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Der Meeresspiegel steigt? Ja, aber dennoch steht weniger Land unter Wasser als vor 30 Jahren



Aqua Monitor: Landgewinn und -Verlust weltweit

Landgewinn (grüne Pixel) und Zunahme der Wasserfläche (blaue Pixel) weltweit. Karte: Deltares.nl

17 Zentimeter: Um so viel ist, allein im letzten Jahrhundert, der Meeresspiegel gestiegen – vermutlich aufgrund der Klimaerwärmung. Pro Jahr steigt er derzeit um durchschnittlich 3,2 Millimeter. Gleichwohl ist in den letzten 30 Jahren an den Küsten eine Landzunahme zu beobachten. 

Dieses überraschende Resultat stammt aus einer Untersuchung des niederländischen Forschungsinstituts Deltares, die im Fachblatt «Nature Climate Change» publiziert wurde. Die Wissenschaftler analysierten Satellitenbilder, um die Verteilung von Land und Wasser äusserst genau zu kartographieren. Die Veränderungen trugen sie in einer neuen webbasierten Applikation ein, dem «Aqua Monitor»

Viermal die Fläche der Schweiz

Insgesamt, also nicht nur an den Meeresküsten, sind seit 1985 rund 115'000 Quadratkilometer Land unter Wasser gekommen. Demgegenüber sind im gleichen Zeitraum etwa 173'000 Quadratkilometer Wasser trockengelegt worden – mehr als viermal die Fläche der Schweiz

Die Gründe für diese Veränderungen sind nur zum Teil auf direktes menschliches Eingreifen zurückzuführen. Auch natürliche Schwankungen und die Effekte der Klimaerwärmung spielen dabei eine Rolle. 

Aqua Monitor: Landgewinn vs. Landverlust Niederlande

Hier hat künstlicher Landgewinn Tradition: Küste der Niederlande. Besonders deutlich: Maasvlakte 2, eine Erweiterung des Hafens Rotterdam.  Bild: Deltares.nl

Die grösste Zunahme von Wasserflächen haben die Forscher im tibetischen Hochland festgestellt. Der Grund dafür könnte im vermehrten Abschmelzen von Gletschereis liegen. Ebenfalls in Asien, beim Aralsee, fand der grösste Landgewinn statt – dieses einst riesige Gewässer ist in den letzten Jahren durch Austrocknung massiv geschrumpft.

Aqua Monitor: Landgewinn vs. Landverlust Hochland von Tibet

Zunahme von Wasserflächen: Hochland von Tibet. Karte: Deltares.nl

Aqua Monitor: Landgewinn bzw. Landverlust Aralsee

Der einst mächtige Aralsee (r.) trocknet aus. Karte: Deltares.nl

Ebenfalls bedeutende Landgewinne gab es im Persischen Golf: Dort fallen die künstlichen Halbinseln und Inseln vor der Küste Dubais ins Gewicht, die als Touristenresorts aufgeschüttet wurden. 

Aqua Monitor: Landgewinn bzw. Landverlust Dubai

Künstliche Inseln und Halbinseln vor der Küste Dubais.  Bild: Deltaares.nl

Der Aqua Monitor steht allen Interessierten zur freien Verfügung. Ein Blick auf die Schweiz zeigt, dass hier ebenfalls Landgewinne zu verzeichnen sind; am deutlichsten am Vierwaldstättersee: 

Aqua Monitor: Landgewinn bzw. Landverlust Vierwaldstättersee

Am Vierwaldstättersee wurde besonders das Reussdelta im Urnersee weiter aufgeschüttet.  Bild: Deltaares.nl

(dhr)

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27Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Miner49er 22.09.2016 23:10
    Highlight Highlight 99,84% aller Kohlenstoff auf der Erde ist bereits als Sedimente in der Lithosphäre sequestriert. Die Ozeane wandeln CO2 fast so schnell zu Carbonat, wie es ausgegeben wird. Alles andere ist Sophistik oder Massenhysterie .

    Eine moderne Kohlekraftwerk emittiert wenig Schadstoffe außer Wasserdampf und Kohlendioxid. Kohle bleibt die niedrigsten Kosten und zuverlässigste Quelle für elektrische Energie.
  • Miner49er 22.09.2016 23:07
    Highlight Highlight Hier ist der Grund. Fossile Brennstoffe emittieren nur 3% der gesamten CO2-Emissionen. 95% stammen aus Pflanzen verrotten. Alle Umgebungs CO2 in der Atmosphäre wird umgehend in den Ozeanen umgewandelt Kalkstein und andere Karbonate. CO2 + CaO => CaCO3. Die Umwandlungsrate steigt mit zunehmender CO2-Partialdruck. Ein Gleichgewicht such Mechanismus.

  • Miner49er 22.09.2016 23:06
    Highlight Highlight Der Klimawandel ist eine falsche Prämisse für Kohlendioxid-Emissionen zu regulieren. Natur wandelt CO2 Kalkstein. Der Klimawandel werden oder nicht auftreten kann, ist aber ist sicher verursacht werden, nicht durch menschliche Nutzung fossiler Brennstoffe. Es gibt keine empirischen Belege dafür, dass fossile Brennstoffe Verwendung Klima auswirkt. Wahrscheinliche Ursachen sind an anderer Stelle gut dokumentiert.

  • Miguel1 03.09.2016 19:10
    Highlight Highlight Was interessant wäre, ob das abgetrotzte Land von Süsswasswer oder Salzwasser umgeben ist.
  • dracului 02.09.2016 20:57
    Highlight Highlight Fühle mich gerade wie ein Okologe beim Betrachten von Röntgenbilder: zwischem Tragik und Faszination.
  • Donald 02.09.2016 08:29
    Highlight Highlight Zwar ein Detail aber trotzdem falsch: Die Künstlichen Inseln vor Dubai sind grösstenteils zum normalen Wohnen und nicht für Touristenresorts.
    • Daniel Huber 02.09.2016 09:14
      Highlight Highlight Danke für den Hinweis, das wusste ich nicht.
  • angelozehr 02.09.2016 08:14
    Highlight Highlight Haha Landgewinne durch austrocknende Seen und aufschüttende Saudis? Sehr beruhigend.
  • Fabio74 02.09.2016 07:52
    Highlight Highlight Seltsamer Artikel. Der Landgewinn entstand durch massive Eingriffe des Menschen.
    Dies zum Vergleich mt dem Anstieg des Meeresspiegels zu vergleichen,ist reichlich naiv
  • lilie 02.09.2016 07:35
    Highlight Highlight Ähm - soll das eine gute Nachricht sein?: Die Meere fressen langsam das Land auf, während die Seen austrocknen?

    Das klingt für mich nicht gerade verheissungsvoll... 😟
  • Einer Wie Alle 02.09.2016 07:29
    Highlight Highlight Der Titel klingt so als wäre das was gutes
    • Daniel Huber 02.09.2016 09:19
      Highlight Highlight Es ist in seiner Gesamtheit weder etwas Gutes noch etwas Schlechtes; es kommt auf die einzelnen Fälle an: Der Landgewinn durch die Maasvlakte ist vermutlich eher positiv, während die Austrocknung des Aralsees eine ökologische Katastrophe ist
    • henkherrmann 02.09.2016 11:13
      Highlight Highlight Ich finde das auch reisserisch gemacht. Es spielt auf die Klimadebatte an und stellt doch nur ein Tool vor. Gut, die "Gewinner"-Rethorik würde Herr Huber laut Kommentar unten zurücknehmen. Doch eben, die tiefere Einsicht in die Ursachen und Folgen bzw. eine Einordnung zum Klimawandel (oder eben nicht) wird nicht gegeben ...
      Nur ein Link zu den eigenen Artikeln, wäre schon mehr Kontext gewesen: http://www.watson.ch/Sport/Olympia%202016/645953472-Der-Gewichtheber-aus-Kiribati-tanzt-nicht-vor-Freude--sondern-weil-sein-Land-im-Meer-versinkt

  • saukaibli 02.09.2016 07:15
    Highlight Highlight Ob im Fall des Aralsees "Landgewinn" das richtig Wort ist? Es wären wohl eher Wasserverlust, Elendszunahme oder ganz einfach menschgemachte Umweltkatastrophe die richtigen Worte.
    • Bolly 02.09.2016 08:20
      Highlight Highlight War auch mein Gedanke, wenn man diesen trostlosen Boden jetzt sieht, was nützt einem Landgewinn, wenn kein Wasser mehr da ist um es wieder grün werden zu lassen. 😕. Wo zu viel/zu wenig Wasser oder zu viel/zu wenig Land ist, leider immer etwas. Egal ob Mensch oder Natur.
      Das Gleichgewicht stimmt einfach nicht mehr.
    • Hoppla! 02.09.2016 08:59
      Highlight Highlight Da kann man unterschiedlicher Meinung sein: http://www.tagesschau.de/inland/weltwasserwoche-101.html
    • Daniel Huber 02.09.2016 09:48
      Highlight Highlight @saukaibli: Stimmt, vielleicht hätte ich das Wort in Anführungszeichen setzen sollen. «Gewinn» steht hier einzig für «Zunahme», ohne positive Konnotation. Denn die Austrocknung des Aralsees ist tatsächlich eine – menschengemachte – ökologische Katastrophe.
  • compuking 02.09.2016 07:13
    Highlight Highlight Evtl ist der Meersespiegel ja auch so stark gestiegen weil man so viel mehr Land hat. Irgendwo muss das Wasser ja hin, was man verdrängt hat...

    Oder habe ich da einen grossen Denkfehler drin?
    • Saadedine Greber Anita 02.09.2016 08:06
      Highlight Highlight Ganz genau das habe ich mir auch als erstes gedacht !!!
    • Bolly 02.09.2016 08:22
      Highlight Highlight Gute Frage....🤔. Warum Blize? Würde mich auch Wunder nehmen. Ist ja keine doofe Frage...wenn man sich wie ich damit nicht auskennt?
    • Maragia 02.09.2016 08:27
      Highlight Highlight Ich denke nicht, dass dieser kleine Landgewinn eine so starke Auswirkung hätte.
    Weitere Antworten anzeigen
  • ali_der_aal 02.09.2016 06:57
    Highlight Highlight Und was bitte soll positiv sein an der ganzen sache? Der artikel ist so geschrieben als wäre dieser landgewinn positiv??
    Und vonwegen ohne menschliches eingreifen.. ich wage zu behaupten, dass mindestens 90% dieser Landgewinne auf menschliches Eingreifen zurückzuführen ist...

Schluss mit Lügen! So lässt sich die ganze Welt allein mit grüner Energie versorgen

Klimaskeptiker und Erdöl-Lobbyisten liegen falsch: Der komplette Verzicht auf fossile Brennstoffe ist nicht nur möglich, sondern langfristig günstiger.

Szenarien zur zukünftigen Energieversorgung habe es auch vor dieser Studie schon gegeben, schreibt Zeit Online, die die Ergebnisse vor der Veröffentlichung am Freitag einsehen konnte. Das Besondere sei der Umfang der Daten, auf denen die LUT-Studie basiere:

Anders als andere hätten die Forscher keine Jahresdurchschnittswerte genutzt, sondern stundengenaue Wetterdaten eines Beispieljahres. «So konnten sie prüfen, wann Engpässe drohen und wie man sie ausgleichen kann.»

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