Wissen

Ausweis-Fail in Manchester: Gestatten, NICHT-Hitler! Und: Darum «erkennen» wir Adolf so oft

Auf Stuart Boyds neuem Ausweis ist das Foto einer Person mit Seitenscheitel und schmalem Oberlippenbart zu sehen – beides trägt Boyd gar nicht. Und wer will schon aussehen wie Adolf Hitler?

03.06.16, 18:09 04.06.16, 08:35

Ein Artikel von

Tausende Menschen kennen dieses Phänomen: Bisweilen sehen Formen oder Linien plötzlich aus wie Seitenscheitel, Zweifingerbart – kurzum: wie Adolf Hitler.

Das mag oft seltsam oder auch witzig sein, Stuart Boyd aber konnte über ein solches Erlebnis nicht lachen. Denn der Brite erkannte das Konterfei des Diktators nun auf seinem eigenen Ausweis.

Being Hitler: Der Brite Stuart Boyds fand die Foto-Panne in seinem neuen Ausweis nicht witzig – aber er bekommt nun einen neuen.
bild: manchester evening news

Er sei entsetzt gewesen, als er seinen kürzlich neu bestellten Pass in Händen gehalten habe, sagte Boyd der BBC. Als er ein Foto des Dokuments auf Facebook gepostet habe, seien seine Freunde förmlich ausgerastet.

Das wurde aus der Führungsriege des «Dritten Reiches»

Verantwortlich für den Fall sind offenbar zahlreiche Motive und Siegel auf dem Ausweis. Ein Logo rechts über dem Foto zaubert einen vermeintlichen Seitenscheitel auf Boyds Gesicht, ein dunkler Fleck in der Bildmittel wirkt wie ein Bärtchen. Zudem ragt eine geografische Darstellung der britischen Hauptinsel in das Foto hinein.

History Porn Teil IV: Geschichte in 20 Wahnsinns-Bildern

«Der Ausweis wird kostenlos ersetzt»

Wie es zu dem Lapsus kam, ist dennoch unklar. Eine Mitarbeiterin der Behörde habe ihm ihr Bedauern versichert, sagte Boyd. Eine Sprecherin des Amtes teilte zudem mit: «Der Ausweis von Herrn Boyd wird kostenlos ersetzt.»

Immer wieder erkennen Menschen die Silhouette Hitlers in Gegenständen, in Hauswänden, sogar in flauschigen Kätzchen. Die Neigung dazu ist tief im Menschen verwurzelt. Wissenschaftler bezeichnen sie als Pareidolie – die fälschliche Erkennung von Mustern in der Unordnung. (Hier mehr darüber).

Für all die «Pareidolier» da draussen!

Ein Grund dafür, dass vor allem Hitler so oft gesehen wird, ist wohl sein markantes Erscheinungsbild, sein unverkennbares Bärtchen, sein strenger Seitenscheitel. Ein anderer seine grausige Berühmtheit. Überall auf der Welt kennen die Menschen den Diktator – und überall auf der Welt erkennen sie ihn.

mxw

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Horror-Szenario «Slaughterbots»: So drastisch warnen Forscher vor autonomen Kampfrobotern

Schwärme von autonomen Mini-Drohnen gegen Soldaten – wird so der Krieg der Zukunft aussehen? In Genf hat diese Woche ein UN-Gremium über ein Verbot von «tödlichen autonomen Waffensystemen». Aktivisten warnen mit einem schockierenden Science-Fiction-Clip vor tödlichen Kampfrobotern.

Tödliche autonome Waffensysteme sind seit einigen Jahren immer wieder ein Thema. Mehrfach haben Experten für künstliche Intelligenz und Forscher wie Astrophysiker Stephen Hawking oder Apple-Co-Gründer Steve Wozniak schon Kritik geäussert (auch die GsoA).

Die Kritiker fordern von den Vereinten Nationen schon länger ein Verbot solcher Kampfroboter. Darüber hat diese Woche an der fünftägigen UN-Abrüstungskonferenz in Genf ein Gremium von Experten und Landesvertretern …

Artikel lesen