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epa03586583 Russian policeman stands near an eight-meter hole, reportedly the site of a meteorite fall, in the ice of the frozen Chebarkul lake near the town of Chebarkul about 8 km from Chelyabinsk, Urals, Russia, 16 February 2013. Approximately 1,000 people were hurt in Chelyabinsk region with most of the wounds caused by shards of flying glass after shock wave from meteorite which fell in the Chelyabinsk region.  EPA/SERGEI ILNITSKY

Einschlagsloch mit einem Durchmesser von acht Metern in der Nähe von Tscheljabinsk. Bild: EPA

Kosmische Kollision

Der Tscheljabinsk-Meteorit war nur Teil eines viel grösseren Brockens – trotzdem gab es enorme Schäden

Der Meteorit von Tscheljabinsk, der 2013 gewaltigen Schaden angerichtet hatte, war nur ein Bruchstück eines noch grösseren Brockens. Das schliessen japanische und russische Forscher aus einer Gesteinsanalyse der Meteoritenfundstücke.

Der etwa 20 Meter grosse Meteorit, der am 15. Februar 2013 rund 30 Kilometer über der russischen Millionenstadt explodiert war, ist wahrscheinlich bei einer früheren Kollision im All aus einem Mutterasteroiden unbekannter Grösse herausgeschlagen worden.

epa03584981 The vapour  trail of a falling meteorite is seen in the sky over the city of Chelyabinsk, Urals, Russia 15 February 2013. The shock wave from meteorite crashed windows in almost 300 buildings, hundreds people were injured, over 100 of them were hospitalized.  EPA/VYACHESLAV NIKULIN

Kondensstreifen des Meteoriten über Tscheljabinsk. Bild: EPA

Das berichtet das Team um Shin Ozawa von der Tohoku-Universität in Sendai im britischen Fachblatt «Scientific Reports». Die Forscher bestätigen damit frühere Vermutungen über eine derartige Kollision. Als Meteoriten werden nur solche Himmelskörper bezeichnet, welche die Erde getroffen haben.

Kollision fand bereits vor Millionen von Jahren statt

Der Mutterasteroid des Tscheljabinsk-Meteoriten ist den neuen Analysen zufolge 1400 bis 5400 Kilometer pro Stunde schnell mit einem anderen Asteroiden zusammengestossen. Bei der Untersuchung von Gesteinsproben des Meteoriten waren die Wissenschafter auf das Mineral Jadeit gestossen, das in glasige Adern in dem Meteoriten eingeschlossen ist.

Die Zusammensetzung des Minerals und die berechnete Kristallisationszeit der Adern legten nahe, dass der Mutterasteroid vor höchstens 290 Millionen Jahren mit einem anderen, rund 150 Meter grossen kosmischen Brocken kollidiert sei. Die Kenntnis der Geschichte des Meteoriten könne helfen, den Entstehungsprozess solcher potenziell gefährlichen Geschosse im Weltall zu verstehen, schreiben die Autoren.

Schaurig-schöne Bilder des Meteoriten. Video: YouTube

Der Meteorit von Tscheljabinsk war nach früheren Berechnungen mit einer Energie von 500 bis 600 Kilotonnen TNT explodiert. Das entspricht dem 30- bis 40-Fachen der Hiroshima-Atombombe. Die Druckwelle hatte rund 7000 Gebäude in der Region am Ural beschädigt. Zerplatzte Fensterscheiben verletzten etwa 1500 Menschen.

Der Meteorit verursachte eine heftige Druckwelle und viel Licht. Video: YouTube

In den Wochen und Monaten danach wurden mehr als 100 Bruchstücke des Meteoriten gefunden, zum Teil Hunderte Kilogramm schwer. Der Stein aus dem All soll ursprünglich ein Gewicht von 10'000 Tonnen gehabt haben. Mindestens 76 Prozent des Meteorits sind bei der Explosion verdampft.

Die vielen Dashcams in russischen Fahrzeugen machen den Einschlag zu einem der bestdokumentierten aller Zeiten. Video: YouTube

Damit ist der Meteorit von Tscheljabinsk einer der grössten dokumentierten kosmischen Attacken der jüngeren Geschichte. Die Erde ist seit der Jahrtausendwende nach Angaben der privaten US-Stiftung B612 von mindestens 26 grossen Meteoriten mit einer Sprengkraft zwischen einer und 600 Kilotonnen TNT getroffen worden.

Zwar seien die meisten grossen Asteroiden, die ein ganzes Land oder einen gesamten Kontinenten zerstören könnten, bereits entdeckt. Von den geschätzt mehr als einer Million gefährlichen kleineren Geschossen, die immer noch eine komplette Metropolregion verwüsten könnten, seien bislang aber weniger als 10'000 gefunden worden, warnt die Stiftung. Mit ausreichend Vorwarnzeit sei es möglich, einen gefährlichen Brocken von seiner Bahn abzulenken und einen Einschlag zu vermeiden. (tvr/sda/dpa)



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