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Sensationeller Fund im All: 7 erdähnliche Planeten auf einmal entdeckt

Bild: EPA/European Southern Observatory

22.02.17, 19:55 23.02.17, 09:16


Um einen kleinen, relativ kühlen Stern haben Astronomen sieben erdgrosse Gesteinsplaneten entdeckt. Auf ihnen könnte theoretisch flüssiges Wasser und damit Leben existieren, berichtet das internationale Forscherteam mit Schweizer Beteiligung.

Bereits letztes Jahr hatte das Wissenschaftlerteam um Michaël Gillon von der Universität Lüttich von drei erdgrossen Planeten berichtet, die 40 Lichtjahre von der Erde entfernt um den Zwergstern Trappist-1 kreisen.

Bild: EPA/NASA

Dank intensiver Beobachtung mit mehreren erdgebundenen Teleskopen und dem Spitzer-Weltraumteleskop der amerikanischen Weltraumagentur NASA wissen sie nun: Es ist ein System aus mindestens sieben Planeten, die alle nur wenig kleiner oder grösser als die Erde sind.

Die Planeten wandern von der Erde aus gesehen vor ihrem Stern vorbei, so dass sie sein Licht kurzfristig ein kleines bisschen abdunkeln. Dank solcher messbarer Transite konnten die Astronomen die Grösse und Masse der Planeten berechnen und schlussfolgern, dass es sich wohl um Gesteinsplaneten handelt, wie sie im Fachblatt «Nature» berichten.

Lebensfreundliche Bedingungen?

Und nicht nur das: Auf ihnen könnten ausserdem Temperaturen herrschen, die flüssiges Wasser ermöglichen. Das wiederum gilt als Voraussetzung für Leben. Der Zwergstern ist zwar relativ klein und kühl, die Planeten umkreisen ihn aber auch eng, mit Umlaufzeiten von eineinhalb bis über 20 Erdentagen.

So wurden die sieben Planeten entdeckt

Video: YouTube/NASA Jet Propulsion Laboratory

«Wir haben zum ersten Mal ein System aus Planeten mit ähnlicher Grösse und Masse wie die Erde entdeckt, deren Atmosphäre wir genauer untersuchen können», erklärte Brice-Olivier Demory von der Universität Bern, der an der Studie beteiligt war, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA. Informationen über die Atmosphäre wiederum können verraten, ob Leben auf den Planeten existieren könnte.

So könnte es auf dem entdeckten Exoplanet Trappist-1 f aussehen: In direkter Nachbarschaft wären so auch die anderen Planeten am Himmel zu sehen. Bild: AP/NASA/JPL-Caltech

Insbesondere das James-Webb-Teleskop – der Nachfolger des Hubble-Teleskops –, das voraussichtlich Ende 2018 in Betrieb gehen soll, wird wichtige Informationen liefern, so Demory. Es soll etwa nach Signaturen von Ozon in der Atmosphäre der Trappist-1-Planeten suchen, was auf organisches Leben hindeuten könnte.

Die Entstehung des Lebens enträtseln

Ozon könnte ein Hinweis auf Leben sein, muss aber nicht, betont Demory: «Das Problem ist, dass wir keine genaue Vorstellung davon haben, wie das Leben auf der Erde entstanden ist. Wir wissen nicht genau, was Leben auf anderen Planeten produzieren würde, das wir als stichhaltigen Beweis messen können.» Die Erforschung der fernen Planeten bedeutet für ihn auch, die Frage zu beantworten, wie Leben entsteht, und somit auch mehr über unsere Existenz zu lernen.

Weitere spannende Fakten der NASA 

Video: YouTube/NASA Jet Propulsion Laboratory

Solche Planetensysteme könnten dabei keine Seltenheit sein: Trappist-1 gehört zu der Art Stern, die in unserer Galaxie am häufigsten vorkommt. Dass um einen solchen Zwergstern gleich sieben erdgrosse Planeten kreisen, ist zumindest vielversprechend. Der Fund bestätigt zudem eine Computersimulation zweier Forscher der Universität Bern, Yann Alibert und Willy Benz, die zeigte, dass erdgrosse Planeten um Zwergsterne häufig seien, wie die Hochschule am Mittwoch mitteilte.

Weitere Neuigkeiten zu erwarten

Trappist-1 und seine Planeten dürften in den nächsten Monaten und Jahren weiter von sich reden machen, versprachen die Forscher im Rahmen einer Telefon-Pressekonferenz des Fachblatts «Nature». Sie sind derzeit dabei, weitere Daten über die Planeten zu sammeln.

Bild: HANDOUT/REUTERS

Ihre Beschreibung regt die Fantasie an: «Es muss ein spektakulärer Anblick sein, auf einem dieser Planeten zu stehen. Trappist-1 wäre etwa 200 mal dunkler als unsere Sonne am Mittag – stellen Sie sich das Restlicht nach dem Sonnenuntergang vor. Und ab und zu käme am Himmel ein anderer Planet vorbei, der je nach Entfernung grösser als der Mond aussähe.»

Das Planetensystem von der Erde aus nicht nur indirekt über die Abdunklung des Sterns, sondern auch direkt zu beobachten, dürfte allerdings schwierig sein. Zwar ist der Zwergstern Trappist-1 mit knapp 40 Lichtjahren Entfernung quasi in unserer galaktischen Nachbarschaft, allerdings umkreisen die Planeten ihn sehr eng und strahlen wenig Licht ab. (sda)

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1.Unser Mond ist bei grösster Distanz rund 406'000 Kilometer von der Erde entfernt. Welche der anderen sieben Planeten hätten dann zwischen Erde und Mond Platz?
Die fünf kleinsten.
Die sechs kleinsten.
Alle sieben.
2.Bis auf Merkur und Venus haben alle Planeten in unserem Sonnensystem Monde. Welcher ist der grösste?
Shutterstock
Shutterstock
Titan
Shutterstock
Ganymed
Shutterstock
Kallisto
3.Welcher Planet ist kleiner als der grösste Mond?
Shutterstock
Shutterstock
Merkur
Shutterstock
Venus
Shutterstock
Mars
4.Jupiter ist der grösste der Planeten in unserem System. Wie gross ist sein Anteil an der Gesamtmasse aller Planeten?
Shutterstock
37 Prozent
52 Prozent
71 Prozent
5.Ein anderes Bild entsteht, wenn das Zentralgestirn, die Sonne, miteinbezogen wird. Wie gross ist deren Anteil an der Gesamtmasse des Sonnensystems?
Shutterstock
69,84 Prozent
88,79 Prozent
99,86 Prozent
6.Nichts ist schneller als Licht. Doch benötigt es rund acht Minuten, um von der Sonne zu uns zu gelangen. Wie lange unterwegs ist aber ein Photon, das im Inneren der Sonne entsteht, bis es deren Oberfläche erreicht?
Über 1 Million Jahre.
Über 10'000 Jahre.
Über 10 Jahre.
7.Der Mars ist kleiner als die Erde. Wie gross ist seine Oberfläche, wenn man sie mit der Erdoberfläche vergleicht?
Nasa
Wikipedia
So gross wie die gesamte Wasserfläche der Erde.
Wikipedia
So gross wie die gesamte Landfläche der Erde.
Wikipedia
So gross wie Europa und Asien zusammen.
8.Der Mars hat zwei kleine Monde, Phobos und Deimos. Welche der folgenden Aussagen zu den Marstrabanten ist frei erfunden?
Die Oberfläche von Phobos ist so gross wie die Fläche von London.
Phobos ist derjenige Mond im Sonnensystem, der sich am nächsten zu seinem Planeten befindet.
Phobos wird auf seiner Umlaufbahn seinerseits von Deimos umkreist.
9.Unser anderer Nachbarplanet, die Venus, zeichnet sich durch eine spezielle Eigenschaft aus. Welche?
Shutterstock
Sie hat nur am Südpol eine Eiskappe.
Sie besitzt kein Magnetfeld.
Der höchste Vulkan im Sonnensystem befindet sich auf der Venus.
10.Der Planet der Ringe, der Saturn, weist noch eine weitere Besonderheit auf. Welche ist es?
Nasa
Er rotiert so langsam, dass ein Tag länger dauert als ein Jahr.
Er hat mehr Monde als der Jupiter.
Seine Dichte ist so niedrig, dass er auf Wasser schwimmen würde.

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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22
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22Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • lilie 23.02.2017 07:26
    Highlight Sind alle diese 7 Planeten überhaupt in der habitablen Zone? Sonst wäre ja trotz Ähnlichkeit kein erdähnliches Leben möglich, oder?
    2 3 Melden
    • blobb 23.02.2017 12:30
      Highlight ja. Alle befinden sich in der habitablen Zone. Bei den ausseren braucht es allerding einen Treibhauseffekt um flüssiges Wasser zu ermöglichen.
      1 0 Melden
    • lilie 23.02.2017 13:15
      Highlight @blobb: Merci für den Hinweis! Hast du das jetzt aus dem Artikel oder woher?
      1 0 Melden
    • blobb 23.02.2017 16:53
      Highlight Ich lese so viel über diese Themen, dass ich dir das jetzt echt nicht mehr sagen kann :)

      P.S. Erdähnlich heisst: In der habitablen Zone + Gesteinsplanet.
      Mehr braucht es nicht das ein Planet als erdähnlich eingestuft wird. Auch die Venus und der Mars sind erdähnlich.
      2 0 Melden
    • blobb 23.02.2017 17:04
      Highlight http://www.spektrum.de/news/sieben-exoerden-umrunden-den-roten-zwerg-trappist-1/1438996

      @lilie
      Für genaurere Informationen.
      3 0 Melden
    • blobb 23.02.2017 17:09
      Highlight Alle Planeten haben potenziell flüssiges Wasser, laut Forschern, der äusserste allerdings eine errechnete Temp. von -100° und weniger. Also ist dort nur mit einem Treibhauseffekt flüssiges Wasser möglich.
      2 0 Melden
    • lilie 23.02.2017 20:10
      Highlight @blobb: Danke für die Infos. :)
      3 0 Melden
  • Thadic 23.02.2017 04:42
    Highlight Manchmal befürchte ich, dass solche Ankündigungen uns Menschen auf der Erde die Hoffnung geben könnten, dass wenn wir unseren Planeten vollständig unbewohnbar gemacht haben, wir auf einen neuen ausweichen können. Dass es irgendwann irgendwo im All Menschenkolonien geben wird, bezweifelt keiner, aber das wird nur für ein paar 100 oder vielleicht 1000 eine Option sein. Wir Milliarden bleiben aber auf immer und ewig hier.
    19 0 Melden
    • Swisslord 23.02.2017 06:56
      Highlight "Ich denke, dass es weltweit einen Markt für vielleicht fünf Computer gibt” Zitat eines Mitarbeiter von IBM.
      Prognosen sind immer schwierig aber bis jetzt war ich mich eigentlich immer sehr sicher, dass irgendwann die Menschen die Erde zu einem grossen Teil verlassen werden. Was aber nicht heisst, dass ich dir bezüglich unserer Erde nicht zustimmen würden. Dieser müssen wir unbedingt Sorge tragen.
      4 0 Melden
    • Thadic 23.02.2017 18:43
      Highlight @Swisslord: ich muss mich vielleicht präziser ausdrucken. Es kann gut sein, dass in 1000 Jahren mehr Menschen auf einem weit entfernten Planeten leben als auf der Erde. Sie werden aber die Nachfahren sein einer kleinen Gruppe von Auserwählten. Wir können doch nicht im Ernst denken, dass wir in den nächsten 20-30 Jahren genügend Energie finden um zum Beispiel 1Milliarde Menschen von der Erde weg zu bringen. Ich denke in solchen Dimensionen, weil nur das helfen würde die Erde zu entlasten.
      0 0 Melden
  • exeswiss 22.02.2017 23:56
    Highlight "Und nicht nur das: Auf ihnen könnten ausserdem Temperaturen herrschen, die flüssiges Wasser ermöglichen. <<Das wiederum gilt als Voraussetzung für Leben>>."

    ist es das wirklich, oder vermutet man das weil es für leben auf der erde gebraucht wird? wer weiss ob es intelligente spezies geben könnte, die auf ammoniak basis funktionieren oder ähnlichem.
    32 9 Melden
    • Thadic 23.02.2017 04:27
      Highlight Ich staune wie viele Blitze du für deinen guten Beitrag erhalten hast. Haben diese Menschen Angst vor einen Ammoniakgott?
      19 0 Melden
    • Pana 23.02.2017 05:30
      Highlight Richtig. Die NASA machte ja eine ähnliche Entdeckung, die aufzeigte, dass Leben auch unter ganz anderen Bedingungen existieren kann, als man es früher angenommen hatte.
      15 0 Melden
    • Ruffy 23.02.2017 08:38
      Highlight Das könnte natürlich sein, man weiss es nicht. Was man weiss, ist dass es für das Leben wie wir es auf der Erde kennen Wasser benötigt. Also hält man nach den Indikatoren ausschau von denen man mit Sicherheit weiss, dass sie Leben möglich machen können.
      1 0 Melden
    • blobb 23.02.2017 12:33
      Highlight https://de.wikipedia.org/wiki/Kohlenstoffchauvinismus
      0 0 Melden
    • exeswiss 23.02.2017 13:16
      Highlight @blobb ich fasse das jetzt einmal als kompliment auf :) .
      0 0 Melden
    • exeswiss 23.02.2017 13:22
      Highlight nachtrag wie in deinem artikel steht blobb, sagt auch Carl Sagan man könne in keinster weise ausschliessen, dass nicht in anderer form leben möglich sei. Kohlenstoff ist einfach der erfahrenswert.
      0 0 Melden
    • Pana 23.02.2017 16:27
      0 0 Melden
    • blobb 23.02.2017 16:46
      Highlight @exeswiss
      Du hast zu 100% Recht. Nur ist das Periodensysthem im ganzen Universum das gleiche und auch die Chemie. Der Kohlenstoff ist das einzige Element das so bindungsfreudig ist und so leicht lange Molekülketten bildet. Silicium ist ein anderes, das ähnliche Eigenschaften hat. Nur laufen die Prozzesse bei Silicium viel langsamer ab und es werden tiefere Temperaturen benötigt, was ein lösen in Wasser schwierig macht.
      Es gibt schon viele Hinweise das ein Leben wie wird es kennen (DNA) nur mit Kohlenstoff möglich ist. Das ist aber nur eine begründete Annahme. Möglich ist alles.
      0 0 Melden
    • blobb 23.02.2017 17:16
      Highlight @Pana
      Ja diese Entdeckung kenne ich. Mega intressant.
      Aber so wie ich das verstehe Basiert dieses Bakterium trotzdem auf Kohlenstoff, es kann einfach Phosphor durch Arsen esetzen. Sogar in der DNA. Was ungeahnte möglichkeiten bietet, vorallem in grosser Kälte wo chemische Prozesse langsam ablaufen, kann das reaktionsfreudige Arsen von grosser Bedeutung sein.
      2 0 Melden
  • Naja1 22.02.2017 20:24
    Highlight Es gibt uebrigens einen kroatischen Kaese der so heisst, hab doch schon immer gewusst, dass er der beste ist
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