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Aufnahme des Royal Mail Zuges in der Naehe von Cheddington, aufgenommen 1963. Nachdem der Royal Mail Zug abgehaengt wurde, wurde der Zug zu dieser Bruecke gefuehrt, wo das Raubgut abgeholt wurde. Der Postraeuber Ronald Biggs ist am 7. Mai 2001 aus Brasilien nach England zurueckgekehrt. (KEYSTONE/Str)

Der wohl berühmteste Raubüberfall: Der Postzugraub von 1963 in England. Hier der Tatort mit dem ausgeraubten Royal-Mail-Zug in Ledburn.  Bild: KEYSTONE

Die 10 spektakulärsten Bankraube der Geschichte



Unrecht Gut gedeiht nicht – aber wenn es in einer kühnen Aktion geklaut wurde, können wir fast nicht anders, als beeindruckt zu sein. Wie bei diesen 10 ingeniösen Raubzügen, die uns Bewunderung und ein wenig Neid einflössen: 

«The Great Train Robbery», Ledburn (GB)

8. August 1963

£ 2'631'684 (heute ca. 64 Mio. Fr.)

Beute aus dem Postzugüberfall von 1963.
The bulk of the money stolen during The Great Train Robbery has never been recovered. On 15 August 1963, four bags containing £100,900 were found in woods near Dorking.

Nur ein Teil der Beute wurde gefunden: 4 Taschen mit insgesamt 100'000 Pfund..   Bild: Thames Valley Police

Das rote Signal, das den Lokführer in der Nacht auf den 8. August 1963 dazu bringt, den Postzug von Glasgow nach London zu stoppen, ist eine Falle: Er wird niedergeknüppelt, dann koppeln die Räuber die Lokomotive und zwei Waggons ab. Sie erbeuten 120 Säcke mit rund zweieinhalb Tonnen Bargeld – ein Jahrhundertraub. Zunächst tappt die Polizei im Dunkeln, doch dann finden die Ermittler das Versteck, das die Räuber benutzt haben, und kann in der Folge zwölf von ihnen verhaften. 

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Dok: «The Great Train Robbery (1963)». Video: YouTube/JayArgonaut

Obwohl die insgesamt 16 Täter beim sorgfältig geplanten Überfall keine Schusswaffen eingesetzt haben, werden sie zu drakonischen Haftstrafen von bis zu 30 Jahren verurteilt. Der bekannteste von ihnen ist Ronald Biggs, dem die Flucht aus dem Gefängnis gelingt. Bis 2001 sitzt Biggs – mittlerweile völlig mittellos – in Brasilien im Exil, dann kehrt er freiwillig nach England zurück, wo er bis 2009 erneut in Haft kommt. Auch der Anführer, Bruce Reynolds, kann zuerst fliehen. Ein Englandaufenthalt wird ihm 1968 zum Verhängnis; er sitzt bis 1978 ein. 

Undated photo of the police record sheet of Great Train Robber Ronnie Biggs. Thames Valley Police have opened a new exhibition at their museum near Reading, Thursday, August 7, 2003,  to mark the 40th anniversary of the audacious £ 2.5 million (3,5 million euros) robbery which happened on the night of August 8, 1963. (KEYSTONE/EPA PHOTO/PA/Str)    === , BEST QUALITY AVAILABLE ===

Der bekannteste der Postzugräuber: Ronald Biggs. Bild: EPA PA

Postraub in Zürich

1. September 1997

53 Mio. Fr.

Der fuer den Jahrhundert-Postraub in der Zuercher Fraumuensterpost verwendete weisse Fiat 'Fiorino' steht, halb ausgebrannt und fuenf leere Kisten aus der Beute enthaltend, in der Garage der Zuercher Kantonspolizei (3. September 1997). Es war wie im Film: Am 1. September fuhren fuenf bewaffnete, unmaskierte Maenner in einem geklauten Auto mit Post-Nummernschild und Telecom-Aufklebern durch die Sicherheitsschleuse in den Innenhof der Fraumuensterpost in Zuerich. Dort ueberwaeltigen sie die Postangestellten und klauten Kisten, die ingesamt 53 Millionen Franken Bargeld enthielten. 17 Millionen mussten die Raeuber zuruecklassen, weil ihr Wagen zu klein war. Insgeheim schmunzelte die ganze Schweiz ueber den dreisten, aber unblutigen Coup. Doch der Lack broeckelte schnell ab: Die Postraeuber verhielten sich unglaublich dumm, vier der fuenf mutmasslichen Haupttaeter wurden innert weniger Wochen verhaftet. Nach dem fuenften wird weiterhin fieberhaft gesucht. (KEYSTONE/Hand out/Kantonspolizei Zuerich)

Halb ausgebrannt: Der beim Postraub verwendete Fiat Fiorino mit leeren Geld-Kisten.  Bild: KAPO ZUERICH

Nur mit Spielzeugpistolen bewaffnet erbeuten acht Männer am 1. September 1997 eine gewaltige Summe: Sie fahren als Telecom-Mitarbeiter getarnt in einem Lieferwagen bei der Zürcher Fraumünsterpost vor und transportieren in nur vier Minuten mehrere Kisten mit 53 Millionen Franken ab. Ihre Beute könnte noch grösser sein – weitere 17 Millionen Franken müssen sie zurücklassen, weil ihr Fahrzeug zu klein ist. Dennoch ist ihr Coup der grösste Raub der Schweizer Kriminalgeschichte. 

«Spektakulärer Postraub.» Video: SRF

Lange können sich die Posträuber jedoch nicht an ihrer Beute erfreuen – weil sie sich zu sehr an ihr erfreuen. Sie verprassen grosse Summen im Casino, wollen mit Bargeld eine Villa kaufen, prahlen herum. Bald wird einer nach dem andern verhaftet; der letzte etwa ein Jahr nach dem Coup in Miami. Auch der Informant bei der Post wird festgenommen. Die Posträuber erhalten Strafen bis zu sechseinhalb Jahren Zuchthaus; mehrere von ihnen werden später erneut straffällig. Rund die Hälfte der geraubten Summe bleibt bis heute verschwunden

Gemaess noch unbestaetigten Angaben wurde die Beute des Jahrhundertpostraubs in diesem Hinterhof der Uetlibergstrasse 113 (Zuerich-Wiedikon) in einer Autowerkstatt erstmals aufgeteilt. Der 43-jaehrige italienische Werkstattinhaber wurde am Freitag, 19. September 1997, verhaftet. (KEYSTONE/CHRISTOPH RUCKSTUHL)

In diesem Hinterhof in Zürich-Wiedikon wurde die Beute in einer Autowerkstatt aufgeteilt.  Bild: KEYSTONE

Banco Central, Fortaleza

8. August 2005

164.75 Mio. Reais (ca. 64 Mio. Fr.)

Police and reporters investigating the tunnel that took thieves three months to dig in order to break into Brazilian Central Bank in Fortaleza, Brazil.

Die Räuber mussten die dicke Mauer zum Tresorraum durchbrechen.  Bild: TUNO DE VIEIRA/ASSOCIATED PRESS

«So etwas sieht man sonst eigentlich nur im Kino», kommentiert der Chef der Polizei im brasilianischen Bundesstaat Ceara nach dem Coup. Tatsächlich versetzen die Diebe – übrigens genau am Jahrestag des grossen Postzugraubs – mit ihrer Aktion die Ermittler in Erstaunen: Sie stehlen 3,5 Tonnen Banknoten im Wert von umgerechnet 64 Millionen Franken, und zwar ausschliesslich nicht registrierte, gebrauchte 50-Reais-Scheine, die aus dem Verkehr gezogen werden sollten.

View of the Central Bank's headquarters in Fortaleza, Brazil, Tuesday 09 August 2005. A group of unidentified thieves stole up to 150 million reais (some $65.2 million or 52.7 million euro), the biggest bank heist in Brazil's history, after spending months digging a tunnel some 200 meters long to break into the Central Bank's vault. The robbery was discovered Monday morning.  (KEYSTONE/EPA/JARBAS OLIVEIRA)

3,5 Tonnen Banknoten holten die Diebe aus der Bank. Bild: EPA

Um an diese stattliche Beute zu gelangen, graben sie einen 80 Meter langen Tunnel, komplett mit Beleuchtung und Entlüftung. Sechs Lastwagen-Ladungen Aushub transportieren sie weg, aber das fällt nicht auf, weil der Tunneleingang in einem Gartenbaugeschäft liegt. Sie müssen eine zwei Meter dicke Betonmauer zum Tresorraum durchbrechen und die Sicherheits-Stahlnetze überwinden. Die Haupttäter werden schliesslich erwischt und zwischen 2008 und 2010  zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt. Das Geld bleibt zum grössten Teil verschwunden

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Dok: «Como foi escavado o túnel do Banco Central.» (port.) Video: YouTube/Estadão

De Nederlandsche Bank in Almelo

15. November 1944

Almelo, Niederlande

46.1 Mio. Gulden (24 Mio. Fr.)

Nederlandsche Bank in Almelo, 1944

1944 vom Widerstand ausgeraubt: Nederlandsche Bank in Almelo.  Bild: historisch-museum-vriezenveen

Der grösste Bankraub in der Geschichte der Niederlande findet 1944 im Zweiten Weltkrieg statt, als die Niederlande noch deutsch besetzt sind. In der Nederlandsche Bank in Almelo wartet eine grosse Geldsumme für den Weitertransport nach Deutschland, als zwölf Mitglieder des Widerstands die Bank überfallen. Sie können 13 Geldkisten mit über 46 Millionen Gulden in einem Lastwagen abtransportieren. Die niederländische Exil-Regierung hat die Aktion erlaubt; das Geld soll einen Eisenbahnerstreik finanzieren. 

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«Oral History – bankoverval 15 november 1944 Almelo.» (niederld.) Video: YouTube/FLRN18

Doch zwei Wochen später erwischen die Deutschen einen der Täter bei einer Routinekontrolle und finden darauf sowohl dessen Komplizen wie auch das Geldversteck in einem Heuschober. Neun der Bankräuber kommen in ein KZ, nur einer von ihnen überlebt die Haft und kehrt nach dem Krieg zurück. 

Société Générale, Nizza

18. Juli 1976

Nizza, Frankreich

50 Mio. Francs (ca. 33 Mio. Fr.)

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Die Räuber kamen durch die Kanalisation.  Bild: 20minutes.fr

Mit Schneidbrennern und Brecheisen rücken die Bankräuber während eines verlängerten Wochenendes den Schliessfächern im Keller der Société Générale in Nizza zu Leibe. Dazwischen nehmen sie sich Zeit für ein Picknick – auf dem Silbergeschirr, das sie aus den Schliessfächern geholt haben. Ihre Komplizen überwachen derweil von draussen das Kommen und Gehen von Reinigungs- und Sicherheitspersonal und warnen die Männer im Keller über Walkie-Talkies. Als starke Regenfälle einsetzen, ziehen sie sich durch die Kanalisation zurück – bis zum Hals im Wasser. 

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Aufgebrochene Schliessfächer. Bild: Societegenerale.com

Einige Stunden später wird das Verbrechen entdeckt. Im Schliessfachraum steht die Inschrift: «Ohne Schüsse, ohne Gewalt, ohne Hass». Die 13 Täter haben seit dem 7. Mai von der Kanalisation aus einen acht Meter langen, professionell abgestützten und ausgekleidetenTunnel in den Keller der Bank gegraben. Im Oktober kann die Polizei mehrere Täter verhaften, darunter das mutmassliche Gehirn des Bankraubs, Albert Spaggiari. Dem gelingt jedoch im März 1977 eine spektakuläre Flucht – er springt aus dem zweiten Stock auf ein parkendes Auto und verschwindet mit einem Komplizen auf einem Motorrad. 

Albert Spaggiari.Brain

Spaggiari (3. v. l.) im März 1977 auf dem Weg zum Gericht. Bild: AFP

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Film: «Sans arme, ni haine, ni violence» (2007).  Video: YouTube/Tony IVI

Diamond Center, Antwerpen

16. Februar 2003

100 Mio. Euro (ca. 116 Mio. Fr.)

Diamond Center in Antwerpen

Direkt beim Diamond Center in Antwerpen befindet sich ein Polizeiposten.  Bild: Wikimedia

Ein Valentinstag-Geschenk der besonderen Art machen sich Leonardo Notarbartolo und seine Komplizen an diesem 16. Februar 2003: Sie lassen sich am Wochenende im Diamond Center im Antwerpener Diamantendistrikt einschliessen, brechen dann 123 der 160 Schliessfächer auf und räumen sie leer. Diamanten und Wertpapiere im Wert von umgerechnet 116 Millionen Franken wechseln den Besitzer, möglicherweise beträgt die Beute sogar das Vierfache. Jedenfalls handelt es sich um den grössten Edelsteinraub der Geschichte. 

Diamantenraub im Diamond Center Antwerpen, 2003

Aufgebrochene Schliessfächer: Alle Sicherheitsmassnahmen versagten oder wurden überlistet.  Bild: gdparis.com

Die Diebe haben den Coup minutiös geplant. Notarbartolo verkehrt seit rund zwei Jahren als Händler getarnt im Center und spioniert die umfangreichen Sicherheitsmassnahmen aus: Doppelradar, Wärmesensoren, Bewegungsmelder, Zahlenschlösser mit Millionen von möglichen Kombinationen. Ein bekannter Mafioso hat zuvor erklärt, es gebe da kein Reinkommen – das alles sei «so dicht wie der Hintern einer Nonne». Zum Verhängnis wird den Ganoven ein angebissenes Sandwich mit Notarbartolos DNA, das am Tatort gefunden wird. Drei Täter erhalten Haftstrafen zwischen fünf und zehn Jahren.  Die Beute bleibt bis heute verschwunden. 

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Dok: «Trash Foils Diamond Heist.» Video: YouTube/WIRED

British Bank of the Middle East, Beirut

26. Januar 1976

£ 25 Mio. (ca. 97 Mio. Fr.)

British Bank Of The Middle East in Beirut, Libanon, Überfall 1976

Die PLO brauchte Geld – und holte es sich in der British Bank of the Middle East in Beirut.  Bild: fresher.ru

Januar 1976: Im Libanon herrscht Chaos, das Land versinkt im Bürgerkrieg. Eine der Parteien ist Jassir Arafats Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO), die sich zu einem eigenen Machtfaktor in dem Levantestaat entwickelt hat. Die PLO braucht Geld für ihren Kampf gegen Israel – und nutzt die Wirren des Krieges, um es sich zu beschaffen. Eine zur PLO gehörende Gruppierung überfällt am 26. Januar die British Bank of the Middle East in Beirut, eine HSBC-Tochter.

British Bank Of The Middle East in Beirut, Libanon, Überfall 1976

Mit brutaler Gewalt eingedrungen: Der Schalter der Bank etwa eine Woche nach dem Überfall.  Bild: AP

Die Täter sprengen einfach eine Seitenwand, dringen in den Tresorraum ein und plündern, vermutlich mithilfe eigens eingeflogener korsischer Spezialisten, die Schliessfächer. Der Abtransport der Beute – Bargeld, Aktien, Gold und Juwelen im Wert von heute umgerechnet knapp 100 Millionen Franken – dauert zwei Tage. 

Steglitzer Tunnel-Coup, Berlin

14. Januar 2013

10 Mio. Euro

epa03541134 A light burns in a tunnel in an underground parking garage in Berlin-Steglitz, Germany, 17 January 2013. Unknown robbers dug a tunnel from here to the vault of a neighboring bank.   EPA/PAUL ZINKEN

Fachmännisch abgestützt: Der Tunnel zum Schliessfachraum.  Bild: EPA

Monatelang haben die Männer still und leise gearbeitet. Am zweiten Januar-Wochenende 2013 fahren sie die Ernte ein: Sie knacken die Schliessfächer in der Volksbank-Filiale in Berlin-Steglitz und erbeuten Bargeld, Münzen, Schmuck und Goldbarren im Wert von rund 10 Millionen Euro. In den Schliessfachraum eingedrungen sind sie über einen 45 Meter langen Tunnel, den sie von einer mit falschen Papieren gemieteten Tiefgarage aus gegraben haben. Weder Täter noch Beute sind bis heute gefunden worden, trotz 50'000 Euro Belohnung. 

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Dok: «Terra Xpress: Was geschah beim Tunnel-Bankraub von Berlin?» Video: YouTube/TheFrontal21

Gardner Museum, Boston

18. März 1990

ca. 500 Mio. Dollar (ca. 485 Mio. Fr.)

In this March 21, 1990 photo, a security guard stands outside the Dutch Room of the Isabella Stewart Gardner Museum, where robbers stole more than a dozen works of art in an early morning robbery in Boston. It remains the most tantalizing art heist mystery in the world. In the early hours of March 18, 1990, two thieves walked into Boston's elegant Isabella Stewart Gardner Museum disguised as police officers and bound and gagged two guards using handcuffs and duct tape. For the next 81 minutes, they sauntered around the ornate galleries, removing masterworks including those by Rembrandt, Vermeer, Degas and Manet, cutting some of the largest pieces from their frames. Now, 20 years later, investigators are making a renewed push to recover the paintings.  (AP Photo)

Der Tatort des bisher grössten Kunstraubs. Bild: AP

Am frühen Morgen des St.Patrick Day 1990 machen die beiden Wachleute im Bostoner Gardner Museum einen entscheidenden Fehler: Sie verlangen keinen Ausweis, als zwei Polizisten wegen einer Alarmmeldung auftauchen und Einlass verlangen. Kaum haben die Wachen die Polizisten hereingelassen, werden sie von diesen überwältigt und im Keller gefesselt – die Beamten sind nicht echt, sondern Ganoven, die sich nun anschicken, den grössten Kunstraub der Geschichte zu begehen. 

An empty frame which held the Rembrandt painting 'The Storm of the Sea of Galilee' is seen on the floor of the Isabella Stewart Gardner Museum in Boston in this March 21, 1990, photo. Two FBI agents investigating the 1990 theft of the painting from the museum went to Paris recently to investigate whether a former French media mogul knows the whereabouts of some of the stolen art, the Boston Herald reported Friday, Feb. 11, 2005. (AP Photo)

Hier hing das Gemälde «Christus im Sturm auf dem See von Galiläa» von Rembrandt. Nur der leere Rahmen blieb hängen.  Bild: AP

Die falschen Polizisten schalten die Alarmanlagen aus und schneiden dann 13 wertvolle Gemälde aus ihrem Rahmen, darunter Kunstwerke von Vermeer, Rembrandt, Degas und Manet. Der Sammlerwert der Beute beläuft sich nach neueren Schätzungen auf 500 Millionen Dollar. 30 FBI-Agenten arbeiten an dem Fall, eine Belohnung von fünf Millionen Dollar wird für die Ergreifung der Täter ausgesetzt – vergeblich. Erst 2013 gibt das FBI bekannt, man habe die Diebe identifiziert. Von den Gemälden aber fehlt nach wie vor jede Spur.  

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Dok: «When half a billion dollars' worth of art vanished.» Video: YouTube/CBS Sunday Morning

Juwelier Harry Winston, Paris

4. Dezember 2008

108 Millionen Dollar (ca. 106 Mio. Fr.)

File - View of the entrance of the Harry Winston jewelry store near the Champs-Elysees  in this Paris, Friday,  Dec. 5, 2008 file photo.   French investigators have found jewels valued at euro18 million ($25 million) hidden in a Paris rain sewer _ part of the spectacular 2008 heist from luxury jeweler Harry Winston's Paris boutique.  Nineteen rings and three sets of earrings -  one pair valued at euro14 million ($19.5 million) -  were dug up from a drain at a house in the working class Paris suburb of Seine - Saint - Denis, police said Tuesday March 8, 2011, confirming a report on Europe-1 radio. The bold Harry Winston robbery on Dec. 5, 2008, netted the thieves _ some dressed as women and wearing wigs _ gems and bejeweled watches worth up to euro85 million ($118.1 million), police said.  (AP Photo/Francois Mori, file)

Feine Adresse: Die Pariser Filiale des Juweliergeschäfts Harry Winston.  Bild: AP

Nur eine Viertelstunde dauert der Überfall auf die Pariser Filiale des Juweliers Harry Winston. Vier Männer, drei davon als Frauen verkleidet, betreten am späten Nachmittag das Geschäft in der feinen Avenue Montaigne unweit der Champs-Elysées. Sie bedrohen die anwesenden Angestellten – deren Vornamen sie kennen – und Kunden mit Pistolen und einer Handgranate, dann räumen sie Auslagen und Vitrinen leer. Es wird kein Schuss abgegeben. 

Einer der als Frau verkleideten Täter des Überfalls auf die Pariser Filiale des Juweliers Harry Winston

Einer der als Frau verkleideten Täter.  Bild: historycollection.co

Sechs Monate nach dem Rekordraub verhaftet eine Spezialbrigade gegen Bandenkriminalität in und um Paris insgesamt 25 Verdächtige. Die Beamten können Teile der Beute, Waffen und Bargeld sicherstellen. Anderthalb Jahre danach entdeckt die Polizei mehrere Ringe und Ohrstecker, die in einem Abwasserkanal in einem Wohnhaus im Grossraum Paris in Beton eingegossen waren. 

Definitiv kein Jahrhundert-Coup: Dieser Raub geht nach hinten los

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    Alle Leser-Kommentare
  • Lukeros 03.11.2017 17:17
    Highlight Highlight wurde nicht letztes oder vorletztes Jahr über Ostern (oder eine andere Feiertagsbrücke...) in London etwas grösseres durchgezogen?
  • derEchteElch 02.11.2017 23:20
    Highlight Highlight Nr. 11;
    In Las Vegas wird der Tresor des Bellagio ausgeraubt, in dem auch das Geld zweier anderen Casinos The Mirage und MGM aufbewahrt werden. Über 160 Mio. Dollar werden in einer Nacht erbeutet.

    Nr. 12;
    Während dem Transport eines Fabergé-Eis im Zug wird es gestohlen und durch eine Fälschung ersetzt. Dieses sollte von Paris nach Rom zu einer Museumsausstellung gebracht werden.

    Nr. 13;
    In ein Casino in Las Vegas werden manipulierte Automaten eingeschleust so dass viele Besucher gewinnen. Dies dient als Ablenkung eines Diamantendiebstahls im selben Casino...

    😉
    • BoomBap 03.11.2017 00:44
      Highlight Highlight "...eines Fabergė-Eis..."

      Hat ein bisschen gedauert, bis ich das geschnallt habe. Hab mich zu erst gefragt, ob es wirklich noch ein Eis gibt, dass mehr Wert ist als Mövenpick, für welches sich so eine Austauschaktion lohnen würde. 😄
    • derEchteElch 03.11.2017 07:09
      Highlight Highlight Eine Frage für das Deutsch-Quiz. Wenn ich so nachdenke müsste es „eines Eies“ heissen.. 🤔
  • RozaxD 02.11.2017 23:09
    Highlight Highlight Danke für die Beispiele :D (interessant!!)
    Jetzt wissen wir, wie wirs nicht machen werden xD

In Deutschland waren die Flüchtlinge nicht mal willkommen, als es Deutsche waren

Wer glaubt, für Fremdenfeindlichkeit brauche es Menschen aus fremden Ländern, irrt. Nach dem verlorenen Krieg drängten sich Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten in Rest-Deutschland. Heute gilt ihre Aufnahme als vorbildlich – doch in Wahrheit schlugen ihnen damals Hass und Verachtung entgegen und der offen ausgesprochene Gedanke, nicht nach Westdeutschland, sondern nach Auschwitz zu gehören.

Der Volkszorn kocht, und der Redner weiss genau, was die Leute hören wollen: «Die Flücht­lin­ge müs­sen hin­aus­ge­wor­fen wer­den, und die Bau­ern müs­sen da­bei tat­kräf­tig mit­hel­fen», ruft Josef Fischbacher. Der Kreisdirektor des bayerischen Bauernverbandes giesst kräftig Öl ins Feuer und nimmt sogar das Nazi-Wort «Blutschande» in den Mund.

Was hier nach Sachsen im Jahr 2016 klingt, ist Bayern im Jahr 1947. Und die Flüchtlinge, die Fischbacher hinauswerfen will, kommen nicht aus …

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