Wissen

Die zweitgrösste Gefahr ist laut Studie verschmutztes Wasser. Bild: EPA

Schlimmer als Kriege und Krankheiten: Umweltverschmutzung verkürzt jedes sechste Leben

20.10.17, 03:28 20.10.17, 11:30

Umweltverschmutzungen kosten einer internationalen Studie zufolge mehr Menschen das Leben als Kriege und Krankheiten. Für das Jahr 2015 zählten die Forscher etwa neun Millionen Todesfälle wegen Schadstoffen in der Luft, im Wasser oder im Boden.

Einer von sechs vorzeitigen Todesfällen könne auf eine Aussetzung mit giftigen Stoffen zurückzuführen sein, erklärte die medizinische Fachzeitschrift «The Lancet» in einer am Freitag in dieser Art erstmals erschienenen Studie. Die Umweltverschmutzungen, von dreckiger Luft bis zu unsauberem Wasser, führten bei mehr Menschen zum Tod als etwa Aids, Tuberkulose und Malaria zusammengerechnet.

Die wichtigsten Todesursachen waren dabei Herzerkrankungen, Schlaganfälle und Lungenkrebs. Fast alle der Todesfälle seien in armen oder aufstrebenden Ländern zu verzeichnen, fanden die Wissenschaftler heraus.

Folge des Industrieausbaus

Vor allem in den Ländern, in denen die Industrie rapide ausgebaut werden, seien die Auswirkungen zu spüren. Auf diese Länder, darunter Indien, Pakistan, China, Bangladesch oder Madagaskar, entfalle ungefähr ein Viertel der Toten.

Für zwischendurch: Ralph ärgert sich masslos über Umweltsünder

2m 26s

«Ich achte auf die Umwelt – und werde dafür blöd angemacht!»

Video: watson/Ralph Steiner, Emily Engkent

«Verschmutzung ist viel mehr als eine Herausforderung für die Umwelt – es ist eine schwerwiegende und allgegenwärtige Bedrohung, die viele Aspekte der menschlichen Gesundheit betrifft», sagte Philip Landrigan, Professor bei der Icahn School of Medicine, der an der Untersuchung beteiligt war.

Allein die Luftverschmutzung, etwa durch den Verkehr oder durch offene Feuer, stehe in Zusammenhang mit 6.5 Millionen Todesfällen. Die zweitgrösste Gefahr sei verschmutztes Wasser, durch das Infektionen übertragen würden und an dem 1.8 Millionen Menschen gestorben seien.

Einbussen in Billionen-Höhe

Die finanziellen Einbussen, die in Verbindung mit den Todesfällen durch Umweltverschmutzung entstanden, betragen laut «The Lancet» weltweit rund 4.6 Billionen Dollar, etwa 6.2 Prozent der globalen Wirtschaft.

Die Studie wurde von etwa 40 internationalen Wissenschaftlern zusammengetragen und im Medizin-Fachblatt «The Lancet» veröffentlicht. Der Bericht stellt den ersten Versuch dar, umfassende Daten zu Todesfällen durch Umweltverschmutzungen weltweit zusammenzutragen. (viw/sda/reu/ap)

Der Mensch zerstört die Tierwelt

1m 4s

Der Mensch zerstört die Tierwelt

Video: srf

Das könnte dich auch interessieren:

Wo ist Walter? (Natur-Edition) Diese 14 Tierarten haben Forscher erst vor kurzem entdeckt

Video zeigt dramatische Flucht von nordkoreanischem Soldaten

Til Schweiger hat sich mit diesem Facebook-Post mal wieder in Schwierigkeiten gebracht ...

Uber vertuscht massiven Hackerangriff – 57 Millionen Kundendaten weg

Das sind die beliebtesten (und fairsten) Smartphones der Schweiz

Weil es schon wieder früh dunkel wird: 13 Glühbirnen-Witze zum Abschalten

Hast du auch dieses Teil an deiner Heizung? So funktioniert es richtig

12 geniale Erfindungen, die deinen Koch-Alltag einfacher machen

Nach dem «Haka» der «All Blacks» bleiben die Waliser einfach stehen 

Die 10 witzigsten Rezensionen bei Amazon – zum Beispiel für diese Huhn-Warnweste

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
7
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ramy 20.10.2017 11:02
    Highlight Danke dass auch mal dieses Thema behandelt wird.

    Klar, Krieg, Hunger oder Anschläge sind schlimm, keine Frage. Aber was wir unserer Umwelt und somit uns, den Tieren, unseren Kindern und folgenden Generationen antun, ist eine Katastrophe und wird weitaus mehr das Leben kosten, als irgendein Krieg es jemals tat. Doch wird es kaum beachtet. Die Folgen sind nicht direkt, akut und plötzlich - wie z.B. bei einem Anschlag - doch weitaus schlimmer. Es gibt keine traurige, mitleiderregende Geschichten, wie bei hungernden oder trauernden Kinder, weshalb sich leider viel zu wenig dafür interessieren.
    6 1 Melden
  • ojama 20.10.2017 10:45
    Highlight Hallo, (@watson) ich bin sehr intressiert an euerer Quell Studie. Könntet ihr mir hier vielleicht einen Link zum Paper antoworten? Danke viel mals.
    1 0 Melden
  • Holla die Waldfee 20.10.2017 09:53
    Highlight Menschen sind eine kaputte, kranke Spezies. Bleiben noch zwei Fragen:
    1. wann werden wir uns selbst ausgerottet haben?
    2. wer oder was wird die Menschheit überleben?

    Bin ich die einzige, die sich wundert, dass man noch Kinder in diese sterbende Welt setzt?
    6 3 Melden
    • Victarion 20.10.2017 14:15
      Highlight @ der einzige sind sie sicher nicht. Jedoch (zumindest in der Schweiz) ist es momentan der beste moment kinder in die welt zu setzten. Wir wurden noch nie so alt (bei guter gesundheit), hatten noch nie solche medizinische möglichkeiten und auch die chancengleichheit ist auf einem hoch.
      2 1 Melden
    • Holla die Waldfee 20.10.2017 15:53
      Highlight Fragt sich nur, wie lange noch. Wenn nicht ganz schnell etwas geschieht, war's das nämlich bald.
      1 1 Melden
  • Wehrli 20.10.2017 08:24
    Highlight Und dann gibts den Hattrick: Krieg in einem Verschmutzen Land und hast die Cholera am Arsch; da wirds dann schwierig dem Herrn zu verzeihen.

    Arbeiten wir darauf zu, dass es von allem ein bisschen weniger gibt.
    9 1 Melden

In der Schweiz schliessen die ersten Sexologie-Studenten ab – unter ihnen ist nur ein Mann

Master of Arts in Sexologie – in Uster schliessen bald die ersten Studierenden mit diesem Titel ab. Im Abschlussjahrgang findet sich ein einziger Mann. Damit hat sich ein historischer Trend umgekehrt.

Wenn im Februar der dritte Teil der Verfilmung von «Fifty Shades of Grey» in die Kinos kommt, wird er wohl wie die ersten beiden Teile sofort die Spitze der Kinocharts erobern. Vor wenigen Jahrzehnten wäre der Sadomaso-Erotikfilm nur in schmuddeligen Sexkinos und zu später Stunde am Fernsehen gezeigt worden, inzwischen ist Sex salonfähig. Und dies sogar samt fesseln und prügeln, wie es sich das Publikum der 50-Shades-Filme ansieht.

Die Botschaft, die punkto Sex vermittelt wird: Alles ist …

Artikel lesen