschied.
    Ausserdem habe ich hier den Verdacht, dass wieder mal Forscher auf Beschäftigungssuche waren.
    2 0 Melden
  • SeKu 11.04.2015 12:45
    Highlight Frage: "Was magst du lieber?"
    Antwort: "Beides"
    Gaaaaanz toll, watson. Bravo!

    Für Freunde sinnloser, witzfreier Witze: Was ist der Unterschied zwischen einem Eichhörnchen? Beide Beine sind gleich lang, vorallem das linke.
    7 4 Melden
  • runner 11.04.2015 08:34
    Highlight In einem Lebensmittel gibt es hunderte wenn nicht 1000e an Spurenlementen und Wirkstoffen, die noch nicht annähernd gefunden, geschweige denn untersucht wurden. Diese Stoffe wirken synergistisch, d.h. sie verstärken die Wirkung untereinander. 1. Wer hat die Studie bezahlt? 2. Man kann den Nährwert von Orangen nicht alleine auf Carotinoide reduzieren und zu dieser Schlussfolgerung kommen. Mit dem Ergebnis würde ich sehr vorsichtig umgehen.
    18 2 Melden
    • smoe 11.04.2015 10:24
      Highlight Die Studie kommt nicht zum Schluss, dass Orangensaft gesünder als Orangen ist, sondern lediglich, dass Erstere die bessere Quelle für Carotinoide als die Frucht an sich sind. Nicht alles glauben, was die Watson Titelsetzer setzen;)

      Es geht den Wissenschaftlern wohl mehr darum, der Meinung Orangensaft sei so ungesund wie Cola zu widersprechen, nicht um einen Orangenkrieg auszulösen.

      «Da der Obst- und Gemüseverzehr in Deutschland weit unter den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung liegt, kann der Konsum von Orangensaft zu einer gesunden Ernährung beitragen»
      15 0 Melden

Kann ich das noch essen oder muss ich's wegwerfen? Mit diesen Tipps bist du safe

Die Norweger minimieren die Lebensmittelverschwendung mit einem eleganten Trick. Neu heisst die Haltbarkeitsangabe: «Mindestens haltbar bis, aber nicht schlecht nach».

Kann man das noch essen? Die Frage, ob kürzlich abgelaufene Milch, Joghurts oder Eier noch geniessbar sind oder sofort in den Abfall gehören, sorgt in den besten Familien für heftige Diskussionen. Manche glauben, dass sofort das passiert, wenn man mit abgelaufenen Lebensmitteln in Berührung kommt.

Dabei ist es ganz einfach: Mit Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums werden Lebensmittel nicht automatisch schlecht.

Es heisst eben «Mindestens haltbar bis» und nicht «Sofort tödlich ab», wie …

Artikel lesen