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Der Meeresspiegel steigt? Ja, aber dennoch steht weniger Land unter Wasser als vor 30 Jahren

02.09.16, 06:25 02.09.16, 06:37

Landgewinn (grüne Pixel) und Zunahme der Wasserfläche (blaue Pixel) weltweit. Karte: Deltares.nl

17 Zentimeter: Um so viel ist, allein im letzten Jahrhundert, der Meeresspiegel gestiegen – vermutlich aufgrund der Klimaerwärmung. Pro Jahr steigt er derzeit um durchschnittlich 3,2 Millimeter. Gleichwohl ist in den letzten 30 Jahren an den Küsten eine Landzunahme zu beobachten. 

Dieses überraschende Resultat stammt aus einer Untersuchung des niederländischen Forschungsinstituts Deltares, die im Fachblatt «Nature Climate Change» publiziert wurde. Die Wissenschaftler analysierten Satellitenbilder, um die Verteilung von Land und Wasser äusserst genau zu kartographieren. Die Veränderungen trugen sie in einer neuen webbasierten Applikation ein, dem «Aqua Monitor»

Viermal die Fläche der Schweiz

Insgesamt, also nicht nur an den Meeresküsten, sind seit 1985 rund 115'000 Quadratkilometer Land unter Wasser gekommen. Demgegenüber sind im gleichen Zeitraum etwa 173'000 Quadratkilometer Wasser trockengelegt worden – mehr als viermal die Fläche der Schweiz

Die Gründe für diese Veränderungen sind nur zum Teil auf direktes menschliches Eingreifen zurückzuführen. Auch natürliche Schwankungen und die Effekte der Klimaerwärmung spielen dabei eine Rolle. 

Hier hat künstlicher Landgewinn Tradition: Küste der Niederlande. Besonders deutlich: Maasvlakte 2, eine Erweiterung des Hafens Rotterdam.  Bild: Deltares.nl

Die grösste Zunahme von Wasserflächen haben die Forscher im tibetischen Hochland festgestellt. Der Grund dafür könnte im vermehrten Abschmelzen von Gletschereis liegen. Ebenfalls in Asien, beim Aralsee, fand der grösste Landgewinn statt – dieses einst riesige Gewässer ist in den letzten Jahren durch Austrocknung massiv geschrumpft.

Zunahme von Wasserflächen: Hochland von Tibet. Karte: Deltares.nl

Der einst mächtige Aralsee (r.) trocknet aus. Karte: Deltares.nl

Ebenfalls bedeutende Landgewinne gab es im Persischen Golf: Dort fallen die künstlichen Halbinseln und Inseln vor der Küste Dubais ins Gewicht, die als Touristenresorts aufgeschüttet wurden. 

Künstliche Inseln und Halbinseln vor der Küste Dubais.  Bild: Deltaares.nl

Der Aqua Monitor steht allen Interessierten zur freien Verfügung. Ein Blick auf die Schweiz zeigt, dass hier ebenfalls Landgewinne zu verzeichnen sind; am deutlichsten am Vierwaldstättersee: 

Am Vierwaldstättersee wurde besonders das Reussdelta im Urnersee weiter aufgeschüttet.  Bild: Deltaares.nl

(dhr)

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30Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Miner49er 22.09.2016 23:10
    Highlight 99,84% aller Kohlenstoff auf der Erde ist bereits als Sedimente in der Lithosphäre sequestriert. Die Ozeane wandeln CO2 fast so schnell zu Carbonat, wie es ausgegeben wird. Alles andere ist Sophistik oder Massenhysterie .

    Eine moderne Kohlekraftwerk emittiert wenig Schadstoffe außer Wasserdampf und Kohlendioxid. Kohle bleibt die niedrigsten Kosten und zuverlässigste Quelle für elektrische Energie.
    1 0 Melden
  • Miner49er 22.09.2016 23:07
    Highlight Hier ist der Grund. Fossile Brennstoffe emittieren nur 3% der gesamten CO2-Emissionen. 95% stammen aus Pflanzen verrotten. Alle Umgebungs CO2 in der Atmosphäre wird umgehend in den Ozeanen umgewandelt Kalkstein und andere Karbonate. CO2 + CaO => CaCO3. Die Umwandlungsrate steigt mit zunehmender CO2-Partialdruck. Ein Gleichgewicht such Mechanismus.

    0 0 Melden
  • Miner49er 22.09.2016 23:06
    Highlight Der Klimawandel ist eine falsche Prämisse für Kohlendioxid-Emissionen zu regulieren. Natur wandelt CO2 Kalkstein. Der Klimawandel werden oder nicht auftreten kann, ist aber ist sicher verursacht werden, nicht durch menschliche Nutzung fossiler Brennstoffe. Es gibt keine empirischen Belege dafür, dass fossile Brennstoffe Verwendung Klima auswirkt. Wahrscheinliche Ursachen sind an anderer Stelle gut dokumentiert.

    0 0 Melden
  • Miguel1 03.09.2016 19:10
    Highlight Was interessant wäre, ob das abgetrotzte Land von Süsswasswer oder Salzwasser umgeben ist.
    2 0 Melden
  • dracului 02.09.2016 20:57
    Highlight Fühle mich gerade wie ein Okologe beim Betrachten von Röntgenbilder: zwischem Tragik und Faszination.
    3 1 Melden
  • Donald 02.09.2016 08:29
    Highlight Zwar ein Detail aber trotzdem falsch: Die Künstlichen Inseln vor Dubai sind grösstenteils zum normalen Wohnen und nicht für Touristenresorts.
    15 8 Melden
    • Daniel Huber 02.09.2016 09:14
      Highlight Danke für den Hinweis, das wusste ich nicht.
      13 0 Melden
  • angelozehr 02.09.2016 08:14
    Highlight Haha Landgewinne durch austrocknende Seen und aufschüttende Saudis? Sehr beruhigend.
    94 1 Melden
  • kleiner_Schurke 02.09.2016 08:07
    Highlight 4 mal die Fläche der Schweiz? Die Schweiz macht 1/12'000enstel der Landfläche der Welt aus, ergo beträgt der Landzuwachs 4/12'000enstel oder 3 Promille, also verschwindend wenig und für den Planeten von keinerlei Relevanz.
    12 6 Melden
    • FlowLander 02.09.2016 09:11
      Highlight erklär das mit "keinerlei relevanz" mal den holländern oder anderen von erosion betroffenen personen
      16 4 Melden
    • kleiner_Schurke 02.09.2016 11:09
      Highlight Die Holländer so wie die Bewohner des Nordfriesischen Watt scheine mir mit Erosion keine Probleme zu haben. Vielmehr wurden die Technologie zum Bau von Deichen wesentlich verbessert. Die Insel Hiddensee und der Ostsee wächst beständig da die Erosion schwächer ist als die Verlandung.
      9 0 Melden
  • Fabio74 02.09.2016 07:52
    Highlight Seltsamer Artikel. Der Landgewinn entstand durch massive Eingriffe des Menschen.
    Dies zum Vergleich mt dem Anstieg des Meeresspiegels zu vergleichen,ist reichlich naiv
    38 7 Melden
  • lilie 02.09.2016 07:35
    Highlight Ähm - soll das eine gute Nachricht sein?: Die Meere fressen langsam das Land auf, während die Seen austrocknen?

    Das klingt für mich nicht gerade verheissungsvoll... 😟
    73 0 Melden
  • Einer Wie Alle 02.09.2016 07:29
    Highlight Der Titel klingt so als wäre das was gutes
    70 3 Melden
    • Daniel Huber 02.09.2016 09:19
      Highlight Es ist in seiner Gesamtheit weder etwas Gutes noch etwas Schlechtes; es kommt auf die einzelnen Fälle an: Der Landgewinn durch die Maasvlakte ist vermutlich eher positiv, während die Austrocknung des Aralsees eine ökologische Katastrophe ist
      31 4 Melden
    • henkherrmann 02.09.2016 11:13
      Highlight Ich finde das auch reisserisch gemacht. Es spielt auf die Klimadebatte an und stellt doch nur ein Tool vor. Gut, die "Gewinner"-Rethorik würde Herr Huber laut Kommentar unten zurücknehmen. Doch eben, die tiefere Einsicht in die Ursachen und Folgen bzw. eine Einordnung zum Klimawandel (oder eben nicht) wird nicht gegeben ...
      Nur ein Link zu den eigenen Artikeln, wäre schon mehr Kontext gewesen: http://www.watson.ch/Sport/Olympia%202016/645953472-Der-Gewichtheber-aus-Kiribati-tanzt-nicht-vor-Freude--sondern-weil-sein-Land-im-Meer-versinkt

      7 1 Melden
  • saukaibli 02.09.2016 07:15
    Highlight Ob im Fall des Aralsees "Landgewinn" das richtig Wort ist? Es wären wohl eher Wasserverlust, Elendszunahme oder ganz einfach menschgemachte Umweltkatastrophe die richtigen Worte.
    106 4 Melden
    • Bolly 02.09.2016 08:20
      Highlight War auch mein Gedanke, wenn man diesen trostlosen Boden jetzt sieht, was nützt einem Landgewinn, wenn kein Wasser mehr da ist um es wieder grün werden zu lassen. 😕. Wo zu viel/zu wenig Wasser oder zu viel/zu wenig Land ist, leider immer etwas. Egal ob Mensch oder Natur.
      Das Gleichgewicht stimmt einfach nicht mehr.
      14 0 Melden
    • Hoppla! 02.09.2016 08:59
      Highlight Da kann man unterschiedlicher Meinung sein: http://www.tagesschau.de/inland/weltwasserwoche-101.html
      3 2 Melden
    • Daniel Huber 02.09.2016 09:48
      Highlight @saukaibli: Stimmt, vielleicht hätte ich das Wort in Anführungszeichen setzen sollen. «Gewinn» steht hier einzig für «Zunahme», ohne positive Konnotation. Denn die Austrocknung des Aralsees ist tatsächlich eine – menschengemachte – ökologische Katastrophe.
      19 0 Melden
  • compuking 02.09.2016 07:13
    Highlight Evtl ist der Meersespiegel ja auch so stark gestiegen weil man so viel mehr Land hat. Irgendwo muss das Wasser ja hin, was man verdrängt hat...

    Oder habe ich da einen grossen Denkfehler drin?
    18 37 Melden
    • Saadedine Greber Anita 02.09.2016 08:06
      Highlight Ganz genau das habe ich mir auch als erstes gedacht !!!
      0 19 Melden
    • Bolly 02.09.2016 08:22
      Highlight Gute Frage....🤔. Warum Blize? Würde mich auch Wunder nehmen. Ist ja keine doofe Frage...wenn man sich wie ich damit nicht auskennt?
      7 13 Melden
    • Maragia 02.09.2016 08:27
      Highlight Ich denke nicht, dass dieser kleine Landgewinn eine so starke Auswirkung hätte.
      19 3 Melden
    • Moe Mentmal 02.09.2016 08:40
      Highlight Du hast die Antwort ja schon geliefert. 😀
      Bei der Masse an Wasser in den Weltmeeren (70% der Erdoberfläche und bis zu 11km Tiefe) sind die paar zusätzliche Tausend km2 Land an der Oberfläche vernachlässigbar.
      Aber ruf mal bei FOX 'news' in den USA an und schreib ein Wir-sind-nicht-schuld-dran-Buch darüber. Da lässt sich ordentllch Kohle machen mit. 😉
      16 1 Melden
    • Fumo 02.09.2016 08:52
      Highlight Könnt ihr ganz einfach herausfinden.
      Wenn ihr einen Gegenstand aus dem Wasser nehmt, steigt dann der Pegel oder sinkt es?

      Würde also die "Landzunahme" das Meeresspiegel beeinflussen, dann würde es eher sinken. Weil ja weniger Masse darin ist.
      1 17 Melden
    • Hoppla! 02.09.2016 09:00
      Highlight Wenn du einen Stein in die Badewanne schmeisst, wird sich der Pegel wohl nicht sehr signifikant erhöhen.
      12 2 Melden
    • Bolly 02.09.2016 09:00
      Highlight Würde es allgemein wissen ob es denn so wäre, ein Schiff das im Wasser ist verdrängt ja auch Wasser. Dort kommt es ja auch auf die Größe an. Klein zu klein, groß zu groß.
      0 6 Melden
    • der Mann 02.09.2016 09:22
      Highlight Wasser Verdunsted oder Versickert...und das Meer ist ja bekanntlich salzig und Seen ausser dem toten und dem kaspischen Meer bestehen aus Süsswasser...
      3 4 Melden
  • Kaakwurst 02.09.2016 06:57
    Highlight Und was bitte soll positiv sein an der ganzen sache? Der artikel ist so geschrieben als wäre dieser landgewinn positiv??
    Und vonwegen ohne menschliches eingreifen.. ich wage zu behaupten, dass mindestens 90% dieser Landgewinne auf menschliches Eingreifen zurückzuführen ist...
    47 9 Melden

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