Wissen

Der erste Zyklon im Jemen: «Chapala».
Bild: AP/NASA

Auf einmal fällt im Jemen Regen von sieben Jahren: Satellitenbild zeigt zerstörerischen «Chapala»

«Chapala» war ein zerstörerischer Sonderling: Der erste Zyklon im Jemen seit Beginn der Aufzeichnungen brachte so viel Regen, wie dort sonst in sieben Jahren fällt.

08.11.15, 04:13 08.11.15, 09:41

Ein Artikel von

Über dem Arabischen Meer sind tropische Wirbelstürme eine Rarität. Nur etwa alle zwei Jahre entstehen die Ungetüme; deutlich seltener als in anderen tropischen Gewässern. Die Luft östlich von Afrika ist gewöhnlich zu trocken – die wasserdampfgetriebenen Energiebündel kommen nicht in Fahrt.

Diese Woche zog ein Zyklon, wie die Wirbel in der Region heissen, bis nach Arabien. «Chapala» war erst der dritte Zyklon seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen 1979, der die Arabische Halbinsel getroffen hat – und der erste seither über dem Jemen.

Wüstenluft schwächte «Chapala»

«Chapala» war ein zerstörerischer Sonderling. Er brachte der Küstenregion binnen zwei Tagen so viel Regen, wie dort normalerweise in sieben Jahren fällt, berichten die Vereinten Nationen. Mit örtlich 610 Millimetern, sammelte sich in 48 Stunden mehr Niederschlag, als in Berlin im Jahr fällt.

Mit 250 km/h wütete «Chapala» über dem Ozean, in Böen sogar noch stärker. Die 350 Kilometer von der Küste liegende Insel Socotra wurde schwer getroffen: Mehr als 200 Menschen wurden verletzt, zahlreiche Häuser beschädigt.

Kurz bevor er an Land ging, erfuhr «Chapala» eine Schwächung –trockene Wüstenluft strömte in den Wirbel, raubte ihm einen Teil seiner Feuchteenergie. Mit Orkanstärke von mehr als 120 km/h stürmte «Chapala» am Dienstag über die Küste Jemens. Ungefähr eine Million Menschen waren laut UNO betroffen.

Und jetzt kommt «Megh»

Der Sturm hatte tödliche Folgen: Mindestens acht Menschen seien ums Leben gekommen, sagte der Regierungsvertreter Mohammed al-Amudi am Donnerstag. Fünf Menschen seien ertrunken, drei weitere von abstürzenden Trümmern erschlagen worden. Etwa 40 Menschen seien verletzt worden; 3000 Familien durch den Zyklon aus ihren Häusern vertrieben worden. Verkehrsverbindungen hätten schweren Schäden erlitten.

Unterdessen haben Satelliten einen weiteren Zyklon über dem Arabischen Meer erspäht: «Megh» könnte Mittwoch die jemenitische Küste erreichen – jenen Teil, den «Chapala» verschont hat. (boj)

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Baba 10.11.2015 10:46
    Highlight ...aber nein, das Klima verändert sich nicht. Überhaupt nicht...
    0 0 Melden

Europas Supervulkan rumort: Stehen die Phlegräischen Felder vor dem Ausbruch?

Der Boden hebt sich und zittert, Gase strömen heraus – der Supervulkan Phlegräische Felder (Campi Flegrei) in Italien wird unruhig. Steht ein Ausbruch bevor?

Den italienischen Vulkan Vesuv südöstlich von Neapel kennt jeder – weniger bekannt ist, dass in der Nähe ein noch gefährlicherer Gigant die Metropolregion bedroht: der Supervulkan Phlegräische («Brennende») Felder (ital. Campi Flegrei).

Kein Vulkankegel verrät, dass westlich von Neapel riesige Mengen Magma im Untergrund brodeln. Beim letzten grossen Ausbruch vor 39'000 Jahren stürzte die Erdkruste ein, nachdem sich die riesige Magmakammer entleert hatte. Zurück blieb ein zwölf Kilometer …

Artikel lesen