Wissen
schwarze katze frau porträt

Oft nur ein schwarzer Fleck mit Augen: Schwarze Katzen sind schwierig zu fotografieren. Bild: Shutterstock

Nicht fotogen genug

Warum die «Generation Selfie» schwarze Katzen im Tierheim lässt

04.08.14, 14:54 04.08.14, 19:01

70 Prozent der Katzen in britischen Tierheimen sind schwarz oder schwarz-weiss. Für diese Dominanz gebe es mehrere Gründe, schreibt der «Guardian»: Neben dem alten Aberglauben, dass den Weg kreuzende schwarze Katzen Unglück bringen (siehe Box unten), sei das vor allem die Tatsache, dass die Tiere mit dem schwarzen Fell auf Fotos nicht so gut zur Geltung kommen wie heller gefärbte Exemplare. 

Schwarze Katzen – übrigens gilt dies auch für andere Tierarten – sind schwieriger zu fotografieren, zumal mit Smartphone-Kameras. Lustige Posen sind dann oft gar nicht zu erkennen, da das Tier auf der Aufnahme nur als schwarzer Fleck mit Augen erscheint. Dieser Umstand gerät den schwarzen Katzen zum Nachteil, denn ihre Fotos auf Websites, die den herrenlosen Tieren ein neues Heim verschaffen wollen, werden weniger häufig angeklickt. 

Schwarze Stubentiger bleiben übrig

Bei verwilderten und streunenden Katzen betrage der Anteil der schwarzen oder schwarz-weissen Exemplare schätzungsweise 85 Prozent, sagte ein Experte dem «Guardian». Dieser hohe Wert könne kein Zufall sein. «Schön gefärbte» Katzen und Kätzchen würden eher ein neues Zuhause finden, während die schwarzen übrig blieben. Diese seien überdies auch schwieriger auseinanderzuhalten als individuell gezeichnete Exemplare. 

Die Boulevardzeitung «Daily Mail», die Ende Juli denselben Sachverhalt rapportierte, zitierte einen Tierheim-Betreiber mit den Worten: «Die Leute mögen im Moment kein Schwarz.» Manche Interessenten würden sich die schwarzen Katzen angucken und dann sagen: «Oh, haben Sie nichts anderes?» 

Die «Daily Mail» geht sogar so weit zu behaupten, hunderte von schwarzen Katzen würden von ihren Besitzern verlassen, weil sie auf Selfies einfach nicht so gut aussähen. Bei Tierfreunden mit solchen Präferenzen wären die Stubentiger vermutlich ohnehin am falschen Ort – ein schwacher Trost. (dhr) 

Die schwarze Katze im Aberglauben

Im Mittelalter wurde die schwarze Katze als dämonisches, unglückbringendes Wesen stigmatisiert und galt als Begleiterin von Hexen und Schülerin des Teufels. Schwarze Katzen wurden oft zusammen mit Hexen auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Heute noch gibt es Leute, die glauben, dass es Unglück bringt, wenn eine schwarze Katze den Weg kreuzt (streng genommen nur dann, wenn sie von links kommt oder sich hinsetzt). In diesem Fall muss man umkehren oder warten, bis eine andere, ahnungslose Person an einem vorbeikommt und so das Unglück auf sich zieht.

(dhr)

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
3
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • sambeat 09.08.2014 02:00
    Highlight Seufz! Die Oberflächlichkeit der (meist) jungen Menschen nimmt wahrlich recht bizarre Züge an! Wie kommt man dazu, sich über sowas Gedanken zu machen bei der Anschaffung eines lebenden Wesens? Die Tiere verkommen zum "Mittel zum Zweck"? Also ich für meinen Teil komme damit nicht ganz klar... Und ich bin nicht mal ein grosser Katzenliebhaber ;)
    8 0 Melden
  • Likos 05.08.2014 03:31
    Highlight Zweifelsfrei sind schwarze Katzen ein blinder Fleck für fast jede Kamera. Ohne Systemkamera und Aufsteckblitz muss man gar nicht erst versuchen eine schwarze Katze in einem Innenraum zu fotografieren.
    Meinen schwarzen Kater habe ich aber schlussendlich nicht zum fotografieren angeschafft :).
    14 0 Melden
  • Hugo Wottaupott 04.08.2014 15:47
    Highlight Zum Glück bin ich beliebt als orangerotgrauer!
    0 3 Melden

Verschwörungstheorie? «Jeder mit einer anderen Analyse wird mit Spinnern, Pädophilen und Antisemiten in eine Ecke gestellt»

Ein neuer Dokumentarfilm (siehe Video unten) beleuchtet am Beispiel des umstrittenen Schweizer Historikers Daniele Ganser, welch erbitterte Auseinandersetzungen bei Wikipedia-Artikeln zu kontroversen Themen oder Personen im Hintergrund ablaufen. Gansers Spezialgebiet ist verdeckte Kriegsführung und er erforscht in diesem Zusammenhang auch Verschwörungstheorien zu den Terroranschlägen des 11. Septembers 2001. Seine Versuche, den Wikipedia-Artikel zu seiner eigenen Person abzuändern, …

Artikel lesen