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Entscheiden sich Eltern, ihre Kinder mit Rohkost zu ernähren, sollten sie sich von einem Kinderarzt betreuen lassen.  Bild: shutterstock

Nie mehr als 42 Grad

Rohkost-Ernährung liegt voll im Trend – doch ist es auch für Kinder das Richtige?

Obstpizza, Cashew-Kakao-Kugeln, Zucchininudeln mit Tomatensosse: Mit den richtigen Rohkost-Rezepten lassen sich selbst Kinder begeistern. Doch wie viel Ungekochtes ist gesund?

03.03.15, 15:19 04.03.15, 09:40

Ein Artikel von

Bei Familie Ludwig beginnt der Tag mit einem rohen Porridge aus geschrotetem Nackthafer mit Chia-Samen und Wasser. Tochter Karla, zwei Jahre alt, ist zufrieden: «Sie liebt dieses Frühstück, auch mit Banane, Nussmilch und Hanfsamen», sagt ihre Mutter Ute. Familie Ludwig ernährt sich von roher Kost – das heisst: Kein Lebensmittel wird über 42 Grad erhitzt.

Auf den Tisch kommen Obst und Gemüse, Sprossen, Keime, Kräuter, Nüsse und Saaten. Was mager klingt, kann sehr abwechslungsreich sein. Auf ihrem Familienblog zeigen die Ludwigs, wie bunt und vielfältig sie sich ernähren. Es gibt Torten, Brot, Eis, Suppen, Salate, sogar Burger. «Wir können eigentlich alles, was man so aus der normalen Küche kennt, auch in einer Rohkostform zubereiten», sagt Ute.

«Rohkost wird von den meisten Menschen total unterschätzt», glaubt Food-Coach Sonja Reifenhäuser. «Dabei gibt es ganz viele Möglichkeiten, sich mit Rohkost vollwertig und abwechslungsreich zu ernähren.» In den Grossstädten, in Szene-Cafés und veganen Supermärkten wächst die Nachfrage nach grünen Smoothies, rohen Torten mit Cashewnussboden und Avocadofüllung oder Energie-Riegeln aus Kakao und Datteln.

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Vitamin B12: Die Familie schluckt Tabletten

Sorge, dass Karla nicht genügend Nährstoffe bekommt, haben die Ludwigs nicht: «Sie ist ein richtiger Wonneproppen.» Annette Lingenauber, Fachärztin für Kinder- und Jugendheilkunde aus Hamburg, ist dennoch skeptisch: «Gerade eine roh-vegane Ernährung ist nicht ungefährlich.» Durch den Verzicht auf Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte drohe ein Mangel an Vitamin B12 mit der Gefahr von neurologischen Schäden.

Familie Ludwig, die tatsächlich auch auf tierische Produkte verzichtet, ist sich dessen bewusst: «Wir nehmen B12 als Nahrungsergänzungsmittel», sagt die Mutter. Mittlerweile weiss die Familie genau, worauf sie achten muss. «Eisen bekommen wir zum Beispiel aus Sesam, Jod und andere wichtige Mineralien aus Algen, gesunde Fettsäuren aus Kokosölen und Nüssen.»

Entscheiden sich die Eltern, auch ihre Kinder mit Rohkost zu ernähren, sollten sie sich laut Lingenauber auf jeden Fall von einem Kinderarzt betreuen lassen. «Bei den Untersuchungen können wichtige Parameter wie Wachstums- und Gewichtsentwicklung beobachtet werden.»

«Natürlich gibt es Risiken bei dieser Ernährungsform»

Sonja Reifenhäuser, die Seminare zum Thema Rohkost gibt, sagt: «Natürlich gibt es Risiken bei dieser Ernährungsform.» Die grosse Nachfrage nach Informationen zeige jedoch, dass sich Rohköstler in der Regel sehr intensiv mit Lebensmitteln und ihren Bestandteilen auseinandersetzen.

Familie Ludwig hat sich für ihre Ernährungsweise entschieden, um mit der Natur im Einklang zu sein. Fertiggerichte aus der Tiefkühltruhe und andere verarbeitete und gekochte Lebensmittel gehörten in ihrer Weltanschauung nicht dazu: «Die Natur bietet uns Lebensmittel in ihrer reinsten Form. Wir sind fest davon überzeugt, dass dort alles drinsteckt, was wir brauchen.»

Karla ist noch zu klein, um Fragen zu stellen. Sie isst – noch – mit Begeisterung, was Mama und Papa zubereiten. Was die Zukunft bringt, kann Ute nicht einschätzen. Dogmatisch will sie aber in keinem Fall sein: «Sie darf auch heute schon andere Dinge essen, zum Beispiel wenn sie bei Oma und Opa oder bei Freunden ist.»

Ab und an Rohkost: Und was zum Kauen

Diese Offenheit empfiehlt auch Reifenhäuser: «Ernährung muss Kindern Spass machen. Dazu gehört auch, dass Mama und Papa nicht alles verbieten und man aus anderen Töpfen probiert.» Genauso sei es jedoch auch umgekehrt eine gute Idee, wenn Eltern es mal mit der Rohkostküche versuchen: «Gerade für Kinder bietet die Rohkost viele Möglichkeiten, mit Lebensmitteln und Geschmack zu experimentieren.»

Blätter, Früchte, Nüsse und neue Gemüsesorten zu probieren, erweitere die Wahrnehmung von Kindern: «Schmecken, riechen, fühlen – das ist doch so wichtig für die Entwicklung!»

Ein Argument, dem auch Kinderärztin Lingenauber zustimmt: «Es ist gut und richtig, Kindern eine breite Vielfalt an Nahrungsmitteln anzubieten.» Rohkost liefere ausserdem viele Vitamine und Mineralstoffe und stärke die Kaumuskulatur. (Bettina Levecke, dpa)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 04.03.2015 11:41
    Highlight Die Rohkostdiät schlägt wohl auf den Verstand. B12 Tabletten (wachsen sicher an Bäumen), Bananen (woher die wohl kommen), sauberes Trinkwasser (aus dem Wasserhahn) und ständige Kontrolle durch den Arzt - alles im Einklang mit der Natur? Wie krank ist das denn? Wer schützt das Kind?
    5 2 Melden
  • sewi 03.03.2015 22:01
    Highlight Rohköstler und anderen Freaks sollte man die Kinder wegnehmen. Jemand der ganz bei Sinnen ist macht sowas nicht
    5 7 Melden
    • Gelöschter Benutzer 04.03.2015 08:25
      Highlight Einverstanden. Grund ist einfach, dass die Kinder den Eltern ausgeliefert sind und sich nicht wehren können. Allerdings gibts ja auch Eltern, die ihre Kinder mit Junkfood vollstopfen. Das ist ebenso schlecht.
      8 0 Melden
    • trio 27.03.2015 08:47
      Highlight Was für ein ignoranter Kommentar.
      1 1 Melden
  • Miicha 03.03.2015 20:52
    Highlight Wie ging das nochmal... Unser Hirn wuchs weil wir lernten auf Feuer zu kochen und Fleisch zuzubereiten? Da gehe ich lieber kein Risiko ein und esse auch gekochtes :-)
    10 2 Melden
  • AdiB 03.03.2015 20:25
    Highlight «Die Natur bietet uns Lebensmittel in ihrer reinsten Form. Wir sind fest davon überzeugt, dass dort alles drinsteckt, was wir brauchen.»
    gegören tiere etwa nicht zur natur? ohne lebewesen, gibts auch keine pflanzen. so lernte ich es in der schule.
    9 0 Melden
  • MilitisProles 03.03.2015 18:37
    Highlight Früher hatten Menschen Sorge, überhaupt genug zu essen zu bekommen. Wir, die Hunger praktisch gar nicht kennen, haben neue Ängste entwickelt. Die Ängste satter Menschen.

    Wer Vegan isst, hat doch immer Gluscht nach Fleisch..
    Warum schmecken so viele Vegane Nahrungsmittel künstlich nach Fleisch oder sehen so aus?

    So viel Rohkost gibt so eine Gärung im Magen, entweder fault es oder es wandelt sich in Alkohol um..

    Na dann prost!
    8 8 Melden
  • saukaibli 03.03.2015 15:44
    Highlight "Vitamin B12: Die Familie schluckt Tabletten". Wie gesund kann eine Ernährung sein, wenn man dazu Vitamintabletten konsumieren muss? Ausserdem erwärmten unsere Vorfahren schon vor zig-Tausend Jahren ihre Nahrung. Erhitzte Nahrung isst der Mensch schon viel länger als alle Getreide- oder Milchprodukte, was ist also natürlicher?
    15 1 Melden
    • The Return of The King, Louie the Gscheidhaferl I. 03.03.2015 17:02
      Highlight Das ging mir auch durch den Kopf. Ausserdem war ja auch in der Steinzeit das Jagen ausserordentlich wichtig. Klar sind die Umstände mittlerweile anders und ich muss nicht im Wald mein Abendessen fangen, aber Fleisch gehört seit Jahrtausenden auf den Speiseplan des Menschen.
      6 1 Melden
    • Caprice 03.03.2015 20:37
      Highlight Naja, das mit den Tabletten lass ich nicht zaehlen, bzw. stelle die Anschlussfrage: waren die erbeuteten Tiere der Steinzeitmenschen auch vollgepumpt mit Antibiotika und Hormonen? Unser Essverhalten, bzw.unsere Lebenmittelproduktion ist nur noch pervers - auf allen "Seiten"
      12 2 Melden

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