Wissen

Auch das noch! Depressionen erhöhen anscheinend das Krebstod-Risiko

26.01.17, 12:15

Depressionen und Ängste erhöhen laut einer Studie womöglich die Gefahr, an bestimmten Krebsarten zu sterben. Untersuchungen in England und Wales hätten gezeigt, dass eine Erkrankung an Blut-, Darm-, Bauchspeicheldrüsen- oder Prostatakrebs bei Menschen mit psychologischen Problemen häufiger tödlich verläuft.

Psychiatrie-Patient in Indonesien. Bild: EPA

Für ihre Studie werteten die Mediziner des University College London rund 160'000 Krankenakten aus und veröffentlichten ihre Ergebnisse im «British Medical Journal». Die Wissenschaftler betonten aber, diese statistische Beobachtung bedeute nicht automatisch, dass ein Kausalzusammenhang zwischen Gemütslage und Krebstod bestehe.

Deutlich höheres Risiko

Das Ergebnis der Untersuchung passe aber zu Erkenntnissen, wonach sich die psychische und körperliche Gesundheit gegenseitig beeinflussen. Frühere Studien zeigten etwa, dass chronische Depressionen und Angststörungen das Risiko für Herzerkrankungen und Schlaganfälle erhöhen.

Depressiv – die traurigsten Orte der Welt

Die Studie stützt sich auf die Auswertung von 16 Langzeitstudien, für die gut 163'000 Menschen im Schnitt fast ein Jahrzehnt lang beobachtet wurden. Mehr als 4300 Studienteilnehmer starben in diesem Zeitraum an Krebs.

Die Londoner Forscher fanden heraus, dass Menschen, die sich selbst als depressiv oder ängstlich beschrieben, deutlich häufiger an bestimmten Krebsarten starben. Beim Blutkrebs lag das Risiko für diese Personengruppe fast viermal höher als bei anderen Studienteilnehmern, beim Bauchspeicheldrüsen- und Prostatakrebs war es doppelt so hoch.

Es sei aber nicht auszuschliessen, dass das Verhältnis von Ursache und Wirkung genau umgekehrt sei, schrieben die Forscher. Depressive Verstimmungen könnten demnach auch einen Folge einer noch nicht diagnostizierten Krebserkrankung sein. Daher seien weitere Untersuchungen nötig, um die These der Studie zu bestätigen.

(sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • http://bit.ly/2mQDTjX 26.01.2017 12:39
    Highlight Mein Kommentar zu solchen völlig unreflektierten Studien findet sich da: http://www.watson.ch/!549966932#comment_660848

    Immerhin steht da: "Es sei aber nicht auszuschliessen, dass das Verhältnis von Ursache und Wirkung genau umgekehrt sei."

    Damit würde die Studie eigentlich völlig wertlos. Sie wäre keiner Story würdig! Was nun?

    "Depressive Verstimmungen könnten demnach auch einen Folge einer noch nicht diagnostizierten Krebserkrankung sein."

    Oha! Das ist nun allerdings sehr starker (und unwissenschaftlicher) Tubak!

    Depressive Menschen können auch ein Symptom kranker Gesellschaften sein!
    6 2 Melden
    • Alnothur 27.01.2017 03:38
      Highlight "Oha! Das ist nun allerdings sehr starker (und unwissenschaftlicher) Tubak!"

      Falsch. Depressionen können ihre Ursache tatsächlich in oft undiagnostizierten Krankheiten haben.

      Und "völlig wertlos" wäre sie in diesem Fall trotzdem nicht - so wurde immerhin gezeigt, dass es auf eine Art eine Verbindung dazwischen gibt, jetzt muss noch herausgefunden werden, welcher Art diese ist.
      1 0 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 27.01.2017 09:44
      Highlight Alnothur: Es gibt viele solche "auf eine Art eine Verbindungen". Korrelation nennt es sich in der Statistik. Das sagt aber nichts.

      Wusstest du,

      dass Filme von Nicolas Cage "auf eine Art eine Verbindung" haben zur Anzahl in Pool Ertrunkenen?

      dass der Pro-Kopf-Käse-Verbrauch "auf eine Art Verbindung" hat zur Menge der Leute, die sterben, weil sie sich mit ihren Bettlaken verheddern?

      dass der Pro-Kopf-Verbrauch von Margarine "eine Art Verbindung" zur Scheidungsrate hat?

      Mehr solchen pseudo-wissenschaftlichen Unsinn:
      http://www.tylervigen.com/spurious-correlations
      0 1 Melden

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