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Erdogan stellt die türkische Grenze zu Griechenland in Frage – und das hat einen Grund

12.05.18, 15:58 13.05.18, 07:23

Thomas Paul / sda



Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan lässt nach dem Putschversuch von 2016 gegen ihn Zehntausende Anhänger der Gülen-Bewegung aus dem Staatsdienst entlassen und Tausende einsperren, ausserdem sitzen über hundert unliebsame Journalisten im Gefängnis. Aber auch die Grenze zu Griechenland stellt er in Frage. Warum?

epa06714866 A handout photo made available by the Turkish Presidential Press Office on 06 May 2018 shows Turkish President Recep Tayyip Erdogan (L) delivering a speech during the Istanbul ordinary congress of the 'Justice and Development Party' (AKP) in Istanbul, Turkey, 06 May 2018. President Erdogan announced that Turkey will hold snap elections on 24 June 2018. The presidential and parliamentary elections were scheduled to be held in November 2019, but government has decided to change the date following the recommendation of the Nationalist Movement Party (MHP) leader Devlet Bahceli.  EPA/TURKISH PRESIDENTAL PRESS OFFICE HANDOUT HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Erdogan spricht am 6. Mai in Istanbul am Parteitag seiner AKP. Bild: EPA/TURKISH PRESIDENTAL PRESS OFFICE

In der Republik Türkei herrschte jahrzehntelang die Auffassung vor, dass das Land mit dem Vertrag von Lausanne aus dem Jahr 1923 und den darin garantierten Grenzen gut leben könne – ganz anders als mit denjenigen aus dem Diktat-Frieden von Sèvres von 1920.

Grenzen Türkei Vertrag von Sèvres

Die Grenzen aus dem Vertrag von Sèvres. Bild: wikicommons/Don-kun [CC BY-SA 3.0]

Dieser hatte das unterlegene Osmanische Reich nach dem Willen der Siegermächte Grossbritannien und Frankreich zu einem anatolischen Rumpfstaat machen wollen – ohne einen Teil der Mittelmeerküste und weite Teile in Ostanatolien, die an Armenier und Kurden gehen sollten.

Inseln «mit unseren Moscheen»

Inseln «mit unseren Moscheen» seien 1923 an Griechenland abgetreten worden, lamentierte Erdogan im Herbst 2016 in einer Rede vor Dorfvorstehern.

Mit dem Vertrag von Lausanne wurden 1923 fast sämtliche Ägäis-Inseln – auch solche beinahe in Rufweite vor der türkischen Küste – Griechenland zugeschlagen. Dies, nachdem in einem erzwungenen Bevölkerungstausch rund 1,5 Millionen Griechen ihr Siedlungsgebiet auf dem türkischen Festland verlassen mussten und etwa eine halbe Million Türken griechischen Boden.

epa06373661 Greek President Prokopis Pavlopoulos (R) talks with his Turkish counterpart Recep Tayyip Erdogan (L) during a meeting at the Presidential Mansion in Athens, Greece, 07 December 2017. Turkish President Recep Tayyip Erdogan's visit to Greece, the first visit of a Turkish president to Greece after more than six decades, is extremely important, according to diplom atic sources, at a time when the state of Turkey's relations with the European Union and the United States makes it important to upgrade the Athens-Ankara bilateral communications channel to address crises, reduce tension and manage regional challenges.  EPA/SIMELA PANTZARTZI / POOL

Erdogan und der griechische Präsident Prokopis Pavlopoulos im Dezember 2017. Bild: EPA/ANA-MPA POOL

Was jahrzehntelang von Ankara akzeptiert war – die türkischen Staatsgrenzen nach dem Vertrag von Lausanne 1923 – stellte Erdogan aber erst kürzlich bei einem Treffen mit dem griechischen Präsidenten Prokopis Pavlopoulos im Dezember vergangenen Jahres in Athen erneut in Frage: Er forderte von Griechenland eine «Aktualisierung» des Vertrages.

Welcher Teufel hatte den türkischen Staatschef dabei geritten, mag man sich in Athen, und nicht nur dort, gefragt haben.

Nur ein Ablenkungsmanöver?

Maurus Reinkowski, Professor am Seminar für Nahoststudien an der Universität Basel, sieht in Erdogans Verhalten eher ein Ablenkungsmanöver als einen ernsthaften Anspruch, wie er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA sagt – ein Ablenkungsmanöver, aber auch eine Kursänderung gegenüber dem Neo-Osmanismus, wie ihn Ahmet Davutoglu, der frühere Aussenminister (2009-2014) und Ministerpräsident (2014-2016) unter Präsident Erdogan, vertreten hat.

Maurus Reinkowski, Professor am Seminar für Nahoststudien an der Universität Basel

Maurus Reinkowski screenshot: srf.ch

In den 2010er Jahren habe sich in der von Erdogans Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung (AKP) gestellten Regierungselite die Meinung herausgebildet, dass die so genannte Sykes-Picot-Ordnung, die nach dem Ersten Weltkrieg mit willkürlich gezogenen Interessengrenzen zwischen den imperialen Mächten Grossbritannien und Frankreich entstand und die dann die neu erstandenen Mandate und späteren Staaten – darunter Syrien, Jordanien, Israel und Irak – definierte, ungerecht sei.

Die Karte von Mark Sykes und François Georges-Picot 

Sykes Picot karte samt unterschriften

(rechts unten findest du ihre Unterschriften) Bild: [Public domain] via Wikimedia Commons

Diese türkische Forderung nach einer Revision betraf aber nur die östliche arabische Welt, vor allem Syrien und Irak. Von der griechisch-türkischen Grenze war noch nicht die Rede. Warum aber jetzt die Ägäis? Die Gründe für Erdogans übermässige Forderungen scheinen innen- wie auch aussenpolitisch motiviert zu sein.

Suche nach neuem Feindbild

Braucht Erdogan vielleicht nur ein weiteres Feindbild? Feindbilder seien natürlich immer wirksam, wenn man die eigene Bevölkerung mobilisieren und von wirtschaftlichen und anderen Problemen ablenken wolle, sagt Reinkowski.

Die Ägäis-Inseln lagen zwar über Jahrhunderte hinweg innerhalb des osmanischen Herrschaftsgebietes, waren aber immer griechisch geprägt und besiedelt, betont Reinkowski. Die Türkei könne also auf diese Inseln keine identitätspolitischen Ansprüche erheben. Allgemeine historische Ansprüche verfingen nicht, denn in diesem Falle sollte die Türkei viel eher Makedonien, Kosovo oder Albanien für sich zurückfordern.

Türkische Invasion unwahrscheinlich

Eine türkische Invasion der Ägäis-Inseln sieht Reinkowski darum «derzeit ausserhalb jeder realen politischen Kalkulation». Die westliche Staatengemeinschaft würde einen solchen türkischen Übergriff nicht hinnehmen, ist er überzeugt.

Turkey's President Recep Tayyip Erdogan makes a speech during the re-opening ceremony of the Spice Bazaar following restoration in Istanbul, Friday, May 4, 2018. Turkey holds presidential elections on June 24, 2018. (AP Photo/Lefteris Pitarakis)

Erdogan baut sich eine Drohkulisse. Bild: AP/AP

Griechenland werde also Erdogans Verhalten eher als Drohkulisse werten für konkrete Forderungen wie die Auslieferung türkischer Offiziere, die sich nach dem Putschversuch vom Juli 2016 nach Griechenland geflüchtet haben, oder die Umsetzung der Visa-Freiheit für türkische Staatsbürger durch die EU, meint Reinkowski.

Der Hinweis Erdogans auf die aus seiner Sicht zu Unrecht Griechenland zugeschlagenen Ägäis-Inseln, habe «sicherlich auch etwas mit dem Flüchtlingspakt zu tun», mit dem die EU den Migrantenstrom aus dem Nahen und Mittleren Osten übers Mittelmeer eindämmen wollte, meint Reinkowski. Der türkische Präsident habe so «den Druck und die Drohkulisse erweitern» wollen.

Als Modell abgeschrieben

Dass das verbale Gepolter des türkischen Präsidenten in den vergangenen Monaten, wenn nicht Jahren, Schaden angerichtet hat, lässt sich nicht übersehen. Die Entfremdung zwischen der Türkei auf der einen Seite und der Nato, den USA und der EU auf der anderen Seite sei schon weit fortgeschritten, meint Reinkowski. Und: «Die Türkei als vielversprechendes Projekt und als Modellfall der Vereinbarkeit von Islam und Demokratie ist längst abgeschrieben.»

Zugleich erschienen die Andeutungen, die Nato unter Umständen verlassen zu wollen, «mehr als nur eine der so üblich gewordenen Drohungen», sagt der Basler Islamwissenschaftler. (sda)

Bei Anruf Erdogan - Bizarres Vorgehen in der Türkei

Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • Rolf Laun 13.05.2018 14:25
    Highlight Wir müssen Erdogan Stoppen, wann wird dagegen etwas unternommen ? Es bilden sich schon Grupierungen von Deutschland gegen Deutschland

    https://www.amazon.de/Erdogan-König-Herrscher-Deutschland-Teil-ebook/dp/B07D1TVDP3/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1526212799&sr=8-1&keywords=erdogan+könig
    1 2 Melden
  • swisskiss 13.05.2018 10:02
    Highlight Nur das übliche Wahllampfgeschwätz des Herrn Erdogan.

    Wie völlig hilflos Erdogan auf der internationalen Bühne ist, zeigt der erfolglose Versuch Gülen aus den USA zu kriegen.

    Eine polternde Nebelpetarde mit irgendwelchen revisonistischen Forderungen um im eigenen Land den "starken Mann" zu geben und damit von der Tatsache abzulenken, dass die Türkei als einer der wichtigsten Handelspartner des Irans und dem entsprechenden Grenzverkehr, einer der Hauptleitragenden der neuen Sanktionsverschärfungen der USA ist.

    Kein Wunder äussert sich Erdogan lieber zu Grenzziehungen, als zu den Sanktionen
    6 1 Melden
  • kuwi 12.05.2018 22:48
    Highlight Erdogan ist ein grössenwahnsinniger Irrer, der nicht noch mehr Macht erhalten sollte. Viele Türken denken genau so. Ich bin gespannt auf das Wahlresultat.
    57 3 Melden
  • Rumbel the Sumbel 12.05.2018 21:28
    Highlight Erdogan ist der gleiche Kriegstreiber wie viele andere Politiker. Oder nennen wir es Machtbesessen. Finger weg von Beitritt in die EU.
    64 9 Melden
  • EvilBetty 12.05.2018 21:22
    Highlight Türkische Version vom Reichsbürger?
    46 8 Melden
  • Ueli der Knecht 12.05.2018 20:05
    Highlight Indem man die Verträge von Lausanne und Sèvres in Frage stellt, stellt man auch Israels Existenzrecht und Ansprüche der Kurden, Yesiden, Armenier uva. in Frage.

    Die Fehler der Alten brachten uns blutige Konflikte.

    "Als wir siegten und die neue Welt dämmerte, da kamen die alten Männer und nahmen unseren Sieg. Die Jugend konnte siegen, aber nicht den Sieg bewahren; sie war erbärmlich schwach gegenüber dem Alter. Wir dachten, wir hätten für einen neuen Himmel und für eine neue Welt gearbeitet, und sie dankten uns freundlich und machten ihren Frieden."
    -T. E. Lawrence (http://bit.ly/2jSSOGt)
    30 15 Melden
  • Cerulean 12.05.2018 19:45
    Highlight Ob Erdoghan wirklich von einer Invasion absieht hängt wohl von der Innenpolitischen Stabilität ab - und von seiner Rationalität (für die er nicht gerade bekannt ist). Ausserdem muss man auch seine Erfahrungen bezüglich westlicher Interventionen bedenken:
    - In Afrin schaut man tatenlos zu
    - Russland wurde nach der Annektion der Krim lediglich mit Sanktionen bestraft
    - Der Norden Zyperns (Zypern ist notabene EU-Mitglied) ist nach wie vor illegal von der Türkei besetzt und die illegale Umsiedlung türkischer Staatsbürger nach Nordzypern ist auch alles andere als legal

    Da schaut der Westen auch zu
    101 8 Melden
    • neoliberaler Raubtierkapitalist 12.05.2018 22:30
      Highlight Sobald die EU die Türkei aus der Zollunion wirft, haben die ein richtig grosses Problem. Die Türkei könnte man nämlich als Mexiko der EU bezeichnen.
      Griechenland ist zudem als NATO-Mitglied theoretisch geschützt.
      Ein Angriff wäre wohl sehr verwunderlich und das Gequatsche reicht für die Anhänger sowieso.
      27 2 Melden
    • bokl 12.05.2018 22:43
      Highlight Dein Zypern-Argument zieht nicht. Die Teilung war lange vor dem EU-Beitritt.

      Der Rest ist nur heisse Luft. Die Türkei liebäugelt gerne mit Russland. Aber ein Angriff auf NATO-Gebiet ist selbstmörderisch.
      27 3 Melden
  • N. Y. P. 12.05.2018 19:10
    Highlight Die Entfremdung zwischen der Türkei auf der einen Seite und der Nato, den USA und der EU auf der anderen Seite sei schon weit fortgeschritten, meint Reinkowski.

    Und der Schweiz.
    27 4 Melden
  • Löffel Stephan 12.05.2018 18:55
    Highlight Also Türkei und alle die Länder gehören eigentlich zu Rom, denn früher gab es das römische Reich. Also nichts da mit Griechenland und Türkei.
    Aber Merkel würde nur mit den Äuglein zwinkern und nichts tun, wenn die Türkei ihre Krakenhände nach Griechenland ausstecken würde.
    Nehmt endlich die Atomwaffen von dort weg. Der Typ ist gefährlich. Merkt ihrs, ich bin im ErdoWahn. So ein Megapsycho
    37 16 Melden
    • Molon Lave 14.05.2018 13:56
      Highlight Ja früher gab es auch keine Schweiz ;-) Die Kultur war seit Jahrtausenden griechisch geprägt (Philosophen, sogar der Samichlaus), auch die Römer, "wurden" griechisch. Das oströmische Reich, auch Byzanz genannt, war immer Hort der griechischen Kultur. Die Renaissance ist auch dem Umstand zu verdanken, dass sich die griechische Intelligenzia nach dem Fall Konstantinopels 1453 mit den Antiken Schriften nach Florenz absetzte, was zu einer Blüte sondergleichen führte und vor allem für die westliche Welt bis heute anhält.
      5 0 Melden
    • Löffel Stephan 14.05.2018 14:52
      Highlight ja stimmt und auf Wiki gibt es aus der näheren Vergangenheit auch einen Eintrag über die Habsburger. Es ist auch sehr spannend, das ganze Chaos anzuschauen.

      Wenn man nach Osten schaut, haben die Chinesen noch viel extremere Dinge getan. Von wegen Reichsverschiebungen.
      Also das Beste wäre, man gucke in die Zukunft und lässt die Vergangenheit bleiben, sonst gilt man als ewig Gestrig.

      Leider verstehen das viele Kombatanten nicht. Betrifft auch Gaza Getümmel.

      Aber ich denke, es geht wie immer um Geld und Macht und alles andere sind blöde Rechtfertigungen.

      Krieg ist einfach Schei.....
      1 0 Melden
  • Super 12.05.2018 18:11
    Highlight Erdogan führt die Türkei in die komplette Isolation. Schade für die offenen und sakulären Türken, die müssen wohl noch einige Jahrezehnte auf einen echten Wandel warten.
    125 5 Melden
    • TheRealSnakePlissken 13.05.2018 06:13
      Highlight Nicht zwingend: Erdowahn wird nicht ewig leben und er hat scheint‘s keinen Nachfolger aufgebaut. Seine Söhne scheinen nicht die hellsten zu sein und die AKP ist ein reines Machtvehikel ohne ideologischen Kern.
      9 0 Melden
    • Rolf Laun 13.05.2018 14:27
      Highlight Sehr gut beschrieben, es gibt aber Deutsche die sich ebenfalls das was in der Türkei vor sich geht in Deutschland wünschen.

      https://www.amazon.de/Erdogan-König-Herrscher-Deutschland-Teil-ebook/dp/B07D1TVDP3/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1526212799&sr=8-1&keywords=erdogan+könig
      2 1 Melden
    • Löffel Stephan 14.05.2018 15:02
      Highlight Ich mag die Türken eigentlich schon. Nur den kriminellen Erdogan, der Stimmen durch Gewalt und Unterdrückung erzwingt, und auf diese Art immer wieder gewählt wird, mag ich nicht.
      Das ist keine Demokratie.

      Aber diese sage ich nur, weil es mir so von der "unabhängigen" Presse zugetragen ist . Wo sonst soll ich meine Infos her bekommen.

      Wenn ich dies von der Schweiz lesen würde, wäre es kaum glaubhaft. Was aber im Hintergrund alles abläuft und die Presse nicht erfährt ?

      Deshalb braucht es eine Freie Presse. Die gerne überall ein wenig schnüffeln darf. Das tut dem System gut.
      1 0 Melden
  • Walser 12.05.2018 18:05
    Highlight Nun werden wohl die optimistischsten Friedenstauben merken was es geschlagen hat. Die westliche Welt muss letztlich einfach militärisch stark sein und geeignete Bündnisse eingehen. Die Geschichte wiederholt sich immer und immer wieder und der Mensch ist und bleibt ein egoistisches Raubtier.
    32 6 Melden
  • Oh Dae-su 12.05.2018 17:22
    Highlight Erdogan erzählt doch nur was seine Wähler hören wollen. Es gibt viele ewig-gestrige Türken, die noch nicht so recht verstanden haben, dass das Osmanische Reich Vergangenheit ist und auch nicht wieder zurückkommen wird.
    40 5 Melden

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