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«Der Rückspiegel wird zum Schminkspiegel.» bild: screenshot youtube/daven

70er-Jahre Verkehrssendung: «Achtung, Frau am Steuer!»

In einer Zeit, in der Deutschland jedes Jahr zwischen 16'000 und 17'000 Verkehrsopfer zu beklagen hat, kommt die WDR-Aufklärungssendung «Der 7. Sinn» auf. Ein Appell an die Sicherheit – und an die Frauen, die sich lieber schminken, anstatt auf den Verkehr zu achten.

05.02.17, 18:01 05.02.17, 19:36

«Der 7. Sinn» wird auch als die «Mutter aller Verkehrserziehungssendungen» bezeichnet. Die WDR-Produktion wurde 1966 erstmals ausgestrahlt und zog im Laufe der Jahre ein Millionenpublikum vor den Fernseher.

Nicht nur deutsche Zuschauer waren fasziniert von den spektakulären Crashs, dem Aquaplaning oder dem Einfluss von Alkohol auf den Fahrenden, die Sendung wurde auch in afrikanischen Staaten verfolgt, wo man sich die Folgen im Schnee besonders gern anschaute. 

In den 1960ern stirbt in Deutschland im Durchschnitt alle halbe Stunde ein Mensch durch einen Verkehrsunfall. «Der 7. Sinn» sollte die Menschen über die Gefahren im Strassenverkehr aufklären. Die Sendung wirbt für das Anlegen des Sicherheitsgurts – lange bevor dies gesetzlich vorgeschrieben wird.

«Der 7. Sinn – Sicherheitsgurt», 1987

Video: YouTube/FallGuy79

Man erzählt sich, die warnende Stimme von Egon Hoegens habe Menschenleben gerettet. Und Egon Hoegens selbst, der «Verkehrserzieher der Nation», ist restlos überzeugt davon. Der langjährige Sprecher des 7. Sinns ist heute 88 Jahre alt – und seine Frau lässt ihn nicht mehr ans Steuer.

In den 70er Jahren gerät die Sendung wegen ihrer frauenfeindlichen Kommentare in Kritik. In der Folge «Frauen am Steuer» hört man Hoegens Dinge sagen wie:

«Viele Frauen scheuen das Anlegen des Sicherheitsgurts, weil sie Angst um ihren Busen haben.»

Oder:

«Der Rückspiegel wird zum Schminkspiegel. Welche Frau kann da schon widerstehen?»

Allerdings werden auch die Männer hin und wieder abgemahnt: 

«Und weil er sich im Strassenverkehr häufig von langen Haaren ablenken lässt, bumst er schon wieder auf den nächsten.»

«Der 7. Sinn – Frauen am Steuer», 1975

Die Lacher im Hintergrund stammen wohl daher, dass das Video einem moderneren Publikum vorgeführt wurde. Video: YouTube/daven

«Der 7. Sinn – Achtung! Frauen am Steuer!», 1978

Video: YouTube/Alexander Otto

(rof)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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8
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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Homes8 07.02.2017 09:14
    Highlight Hier noch ein Clip wie echte Männer damals in den 70ern fuhren
    1 0 Melden
  • SuicidalSheep 06.02.2017 12:13
    Highlight Beim Mann: /_
    Bei der Frau: %
    3 0 Melden
  • redeye70 05.02.2017 20:49
    Highlight Habe diese Sendung als Kind immer gern geschaut. War schon ziemlich wagemutig, wie die sich in diese Autos krachen liessen.
    16 0 Melden
  • Luca Brasi 05.02.2017 20:35
    Highlight Die guten alten Prä-Lügenpresse-Zeiten. ;D
    21 2 Melden
  • TanookiStormtrooper 05.02.2017 20:02
    Highlight Also ich musste auch öfters lachen... :D

    Bin ich jetzt ein Chauvinist??? :-/
    16 0 Melden
    • Frau Dingsi 05.02.2017 23:47
      Highlight Nein, Du bist einfach herzig.
      6 0 Melden
  • Neruda 05.02.2017 19:02
    Highlight Zu den Ostdeutschen waren sie nach der Wende auch nicht viel netter, von wegen "Westfahrzeugen mit ausgeklügelter Technik" xD
    15 0 Melden
  • Calvin WatsOff 05.02.2017 18:37
    Highlight Hammerartikel 😂😂😂👍🏻
    13 0 Melden

In Deutschland waren die Flüchtlinge nicht mal willkommen, als es Deutsche waren

Wer glaubt, für Fremdenfeindlichkeit brauche es Menschen aus fremden Ländern, irrt. Nach dem verlorenen Krieg drängten sich Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten in Rest-Deutschland. Heute gilt ihre Aufnahme als vorbildlich – doch in Wahrheit schlugen ihnen damals Hass und Verachtung entgegen und der offen ausgesprochene Gedanke, nicht nach Westdeutschland, sondern nach Auschwitz zu gehören.

Der Volkszorn kocht, und der Redner weiss genau, was die Leute hören wollen: «Die Flücht­lin­ge müs­sen hin­aus­ge­wor­fen wer­den, und die Bau­ern müs­sen da­bei tat­kräf­tig mit­hel­fen», ruft Josef Fischbacher. Der Kreisdirektor des bayerischen Bauernverbandes giesst kräftig Öl ins Feuer und nimmt sogar das Nazi-Wort «Blutschande» in den Mund.

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