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Im Laufe der Zeit kam die Treuebeziehung mehr und mehr in Mode. Aber warum eigentlich? Bild: shutterstock

Glücklich mit nur einem Partner: Forscher erklären, warum die meisten von uns monogam leben

Im weitaus grössten Teil der westlichen Gesellschaft leben die Menschen monogam. Forscher haben nun eine Theorie entwickelt, warum das so ist.

13.04.16, 10:55 13.04.16, 11:19

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Früher ging es manchmal hoch her, so ist es in unzähligen historischen Quellen zu lesen. Selbst in der Bibel verteilte etwa Abraham seine Liebe grosszügig unter gleich mehreren Damen, um die Nachkommenschaft zu sichern. Und auch anderswo in der Menschheitsgeschichte durften Männer mehrere Frauen heiraten, mit ihnen leben und Kinder zeugen. Wohl kaum einer hätte sich an der Vielweiberei gestört – so ist es in einigen Gesellschaften schliesslich noch heute.

Doch zumindest im allergrössten Teil der westlichen Welt setzte sich irgendwann die Monogamie durch, die Treuebeziehung zwischen Mann und Frau kam in Mode. Warum es dazu gekommen ist, haben nun Forscher aus Kanada und Deutschland in einer Computersimulationen ergründet.

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Die Wissenschaftler glauben, dass sexuell übertragbare Krankheiten mit zur Herausbildung monogamer Gesellschaften beigetragen haben. Dies schliessen sie aus Computersimulationen, welche die Bevölkerungsentwicklung und den Einfluss von Infektionskrankheiten darauf abbilden. Sie stellen ihre Untersuchung im Fachblatt Nature Communications vor.

Syphilis, Gonorrhö oder Chlamydien

Als die Landwirtschaft aufkam und die Menschen sesshaft wurden, setzte sich in einigen Gemeinschaften die Monogamie als soziale Norm durch – und zwar sehr erfolgreich. Ein Grossteil des weltweiten Bevölkerungswachstums der vergangenen Jahrhunderte gehe auf solche monogamen Gruppen zurück, schreiben Chris Bauch von der University of Waterloo in Kanada (Provinz Ontario) und Richard McElreath vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig.

Warum die Monogamie in diesen Gemeinschaften entstand, war bisher noch weitgehend unklar. Mit Computersimulationen haben die Forscher nun ihre These von sexuell übertragbaren Krankheiten als Ursache untersucht. Sie fütterten ihre Modelle mit Angaben zur Bevölkerungsstruktur und -entwicklung in kleinen und grösseren Gruppen sowie mit Daten zur Ausbreitung der Geschlechtskrankheiten. Ausserdem gaben sie dem Modell bestimmte Vorgaben, etwa wie sich unter verschiedenen Umständen Paare bilden oder wie viel Nachwuchs sie bekommen.

Die Simulationen stützen folgende Theorie: Krankheiten wie Syphilis, Gonorrhö oder Chlamydien-Infektionen führten häufig zu Unfruchtbarkeit und können damit die Entwicklung einer Population entscheidend beeinflussen. In kleineren Gruppen mit nicht mehr als 30 Erwachsenen verschwänden solche Infektionskrankheiten relativ schnell wieder, da weitere Ansteckungskandidaten fehlten. Sie hätten mithin kaum Folgen für die Sozialstruktur solcher Gemeinschaften.

Dauerproblem in den Städten

In grösseren Gruppen, wie sie mit den sesshaften bäuerlichen Gemeinschaften entstanden, würden sexuell übertragbare Krankheiten hingegen schnell zum Dauerproblem. Unfruchtbarkeit nehme zu, was die Menschen mit nur einem Sexualpartner letztlich begünstigte.

Die Verbreitung ansteckender Krankheiten könne die Entwicklung sozialer Normen erheblich beeinflussen, erläutert Bauch in einer Mitteilung seiner Universität. Soziale Normen seien jedoch ein komplexes Phänomen. Vermutlich gebe es mehrere Mechanismen, die Monogamie gefördert hätten. Die Abnahme häuslicher und anderer Konflikte als Folge monogamer Beziehungen hätten vermutlich ebenfalls monogame Gruppen gestärkt. (joe/dpa)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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    Alle Leser-Kommentare
  • dracului 13.04.2016 20:34
    Highlight Diese Studie scheint mir nicht alles zu erklären. Setzt sich aktuell nicht die sequentielle Monogamie oder das "Lebensabschnittpartner-Modell" immer mehr durch? Zudem werden bspw. Bordelle nicht nur von Single-Personen besucht. Mir scheint, dass es den grossen Wunsch nach einem "sicheren Hafen" in Form von einem Langzeitpartner gibt, aber die lebenslange "Fortpflanzungsgemeinschaft" nicht immer konsequent gelebt wird ...
    7 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 13.04.2016 16:28
    Highlight Vielleicht wollte wir aber auch mehr wie Pinguine sein, Monogamie in der Tierwelt ist ja oft bei Vögeln ( hihi vögeln) zu beobachten :)
    22 1 Melden
    • Grabeskaelte 13.04.2016 17:47
      Highlight Nicht wirklich... Gehört auch ins Reich der mittlerweile korrigierten Mythen. Seit DNA-Analysen möglich sind hat man auch das korrigiert. Der Anteil der fremdgezeugten Vögel beträgt teilweise bis zu 70%.
      http://www.zeit.de/2011/15/Ps-Treue-Interview
      5 0 Melden
  • Darki 13.04.2016 14:30
    Highlight "Monogamie bezeichnet die lebenslange exklusive Fortpflanzungsgemeinschaft zwischen zwei Individuen einer Art."
    -http://de.wikipedia.org/wiki/Monogam

    Da es bei mir weder etwas "lebenslanges" noch so etwas wie eine "Fortpflanzungsgemeinschaft" gibt, nein, ich bin nicht monogam :-P
    13 2 Melden
    • Human 13.04.2016 14:55
      Highlight Sag niemals nie
      7 1 Melden
    • Grabeskaelte 13.04.2016 23:44
      Highlight Es gibt dazu auch die serielle Monogamie, welche ebenfalls wenig mit Fortpflanzung zu tun hat lieber Darki ;-)
      3 0 Melden

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