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Heilsame Höhlenluft

Was tun, wenn man unter Asthma leidet? Man steigt hinab in eine Höhle und treibt dort Sport

Wenn Asthma, Heuschnupfen oder Bronchitis das Atmen erschweren, kann es zur Behandlung hunderte Meter unter die Erde gehen: In Stollen und Höhlen sollen Betroffene dank der Speläotherapie wieder tief durchatmen.

03.03.15, 10:04 04.03.15, 09:43


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Wo früher Arbeiter Kalisalz förderten, spielen, lesen oder entspannen heute Kinder und Jugendliche. Sie sind aus gesundheitlichen Gründen im stillgelegten Teil einer Kalimine im weissrussischen Soligorsk. Die jungen Patienten leiden unter Erkrankungen der Atemwege. Die Aufenthalte im Bergwerk sollen zu ihrer Genesung beitragen.

Speläotherapie, also Höhlentherapie, nennt sich die Methode. Sie hat insbesondere in Osteuropa Tradition: Die Bilder in der Diashow oben zeigen Patienten im weissrussischen Bergwerk Soligorsk. Auch in Deutschland gibt es mehrere sogenannte Heilstollen.

Die Luft unterm Berg ist weitestgehend frei von Pollen, Feinstaub und Keimen. Die Temperatur im Soligorsk-Stollen liegt konstant bei 16 Grad Celsius – in anderen Minen kann sie höher oder niedriger sein. Auch die Luftfeuchtigkeit verbleibt in den Höhlen immer auf gleichem Niveau. Diese Bedingungen sollen gegen eine Reihe von Atemwegsleiden helfen. Der Deutsche Heilstollen-Verband nennt Asthma, chronische Bronchitis, Heuschnupfen, Pseudokrupp, Keuchhusten und Entzündungen der Nasennebenhöhlen.

Wie lange sich die Patienten für die Behandlung unter Tage aufhalten, hängt von der Art des Stollens ab. In den kühleren und den sehr warmen Gängen bleiben die Betroffenen im Rahmen einer mehrwöchigen Therapie meist nur eine Stunde täglich. In jenen mit mittlerer Temperatur halten sich die Erkrankten dagegen viele Stunden, manchmal auch Tage am Stück auf – so wie in Soligorsk.

Die wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit der Höhlentherapie sind allerdings begrenzt. Eine Übersichtsarbeit der Cochrane Collaboration kommt zum Schluss, dass auf Basis der bisherigen Studien nicht festgestellt werden kann, ob die Methode für Asthma-Patienten hilfreich ist oder nicht.

Eine an der Universität Ulm durchgeführte Doktorarbeit beschreibt eine Studie mit rund 120 an Asthma erkrankten Kindern. Dort zeigte die Methode kurzfristig positive Effekte – eine längere Nachbeobachtung der jungen Patienten gab es nicht. Finanziert wurde die Untersuchung grösstenteils vom Heilstollen-Verband, zu dessen Zielen es gehört, dass die Speläotherapie von den Krankenkassen erstattet wird. Dies ist in Deutschland inzwischen in einigen Fällen möglich. (wbr)

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