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12,6 Prozent der befragten Piloten zeigten Anzeichen von Depressionen. Bild: BENOIT TESSIER/REUTERS

Viele Piloten haben Depressionen und suchen keine Hilfe

15.12.16, 02:00 15.12.16, 06:15


Im März 2015 liess ein deutscher Copilot seine Germanwings-Maschine in den französischen Alpen zerschellen – wohl, weil er psychisch krank war. Eine neue Studie zeigt nun: Viele Piloten könnten psychische Probleme haben. Aber die Forschung erweist sich als schwierig.

«Es gibt einen Schleier der Verschwiegenheit um psychische Probleme im Cockpit»

Hunderte Piloten weltweit könnten einer neuen Studie zufolge an Depressionen leiden – aber aus Angst vor Problemen im Job keine Hilfe suchen. Bei mehr als jedem zehnten Pilot, der an einer anonymen Online-Studie der Elite-Universität Harvard teilnahm, seien Anzeichen für eine Depression erkennbar, berichteten die Forscher. Ihre Studie veröffentlichten sie im Fachjournal «Environmental Health».

Vier Prozent berichten von Suizidgedanken

«Wir haben herausgefunden, dass viele Piloten, die derzeit fliegen, mit depressiven Symptomen kämpfen, und es könnte sein, dass sie keine Hilfe suchen, weil sie Angst vor negativen Auswirkungen auf ihre Karriere haben», sagte der Hauptautor der Studie, Assistenzprofessor Joseph Allen.

«Es gibt einen Schleier der Verschwiegenheit um psychische Probleme im Cockpit.» Wegen des Stigmas um das Thema sei auch Forschung nicht einfach.

An der anonymen Online-Studie nahmen 3500 Piloten aus mehr als 50 Ländern teil, rund die Hälfte davon beantwortete auch die Fragen zu ihrer psychischen Verfassung. Davon zeigten 12,6 Prozent Zeichen von Depression, rund vier Prozent berichteten von Suizidgedanken innerhalb der vergangenen zwei Wochen – besonders diejenigen, die hohe Dosen von Schlafmitteln nahmen, oder sexuell oder verbal belästigt worden waren.

350 Millionen leiden an Depressionen

Weltweit leiden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO rund 350 Millionen Menschen an Depressionen.

In der Schweizer Bevölkerung erkrankt jeder Fünfte mindestens einmal im Leben an einer affektiven Störung, so ein Bericht des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums (Obsan) von 2013.

Ein psychisch kranker deutscher Copilot hatte im März des vergangenen Jahres eine Germanwings-Maschine in den französischen Alpen absichtlich zum Absturz gebracht. Dabei waren alle 150 Insassen der Maschine getötet worden. (sda/dpa)

Der Absturz von Germanwings 4U9525 in Frankreich

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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23Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Marco Rohr 15.12.2016 09:10
    Highlight Titel: 'Viele Piloten haben Depressionen ...'
    Intro-Text: 'Piloten könnten Depressionen haben ...'
    Text: '12.6% zeigten Zeichen von Depressionen...'

    Kein weiterer Kommentar ;)
    46 5 Melden
  • Triumvir 15.12.2016 08:38
    Highlight Und trotzdem wehrt sich die Pilotenvereinigung gegen die zwei Mann resp. Frau-Regel im Cockpit. Eine Lockerung und/oder Abschaffung kommt in meinen Augen deshalb nicht in Frage!
    4 17 Melden
    • valiii 15.12.2016 17:30
      Highlight Ich bin Pilot. Habe ich da etwas nicht mitbekommen?
      9 1 Melden
  • Der müde Joe 15.12.2016 08:25
    Highlight Eine Depression kann jeden treffen, egal welchen Beruf er ausübt, oder wie gebildet er ist. Tragisch ist nur, dass viele Menschen mit Depressionen dann als "Psycho" abgestempelt werden. Darum haben viele Angst es zuzugeben. Ich kenne in meinem Umfeld eine Person mit Depressionen und das schlimmste für sie ist, dass viele sie meiden deswegen. Dabei ist es gerade für Betroffene wichtig soziale Kontakte zu haben.
    27 1 Melden
  • Pius C. Bünzli 15.12.2016 07:43
    Highlight heutzutage scheint jeder depresiv sein zu müssen..
    9 63 Melden
    • Ton 15.12.2016 08:45
      Highlight Typische Bünzli Aussage.
      34 1 Melden
    • Pius C. Bünzli 15.12.2016 12:21
      Highlight oooh so viele Blitze, da werd ich sofort depressiv :((
      4 20 Melden
  • Jeschibaba 15.12.2016 07:23
    Highlight Mindestens jede fünfte Person in der Schweiz hat einmal im Leben Anzeichen einer Depression. Dagegen ist die Suizidrate verschwinden gering. Erweiterter Suizid, im Ausmass wie bei Germanwings, gabs meines Wissens in der Schweiz noch nie. Also chillts Leute. Pilotinnen und Piloten sind auch nur Menschen.
    39 6 Melden
    • Enzasa 15.12.2016 10:08
      Highlight Die Schweiz hat eine Suizid Quote wie in Asien und liegt damit im europäischen Umfeld an der Spitze.
      Darum gibt es auch die vorbildlichen Kampagnen und Aufklärung zu Depressionen
      16 0 Melden
    • Pius C. Bünzli 21.12.2016 09:04
      Highlight wird begleiteter Suicid a la Exit/Dignitas auch in diese Quote aufgenommen? Würde mich interessieren
      0 0 Melden
  • Zeit_Genosse 15.12.2016 07:17
    Highlight Studien machen ja Sinn, wenn sie in Relation gebracht werden. Ich könnte wahrscheinlich auch nachweisen, dass hunderte Pflegefachleute, Lehrer oder Bauarbeiter an depressiven Verstimmungen leiden. Sind jetzt die Piloten in Relation zu anderen Berufsgruppen (z.B. Ärzte mit hoher Verantwortung) diesbezüglich übervertreten und wenn ja wie viel?
    26 3 Melden
    • lilie 15.12.2016 08:16
      Highlight @Zeit: Absolut.

      Was wir brauchen, ist die Punktprävalenz von Depression - also die Antwort auf die Frage: Wieviele Leute sind jetzt gerade an Depression erkrankt?

      Die Zahlen schwanken stark, liegen aber etwa zwischen 5 und 10%:

      http://www.psychische-gesundheit.info/35-affektive-stoerungen/depression-affektive-stoerungen-praevalenz.htm

      Wenn wir nun noch bedenken, dass Frauen doppelt so häufig betroffen sind als Männer und dass es vermutlich mehr Piloten als Pilotinnen gibt, sind diese im Schnitt eher stärker von Depression betroffen als die Normalbevölkerung.
      2 1 Melden
    • Enzasa 15.12.2016 10:13
      Highlight Es geht darum, ein Tabu zu enthüllen. Es gibt Berufe u.a. Piloten, die aus Angst vor Konsequenzen, nicht zum Arzt gehen. Das ist besorgniserregend. Gilt genauso wie für Lokführer, Manager oder Fußballer.

      8 0 Melden
    • valiii 15.12.2016 17:32
      Highlight Enzasa du triffst den Nagel aus meiner Sicht auf den Kopf. Es soll für einen Pilot nicht eine Hemmschwelle sein, zum Arzt zu gehen.
      0 0 Melden
    • lilie 15.12.2016 18:57
      Highlight @Enzasa & valiii: Das Tabu gilt auch für alle anderen, dazu kommt Unkenntnis. Die wenigsten vermuten, dass sie eine Depression haben könnten, wenn sie sich ein paar Wochen lang schlapp und lustlos fühlen, Schlafstörungen haben, sich der Appetit verändert etc.

      Noch tragischer ist es in Deutschland, wo es z.B. Lehrern verboten ist, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das ist völlig kontraproduktiv und auch realitätsfremd (der Hintergedanke ist, dass ein Lehrer keinerlei psychischen Probleme haben dürfe...).
      3 0 Melden
  • Deverol 15.12.2016 07:10
    Highlight "Viele Menschen haben Depressionen und suchen keine Hilfe"
    ^fixed
    14 4 Melden
  • Olf 15.12.2016 06:34
    Highlight Das ist ja beruhigend. Ich fliege morgen nach Bogotá. Vielen Dank auch
    17 10 Melden
    • Swarup 15.12.2016 08:54
      Highlight Ah wie schön 😍🌴 geniesse es und hoffentlich hast du einen lachenden Piloten 😀
      5 3 Melden
  • cada momento 15.12.2016 05:44
    Highlight wer darüber schreibt:
    (sda/dpa)
    wer diese studie, onlinestudie, ananyme onlinestudie verwendet:
    (watson)
    hilfe! müssen wir nun flugstunden nehmen?
    5 23 Melden

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