Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa04247992 A picture provided by Zoo Aquarium Madrid shows the family of the dolphinarium in which a common bottlenose dolphin (Tursiops truncatus) was born to Guarina, an adult female dolphin at the zoo in Madrid, Spain, 10 June 2014. This is the second birth in Zoo Aquarium Madrid in the last 23 days after dolphin Mary gave birth to a baby on 23 May.  EPA/PABLO ROY  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Delfine kommunizieren mit Pfiffen sowie Quietsch- und Klicklauten.  Bild: EPA/EFE / ZOO AQUIARIUM MADRID

Forscher versprechen: In 4 Jahren verstehen wir Delfinisch

12.05.17, 09:46 12.05.17, 11:32


Delfine. Für Douglas Adams («Per Anhalter durch die Galaxis») sind sie die zweitintelligenteste Spezies auf dem Planeten (nach den Mäusen). Meine Kollegin Anna Rothenfluh dagegen hält die Meeressäuger für die «Arschlöcher der Meere» oder «Sadisten-Torpedos». 

Wie die Mitarbeiter des schwedischen Start-ups Gavagai AB im Einzelnen zur grössten Familie der Zahnwale stehen, ist mir nicht bekannt. Delfinophob werden sie aber kaum sein, denn die Firma will – in Zusammenarbeit mit der Königlich Technischen Hochschule (KTH) – die Delfinsprache analysieren und für uns Menschen verständlich machen.

«Wir wissen, dass Delfine ein komplexes Kommunikationssystem haben, aber wir wissen noch nicht, worüber sie sprechen.»

Jussi Karlgren, Gavagai-Mitgründer

Bis 2021 soll das Ziel erreicht sein, hofft das Unternehmen, das als Spin-off des Schwedischen Instituts für Computerwissenschaften entstanden ist. Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) und Hochleistungsrechnern haben die Schweden bisher 40 menschliche Sprachen erfolgreich analysiert. Bisher lag der Fokus dabei allerdings auf Textanalysen. 

Bei der Delfinsprache geht es hingegen darum, Geräusche zu dekodieren. Wenn das geklappt hat, wollen die Forscher ein Vokabular erstellen – sozusagen das Wörterbuch des Delfinischen. Als Studienobjekte sollen Grosse Tümmler dienen, die in einem Tierpark südlich von Stockholm gehalten werden.

«Wir hoffen, die Delfine mit Hilfe von künstlicher Intelligenz zu verstehen», sagte Gavagai-Mitgründer und KTH-Professor Jussi Karlgren dem Portal Bloomberg Technology. «Wir wissen, dass Delfine ein komplexes Kommunikationssystem haben, aber wir wissen noch nicht, worüber sie sprechen.» 

So sprechen Delfine

Delfine kommunizieren über verschiedene Kanäle miteinander. Zum einen verwenden sie Pfiffe, Quietsch- und Klicklaute, zum anderen teilen sie sich auch über Sprünge und via direkten Körperkontakt mit. Nachgewiesen ist, dass sich Grosse Tümmler gegenseitig an einem individuellen Signalpfiff erkennen, den jedes Tier wie einen menschlichen Namen lebenslang beibehält. 

Im Umgang mit Menschen sind die Meeressäuger ebenfalls lernfähig: Grosse Tümmler in Gefangenschaft konnten bis zu 40 verschiedene Begriffe und mehr als 1000 Satzstellungen erlernen. So konnten sie zum Beispiel die Kommandos «bringe die Person zum Surfbrett» und «bringe das Surfbrett zur Person» unterscheiden.  

Wikipedia

Wie so oft, wenn das Stichwort «künstliche Intelligenz» fällt, ist zugleich auch die Rede von zunehmender Computerleistung. Diese soll zusammen mit verbesserten Aufnahmemethoden dazu führen, dass der Analyse-Software mehr Daten zur Verfügung stehen. Gavagai-CEO Lars Hamberg zeigt sich deshalb gegenüber Bloomberg Technology zuversichtlich, dass wir dereinst mit den Meeressäugern kommunizieren werden. 

Grosse Tümmler (Tursiops truncatus), Delfine

Grosse Tümmler stecken die Köpfe zusammen. Was führen sie im Schilde? Bild: Wikimedia

Hamberg räumte zugleich ein, das Projekt habe keinen unmittelbaren geschäftlichen Zweck. Es werde aber der Firma helfen, ihre Software für andere Aufgaben zu verbessern, betonte er. So könnte ein Unternehmen wie Amazon auf diese lernfähige Software zurückgreifen, um beispielsweise Kundenanfragen schneller zu bearbeiten. 

Ein Durchbruch bei der Dekodierung der Delfinsprache würde zuerst aber vor allem den Zoologen gelegen kommen. Sie könnten damit ihr Verständnis der Meeressäuger verfeinern und auch besser zu deren Schutz beitragen. Auch wenn dies womöglich nicht im Sinne meiner Kollegin Anna ist. 

Delfen

Das könnte dich auch interessieren:

21 Momente, in denen die Migros einfach zu weit gegangen ist

Emmen war eine «Einbürgerungshölle»: Jetzt hat ein Migrant einen SVP-Nationalrat besiegt

Kellnerin weiss Millionen-Frage – traut sich aber nicht 😱

Diese 16 Marketing-Pannen sind so peinlich, dass sie schon wieder lustig sind

Abonniere unseren Daily Newsletter

34
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
34Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Bijouxly 12.05.2017 14:00
    Highlight "Wir wissen nicht worüber sie sprechen"
    - Bestimmt auch über "Fake News", "Gender Equality" und Menstruationsunterwäsche😂
    20 2 Melden
  • Luisigs Totämuggerli 12.05.2017 12:09
    Highlight Irgendwann gibt's Delfen Ärzte (ja Anna das Bild ist immer noch dir gewidmet).

    Und bevor wir uns versehen, übernehmen sie die Weltherrschaft.

    *Aluhutaufmkopf
    14 1 Melden
    • Anna Rothenfluh 12.05.2017 13:10
      Highlight Haha, endlich wieder mal ein wahres Bild.
      13 2 Melden
  • fischbrot 12.05.2017 11:31
    Highlight Endlich werden wir erfahren wie es sich anfühlt, Fischköpfe und Spundlöcher zu poppen!
    19 0 Melden
    • Luisigs Totämuggerli 12.05.2017 12:06
      Highlight wie jetzt? du weisst nicht wie sich das anfühlt?

      Bist ja völlig uncool.
      7 2 Melden
    • fischbrot 12.05.2017 13:33
      Highlight Hey.. dabei bin ich doch das Opfer *snüff*
      5 1 Melden
  • HAL9000 12.05.2017 11:29
    Highlight Sorry, aber ich finde es gibt dringlichere Themen die Forschung benötigen.
    Aber danke für den Artikel...
    7 32 Melden
  • The oder ich 12.05.2017 11:11
    Highlight Das habt Ihr Euch aber auch nur in Annas Abwesenheit getraut, diesen Artikel zu publizieren.






    (und sein Applaus ist auch unhörbar)
    5 0 Melden
    • Anna Rothenfluh 12.05.2017 11:53
      Highlight JETZT BIN ICH ABER WIEDER HIER. UND EMPÖRT.
      27 3 Melden
    • The oder ich 12.05.2017 12:21
      Highlight Ooooorrrrrrrrrr



      Welcome Back (sicher hast Du es ohne uns seeeehr genossen)
      8 2 Melden
  • G-Man 12.05.2017 10:48
    Highlight Wollen wir wirklich wissen über was die sprechen?
    12 0 Melden
    • Bijouxly 12.05.2017 14:03
      Highlight Sicher nicht über Trump, "Fake News" und Putin - wir könnten dann endlich mal wieder von was anderem lesen ;) http://- W
      5 0 Melden
  • c-bra 12.05.2017 10:40
    Highlight Die sollten mal bei der Familie von Flipper anfragen, die verstehen ihren Delphin schon richtig gut.
    3 0 Melden
  • Roaming212 12.05.2017 10:39
    Highlight Delfine verstehen wir doch schon lange.
    5 1 Melden
    • niklausb 12.05.2017 11:40
      Highlight Das video ist nicht verfügbar
      3 2 Melden
    • Roaming212 12.05.2017 12:55
      Highlight Wahrscheinlich auf dem Handy nicht verfügbar. So long and thanks for all the fish
      4 1 Melden
    • fischbrot 12.05.2017 13:34
      Highlight 42
      4 2 Melden
  • Rabbi Jussuf 12.05.2017 10:04
    Highlight Es wurde schon vor Jahrzehnten versprochen die Delphinsprache zu verstehen.
    Wird auch diesmal etwa auf dasselbe hinauslaufen.
    8 4 Melden
  • niklausb 12.05.2017 10:01
    Highlight Ein Beitrag für Anna?!
    17 1 Melden
    • #bringhansiback 12.05.2017 10:51
      Highlight Ich frage mich nun die ganze Zeit, warum Anna diesen Beitrag nicht geschrieben hat. So als Therapie oder ähnlichem
      9 0 Melden
  • Wehrli 12.05.2017 09:59
    Highlight Mir wär ein Handbuch für "Frauisch" viel lieber ....
    15 4 Melden
    • Closchli 12.05.2017 12:41
      Highlight You dreamer du
      11 1 Melden
  • Darth Unicorn 12.05.2017 09:57
    Highlight Wäre noch Interessant zu wissen ob man die Technologie auch nutzen könnte um Hunde und Katzen zu verstehen 😊
    13 1 Melden
    • moccabocca 12.05.2017 10:42
      Highlight Könne ev. so herauskommen ;)
      17 0 Melden
    • #bringhansiback 12.05.2017 10:50
      Highlight Nein bitte nicht die Katzen verständlich machen!
      Katzen: Los Sklave, Futter. SKLAAAVEEEEEEE!!! Das 5 Minuten alte Frischwasser ist abgestanden, das trink ich sicher nicht mehr.

      Und so weiter ^^
      17 2 Melden
    • fischbrot 12.05.2017 11:28
      Highlight ...oder Einhörner..
      5 2 Melden
    • Darth Unicorn 12.05.2017 11:39
      Highlight Fischbrot da geht doch die Magie verloren :D
      3 1 Melden
  • Darth Unicorn 12.05.2017 09:55
    Highlight Anna Rothenfluh Kommentare in 3, 2, 1
    30 1 Melden
    • Darth Unicorn 12.05.2017 11:36
      Highlight So ala meninists? Die Frau Rothenfluh hat die Vorwürfe nur erfunden um uns zu schaden, delfindiskriminerung!!11!!
      8 0 Melden
    • Anna Rothenfluh 12.05.2017 11:54
      Highlight FAKE NEWS? Es war die reine Wahrheit! ;-) Aber Defline unterliegen wohl auch der Selbstverleugnung.
      15 0 Melden

Die grosse 9/11-Verschwörung – und was davon zu halten ist

Die Terroranschläge vom 11. September 2001 erschütterten die Welt. 17 Jahre danach sind viele immer noch überzeugt, dass es sich um eine von den USA inszenierte Verschwörung handelte. Wir machen den Reality Check.

Es ist eines jener weltgeschichtlichen Ereignisse, bei denen jeder Mensch genau sagen kann, wo er sich aufgehalten hat, als er davon erfuhr. Am 11. September 2001 rasten zwei Passagierflugzeuge in die Zwillingstürme des World Trade Center (WTC) in New York. Eine weitere Maschine kollidierte mit dem Pentagon in Washington, und ein vierter Jet, der vermutlich in Richtung Washington unterwegs war, zerschellte im Bundesstaat Pennsylvania am Boden.

Die Anschläge von 9/11 erschütterten die Welt. Als …

Artikel lesen