Wissen

Der Monster-Eisberg «A68» hat sich am Schelfeis verklemmt

10.08.17, 06:34 10.08.17, 07:27

Der vor einem Monat in der Westantarktis abgebrochene Eisberg A68 hat sich bisher kaum von der Stelle bewegt. Die Strömung habe noch keine Angriffsfläche am Giganten gefunden, um ihn mit sich fortzutreiben, erklärte eine Polar- und Meeresforscherin.

Der Eisberg wackelt in der Bucht im Larsen-C-Schelfeis hin und her .Bild: EPA/GERMAN AEROSPACE CENTER

«Im Moment scheint er nicht richtig weg zu kommen», sagte Daniela Jansen, Glaziologin am Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, der Nachrichtenagentur DPA. A68 ist einer der grössten Eisberge, die je beobachtet wurden. Er wiegt laut AWI mehr als eine Gigatonne und hat eine Fläche von 5800 Quadratkilometern.

Der Eisberg wackle in der Bucht im Larsen-C-Schelfeis hin und her, die durch seine Ablösung in der Zeit vom 10. bis 12. Juli entstanden war, sagte Jansen. Dabei habe sich der Koloss bereits ein bisschen gedreht, so dass sich der Spalt zur Schelfeiskante in Richtung Süden schon verbreitert habe. Schelfeis schwimmt auf dem Meer, wird von Gletschern gespeist und wächst immer weiter ins Meer, bis Teile abbrechen.

Die Wissenschaftlerin rechnet nun damit, dass sich an der Position des Eisbergs erst im antarktischen Sommer etwas ändern werde. Jetzt im Winter drücke zu viel Meereis gegen den Giganten. Im Sommer verziehe sich das zu Eis gefrorene Meerwasser vor der Küste. (sda/dpa)

Die Klimaerwärmung

Mehr Tropennächte, weniger Schnee – Schweiz reagiert besonders empfindlich auf Klimawandel

Forscher wollen Anpassung des Menschen an extremes Klima ergründen

Meeresplankton reagiert gemäss ETH-Forschern auf Turbulenzen

Klimawandel verändert Geschlechtsmerkmal bei Vögeln

Wo bleibt das Sauwetter? Die Schweiz erlebt den trockensten Winter seit 40 Jahren

Australischer Sommer stellte über 200 neue Rekorde auf

20 Vorher-nachher-Bilder, die zeigen, wie krass wir unsere Welt verändert haben

Neuer US-Umweltchef zweifelt menschlichen Einfluss bei Klimawandel an

Viele Korallen am Great Barrier Reef bereits tot

Alle Artikel anzeigen
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
2
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hugo Wottaupott 10.08.2017 13:14
    Highlight Free Iceberg!
    6 0 Melden
  • pamayer 10.08.2017 11:57
    Highlight Und ich habe als erstes gelesen:

    "Der Monster-Eisberg «A68» hat sich an Selfies verklemmt."

    😎😎😎
    9 1 Melden

Das Geschäft mit der Katastrophe – wie der Klimawandel instrumentalisiert wird

Sturmschäden bei der Bahn? Versicherungen wieder teurer? Konzerne geben gerne dem Klimawandel die Schuld, auch wenn es dafür keine Belege gibt. Leider lassen sich auch Wissenschaftler dafür einspannen.

Die jüngsten Herbst- und Winterstürme führten Zugreisende an ihre Geduldsgrenzen. Der Bahnverkehr hat mit auf Schienen gestürzten Bäumen und Schnee zu kämpfen. Die Kunden nahmen es hin, immerhin ist die Bahn ja Opfer der Wetterkapriolen, die wegen des Klimawandels immer extremer werden. Oder?

Der Deutschen Bahn kommt diese Annahme entgegen. Sie verhindert, dass die Aufmerksamkeit auf die eigentlichen Ursachen für die vielen Behinderungen fällt, die bei der Bahn selbst zu suchen sind. Kein …

Artikel lesen