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Mythos oder Wahrheit: Machen Süssgetränke wirklich dick?

Limonaden und Säfte machen nicht satt, sind schnell nebenbei getrunken - und liefern schon mit dem zweiten Glas mehr Zucker, als täglich empfohlen wird. Aber: Machen sie wirklich dick?

Nina Weber



ARCHIV - ZUR INTERNATIONALEN STUDIE ZUR GEWICHTSZUNAHME DER WELTBEVOELKERUNG STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG. - Angel Alonzo, 28, showers off after a dip in the Caribbean at the Freedom Paradise resort south of Cancun, Mexico Friday, June 6, 2003. The resort bills itself as the first 'size friendly' beach spot built to accomodate overweight people.(KEYSTONE/AP Photo/Jaime Puebla)

Zu dick - liegts an den Softdrinks? Bild: AP

Ein Artikel von

Spiegel Online

Fast ein Drittel der Menschheit ist übergewichtig. Sogar bei den Kindern wiegt schon etwa jedes vierte zu viel. Wie lässt sich Übergewicht abbauen oder, noch besser, gleich vermeiden?

Dazu kursieren etliche, oft widersprüchliche Diät-Vorschläge. So plädieren manche Ernährungsforscher dafür, dass es völlig egal sei, was man esse. Solange die Energiebilanz stimme, wären demnach Pommes und Cola eine genauso gute Wahl wie Rohkost und Mineralwasser.

Andere Experten weisen jedoch darauf hin, dass manche Lebensmittel oder Nahrungsbestandteile eher dazu beitragen, dass Menschen dick werden. Sie raten zum Beispiel, stark gezuckerte Getränke - Cola, andere Limonaden, Energydrinks und gesüsste Fruchtsäften - selten oder überhaupt nicht zu trinken.

Ein internationales Forscherteam hat sich alle Studien angeschaut, die zwischen 2013 und 2015 über einen möglichen Zusammenhang von gezuckerten Getränken und Gewicht veröffentlicht wurden. Ältere Studien wurden 2013 in Übersichtsarbeiten zusammengefasst (hier und hier). Das Team um Maria Luger von der Medizinischen Universität Wien bestätigt grundsätzlich die früheren Analysen. Süsse Limonaden tragen sehr wahrscheinlich zu Übergewicht bei, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt «Obesity Facts».

Die Frage, der sie sich gewidmet haben, hat bereits die Politik beschäftigt. Einige Länder, darunter Grossbritannien und Mexiko haben bereits Zusatzsteuern auf Getränke eingeführt, denen bestimmte Zuckermengen zugesetzt werden.

Die Schweiz wird immer dicker

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Video: srf

Über diese Steuern wurde gestritten, ebenso wie über Lebensmittelampeln und ähnliche Konzepte, die Menschen eine gesündere Ernährung nahelegen sollen. Denn bei vielen Fragen rund um Übergewicht und Ernährung existieren zahlreiche Studien - und teilweise widersprüchliche Ergebnisse.

Die Finanzierung beeinflusst das Ergebnis

Deutlich ist dabei allerdings ein Trend: Von der Lebensmittelindustrie finanzierte Arbeiten zeigen eher keinen Zusammenhang zwischen Essen und Gewicht. Stammt das Geld dagegen von staatlichen Stellen oder Industrie-unabhängigen Stiftungen, zeigt sich häufiger eine Verbindung zum Beispiel zwischen Zuckerkonsum und Übergewicht.

Luger und ihren Kollegen werteten für die aktuelle Übersichtsarbeit nur Studien aus, die nicht von der Lebensmittelindustrie finanziert wurden. Insgesamt erfüllten 30 die nötigen Kriterien, um in die Analyse einzugehen.

Wer hat's bezahlt?

Die Übersichtsarbeit von Luger und Kollegen wurde von einer Gruppe der European Association for the Study of Obesity finanziert.

In 26 Studien wurden Menschen lediglich beobachtet. Diese hatten insgesamt rund 242'000 Teilnehmer. Aus solchen Beobachtungsstudien allein lassen sich keine eindeutigen Schlüsse über Ursache und Wirkung ziehen.

Dazu kommen um vier Studien, in denen Probanden durch eine Ernährungsberatung und weitere Massnahmen gezielt aufgefordert wurden, weniger gesüsste Getränke zu konsumieren. Ihre Gewichtsentwicklung wurde mit der von passenden Kontrollgruppen verglichen. An drei dieser Studien nahmen insgesamt 2059 Kinder teil, die vierte Studie untersuchte 240 Erwachsene. Nur in zwei Studien zeigte sich kein Zusammenhang zwischen Gewichtszunahme und Übergewicht mit dem Limo-Konsum. In den anderen 24 war dies dagegen messbar.

Die Gesundheitspolitik sollte darauf zielen, den Konsum zuckerhaltiger Getränke zu senken und gesündere Alternativen wie Wasser fördern, schreiben die Forscher. Fruchtsäfte, die per se zuckerhaltig sind und denen oft noch Zucker zugesetzt wird, gelten dagegen nicht als sinnvolle Alternative.

Was die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt

Wenig Zucker zu konsumieren, empfiehlt auch die Weltgesundheitsorganisation: höchstens 25 Gramm Zucker sollten es pro Tag sein. Zucker, der von Natur aus in Obst und Milch steckt, wird dabei nicht mitgezählt, es geht also nicht darum, auf Weintrauben oder Äpfel zu verzichten. Gemeint ist dagegen Zucker, der Speisen und Getränken zugesetzt wird sowie Zucker, der natürlicherweise in Honig, Sirup, Fruchtsäften und Fruchtsaftkonzentraten enthalten ist. 25 Gramm Zucker sind zum Beispiel mit gut einem Glas Cola (250 ml) oder einer Dose Energydrink derselben Grösse erreicht.

Eine Abkehr von den süssen Getränken ist dementsprechend sinnvoll, wenn man abnehmen oder Übergewicht vermeiden will. Auch wenn es noch viele weitere Faktoren gibt, die höchstwahrscheinlich Übergewicht begünstigen - neben dem Essen und Bewegungsmangel sind das unter anderem Schlafmangel, Stress, bestimmte Chemikalien und Unterschiede bei den Darmbakterien.

19 Fastfood-Gerichte, die zum Davonlaufen sind (bloss kannst du nicht davonlaufen, weil du ZU DICK BIST)

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    Alle Leser-Kommentare
  • road¦runner 14.01.2018 10:38
    Highlight Highlight Je nach Situation. Bei ner Tüte Chips vor dem Fernseher setzt so was sicher an. Aber wenn ich es beim Mountainbiken als "boost" brauche für die letzten Kilometer nicht. Das sind schnell verfügbare KHs, auf welche der Körper als erstes zurück greift, und da ich weder E-Bike noch Kaffefahrt mache sind die Kalorien vom Cola i.d.R. verbraucht bei Ankunft.
    Daher erachte ich es falsch, wenn der Staat alle Zuckerhaltigen Lebensmittel als Dickmacher einstuft um ne Zuckersteuer zu erheben.
  • Fischra 14.01.2018 08:33
    Highlight Highlight Jeder Mensch hat einen täglichen Energiegrundbedarf. Dieser setzt sich aus seinem Gewicht und Muskelaufbau fest. Ebenfalls ist die Tätigkeit ein sehr wichtiger Faktor zur festlegung des Grundbedarfs an Kalorien. Diesen Energiebedarf sollte man aufteilen in 25% Protein, 25% Kohlehydrate und der 50% Gemüse. Zucker ist sicher der falsche Energielieferant. Aber wenn man betrachtet wie der Zucker in all die tollen fertigprodukte eingebracht wird, so freue ich mich immer auf das Kochen zuhause und dies mit Gesunden Lebensmitteln und nicht mit Fertigprodukten.
  • ujay 13.01.2018 07:23
    Highlight Highlight Mache mir keine Gedanken und Esse und trinke, was mir passt. Pensioniert, Idealer Bodymassindex, mässig Sport, etwas Alkohol, ab und zu eine Zigi. Cholesterin, Zucker, Blutdruck normal.
  • Pitsch Matter 12.01.2018 20:17
    Highlight Highlight Es gibt einen täglichen Kalorienverbrauch und eine tägliche Kalorienzufuhr. Wenn der erste Wert höher ist als der zweite nimmt man zu und umgekehrt ab. Das ist die Basis, die man studieren sollte, wenn man das Gewicht verändern möchte.
    • hendrick 12.01.2018 23:52
      Highlight Highlight nein, wenn der verbrauch grösser ist als die zufuhr, würde man doch abnehmen. aber hey, ich glaube ich weiss was du meinst, und stimme zu.
    • ujay 13.01.2018 03:38
      Highlight Highlight Umgekehrt🤔
  • paterpenn 12.01.2018 17:12
    Highlight Highlight Das äussert sich doch bei jedem Körper anders. Die einen reagieren so und die anderen halt nicht.
    • retrogott 12.01.2018 20:05
      Highlight Highlight Da hast du allerdings recht! ..egal wieviel geblitzt wird ;)
  • Alterssturheit 12.01.2018 16:12
    Highlight Highlight Donald würde sagen: Fake News der Lügenpresse !
  • Pbel 12.01.2018 15:53
    Highlight Highlight Danke. So sollten Studien vorgestellt werden auch wenn der Text dann halt länger wird.
  • blabediblu 12.01.2018 15:25
    Highlight Highlight Gibt es also wirklich Menschen die nicht an die Korrelation zwischen extrem zuckerhaltigen Süssgetränken und Gewichtszunahme glauben?


    Nun ja, ehrlich gesagt, in den Staaten würde mich das nicht weiter verwundern. Dort werden wissenschaftlich bewiesene Gegebenheiten ja bekanntlich gerne ignoriert.

    So nehme ich mal an, die Skepsis gegenüber diesem Zusammenhang wurzelt in jenen Gefielden, wo man gut und gerne auch mal 2 Liter Cola braucht um den Burger runterzuspühlen.
    • DerTaran 12.01.2018 21:03
      Highlight Highlight Zuckerhaltige Getränke haben einfach eine hohe Kaloriendichte, aber das hat Brot und Pasta auch.
    • Dan Ka 13.01.2018 09:01
      Highlight Highlight In den Staaten werden Studien von Firmen bezahlt. Dann steht da meist: Amerikanische Wissenschafter haben herausgefunden, dass Koffein in Cola den Apettit hemmt. Cola macht schlank!
  • aglio e olio 12.01.2018 14:59
    Highlight Highlight Vermutlich werden wir die Süssigkeitenindustrie eines Tages wie die Tabakindustrie betrachten.
    Kurz und salopp ausgedrückt:
    Verlogene Drogendealer.
    Auch interessant ist, dass die WHO die tägliche Zuckermenge mit 25g angibt, die tägliche Referenzmenge bei den Nährwertangaben von "Kinder" Produkten jedoch mit 100g angegeben wird.
    Ich möchte ja Ferrero glauben, aber da gibts diese kleine leise Stimme - Vernunft genannt...
  • Guzmaniac 12.01.2018 14:51
    Highlight Highlight Finde es noch witzig, dass Light oder Zero Getränke meist durch etwas rundlichere Personen konsumiert werden. Dann aber dafür fast schon literweise. :-/ okeeey
    • who cares? 12.01.2018 15:53
      Highlight Highlight Wenn ich Softdrinks trinke, dann nur die light und zero Versionen, habe aber einen BMI von 19 :/
  • Bene883 12.01.2018 14:32
    Highlight Highlight Eine Studie, welche bishereige Studien auswertet... Oder wie man die anderen Arbeiten lässt und abkassiert.
    • who cares? 12.01.2018 15:56
      Highlight Highlight Der kleinste Teil der wissenschaftlichen Arbeit ist Grundlagenforschung. Und gewisse Sachverhalte benötigen Neuinterpretationen, da je nachdem die exogenen Annahmen nicht mehr gültig sind. Studien verkünden keine absolute Wahrheiten und darum werden sie auch diskutiert
    • Pbel 12.01.2018 16:02
      Highlight Highlight Nein. Das ganze nennt sich Metastudie und prüft ob sich der Sachverhalt zB weltweit belegen lässt oder regionale Einflüsse wichtig sind und ob eine Studie zB durch die Auftraggeber beeinflusst war. Metastudien sind ein Haufen Arbeit weil man alle anderen Studien auswerten und klassifizieren muss. Es ist das Gegenstück zu Fake-News: breit abgestützte objektive Aussagen.
  • arpa 12.01.2018 14:26
    Highlight Highlight Süssgetränke machen nicht dick, nein, niemals! Hahahahahaha..
    • Nick Name 12.01.2018 20:55
      Highlight Highlight Spiele halt wieder mal Spassbremse und Blitzesammler: Tatsächlich machen Süssgetränke nicht dick.
      Das macht der übermässige Konsum. Und zwar nicht nur von Süssgetränken.
      :-)
  • ThomasHiller 12.01.2018 14:19
    Highlight Highlight Wie immer gilt "common sense", einfach mit dem gesunden Menschenverstand handeln.
    Wenn ich mir jeden Tag einen Liter Coke reinziehe, kann das auf Dauer nicht gesund sein. Ebenso wenig wie jeden Tag Schweinebraten, 'ne Flasche Wein oder immer nur Gemüse zu essen. Die Mischung machts, und da hilft vielleicht einfach sich zu ernähren, wie es unsere Großeltern gemacht oder uns zumindest immer erzählt haben: Abwechslungsreich!
    • Sarkasmusdetektor 12.01.2018 17:13
      Highlight Highlight Ich weiss ja nicht was du für Grosseltern hättest, aber früher wurde alles andere als gesund gegessen. Sobald man es sich leisten konnte, wurde jedes noch so fette Stück Fleisch konsequent in noch fetterer Sosse ertränkt und das Gemüse in Bechamel und mit Käse gratiniert. Die Leute haben sich mehr bewegt, aber sicher nicht gesünder gegessen.
    • hoorli 12.01.2018 18:04
      Highlight Highlight Verändert sich der common sense nicht im Laufe der Zeit?
    • ThomasHiller 14.01.2018 20:44
      Highlight Highlight @hoorli: Klar tut er das. Idealer Weise verbessert er sich dabei, scheint nur bei vielen nicht zu klappen ....
  • meine senf 12.01.2018 14:13
    Highlight Highlight Für jeden der gerne isst, sollte es doch klar sein:

    Auswahl, die zur gleichen Kalorienzahl führt:
    - weniger Essen und ein Süssgetränk dazu trinken
    - mehr Essen und Wasser dazu trinken

    Esse zu gern, um die wertvolle Aufnahmekapazität für Süssgetränke zu verschwenden.
    • paterpenn 12.01.2018 17:08
      Highlight Highlight Word!

Du achtest auf Kalorien? Schön. Möchtest du nun Avocado oder Nutella?

Vor Kurzem erzeugte dieser Instagram-Post einiges an Aufruhr:

Ha.

Prompt folgten Reaktionen wie ...

... oder:

Es war erstaunlich, wieviele Gesundesser sich hier offenbar getriggered fühlten. Avocado soll schlecht sein?

Der Grund, weshalb viele Diät- und Fitness-Gurus genervt waren, liegt auf der Hand: 

Nun, Graeme Tomlinson aka The Fitness Chef (ha!) gehört selbst zur Diät/Fitness-Industrie, doch er plädiert für mehr Common Sense und für weniger Hype. So ging es im Avocado-Post nicht darum, …

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