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Ob das gut ist für das Wohl des Kindes? bild: shutterstock

Alkohol in der Schwangerschaft – liegt ein Glas drin?

Ein Gläschen kann man doch trinken, denken noch immer viele Schwangere – und schaden damit dem Ungeborenen massiv. Mediziner warnen vor psychischen Folgeschäden für Kinder.

08.12.16, 07:59 08.12.16, 08:22


Ein Artikel von

Gelegentlich mal ein Glas Sekt, ab und an mal ein Bier – laut einer Umfrage in Deutschland halten 18 Prozent ein bisschen Alkohol in der Schwangerschaft für vertretbar.

Doch viele Kinder, die im Mutterleib während der Schwangerschaft Alkohol ausgesetzt waren, werden später verhaltensauffällig. Sie geraten häufiger in Gefahr, weil sie Konsequenzen für sich und andere nur schwer einschätzen können, warnt der Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland (BKJPP).

The drinking and pregnancy warning notice is posted behind the bar at the Mad Dog & Beans Mexican Cantina, in New York's Financial District, Friday, May 6, 2016. Pregnant women can't be barred from New York City bars or refused alcoholic drinks just because they're expecting, under new official guidance on a city rights law. Human Rights Commission officials say they're not saying that expectant mothers should drink, but that such health decisions are up to the woman, not a bartender. (AP Photo/Richard Drew)

Ein Warnschild in einer Bar in New York, welches auf die Gefahren von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft hinweist.  Bild: Richard Drew/AP/KEYSTONE

Sogenannte Fetale Alkohol-Spektrum-Störungen sind den Psychiatern zufolge der häufigste Grund für angeborene Behinderungen in Deutschland. Jedes Jahr werden rund 10'000 Kinder mit einer solchen Störung geboren, 2000 von ihnen leiden unter der schwersten Form, dem Fetalen Alkoholsyndrom.

Eins von 100 Kindern betroffen

10'000 Fälle pro Jahr – das sind mehr als ein Prozent der in Deutschland geborenen Babys. Zum Vergleich: Das Downsyndrom, die häufigste Chromosomenstörung bei Neugeborenen, betrifft einen unter 1000 Säuglingen.

Ob ein Ungeborenes geschädigt wird oder nicht, hängt nicht nur von der getrunkenen Alkoholmenge ab, sondern auch von der individuellen Alkoholtoleranz von Mutter und Kind. Deswegen kann schon ein Glas Sekt oder Bier in der Schwangerschaft das Kind beeinträchtigen.

Bei manchen Kindern ist die Fehlbildung sichtbar – sie haben etwa kleinere Augen oder eine schmale Oberlippe. Bei anderen ist das Gehirn betroffen.

Dem BKJPP zufolge sind diese Kinder zum Beispiel permanent unruhig, nervös oder schreckhaft. Häufig fehlt ihnen das natürliche Misstrauen, das Menschen vor Gefahren schützt. Dadurch sind sie beeinflussbarer und geraten leichter in ungünstige Situationen, warnen die Psychiater. Ist das Kind nicht sichtbar fehlgebildet, bleibt die Fetale Alkohol-Spektrum-Störung häufig unbemerkt.

Laut BKJPP kann eine Verhaltenstherapie den Kindern helfen, mit ihren Stimmungsschwankungen oder impulsivem Verhalten umzugehen – und sich selbst davor zu schützen, ausgenutzt zu werden. Zusätzlich kann eine Bewegungs- und Sprachtherapie sinnvoll sein. (gin/wbr/dpa)

Umfrage

Alkohol während der Schwangerschaft, liegt das drin?

  • Abstimmen

1,120 Votes zu: Alkohol während der Schwangerschaft, liegt das drin?

  • 63%Nein, ich finde in der Schwangerschaft sollte man ganz darauf verzichten.
  • 18%Solange man es nicht übertreibt, sollte ein Glas schon mal drinliegen.
  • 19%Ich möchte nur die Antworten sehen.

Übrigens: Das erwartet dich während der Schwangerschaft

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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38
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38Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • LeserNrX 14.12.2016 22:34
    Highlight Ja, und jahrelang wurde verbreitet, dass Alkohol Hirnzellen abtötet. Ich denke überneurotische Eltern schaden der Psyche eines (geborenen) Kindes mehr, als ein paar Gläser Bier während der Schwangerschaft. Oder ein Partner der penibelst darauf achtet, was seine Partnerin während der Schwangerschaft zu tun und zu unterlassen hat.
    2 0 Melden
  • grobsun 08.12.2016 19:01
    Highlight Immer mal wieder: Die Dosis macht das Gift.
    Das Problem ist halt das diese nicht fassbar ist, daher ist die Entscheidung auf Alkohol komplett zu verzichten sicher nicht falsch. Allerdings würde ich jetzt auch nicht gleich eine Steinigung einleiten nur weil meine Frau mal am falschen Glas genippt hat.
    Meine zierliche Mutter hat sich zwischendurch auch mal ein Glas Wein gegönnt und ich... nun gut, ich bin nicht gerade der Prototyp eines Menschen (weder geistig noch physisch)... und misstrauisch bin ich auch zu wenig... aber dafür grosse Augen... ach lassen wir das...
    14 2 Melden
  • Susannah 08.12.2016 17:22
    Highlight Dass rauchen währen der Schwangerschaft schädlich ist, bestreitet heute niemand mehr. Aber warum tun sich viele beim Thema Alkohol so schwer?Geforderte 'Beweise' hin oder her, ist dieses eine Glas pro Tag, Woche oder auch Monat wirklich eine mögliche Fehlbildung beim Fötus wert? Nein, ist es nicht.
    33 2 Melden
  • EvilBetty 08.12.2016 14:14
    Highlight OMG... wie konnte die Menschheit nur so lange überleben???!!!??!?!?!?
    13 8 Melden
  • Digital Swiss 08.12.2016 14:02
    Highlight Das nennt man Content Marketing. Mein Kind will nicht ins Bett, oh das ist Verhaltensauffällig, evtl. hat meine Konkubine ein Glas Wein währen der Schwangerschaft getrunken? Sollte ich mein Kind nun votsorglich in alle möglichen Therapien schicken? Ja? Nein? Fakt ist es gibt keine Fakten zu diesem Thema!
    9 23 Melden
    • Be3 08.12.2016 20:34
      Highlight Sorry, aber wenn man zu faul ist sich schlau zu machen sollte man besser keinen Kommentar schreiben.
      Einfach mal eine Hebamme fragen...
      8 3 Melden
    • Digital Swiss 09.12.2016 07:34
      Highlight Witzbold (-in?). Befrage 2 Hebammen und 2 Frauenärztinnen zum selben Thema und du kriegst 5! Verschiedene Ansichten. 😂
      4 3 Melden
  • P@inless 08.12.2016 11:17
    Highlight Meine damalige Partnerin, die Mutter unser Kids, lehnte jeglichen Alkohol ab. Da sie vor der Schwangerschaft kiffte und sie nicht zunahm, da war ich höchstpersönlich dabei, meinte die Frauenärztin, eine Tüte pro Tag, damit der Appetit wieder kommt. Sie drückte ein gesunder Junge raus... Aber trotzdem.
    8 21 Melden
    • Charlie Brown 08.12.2016 13:47
      Highlight Nun, wenn dies Story stimmt... Kann man dieser Gynäkologin die Praxiserlaubnis entziehen?

      Zum Thema THC habe ich folgendes gefunden: "[...]mit einem verringerten Wachstum des Fötus in der mittleren und späten Schwangerschaft und einem unterdurchschnittlichen Gewicht bei der Geburt in Verbindung steht. [...] Waren Kinder im Mutterleib Cannabis ausgesetzt, zeigen sie im Vergleich zu anderen Gleichaltrigen größere Schwierigkeiten, visuelle Aufgaben zu lösen, auch die verbalen Fähigkeiten waren herabgesetzt. Zudem finden sich aggressive Verhaltensweisen und Aufmerksamkeitsstörungen häufiger [...]
      15 2 Melden
  • Sageits 08.12.2016 10:24
    Highlight Nach solchen Artikeln bin ich einfach nur dankbar, dass ich ein gesundes Kind habe.
    11 3 Melden
  • Tobi-wan 08.12.2016 10:00
    Highlight Natürlich sollte vermieden werden, dass man Bier, Wein usw. trinkt. Der Artikel bringt jetzt wirklich nichts Neues zu Tage, das nicht jede schwangere Frau schon weiss. (Die Umsetzung ist was anderes...)

    Aber man bedenke!
    Wer viele Früchte isst nimmt automatisch Alkohol zu sich. Zwar in kleinen Mengen, aber schon 5 reife Bananen enthalten die Alkoholmenge eines kleinen Bieres.
    4 26 Melden
    • Charlie Brown 08.12.2016 11:57
      Highlight @Tobi-wan: Naja.

      Ich habe rasch gegoogelt und eine Quelle gefunden, welche deine Aussage zwar stützt: http://www.focus.de/gesundheit/ernaehrung/gesundessen/tid-21566/alkohol-versteckte-promille-reife-bananen-0-6-vol-_aid_605514.html

      Nur... Eine (über!)reife Banane kommt auf 0.6 Volumenprozente. Eine durchschnittliche Banane wiegt ohne Schale 114g. Deren fünf also rund 600 Gramm. Du konsumierst damit also 600 Gramm mit 0.6%. Das entspricht zwei kleinen ALKOHOLFREIEN Bierchen. Oder einem grossen Schluck echtem Bier. Und nicht einem kleinen Bier.
      24 1 Melden
    • Tobi-wan 08.12.2016 12:37
      Highlight Definiere kleines Bier :D

      Aber danke für die Korrektur/Ergänzung!
      4 1 Melden
    • Charlie Brown 08.12.2016 13:52
      Highlight @Tobi: Wohl in jedem Fall mehr als ca 70 cl ;-)
      2 2 Melden
  • koalabear 08.12.2016 09:17
    Highlight Mein Frauenarzt brachte es pragmatisch auf den Punkt: man weiss einfach nicht, ab welcher Menge Alkohol, das Ungeborene geschädigt wird. Was mich stört, man spricht vom Alkoholkonsum während der Schwangerschaft, aber kaum vom Alkoholkonsum während der Stillzeit. http://
    43 2 Melden
  • bilbo 08.12.2016 09:04
    Highlight Weiss jemand, wie es mit Kaffee aussieht?
    9 2 Melden
    • Hayek1902 08.12.2016 09:40
      Highlight Ist kein Problem so lange du nicht reinbecherst wie ein Büroangestellter.
      24 6 Melden
    • Theor 08.12.2016 11:00
      Highlight @Hayek1902 das hat man vor ein paar Jahren zum Glas Wein auch gesagt...
      6 6 Melden
    • Hayek1902 08.12.2016 12:46
      Highlight Bloss kennt man die negativen Folgen von Alkohol schon lang und jene von Koffein wurden bis jetzt nocht nicht gefunden ausser eine leichte Abhängigkeit (beim gesunden Menschen).
      4 2 Melden
    • Theor 08.12.2016 13:12
      Highlight Es gibt durchaus unterschiedliche Studien, die Koffein schlechte Wirkungen nachsagen. Der Kaffee wird einfach noch nicht so lange und intensiv erforscht wie der Alkohol.
      5 6 Melden
    • UHauser 08.12.2016 13:57
      Highlight @29Palms: bin dabei!
      0 0 Melden
  • Wehrli 08.12.2016 08:56
    Highlight "Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie" sind ja die richtigen Fachleute dafür. Bitte etwas mehr Fakten, eine medizinisch-neurologische Einschätzung wäre hilfreich, anstatt hier Schauermärchen zu verbreiten. Agenturmeldung, copy+paste halt ...
    30 16 Melden
  • NikolaiZH 08.12.2016 08:54
    Highlight FAS ist ein Problem ja, aber FASS ist ein extrem übertriebes aber sehr medialwirksames Instrument, um die Aufmerksamkeit für eigene Forschung zu gewinnen. Statistisch gesehen erkrankt jede zweite Person irgendwann mindestens einmal in ihrer Leben an einer therapiebedürftigen psychischen Störung - daher muss man diese Zahlen der vermeintlich Verhaltensauffälligen durch die Gesamtbevölkerung relativieren. Die Kausalität dafür ist statistisch nicht gegeben - entsprechende Langzeitstudien fehlen, die Erhebungen werden retrospektiv gemacht und sind massiv aus diversen Gründen verzehrt.
    31 3 Melden
    • Keller101 08.12.2016 09:14
      Highlight Genau, aber Alkohol sollte man in der Schwangerschaft trotzdem nicht konsumieren.
      47 6 Melden
    • NikolaiZH 08.12.2016 14:31
      Highlight @keller: absolut
      3 2 Melden

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