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So schön war Tokio, bevor die USA es dem Erdboden gleichmachten

25.02.17, 14:18 27.02.17, 13:55

Mit knapp 40 Millionen Bewohnern ist Tokio heute die bevölkerungsreichste und vermutlich urbanste Metropolregion der Welt. Von der ursprünglichen Hauptstadt des japanischen Kaiserreichs ist leider nicht viel übrig – sie fiel zwei Katastrophen zum Opfer. Zuerst der Natur, dann wenig später dem Mensch.

1923 zerstörten das grosse Kanto-Erdbeben und die folgenden Grossbrände einen Grossteil des historischen Tokios. Der Stadt wurden verschiedene Faktoren zum Verhängnis: Als die Erde bebte, bereiteten viele Menschen gerade auf Holz- und Gasfeuerstellen ihr Mittagessen zu. Hinzu kam die dichte Bebauung mit traditionellen Holzhäusern sowie wie ein nahender Taifun, der die Feuer antrieb.

Vor dem grossen Erdbeben

Stadtansicht (1912)

bild: oswald lübeck/deutsche fotothek

Luftaufnahme (1922)

Gut sichtbar die runde Sumo-Halle Ryogoku Kokugikan. Am unteren Ende der Fluss Sumida. Bild: associated press/keystone

Vergnügungsmeile (1912)

Asakusa Rokku (Theaterstrasse) war vor dem 2. Weltkrieg die bekannteste Vergnügungsmeile Tokios. bild: oswald lübeck/deutsche fotothek

Bordelle (Anfang 1920er)

Offizielles Rotlichtviertel war hingegen Yoshiwara (Anfang 1920er-Jahre). Bild: AP NY

Zieleinlauf Nagasaki-Tokio (um 1920)

bild: bain news service/library od congress

Beim Zentralbahnhof (um 1920)

bild: bain news service/library of congress

Verkehrszähler (um 1920)

bild: bain news service/library of congress

Das Kantō-Erdbeben forderte 142'000 Todesopfer im Grossraum Tokio. Beim Wiederaufbau wurde die Stadt nach westlichem Vorbild modernisiert: Es entstanden breitere Strassen und neue Brücken, Parks sowie feuerfeste Krankenhäuser und Schulen. Das neue Stadtbild währte indes nicht lange. Im 2. Weltkrieg wurde Tokio von der US-Luftwaffe mit Brandbomben nahezu ausgelöscht. Operation Meetinghouse vom 9. und 10. März 1945, bei der über 40 Quadratkilometer Stadtgebiet dem Erdboden gleichgemacht wurden, gilt als der verheerendste Luftangriff in der Geschichte der Menschheit. 

Vor den US-Luftangriffen

Take-away-Kurier (1937)

Ein Velokurier trägt für ein Restaurant einen Stapel Soba-Nudelsuppen aus (08.03.1937). bild: associated press/keystone

Graf Zeppelin (1929)

Das deutsche Luftschiff «Graf Zeppelin» machte bei seiner Weltumrundung auch in Tokio halt (19.08.1929). bild: associated press/keystone

Reklametafeln (1937)

Frauen in traditionellem Gewand und mit Trommeln als wandelnde Reklametafeln (08.03.1937). bild: associated press/keystone

Cabaret (1932)

Revuetänzerinnen eines Theaters erfrischen sich während einer Pause hinter der Bühne (27.08.1932). bild: associated press/keystone

Flitterwochen (1936)

Der Flitterwochenzug, Abfahrt 21.15 Uhr vom Hauptbahnhof Tokio, bringt junge Paare in die nahe Ferienstadt Atami (15.12.1936). bild: associated press/keystone

Go (1937)

Ein für Frauen reservierter Go-Spielsalon in Tokio. Go ist ein uraltes, strategisches Brettspiel. Es stammt ursprünglich aus China, erfreut sich aber in ganz Ostasien grosser Beliebtheit (08.03.1937). bild: associated press/keystone

Schlagzeilen (1937)

Zeitungsverkäuferin (08.03.1937). bild: associated press/keystone

Blauregen (1941)

Blauregen hängt über einer Strasse im Bezirk Keishagawa (30.07.1941). bild: associated press/keystone

«Teehäuser» (Ende 1920er)

Bordellviertel Yoshiwara (vermutlich Ende 1920er-Jahre). bild: associated press/keystone

Charlie Chaplin (1932)

Der britische Schauspieler Charlie Chaplin trinkt Tee an einer Party in Tokio (02.06.1932). bild: associated press/keystone

Baseball (1934)

US-Baseball-Superstar Babe Ruth wird in Tokio wie ein Held empfangen. Zusammen mit anderen bekannten Spielern aus der US-Profiliga war er auf Tournee in Ostasien​ (November 1934). bild: associated press/keystone

Tätowierung (1937)

Ein Tätowierungskünstler arbeitet am Rücken einer Frau (22.06.1937). bild: associated press/keystone

Solch komplizierte Muster zu stechen, dauerte damals Jahre und kostete 150 bis 200 Dollar in Gold. bild: associated press/keystone

In Japan heisst die Tätowierungskunst «Irezumi». bild: associated press/keystone

Geishas (1937)

Zwei Geishas in den Strassen Tokios (12.04.1937). bild: associated press/keystone

Börse (1937)

Parketthandel an der Tokioter Börse (02.08.1937). bild: associated press/keystone

Flötenspieler (1937)

Ein Komuso-Bettlermönch der Zen-buddhistischen Fuke-shu-Bewegung spielt seine Shakuhachi genannte Bambusflöte in den Strassen Tokios. Die Komusos verbergen ihre Gesichter unter korbähnlichen Hüten und sprechen kein Wort. Sie spielen vor einer Türe, bis sie Geld bekommen (19.01.1937). bild: associated press/keystone

Feuerdämonen (1937)

Tokios Feuerwehrleute pflegen ihre uralten Traditionen. Für Neujahr tragen sie ihre Wahrzeichen durch den Kaiserpark, um die Feuerdämonen zu vertreiben (19.01.1937). Bild: associated press/keystone

Englisch-Unterricht (1938)

Eine Geisha im Englisch-Unterricht. Sie hofft, mit Amerikanern Konversation machen zu können, wenn diese 1940 an die Olympischen Spiele in Tokio kommen. Infolge des 1937 ausgebrochenen Zweiten Japanisch-Chinesischen Kriegs verzichtete Japan schliesslich auf die Austragung. Helsinki erhielt den Zuschlag doch letztlich wurden die Spiele wegen des 2. Weltkriegs ganz abgesagt (Juli 1938). bild: associated press/keystone

Mittsommerfest (1935)

Im Rahmen des alten Mittsommerfest des Tsukuda-Schreins tragen Fischer das Mikoshi (tragbarer Shinto-Schrein) über den Fluss (01.09.1935). bild: associated press/keystone

Fischfang (1935)

Fischer in der Bucht von Tokio zu Beginn ihres Arbeitstags (1935). bild: associated press/keystone

Fimdokumente

«Modern Tokyo» (1935)

Video: YouTube/wimpy

«Nippon Contrasts» (1940)

Video: YouTube/British Pathé

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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    Alle Leser-Kommentare
  • speedy_86 28.02.2017 07:57
    Highlight Bringt Mal Bilder der Zerstörung deutschen Städte, französischer oder belgischer Ortschaften vor/nach der Befreiung, der Ostfront vor dem Krieg, nach der deutschen Eroberung und nach den russischen Rück-/Eroberungen. Der Abwurf von Brandsätzen auf Städte, die wie Tokio grösstenteils aus Holz und Papier bestanden, war so unangemessen wie die Vergewaltigung Nankings, das Flächenbombardement deutscher Städte oder die Gräuel der Einheit 731.
    Krieg bringt das hässlichste der Gesellschaft zum Vorschein (und in manchen Fällen das beste in einzelnen Menschen).
    2 0 Melden
  • Liselote Meier 27.02.2017 12:36
    Highlight Stimmt das Datum beim Bild "Kommunisten" wirklich?
    Die KP Japans wurde schon in den 20er verboten, Japan trat 1936 der Antikomintern bei 1940 wurde der Drei-Mächte-Pakt abgeschlossen. Ist die Aufnahme nicht eher nach 1945 entstanden als die KP Japans legalisiert wurde?
    Nehme nicht an, dass ein kommunistisches Plakat 1940 länger als 1 min gehangen hätte.
    12 0 Melden
    • Kian 27.02.2017 13:55
      Highlight Ich glaube, du hast recht. AP gibt zwar 1940 als Datum an, das Bild scheint aber Teil einer Sammlung über die unmittelbare Nachkriegszeit zu sein. Ich werde es aus dem Artikel entfernen. Danke für das wache Auge und den wertvollen Hinweis.
      9 0 Melden
  • rodolofo 27.02.2017 09:22
    Highlight Bei all der Freude darüber, dass der Eintritt der USA in den 2. Weltkrieg die Wende zu Ungunsten der Faschistischen Mächte Deutschland, Italien, Türkei und Japan gebracht hat, geht gerne vergessen, dass die US-Militärs mit unnötigen Flächenbombardierungen, bei denen sie viele Grossstädte in Schutt und Asche legten, sowie mit dem Abwurf zweier Atomwaffen selber das Zeitalter des US-Imperialismus und des US-Faschismus in den eroberten Kolonien eingeläutet haben!
    Auf der anderen Seite ist mit der Stalinistischen Sowjetunion eine pseudo-linke Kopie der USA entstanden.
    Faschismus double reloaded...
    13 7 Melden
    • tinmar 27.02.2017 18:14
      Highlight mensch, rodolofo, 70 jahre nach dem krieg .. und vielleicht gibts deinen "US-Faschismus" endlich wirklich! .. an dieser stelle schon mal ein großes dankeschön an donald trump von: rodolfo!
      1 5 Melden
    • rodolofo 27.02.2017 18:35
      Highlight @ tinmar
      Es ist naiv zu glauben, dass es den US-Faschismus erst seit Trump wirklich gibt!
      Sehen wir uns nur mal die Apartheid-Sklavenhaltergesellschaft im Süden der USA an und den sich hartnäckig haltenden Rassismus gegenüber Afro-Amerikanern!
      Das US-Imperium hat insbesondere Lateinamerika wie seinen Hinterhof behandelt und sich dort ständig eingemischt, mit der Stützung von Militärdiktaturen und mit dem Stürzen von demokratisch gewählten Linksregierungen (Chile), oder der Unterminierung mittels Konter-Revolutionärer Todes-Schwadronen.
      Die Übel haben sehr viel mit dem US-Faschismus zu tun!
      5 3 Melden
  • Markus Hofstetter 25.02.2017 22:07
    Highlight Ich trauere da eher Berlin nach. Ich glaube vor dem Krieg war das noch schön. Heute, naja. Im Allgemeinen wurden viele schöne Altstädte zerstört.
    30 24 Melden
    • Gelöschter Benutzer 27.02.2017 07:25
      Highlight Glaube es war schön? Naja,,,,
      7 3 Melden
    • AnnaFänger 27.02.2017 11:20
      Highlight Egal welche stadt es traff, tragisches sollte man nicht vergleichen oder in einer rangliste führen (so in der art das grass ist dort grüner als hier, bezogen auf den krieg), aber das ist ja nur meine persönliche meinung
      7 1 Melden
    • Markus Hofstetter 27.02.2017 17:04
      Highlight @deleted_821768081: Ich habe Fotos und Filme davon gesehen, wie es vor dem Krieg aussah. Und diese gefielen mir auf jeden Fall. Dennoch war ich logischerweise nie im Berlin der Vorkriegszeit und kann es deshalb nicht zu 100% sagen.

      @AnnaFänger: Klar, da hast Du recht. Das menschliche Leid war überall das gleiche. Ich habe das ganze hier lediglich von der Architektur her angeschaut.
      3 0 Melden
  • plapperi 25.02.2017 19:28
    Highlight Eine interessante Serie. Das verwendete Fotomaterial zeigt anschaulich in neuer Sichtweise, was alles unwiederbringlich verloren geht, wenn sich die Menschen auf kriegerische Auseinandersetzungen einlassen. Eigentlich ist es unerheblich, wer, wann, was und wo macht, bzw. gemacht wird. Eines wird hier klar aufgezeigt. Wir sind immer alle die Verlierer. Krieg kennt keine Gewinner.
    56 4 Melden
  • Ron Collins 25.02.2017 17:43
    Highlight Mal wieder ein guter Artikel. Super Bilder.
    41 6 Melden
  • Bot 25.02.2017 17:39
    Highlight Der Flötenspieler ist ein Komusō und er spielt die Shakuhachi. Ein schwieriges Instrument, hab es selbst auch versucht, aber sehr meditativ.
    33 0 Melden
    • Kian 27.02.2017 09:01
      Highlight Vielen Dank für diesen Input. Habe gerade den Wikipedia-Artikel dazu angeschaut. Stimmt es, dass es sich hier um buddhistische Mendikanten (Bettelmönche) handelt?
      4 1 Melden
  • Luca Brasi 25.02.2017 17:14
    Highlight Vielen Dank, Herr Ramezani. Ich fand die Bilder und Videos äusserst interessant.
    Beim ersten Video wird ja Tokio einerseits als Beleg für den Einfluss westlicher Kultur und Technologie genommen und die Verschmelzung zwischen Westen und Orient bewundert, andererseits ist auch ein wenig Angst zu spüren, weil die Entwicklung so rasant verläuft.
    Nach Pearl Harbour wird dann der Ton weitaus schärfer und die Ausbeutung Chinas, Koreas, etc. rückt ins Zentrum.
    Danke auch dafür, dass Sie auch das Kanto-Erdbeben in den Kontext brachten.
    35 1 Melden
  • Rendel 25.02.2017 16:17
    Highlight Der Titel ist überhaupt nicht tendenziös. Es war so. 50% von Tokio wurde von den USA dem Erdboden gleich gemacht. Es ist nur zu wenig bekannt, weil sich in den Köpfen vor allem die Atombomben auf Japan festgesetzt haben.
    31 24 Melden
  • MaxHeiri 25.02.2017 15:06
    Highlight Sehr schöne Bilder :)
    49 1 Melden
  • Waggis 25.02.2017 15:01
    Highlight Wieder so ein Fake-Titel von Watson! Ich habe im Artikel nichts darüber lesen können, wie die USA Tokio dem Erdboden gleichmachten! Auch muss ich diesbezüglich in der Geschichtsstunde geschlafen haben! Die Titel bei watson sind oft einfach irreführend und falsch! Ob bewusst oder nicht weiss ich nicht!
    34 138 Melden
    • Silent_Revolution 25.02.2017 15:40
      Highlight Ich weiss nicht ob der Titel geändert wurde aber: "so schön war Tokio bevor" bedeutet ja eben gerade dass sich der Artikel nicht mit der Bombardierung sondern der Zeit davor befasst.

      Alles ok mit diesem Titel also, wie gesagt sofern da vorher kein anderer war.

      Anscheinend hast du im Geschichtsunterricht nicht nur geschlafen, sondern warst gar nicht erst anwesend.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Luftangriffe_auf_Tokio
      68 13 Melden
    • kleiner_Schurke 25.02.2017 15:41
      Highlight Ja da hast wohl echt geschlafen. Tokyo wurde sehr stark bombiert. https://de.wikipedia.org/wiki/Luftangriffe_auf_Tokio
      52 4 Melden
    • The Destiny 25.02.2017 15:53
      Highlight Also ich habe bei dem Titel einen vorher-nachher vergleich erwartet.
      29 13 Melden
    • Caturix 25.02.2017 16:04
      Highlight Ist ja auch egal in der Zwischenzeit hätten sie sowieso selber viel abgerissen. Und die Bombardierung dafür sind sie auch selber schuld.
      30 72 Melden
    • Silent_Revolution 25.02.2017 16:13
      Highlight Caturix

      Ja klar, die getroffene Zivilbevölkerung war selber schuld.
      56 20 Melden
    • SemperFi 25.02.2017 18:16
      Highlight @goschi: GIDF, drei Clicks und Sie können Ihre Wissenslücken stopfen bevor Sie kommentieren.
      16 3 Melden
    • SuicidalSheep 25.02.2017 19:21
      Highlight Der Titel ist nicht falsch, aber doch sehr Clickbait...
      17 6 Melden
    • SemperFi 25.02.2017 19:32
      Highlight Entschuldigung goschi, mein Kommentar ging an Waggis, nicht an Sie.
      8 1 Melden
    • Silent_Revolution 25.02.2017 19:41
      Highlight Suicidal

      Auf eine gewisse Weise muss ein Titel ja ansprechen und soll zum näheren Betrachten animieren.

      Wenn dann plötzlich Titten im Profilbild von Kian erscheinen oder der Bezug zum Schwerpunkt des Themas verloren geht, dann darf schon kritisiert werden.

      Hier finde ich es etwas deplaziert. Ist aber auch nur meine Meinung.
      16 0 Melden
  • goschi 25.02.2017 14:56
    Highlight Wieso wird im Titel direkt vorwerfend auf die USA Bezug genommen, im Artikel wird dann aber zuerst einmal erläutert, dass ein Erdbeeben davor bereits den grössten Teil der historischen Stadt zerstörte?

    Das ist völlig unnötige unsachliche, billige Stimmungsmache.

    Man könnte, wenn man schon auf das wiederaufgebaute Tokio Bezug nehmen möchte, wenigstens neutral schreiben "bevor es im 2. Weltkrieg grossflächig zerstört wurde".
    Was aber immer noch in Diskrepanz zum ersten Drittel des Artikels stünde.
    66 43 Melden
    • SemperFi 25.02.2017 18:03
      Highlight Wieso soll man nicht sagen dürfen, dass die Amerikaner das wieder aufgebaute Tokio bombardiert haben? Das hat nichts mit Stimmungsmache zu tun, das ist Fakt.
      34 14 Melden
    • goschi 25.02.2017 18:34
      Highlight c'est le ton qui fait la musique
      10 18 Melden
    • Gelöschter Benutzer 26.02.2017 06:56
      Highlight Du und Lowend solltet euch zusammen tun, beide stört ihr euch daran dass der Titel die Amerikaner als Täter darstellt. Vielleicht wurde dieser Titel gewählt weil er kürzer als "So schön war Tokyo bevor es im zweiten Weltkrieg zerstört wurde" ist. Und jeder kennt ja die Geschichte, man muss kaum "So schön war Tokyo bevor die USA verdientermassen aufgrund der von Japan verübten Gräueltaten die Stadt zerbombten" schreiben.
      14 1 Melden
    • goschi 26.02.2017 13:41
      Highlight Nein, es geht darum, dass es für den Artikel nicht relevant ist, wer, was, wieso, warum die Stadt zerstört hat.
      Die kernaussage des Artikels will sein, wie Tokyo früher aussah, die Kernaussage des Titels ist aber, dass die USA Schuld sind.

      Neutrales Journalismus wäre darum bedacht, tendenziöser Journalismus packt eben gewünschte Aussagen in jede mögliche Plattform.
      3 13 Melden
    • Nick Name 26.02.2017 23:09
      Highlight goschi, wenn alle Journis immer für alle Arten von dermassen überinterpretierenden Lesenden schreiben müssten, könnten sie es gleich sein lassen.
      Schreiben, was ist: Diese Maxime gilt nach wie vor. Der Titel ist journalistisch absolut korrekt und nicht tendenziös.
      9 3 Melden
  • Lowend 25.02.2017 14:41
    Highlight Wunderschöne Fotos von einer wunderbaren, alten Stadt, aber ich habe selten eine tendenziösere Überschrift gelesen!

    Faktisch ist es zwar richtig, weil die Amis Tokio bombardierten, aber Japan war Verbündeter von Nazi-Deutschland und hat die USA zuerst bei Pearl Harbour, mit hinterhergereichter Kriegserklärung, in den 2. Weltkrieg hineingezogen.

    Echt, Kian, aber Japan so quasi als das unschuldige Opfer der Amerikaner darzustellen ist meiner Meinung nach Geschichtsklitterung und wer so reisserisch und tendenziös titelt, erweist dem momentanen Vertrauensverlust in die Medien einen Bärendienst!
    76 35 Melden
    • The Destiny 25.02.2017 15:58
      Highlight Wie du sagst ist es faktisch richtig.

      "Faktisch ist es zwar richtig, weil die Amis Tokio bombardierten, aber Japan war Verbündeter von Nazi-Deutschland und hat die USA zuerst bei Pearl Harbour, mit hinterhergereichter Kriegserklärung, in den 2. Weltkrieg hineingezogen."

      Daher muss der Titel auch nicht geändert werden.

      Von unschuldigem Opfer steht nirgendwo etwas, das ist deine Interpretation.

      Was ich vermisse in diesem Artikel ist der vorher-nachher Vergleich. Von dem Erdbeben und dem US-angriff.
      23 22 Melden
    • Lowend 25.02.2017 16:21
      Highlight Wer die Geschichte nicht kennt, könnte implizieren, dass böse Amis Tokio zerstört haben.

      Ich moniere ja auch nicht, das der Titel falsch ist, sondern dass er reisserisch und klickgeil daherkommt.

      Wäre Kian Ganser kann ich mir solche Titel vorstellen. Dann würde sogar stehen: ... bevor der militärisch-indusrtielle Komplex der Kriegsnation USA Tokio zerstörte."

      Bei einem erfahrenen Journalisten wie Kian erwarte ich mir aber mehr Fingerspitzengefühl, ausser er wird nach Klicks bezahlt, wie es bei Tamedia angedacht wird. Dann gilt natürlich je reisserischer, desto geiler für's Portemonnaie.
      28 22 Melden
    • The Destiny 25.02.2017 17:55
      Highlight @Lowend, haben die Amerikaner jetzt Tokyo zerstört oder nicht ?

      Sie haben.

      Ganser hat in diesem Artikel nichts zu suchen, also halten sie ihn da raus.

      Es steht sachlich und obejktiv, "So schön war Tokio, bevor die USA es dem Erdboden gleichmachten"

      Es steht nicht: Die pösen USA haben das schöne Tokio der guten Japaner dem Erdboden gleichgemacht.

      Kian hat vielleicht aus mangel an Fotos auch noch einige ältere genommen die vor dem Erdbeben gemacht wurden, weil sie gut zu dem Artiekl passen und hat diese ja auch so beschriftet.
      18 8 Melden
    • The Destiny 25.02.2017 17:56
      Highlight Anstatt nur zu nörgeln biete eine Alternative...
      11 4 Melden
    • SemperFi 25.02.2017 18:15
      Highlight Lowend, ich weiss nicht, was Sie geritten hat. Bei allem Verständnis, aber was Sie hier äussern ist doch ziemlich menschenverachtend. Während die Japaner haben in Pearl Harbour militärische Ziele bombardiert haben, kamen bei der Operation Meetinghouse mehr als 100'000 Menschen ums Leben (Angaben des United States Strategic Bombing Survey). Das waren Alte, Junge, Kinder, aber ganz sicher alles Menschen. Solche Bombardierungen, egal ob London, Warschau, Dresden, Nagasaki oder Tokio sind Kriegsverbrechen. Was an diesem Artikel Geschichtsklitterung sein soll ist mir schleierhaft.
      23 11 Melden
    • Alnothur 05.03.2017 14:18
      Highlight "Wer die Geschichte nicht kennt, könnte implizieren, dass böse Amis Tokio zerstört haben." Böse Amis haben rein aus Rachegefühlen auch noch viele andere Städte dem Erdboden gleichgemacht, auch wenn es militärisch bedeutungslos war. Siehe z.B. Dresden.
      2 1 Melden

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