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Reise eines Eisbergs: B31 am Rand der Amundsen-See im Südpolarmeer.  Bild: Nasa

Satellitenbild der Woche

Antarktischer Eisgigant treibt nach Westen

Seit etwa einem Jahr treibt ein riesiger Eisberg im Südpolarmeer, Forscher verfolgen seinen Weg genau. Ein aktuelles Satellitenbild zeigt, wie der Gigant namens B31 Richtung Westen driftet.

01.12.14, 11:51 01.12.14, 12:45

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In Europa wird es Winter, in der Antarktis ist es umgekehrt. Dort ist Sommer, am 21. Dezember hat die Sonne ihren höchsten Stand erreicht. Dann kann es 24 Stunden am Tag sonnig sein, aber schon jetzt herrschen optimale Bedingungen für Satellitenbilder. So entstand am 22. November erneut eine Aufnahme von B31 – einem gewaltigen Eisberg, der vor einem Jahr vom antarktischen Pine-Island-Gletscher abbrach und seither im Südpolarmeer treibt. 

Forscher verfolgen seine Bewegungen und Ausmasse genau. B31 ist beeindruckend: Mit einer Länge von 33 Kilometern und einer Breite von 20 Kilometern ist der Eisberg fast so gross wie das Stadtgebiet Hamburgs. Seit seiner Abtrennung vom Pine-Island-Gletscher veränderte sich seine Grösse nach Angaben des National Ice Center (NIC) kaum. Zum Vergleich: Kurz nachdem er sich im November 2013 gelöst hatte, mass er 35 mal 20 Kilometer. 

Die Forscher erwarten, dass der Eisberg weiter nach Westen abdriftet. Noch ist unklar, warum B31 vom Pine-Island-Gletscher abbrach. Der Gletscher transportiert jedes Jahr viele Tonnen Eis vom Westen der Antarktis in Richtung Amundsen-See. Er ist 250 Kilometer lang, rund zwei Kilometer dick und 175'000 Quadratkilometer gross. Doch in den vergangenen zwei Jahrzehnten nahm seine Ausdehnung rapide ab. Forscher befürchten, der Riese könnte womöglich ganz verschwinden und damit auch zum globalen Meeresspiegelanstieg beitragen. (khü)

B31 vor (28. Oktober 2013, oben) und nach seiner Trennung vom Pine Island Gletscher (13. November 2013, unten).  Bild: reuters/X00653

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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