Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Geheimkammer in Tutanchamuns Grab: Archäologen hoffen Nofretetes Mumie zu finden

30.11.15, 13:58 30.11.15, 15:07


Radaranalysen im Grabmal des Pharaos Tutanchamun in Ägypten haben die Hoffnungen von Archäologen bestärkt, dass sich hinter den Mauern eine Geheimkammer befinden könnte – womöglich der Grabraum der legendären Königin Nofretete.

Es bestehe eine «90-prozentige Chance», dass es eine «weitere Kammer, ein anderes Grab hinter dem Grabmal von Tutanchamun» gebe, sagte der ägyptische Antikenminister Mamduh Eldamati am Samstag während einer Pressekonferenz in Luxor. Experten hatten zuvor zwei Tage lang mit hochleistungsfähigen Radargeräten und Infrarot-Wärmekameras die Nordwand des Grabs untersucht.

Eldamati sprach von «vorläufigen» Erkenntnissen, die von dem japanischen Wissenschaftler Hiroaki Watanabe erst noch genauer analysiert werden müssten. Das werde etwa einen Monat dauern.

Der britische Archäologe Nicholas Reeves sagte, die Untersuchungen an den Nordwand «scheinen darauf hinzuweisen, dass es einen deutlichen Unterschied zwischen dem harten Fels und etwas anderem gibt, das möglicherweise ein leerer Raum ist». «Die Schlussfolgerung ist, dass es eine Erweiterung des Grabs von Tutanchamun jenseits der Nordwand gibt», sagte der Forscher.

Viele Objekte aus Gold im Grab

Tutanchamun war nach neunjähriger Herrschaft 1324 vor Christus im Alter von 19 Jahren gestorben. Sein Grabmal befindet sich im Tal der Könige in der Nähe von Luxor im Süden Ägyptens. Es wurde 1922 von dem britischen Archäologen Howard Carter entdeckt. Anders als viele andere Pharaonengräber war es nicht bereits ausgeplündert, sondern enthielt mehr als 5000 intakte Objekte, davon viele aus Gold.

Das Tal der Könige in Luxor.
Bild: Wikimedia Commons

Nofretete, von der eine weltberühmte Büste im Ägyptischen Museum in Berlin ausgestellt ist, war die Gemahlin von Pharao Echnaton, des Vaters von Tutanchamun. Die Gebeine der für ihre Schönheit gerühmten Königin wurden nie gefunden.

Möglicherweise wurde Nofretetes Grab geteilt

Dass Nofretetes Grabkammer hinter dem Grab Tutanchamun versteckt sein könnte, lässt sich laut Reeves möglicherweise mit dem plötzlichen Tod des Jungherrschers erklären. Weil damals kein angemessenes Grab zur Verfügung gestanden habe, könnten die Priester auf die Idee verfallen sein, das Grab der Nofretete wieder zu öffnen und zu teilen.

Doku: «Tutanchamun – Das Geheimnis des Pharao.»
YouTube/Dokumentation24

Im September hatten Eldamati und Reeves bereits angekündigt, dass sie nach unentdeckten Kammern im Grab des Tutanchamun suchen würden. Eldamati nimmt an, dass in einer solchen Geheimkammer Nofretete begraben liegt. Reeves vermutet eher, dass dort eine andere Ehefrau von Echnaton beigesetzt wurde. Eldamati kündigte in jedem Fall die «Entdeckung des 21. Jahrhunderts» an und setzte für Samstag die Pressekonferenz in Luxor an, um die vorläufigen Ergebnisse der Suchaktion zu verkünden.

«Wir müssen dorthin kommen, ohne das Grab oder die Grabmalereien zu beschädigen», sagte Eldamati. Die Archäologen könnten «in drei Monaten» die Geheimkammer erreichen, möglicherweise aber auch erst später. (dhr/sda/afp)

Doku: «Nofretete – Tod einer Herrscherin.»
YouTube/cliphai. de

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Isabelle Eberhardt, die Schweizerin, die als Mann durch die Wüsten Nordafrikas zog

Nur 27 Jahre alt ist diese faszinierende Frau geworden, die sich in toten Landschaften stets am lebendigsten fühlte.

Unter diesem anarchistischen Diktat wächst das Mädchen auf, in dessen Genfer Geburtsschein steht: «Fille naturelle» von Nathalie Eberhardt – die etwas nettere französische Bezeichnung für eine uneheliche Tochter. Isabelle bekommt nicht den Familiennamen de Moerder, ihr muss der Mädchenname ihrer Mutter genügen. Denn Madame de Moerder hat an diesem 17. Februar 1877 zum zweiten Mal ein Kind zur Welt gebracht, das sie mit ihrem Hauslehrer Alexander Trofimowski gezeugt hat.

Fünf Jahre zuvor ist er …

Artikel lesen