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Schön ist das nicht, aber typisch für die Familie der Pareiasaurier: Der hier gezeichnete Scutosaurus ernährte sich vegetarisch und suhlte sich wohl lieber im Schlamm, als weite Strecken zu laufen.
Bild: prehistoricearth.wikia.com

Eine schrecklich hässliche Familie

Pareiasaurier waren nicht gerade Top-Models: Alle ihre Arten ähnelten sich frappant – sie waren fett, kurzbeinig, stachelig oder warzig. Aber reicht das, sie zur Familie zu erklären?

23.02.16, 22:15

Ein Artikel von

Es gibt ja Tiere, die als so hässlich gelten, dass sie schon wieder niedlich sind. Pareiasaurier gehörten wohl eher nicht dazu: Über 20 Millionen Jahre stampften sie ab dem Mittelperm (vor etwa 270 Millionen Jahren) durch die Pampa – bis zu 600 Kilogramm schwere und bis zu drei Meter lange Fleischklopse mit kurzen, dicken Beinchen, unproportioniert winzigen Köpfen und Stummelschwänzen.

Manche hatten knochige Panzer und Stacheln, andere womöglich glockenhafte, knochige Warzen an Kopf und Körper, und einigen hingen beängstigende, spitze Hauer aus dem Unterkiefer. Das Gebiss darin weist Pareiasaurier aller Wahrscheinlichkeit nach als reine Pflanzenfresser aus. Man stellt sich vor, dass die Fleischklopse auf ihren Stummelbeinchen wohl in Herden mümmelnd und malmend durch die Gegend walzten, ohne dabei Geschwindigkeitsrekorde zu brechen – eine Art Perm-Büffel auf Tranquilizer.

Bekannt sind bisher ein rundes Dutzend Gattungen, und gefunden wurden sie so gut wie überall: Zu den Fundorten zählen China, Deutschland und Südamerika.

Skelettdarstellung der Art Shihtienfenia: So oder ähnlich waren alle Pareiasaurier gebaut, die von manchen als «hässlichste aller Fossilien» bezeichnet werden. 
Bild: palaeo.gly.bris.ac.uk

Das ist nicht gerade Nachbarschaft, aber auch nicht ganz so überraschend, wie es klingt. Denn damals waren die Kontinente zum Superkontinent Pangaea verbunden – man konnte da also durchaus von A wie Asien bis S wie Südamerika laufen. Wenn da nicht das Klima gewesen wäre: Das Perm war bis fast zum Schluss eine trocken-kühle Zeit, und das Innere des gigantischen Superkontinents eine ziemlich karge, lebensfeindliche Zone mit klimatischen Extremen.

So etwas lädt nicht gerade zu langen Wanderungen über grosse Distanzen ein. Dazu kommt, dass die stummelbeinigen Pareiasaurier wahrscheinlich auf Feuchtgebiete als Lebensraum angewiesen waren, und die waren im Perm rar gesät.

Deshalb ist die Frage, die sich Mike Benton von der Uni Bristol stellte, durchaus nachvollziehbar: Kann man aus der Tatsache, dass es quasi weltweit Tierarten von frappant ähnlicher Hässlichkeit gab, zwangsläufig schliessen, dass diese tatsächlich zu einer Familie gehörten?

Klopse auf der Walz?

Systematisch geforscht wurde über Pareiasaurier bisher eher wenig, und Benton ergriff die Gelegenheit, als er Zugang zu zahlreichen Funden aus China bekam. Seine detaillierten, im Fachjournal «Zoological Journal of the Linnean Society» veröffentlichten Vergleiche chinesischer Funde mit solchen aus Russland und Südafrika, wo wohl ihr Ursprungsgebiet lag, lieferten eine klare Antwort: So unwahrscheinlich das mit Blick auf Distanzen und andere hindernde Faktoren scheint, bewegten und verbreiteten sich Pareiasaurier offenbar wirklich weltweit, bis in die letzten Winkel von Pangaea.

Pareiasaurier waren quasi Prototypen. Mit ihnen erprobte die Evolution wohl erstmals das Konzept des massigen, in Herden lebenden Pflanzenfressers. Ihre flächendeckende Verbreitung zeigte den Erfolg des Konzepts, ihr schnelles Ende im grössten bisher bekannten Massensterben am Ende des Perm raffte mit ihnen drei Viertel aller Landlebewesen dahin. Mit der beginnenden Trias machte die Natur einen Neustart mit neuen Arten von Tieren. Die ökologische Nische aber, die Pareiasaurier als erste besetzten, würde von nun an nicht mehr unbesetzt bleiben.

Mehr Dinos im Bild: Daspletosaurus

Das kleine Dino-Quiz:

1.Was bedeutet das Wort Dinosaurier?
Schuppen-Echse
Schreckliche Echse
Urzeit-Echse
2.Nicht alle Saurier sind Dinosaurier. Welche dieser Gattungen gehört nicht zur Gruppe der Dinosaurier?
Pteranodon
Wikipedia
Struthiomimus
Wikipedia
Beipiaosaurus
3.Dieser bekannte Dinosaurier gehört – wie es manchmal heisst – zu den «Kühen der Dinosaurierzeit». Wie heisst er?
Brachiosaurus.
Iguanodon.
Allosaurus.
4.Welches Zeitalter sah die erste Blütezeit der Dinosaurier?
Silur.
Devon.
Jura.
5.Am Ende der Kreidezeit fand ein Massensterben statt, bei dem auch die meisten Dinosaurier verschwanden. Welche überlebten?
Vögel.
Shutterstock
Krokodile.
Shutterstock
Warane.
6.Die Dinosaurier werden in zwei grosse Gruppen eingeteilt. Welche?
Shutterstock
Langhalssaurier und bipede Saurier.
Panzersaurier und Hornsaurier.
Echsenbeckensaurier und Vogelbeckensaurier.
7.Welcher dieser Saurier war der grösste?
Brachiosaurus.
Shutterstock
Diplodocus.
Shutterstock
Apatosaurus.
8.Ein Vorläufer des Tyrannosaurus rex lebte im Jura. Wie heisst er?
Shutterstock
Allosaurus.
Daspletosaurus.
Velociraptor.
9.Ein weiterer ikonischer Dinosaurier ist der Triceratops. Was bedeutet sein Name?
Shutterstock
Dreikopfechse.
Dreihorngesicht.
Hochschildkopf.
10.Wie gross waren die Eier, die der riesige Diplodocus legte?
Shutterstock
Shutterstock
So gross wie ein Tennisball.
Shutterstock
So gross wie ein Fussball.
Shutterstock
So gross wie ein Gymnastikball.
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4
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4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Alf 24.02.2016 12:54
    Highlight Wie kriege ich den Ghostbusters-Theme Song wieder aus dem Ohr?
    0 0 Melden
  • minsänfdezue 24.02.2016 01:42
    Highlight Die Armen. Sie als hässlich und Fleischklopse zu bezeichnen, kann ich nicht nachvollziehen. Diese Wertung passt irgendwie nicht zum eigentlich sehr informativen Inhalt.
    4 0 Melden
  • Angribull2000 23.02.2016 22:45
    Highlight Und ich dachte ihr meint die kardashians 🤔😂😂
    18 0 Melden

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