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Wie hoch die einzelnen «Dosen» waren, geht aus dem Datenmaterial nicht hervor. Bild: DPA

Kiffer haben mehr Sex, sagt diese (seriöse) Studie

Durchgeführt wurde sie von Urologen in Kalifornien.

29.10.17, 10:26 29.10.17, 13:19

Häufiges Kiffen scheint Amerikanern den Spass am Sex nicht zu verderben – eher sogar im Gegenteil. Das legt zumindest eine Studie von Urologen der Universität Stanford (Kalifornien) im neuen «Journal of Sexual Medicine» nahe.

Das Team um Andrew Sun verglich Zahlen aus einem grossen US-Gesundheitsüberblick. 50'000 Männer und Frauen zwischen 25 und 45 Jahren hatten darin Angaben zu ihrem Cannabis-Konsum im Vorjahr und der Sex-Häufigkeit gemacht.

Ungeachtet von Alter, Geschlecht, Ethnie oder Lebenssituation zeigte sich: Wer täglich kiffte, hatte um etwa ein Fünftel häufiger Geschlechtsverkehr als Cannabis-Abstinenzler. Frauen hatten demnach in vier Wochen 7,1 statt 6 Mal Sex, Männer 6,9 statt 5,6 Mal.

«Häufiger Marihuana-Konsum scheint die sexuelle Motivation und Leistungsfähigkeit nicht zu schmälern. Wenn überhaupt, dann steht er mit erhöhter Koitus-Frequenz in Zusammenhang»

Michael Eisenberg, Studien-Autor

Moderates Kiffen macht locker

Die Sex-Häufigkeit stieg laut dem Studien-Verfasser ziemlich parallel zum Cannabis-Konsum an – unabhängig davon, ob die Befragten auch andere Drogen wie Alkohol oder Kokain konsumierten oder nicht. Wie hoch die einzelnen Dosen waren, geht aus dem Datenmaterial nicht hervor.

Allerdings stellt die Arbeit auch keinen kausalen Zusammenhang her, sondern nur eine Korrelation. «Die Studie sagt nicht: Wenn du Marihuana rauchst, hast du mehr Sex», betont Eisenberg.

Michael Sommer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Männergesundheit, hält den Zusammenhang dennoch für schlüssig: «Dass man bei moderatem Cannabis-Gebrauch lockerer wird, ist bekannt.»

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Bisher hatten Fachleute und Studien intensives Kiffen eher mit Libido-Verlust in Verbindung gebracht, bei Männern teils auch mit Erektionsschwierigkeiten und verminderter Spermien-Qualität. Andererseits hatten Versuche bei Tieren und Menschen gezeigt, dass Marihuana Hirnregionen stimuliert, die für sexuelle Erregung und Aktivität wichtig sind.

In den USA ist Marihuana in derzeit 29 Bundesstaaten als Medizin oder zum Freizeit-Gebrauch erlaubt. Rund 22 Millionen erwachsene US-Amerikaner konsumieren es regelmässig.

(sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Bronko 29.10.2017 16:49
    Highlight Eine kleine Präzisierung ist in dem Zusammenhang unerlässlich: Kiffen ist nicht gleich Kiffen. In der kalifornischen Studie ist das Rauchen von getrockneten Hanfblüten in purer Form gemeint, während es bei uns zumeist mit mehr o. weniger Tabak vermischt wird. Beim Hasch rauchen wird im klassischen Joint sogar ausschliesslich Tabak als Brennstoff verwendet. Während gewisse Wirkstoffe im Gras die Gefässe also eher etwas erweitern (siehe rote Augen), verengt der Tabak die Gefässe, was sicher auch einen Einfluss haben kann...
    15 1 Melden
  • Jönsi 29.10.2017 16:31
    Highlight Die Hypothese der Studie zeigt eigentlich, dass Frauen im Schnitt ein Mal mehr Sex im Monat haben als Männer, was immer das auch heissen möchte 😉
    34 0 Melden
  • Gummibär 29.10.2017 12:39
    Highlight Endlich eine Studie, die uns weiter bringt!
    16 4 Melden
  • Don Sinner 29.10.2017 12:34
    Highlight Die Bekifften hielten ihren Sex für doppelt so gut und zählten ihn entsprechend - auch wegen der noch stärker verminderten Rechenleistung als die der Trinker, Kokser usw. - obwohl objektive(!) Feldstudien mit z.T. peinlichem Videomaterial schon in den 70er Jahren das Gegenteil beweisen ;-).
    12 26 Melden
  • Datsyuk 29.10.2017 12:09
    Highlight Ein weiterer Grund für die Legalisierung.
    28 8 Melden
  • pun 29.10.2017 11:19
    Highlight Macht Sinn: wenn ich mit dem Kiffen mein Hirn ausschalte kann das Blut anderswo hin.
    18 41 Melden
    • Don Sinner 29.10.2017 13:28
      Highlight richtig
      3 12 Melden
    • Pokus 29.10.2017 13:40
      Highlight „Ich weiss zwar nix, aber ich bin stolz auf meine Vorurteile!“
      25 3 Melden
    • pun 29.10.2017 19:00
      Highlight Das war ein Erfahrungsbericht, ihr blitzenden verpeilten Lappen! 😅
      13 9 Melden
    • Don Sinner 29.10.2017 20:33
      Highlight Don´t worry, pun. Die kiffen zu viel, LOL.
      4 9 Melden
    • pun 30.10.2017 08:36
      Highlight @Sinner: oder zu wenig, so dass sie immernoch dem "Kiffen macht ja soooo kreeeeaaatiiiiv" nachhängen. 🤔😁
      1 4 Melden
  • Iltis 29.10.2017 11:05
    Highlight THC wirkt aphrodisierend, das wusste schon mein Grossvater aus dem Appenzell. An Erektionsschwierigkeiten und verminderter Spermien-Qualität ist der Tabak (der meist mitgeraucht wird) schuld.
    47 3 Melden

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