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Egal, wie gut oder schlecht das Wetter ist: Das Hundchen braucht Bewegung. Bild: shutterstock

Die besten Fitness-Trainer überhaupt: Warum auch du dir einen Hund zulegen solltest

Wenn der Hund muss, muss auch der Mensch vor die Tür. Und weil die Vierbeiner zudem Auslauf brauchen, geht's dann auf grosse Tour. Wie sehr Hunde Herrchen und Frauchen in Bewegung halten, zeigt eine aktuelle Studie.

05.09.17, 06:24

Ein Artikel von

Egal ob die Sonne scheint, es regnet oder schneit, ob's früh ist oder spät: Sie gehen auf die Strasse. Wer einen Hund hat, flaniert nicht bloss bei bestem Wohlfühlwetter durch den Park, sondern spaziert tagtäglich mit dem Vierbeiner.

Es liegt also nahe, dass Hunde ihre Besitzer zu mehr Bewegung im Alltag animieren. Wie stark dieser Effekt ist, haben Forscher der University of East Anglia nun ermittelt. Eines ihrer Ergebnisse, die sie im «Journal of Epidemiology & Community Health» präsentieren: Selbst bei schlechtestem Wetter waren die Hundebesitzer im Schnitt aktiver als die Nicht-Hundebesitzer an den schönsten Tagen.

30 Minuten mehr Bewegung – jeden Tag

Das Team um Yu-Tzu Wu griff auf Daten einer grösseren europäischen Langzeitstudie zurück, der sogenannten EPIC-Studie – wobei sie nur die Informationen jener Teilnehmer auswerteten, die in der britischen Grafschaft Norfolk lebten und im Rahmen der Studie sieben Tage lang einen Schrittzähler getragen hatten.

Das waren insgesamt gut 3100 Studienteilnehmer, die im Schnitt 69 Jahre alt waren. Knapp ein Fünftel hatte einen Hund, etwa zwei Drittel von ihnen gaben an, mindestens einmal täglich mit dem Tier Gassi zu gehen.

Anhand der Schrittmesser-Daten und der Wetterberichte der jeweiligen Tage berechneten die Forscher, wie aktiv die Teilnehmer bei gutem und schlechtem Wetter waren. Durchschnittlich bewegten sich die Hundebesitzer täglich 30 Minuten mehr als die hundelosen Teilnehmer der Studie.

«Wir waren erstaunt, dass die Menschen, die mit Hunden spazieren gegangen sind, an den dunkelsten und verregnetsten Tagen im Durchschnitt länger körperlich aktiv waren und weniger Zeit mit Herumsitzen verbrachten als die Menschen ohne Hunde an den wärmsten und sonnigsten Tagen», sagt Projektleiter Andy Jones.

Für zwischendurch: Wenn Menschen wie Hunde wären

2m 19s

World of watson - Wenn Hunde Menschen wären

Video: watson/Knackeboul, Madeleine Sigrist, Lya Saxer

Wer mit einem Hund unterwegs ist, geht auf die Bedürfnisse des Tieres nach Auslauf ein – dies sei möglicherweise eine stärkere Motivation, als nur für die eigene Fitness in Bewegung zu bleiben, glauben die Forscher.

Allerdings schliessen die Wissenschaftler aus diesen Ergebnissen nicht, dass sich alle älteren Menschen einen Hund zulegen sollten, weil sich nicht jeder um ein Tier kümmern könne.

Für den Hund zusammenreissen

Schon jetzt gibt es Programme, in denen Senioren zweimal in der Woche mit einem Hund aus dem Tierheim spazieren gehen, sagt die Psychologin Andrea Beetz aus Erlangen. Sie gehört zu den wenigen deutschen Wissenschaftlern, die über die gesundheitlichen Effekte von Heimtieren geforscht haben.

«Es ist tatsächlich so, dass die Fitnesswerte dann besser werden und die Leute auch weniger oft schwänzen», sagt Beetz. «Wenn sich die Senioren mit Menschen treffen, sagen sie öfter mal ab. Aber für den Hund reissen sie sich eher zusammen.»

Der Kontakt mit einem Vierbeiner könne nicht nur das körperliche Wohlbefinden steigern, betont sie. Auch werde die Einsamkeit jener alten Menschen verringert, die allein leben und wenig Sozialkontakte haben. Denn sie seien mit einem Betreuer oder in einer Gruppe unterwegs. Da werde auch geredet – und sei es nur über die Eigenarten der jeweiligen Hunde, sagt Beetz, die seit Jahren tiergestützte Intervention erforscht – also den Einsatz von Tieren bei therapeutischer Behandlung.

Hunde seien besonders geeignet: «Der Hund ist das Tier, das am besten durch Domestikation auf uns Menschen eingestellt ist.» (wbr/dpa)

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Bijouxly 05.09.2017 09:42
    Highlight Man sollte sich definitiv keinen Hund zulegen, nur weil man keine Motivation hat, nach draussen zu gehen... Ziemlich unpassender Titel.
    23 2 Melden
  • The Origin Gra 05.09.2017 09:11
    Highlight Ich hätte gerne einen Hund aber ich arbeite 100%, brauche 20min nach Hause und könnte ihn nicht ins Büro mitnehmen, also kein Mittags-Lauf.

    Kurz, obwohl ich zu gerne möchte, es geht nicht 😭
    21 0 Melden
  • bilbo 05.09.2017 08:11
    Highlight Hier wird m. E. zu wenig betont, dass Hunde eben KEINE FITNESSGERÄTE sind. Ein Hund will gefordert werden, nicht nur körperlich, auch mental. Zudem darf nicht vergessen werden, dass Hunde immer noch die Instinkte des Raubtiers in sich tragen. Das bedeutet, dass verantwortungsvolle HalterInnen den Hund konsequent erziehen (nein, mit 4 SKN-Lektionen ist es nicht getan). Das braucht Zeit und Nerven, zahlt sich aber aus. Ein kleiner Hund ist wie ein kleines Kind. Viele unterschätzen das alles, das Resultat sind dann die unberechenbaren Kampfmaschinen, die dann wieder mal für Schlagzeilen sorgen.
    23 4 Melden
  • elivi 05.09.2017 08:06
    Highlight Oder man spielt pokemon go ... Das kann man in die ferien mitnehmen XD
    20 1 Melden
    • Einstürzende_Altbauten * 05.09.2017 08:15
      Highlight https://media.giphy.com/media/3oEjHMNF5Ohsv6yNOM/giphy.gif
      1 0 Melden
    • Einstürzende_Altbauten * 05.09.2017 09:56
      Highlight grmpf .... was mach ich falsch beim posten des GIF's, dass es nicht zu sehen ist? wysiwyg? sniff.
      Hab Hinweise gesucht, nichts gefunden (gibts ne FAQ - Seite von Watson ;-)?
      2 0 Melden
  • DonDude 05.09.2017 08:00
    Highlight 30min/Tag ist bischen Wenig für einen Hund. Da sollte man sich schon überlegen ob da ein Hund das Richtige ist. Hunde brauchen mehr Bewegung als nur 30min Auslauf!
    20 4 Melden
  • Jein 05.09.2017 07:39
    Highlight Ein Drittel der Hundebesitzer geht also nicht mindestens einmal täglich mit ihnen nach draussen. Auch wenn darunter hoffentlich Leute mit grossen Gärten oder Bauern sind, sind der Grossteil dieser Hunde bemitleidenswert.
    7 2 Melden

Verhalten Sie sich ruhig und klicken Sie JETZT auf den Picdump

Danke für Ihre Kooperation. Es wird nun wie folgt weiter gehen:

*Nein, er heisst leider nicht wirklich so. Wieso ich ihn trotzdem so genannt habe? You must be new here.

PS: Tschüss! Bis zum nächsten Mal!

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