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Hypothetisches Modell der Erde, wie sie heute aussehen würde, wenn Afrika sich entlang des Westafrikanischen Grabensystems gespalten hätte.  Grafik: Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ, Sascha Brune/Christian Heine

Afrika blieb ganz

Darum ist die Sahara kein Ozean

Vor 130 Millionen Jahren brach der Superkontinent Gondwana auseinander. Fast wäre dabei ein Meer entstanden, wo heute die Sahara liegt. Forscher haben jetzt herausgefunden, wie Afrika zu seiner Form kam.

04.03.14, 06:40 04.03.14, 09:52


Hunderte von Millionen Jahre existierte ein riesiger Urkontinent, der die südlichen Landmassen Südamerika, Afrika, Indien, Arabien, Australien und die Antarktis umfasste. Sein Name: Gondwana

130 Millionen Jahre vor unserer Zeit zerbrach dieser Super-Kontinent. Warum das geschah, wird nach wie vor diskutiert. Sicher ist aber, dass sich die enorme Landmasse zuerst entlang der heutigen ostafrikanischen Küste in einen westlichen und östlichen Teil spaltete – erst danach folgte der Bruch zwischen Südamerika und Afrika, aus dem der Südatlantik entstand. 

So brach Gondwana (violett gefärbt) auseinander: Zuerst trennte sich Indien von Ostafrika (oben rechts), dann Südamerika und Afrika (unten links). Seither entfernt sich Amerika immer noch von der Alten Welt; der Atlantik wird grösser (unten rechts).  Grafik: Shutterstock

Hier das Auseinanderbrechen Gondwanas in einem animierten Gif.  GIF: www.geos.ed.ac.uk

Beinahe wäre ein «Sahara-Atlantik» entstanden

Geowissenschaftler der Universität Sydney in Australien und des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ haben nun gezeigt, dass dieser Spaltungsprozess zu einer völlig anderen Form der heutigen Kontinente Südamerika und Afrika hätte führen können: «Eine Bruchzone, die sich vor 130 Millionen Jahren von Südafrika bis nach Libyen erstreckte, hätte Afrika entlang einer Nord-Süd Achse in zwei Teile gespalten», sagt der Geoforscher Sascha Brune vom GFZ. 

Damit wäre anstelle der Sahara ein Meer – ein «Sahara-Atlantik» – entstanden. Die immer noch beträchtliche Landmasse von Westafrika wäre zusammen mit Südamerika westwärts gedriftet. 

«Wir konnten jedoch zeigen, dass eine konkurrierende Riftzone entlang des heutigen Äquatorial-Atlantiks in einer dramatischen plattentektonischen Wendung die Spaltung Afrikas und damit die Entstehung eines ‹Sahara-Atlantiks› verhinderte», erklärt Brune weiter. 

Eine Frage des Winkels

Mit anderen Worten: Südamerika und Afrika brachen entlang der heutigen westafrikanischen Küste im Guineabecken auseinander und nicht entlang der von Nigeria bis Libyen im Untergrund des afrikanischen Kontinents verlaufenden Bruchzone. Dieses Westafrikanische Riftsystem brach somit nicht zu einem Ozean auf; es blieb nur ein Sedimentbecken: die Sahara. 

Topographische Karte Nordafrikas mit dem West- und Zentralafrikanischen Riftsystem (rot).  Karte: geo.utep.edu

Christian Heine, Sascha Brune: «Oblique rifting of the Equatorial Atlantic: Why there is no Saharan Atlantic Ocean», GEOLOGY, 01.03.2014, doi: 10.1130/G35082.1

Warum aber trennten sich Afrika und Südamerika nun entlang der west-östlichen Linie beim Guineabecken? Die komplexen numerischen Modelle der Geowissenschaftler liefern einen verblüffend einfachen Grund: Je grösser der Winkel zwischen Bruchzone und Dehnungsrichtung ist, desto mehr Kraft ist nötig, um ein Riftsystem zu trennen. Das nahezu senkrecht zur westlichen Dehnungsrichtung liegende Westafrikanische Rift hätte damit deutlich mehr Kraft benötigt als das äquatorialatlantische System – wo dann der Bruch dann auch tatsächlich stattfand. (dhr)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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