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Der Bettzeit-Dämon in der Konstanzer Weltchronik, ca. 1450, Berlin. bild: pinterest

Zölibat, Frauenhass und Schmerzsuche: Wie uns die Kirche die Lust raubte

Was die Hexenverfolgung mit unterdrückten Trieben zu tun hat und warum das Kreuz die westliche Welt traumatisierte. Ein unbequemer Spaziergang durch die Geschichte der christlichen Sexualität.

25.12.17, 14:18 26.12.17, 15:11


Wir wollen mit Paulus beginnen, dem urchristlichen Missionar und ersten Theologen. Mit dem Mann, der auf dem Weg nach Damaskus, geblendet von einem gleissenden Himmelslicht, vom Pferd stürzte und fortan die Christen nicht mehr verfolgte, sondern taufte – wie es ihm die Stimme Jesu auftrug. So erzählt es uns zumindest die Apostelgeschichte.

Seine Auslegung der Bibel war über Jahrhunderte bestimmend – ja, ist es bedauerlicherweise immer noch. 

Paulus, Caravaggio

«Bekehrung des Paulus», gemalt von Caravaggio (1602): In der Kunst wird Paulus (ca. 10–60) bis ins 12. Jahrhundert meist zu Fuss dargestellt, später auf einem Pferd, von dem er geblendet hinabstürzt. bild: wikipedia

Es gibt eine Menge Theorien über Paulus' Vision, eine geht davon aus, dass der eifrige Missionar unter halluzinatorischen Anfällen litt, ausgelöst durch Epilepsie. Der berühmte Kirchenkritiker Karlheinz Deschner beschreibt ihn in seiner «Sexualgeschichte des Christentums» in gewohnt bissig-ironischer Manier als «kleinen, o-beinigen, glatzköpfigen Mann, randvoll mit sexuellen Komplexen» – und obendrein «wahrscheinlich von Kind an impotent». 

Dies können wir lächelnd ins Reich der Spekulation verbannen. Doch der Sexualhass tropft tatsächlich aus seinen Briefen. Paulus haben wir es grösstenteils zu verdanken, dass der Körper zum «Todesleib» wird. Alles, was er will, bedeute «Feindschaft gegen Gott». Der Christ müsse «seinen Leib martern und knechten».

Paulus: Der Kronzeuge fürs Zölibat

Die Ehe betrachtete er als notwendiges Übel, als «Arznei gegen Hurerei». Wer also unbedingt eine Frau nötig hat, der solle halt heiraten. Doch legte dieses leuchtende Vorbild seinen Christuskindern selbstredend die eigene, gottgefälligste Lebensweise ans Herz  – die ehelose und enthaltsame. 

«Ich wollte zwar lieber, alle Menschen wären, wie ich bin.»

Paulus

Wer schon verheiratet sei, sollte besser die Finger von seiner Frau lassen, denn das göttliche Heil sei dadurch erheblich leichter zu erlangen. 

Die Ehe wird in der Folge gering geschätzt – und mit ihr wird auch die Frau zum Inbegriff aller Laster, Schlechtigkeiten und Sünden, zum Fluch des Mannes.

Er steigt zum Kronzeugen für das Zölibat auf, das er allen Christen, wie er selbst zugibt, ohne Anordnung des Herrn, anempfahl. Jesus lehrt davon nichts, selbst seine Jünger hatten Ehefrauen. Im Alten Testament finden sich Reinheitsgebote, die alles Sexuelle aus dem heiligen Bereich verbannen. So fusst auch das Zölibat auf der Vorstellung, dass die Unreinheit eines ehelichen Lebens den Gottesdienst verunmöglicht. Doch fordert die Bibel an keiner Stelle eine dauernde Entsagung.

Erst im 11. und 12. Jahrhundert entsteht die Idee des Ehesakraments und damit die Konsenserklärung vor einem Priester. Bis ins 16. Jahrhundert anerkannte man auch die nicht kirchlich geschlossenen Ehen. bild: wikimedia

Auf der Synode von Elvira wird 306 bestimmt, dass alle Gottesdiener sich ihrer Frauen bei Strafe der Absetzung enthalten müssen. Der Beischlaf mit der eigenen Frau galt allmählich als genauso schmutzig und unzüchtig wie der Verkehr mit einer Ehebrecherin oder Prostituierten. Das heilige Konzil von Toledo verlangte 653, unenthaltsame Priesterfrauen in die Sklaverei zu verkaufen. 

Einen verheirateten Priester zu töten war legal, während es diesem jedoch verboten war, seine Frau zu lieben. Mitte des 11. Jahrhunderts machte Papst Leo IX. alle Frauen Roms, die mit Geistlichen zusammenlebten, zu Sklavinnen seines Palastes. 1139 wurde unter Papst Innozenz II. die Annullierung der Priesterehe beschlossen. Was vorher mit Strafen wie Foltern, Fasten und Exkommunikation bedroht war, verlor nun gänzlich an Gültigkeit. Die Ehelosigkeit wurde obligatorisch.

Doch mit der Keuschheit, die Kirchenlehrer Augustinus (354–430) als Quelle der geistigen Freiheit pries, verhielt – und verhält es sich noch – genau umgekehrt. Wer versucht, seinen Sexualtrieb zu beherrschen, wird von ihm beherrscht. Oder wie es Luther einst ausdrückte: Ein zur Enthaltsamkeit gezwungener Mann «gedenkt Tag und Nacht zu huren wie ein toller Hund». 

Die Sünde der Wolllust. bild: bl.uk

Sex zu etwas Verbotenem zu machen, hat seine Bedeutung erst ins Unermessliche überhöht. All die erfolglosen Zölibatsdekrete, all die ungezählten Liebestragödien, all die grausamen Missbräuche, der aussichtslose Kampf gegen die Natur, wofür?

Weil ein unbeweibter Klerus die Geschäfte des Herrn sichert. Erstens, weil er billiger, zweitens weil er dadurch ständig verfügbar ist. Nicht zu vergessen ist auch der Umstand, dass die Kirche fast ausnahmslos durch alle Zeiten von alten Männern regiert wurde. «Müde, impotent und sadistisch geworden», wie Deschner sich ausdrückt, «verlangen sie das Zölibat.» 

Oder um es mit den Worten Papst Pius II. (1405–1464) zu sagen:

«Mein Haar ist grau, meine Nerven sind ausgetrocknet, mein Gebein ist morsch und mein Körper übersät mit Runzeln. Ich kann keinem Weibe mehr zur Lust dienen und keine mir. Wahr ist es, mich flieht mehr die Venus als ich sie.»

Papst Pius II.

Papst Pius II. wikipedia

Wo er recht hat, hat er recht: Papst Pius II. bild: wikipedia

Die Praxis war selbstredend im höchsten Grade unzölibatär. Der fanatische Inquisitor Robert der Bulgare († nach 1239) drohte den Frauen, die ihm nicht Willens waren, mit dem Scheiterhaufen, während Bischof Heinrich von Basel 20 Sprösslinge hinterliess. Ehrbar galt fast der, der sich mit nur einer Konkubine zufriedengab. 

«Solange der Bauer Weiber hat, braucht der Pfaffe nicht zu heiraten.»

Mittelalterliches Sprichwort

Rund 700 Freudenmädchen begleiteten die geistlichen Väter aufs Konzil von Konstanz (1414–1418), auf dem Jan Hus so hinterhältig verbrannt wurde. 

Im 16. Jahrhundert wurde dann der an Heuchelei nicht mehr zu überbietende Hurenzins eingeführt: Jeder Priester, unabhängig davon, ob er enthaltsam lebte oder nicht, musste ihn an den Bischof zahlen. Wer es mit einer Nonne trieb, zahlte mehr, und wie viel Geld erst all die gezeugten Bastarde in die Kirchenkasse spülten! 

versündigung, heinrich lossow, wikipedia

Heinrich Lossow (1843–1897): «Die Versündigung». bild: wikimedia

Dieses schamlose Treiben brachte dann auch den Kragen des Zürcher Reformators Zwingli zum Platzen:

«Ich kenne kein grösseres Ärgernis, als dass man den Pfaffen nicht erlaubt, Eheweiber zu haben, aber ihnen um Bezahlung Huren zu halten gestattet.»

Ulrich Zwingli, 1532

Zwingli (auf dem Bild) heiratete 1524, Luther ein Jahr später, und selbst der eher prüde Calvin ging eine Ehe ein.  bild: wikimedia

Das Zölibat wurde von den Protestanten sofort verworfen, ohne allerdings dabei die Frau aufzuwerten. Die Katholiken indes klammerten sich weiterhin daran fest – unglücklicherweise bis heute. 

Körperfeindlichkeit und Frauenhass

Wenn das Ideal ein keusches ist, so muss die Frau die Einfallspforte des Teufels sein. Für den Mann bedeutet sie Gefahr, Verführung, Schlechtigkeit. Das einzig sündlose Weib ist Maria, die Jungfrau und Gottesmutter – von deren ewiger Jungfernschaft vor dem 3. Jahrhundert kein Kirchenvater etwas weiss und deren unbefleckte Empfängnis nach etlichen Kämpfen erst um 1854 zum Glaubensdogma erhoben wird. In der Bulle von Papst Pius IX. heisst es dazu:

«Die Lehre, dass die seligste Jungfrau Maria im ersten Augenblick ihrer Empfängnis durch einzigartiges Gnadengeschenk und Vorrecht des allmächtigen Gottes, im Hinblick auf die Verdienste Christi Jesu, des Erlösers des Menschengeschlechts, von jedem Fehl der Erbsünde rein bewahrt blieb, ist von Gott geoffenbart und deshalb von allen Gläubigen fest und standhaft zu glauben. Wenn sich deshalb jemand, was Gott verhüte, anmasst, anders zu denken, als es von Uns bestimmt wurde, so soll er klar wissen, dass er durch eigenen Urteilsspruch verurteilt ist, dass er an seinem Glauben Schiffbruch litt und von der Einheit der Kirche abfiel, ferner, dass er sich ohne weiteres die rechtlich festgesetzten Strafen zuzieht, wenn er in Wort oder Schrift oder sonstwie seine Auffassung äußerlich kundzugeben wagt.»
Aus der päpstlichen Bulle Ineffabilis Deus, 1854

Je inbrünstiger Maria und ihre unvergleichliche Reinheit gepriesen werden, umso leidenschaftlicher wird Eva – und mit ihr alle normal gebärenden, natürlich lebenden Frauen – gehasst.

Allegorie der Jungfräulichkeit, gemalt von Hans Memling im 15. Jahrhundert. bild: tumblr/rhade-zapan

Sie durften die geweihte Hostie nicht mit blosser Hand empfangen, nicht singen in der Messe (dafür hatte man Kastraten), nicht menstruierend oder direkt nach der Geburt die Kirche besuchen. Sie durften das ganze Mittelalter hindurch – und laut kanonischem Recht bis 1918 – von ihrem Ehemann gezüchtigt, gepeitscht, mit Sporen traktiert werden, «bis das Blut aus hundert Wunden fliesst und sie wie tot zusammenbricht». Und sie mussten ihn dafür herzlich lieben. Die Lutheraner erörterten 1591 in Wittenberg die Frage, ob Frauen Menschen seien. 1672 kam eine ebenda erschienene Schrift zum Schluss: «Foemina non est homo».

https://www.bl.uk/catalogues/illuminatedmanuscripts/ILLUMIN.ASP?Size=mid&IllID=47758

«Ob die Weiber Menschen seyn oder nicht?» bild: digitale.bibliothek.uni-halle

Die Misogynie fand ihren Höhepunkt in den Hexenverfolgungen, die von 1430 bis 1780 ganz Europa verdüsterten. Der Text, der diese himmelschreienden Verbrechen legitimierte, wurde zu einem der ersten Bestseller in der Geschichte des gedruckten Buches: Der «Hexenhammer» (1486) von Jacob Sprenger und Heinrich Kramer. Von Hexern ist darin keine Rede, denn Frauen seien nicht nur fleischlicher gesinnt und dümmer als Männer, sondern auch glaubensschwächer.

Der Beweis der Autoren basiert auf einer haarsträubenden Schändung der Etymologie: Das lateinische Wort «femina» komme von «fe-minus», also «fe» (= fides, Glaube) und «minus» (= weniger). Nur logisch also, werden sie so leicht zu Satans Opfern. 

Hexenverbrennungen, 14. Jahrhundert. Bild: The British Library

Die angebliche Teufelsbuhlschaft wurde dann auch auffällig oft verwitweten oder unverheirateten Frauen unterstellt, den unnützen Gliedern der Gesellschaft. Während des Prozesses mussten sich die der Hexerei beschuldigten Frauen vollständig entkleiden. Dann wurden sie rasiert – für die Suche nach dem Hexenmal. Mit Nadeln stach man in alle Teile des Körpers, denn auch Schmerzfreiheit galt als Zeichen eines diabolischen Bundes.

Unter den qualvollsten Folterungen gestanden sie, mit dem übel riechenden, ziegenfüssigen Teufel Analverkehr gehabt zu haben, dass er sie mit Heiratsversprechungen verführt habe, dass sein Penis sich eiskalt und steinern angefühlt habe. 

Die kirchliche Moral hat unbestritten sehr viel dazu beigetragen, dass dieses pathologische Feuerwerk an sexueller Frustration gezündet wurde. Ohne Schuldgefühle konnte man sich nun an diesen Frauen vergehen, sie ungestraft foltern, vergewaltigen und verbrennen. Die Ordnung wiederherstellen. Die Geschichte der Hexenverfolgung erzählt auch die Geschichte der europäischen Sexualität, die über Jahrhunderte als sündig geahndet wurde.

«Die Kirche tat alles, was in ihrer Macht stand, damit die einzige Form der Sexualität, die sie gestattete, möglichst wenig Vergnügen und möglichst viel Leid mit sich brachte.»

Bertrand Russell

Dämonen besuchen ein Liebespaar. Fresko in einer Friedhofskapelle auf dem Heiligen Berg Athos, Griechenland. bild: pinterest

Sie erzog alle zur Schizophrenie, zur Zeugung mit schlechtem Gewissen. Denn die Reproduktion war der einzig legitime Grund für Eheleute, miteinander zu schlafen. Sie kam von Gott, die sexuelle Erregung, die Lust aber war die Folge des Sündenfalls. Und seither wird die Erbsünde durch Geschlechtsverkehr von Mensch zu Mensch weitergegeben. Danke, Augustinus, dass du die gesamte Menschheit als «verdorbenen Klumpen», als «elende Sündenmasse» definiert hast, dass du kleinen Kinderseelen ewige Höllenstrafen («mildester Art»!) angedroht hast, würden sie nicht getauft. 

Theologen schreiben Sätze wie: «Wer seine Frau allzu heiss liebt, ist ein Ehebrecher.» Papst Alexander VII. verbot Eheleuten im 17. Jahrhundert den Zungenkuss. Es gab Zeiten, da durfte man seine eigene Frau nicht nackt sehen. 

Der einzig legitime Koitus: die Missionarsstellung. Das Bild stammt aus einem Gesundheitslehrbuch aus dem 14. Jahrhundert («Tacuinum sanitatis»). bild: wikimedia

Wären die unzähligen kirchlichen Enthaltsamkeitsgesetze eingehalten worden, hätte man rund acht Monate im Jahr ohne Sex zubringen müssen. Und die verbleibenden vier Monate durften selbstredend nur in der Missionarsstellung genossen werden. Das Missachten solcher Regeln war stets mit der Drohung verbunden, befleckte, aussätzige, verwachsene oder vom Teufel besessene Kinder zu bekommen.

Der Ehebruch wurde jahrhundertelang mit übelsten Strafen belegt. Unter Konstantin dem Grossen (306–337) und seinen Nachfolgern war das «Säcken» der Ehebrüchigen geläufig, man steckte sie gemeinsam mit einer Schlange, einem Affen, Hahn oder Hund in einen Sack und warf diesen ins Meer. In den meisten Regionen bestrafte man die Frauen viel härter, die Treue gehörte in ihr Aufgabengebiet. Noch im frühen 17. Jahrhundert wurde ein «Wiederholungstäter» in Bern und Zürich mit dem Tode bestraft. Bis 1989 ahndete man den Ehebruch in der Schweiz auf Antrag der geschädigten Partei mit einer einjährigen Gefängnisstrafe oder einer Busse.

Hephaistos findet seine Ehefrau Aphrodite mit Ares im Bett und bindet den Ehebrechern die Füsse zusammen. Im «Rosenroman», ca. 1490. bild: tumblr/demonagerie

Ebenso schlecht erging es den Frauen, die abtrieben, den Homosexuellen und den Christen, die sich mit Jüdinnen einliessen: Der Koitus zwischen Christ und Jüdin galt gleichviel wie der mit einem Tier.

Das Onanieren galt als Freveltat, und selbst der nächtliche Samenerguss wurde in Klöstern mit Peitschenhieben bestraft. Es war die reinste Spermaverschwendung und wurde im 19. Jahrhundert als so pervers angesehen, dass man ganze Apparate zur Verhinderung der Masturbation schuf: Käfige mit Nägeln, Schenkelriemen und Vorhängeschlössern, die bei einer spontanen Erektion einen Klingelalarm auslösten.

Ein eher harmloses Exemplar aus dem Jahr 1876: Damit wurde der Penis zwischen den Beinen festgebunden. bild: studiblog

Um all diese Schandtaten auch gebührend bestrafen zu können, sahen sich die Kleriker gezwungen, den biblischen Befehl zu missachten, der da heisst:

«Von Unzucht und Unreinheit soll bei euch nicht einmal die Rede sein, so ziemt es sich für Heilige!»

Epheser 5,29

Die Bussbücher sind randvoll mit bemerkenswerten Intimitäten, die einen regelrechten Voyeurismus – oder selbst gepflegte Sonderbarkeiten? – seitens der Kleriker offenbaren:

Dies zeigt aber auch, dass sich die Menschen wohl kaum an die eisernen Regeln der Kirche gehalten haben. Und schaut man sich nur die spätmittelalterliche Kleidung an, überrascht das wenig: Enorme Schamkapseln, Penisköcher und Gliedschirme, wohin das Auge reicht. Betrunken zu sein, war eher der Normalzustand und in den Badehäusern, die sich nicht wirklich von Freudenhäusern unterschieden, wurde es erst im 16. Jahrhundert üblich, sich beim Besuch zu bekleiden. 

«Mittelalter, das heisst die Alkoholvergiftung Europas.»

Nietzsche

Escena en una casa de baños, miniatura anónima del siglo XV.

Szene in einem Badehaus aus dem 15. Jahrhundert. bild: wikimedia

Doch das Geschäft mit der Sünde war lukrativ, die Gläubigen sollten immer wieder freveln, denn nur so bedurften sie der priesterlichen Lossprechung. Die Kirche züchtete Millionen von schlechten Gewissen heran, und aus ihnen wurde notgedrungen der Selbsthass geboren. Denn offensichtlich war der Mensch, so wie Gott ihn schuf, nicht gut genug – und das Ideal blieb stets unerreichbar.

«Hassen wir an uns, was auch Gott hasst! Wir fangen an, Gott zu gefallen, wenn wir uns strafen, was Gott missfällt.»

Augustinus

Das Hauptmass der christlichen Vollkommenheit war der Sieg über das eigene Ich, die Auflehnung gegen das Dasein, das Abtöten des Körpers. 

Die Suche nach Schmerz

Wenn der Körper die «Dunggrube», ein «Gefäss der Fäulnis, voll Schmutz und Scheusslichkeit» ist, dann muss er ordentlich gequält werden. 

Flagellation

Selbstkasteiung war jahrhundertelange Praxis, nicht nur unter den Geistlichen. bild: scottnevinssuicide

Die christliche Askese existiert seit dem vierten Jahrhundert. Der ägyptische Kopte Pachomios gründete die ersten christlichen Klöster und formulierte auch die dazugehörigen Drillregeln, von der sich die späteren Mönchsorden wie die Benediktiner inspirieren liessen.

Die Naherwartung erfüllte sich nicht, Jesus erhob sich nicht von den Toten und so musste die ewige Seligkeit ins Jenseits verlagert werden. Es setzte eine Weltflucht ein, die das frühe Christentum in die politische Kirche und die vom Profanen abgewandten Asketen spaltete. 

Die Heiligenverehrung begann mit dem Märtyrerkult, doch als unter Kaiser Konstantin das Christentum zur Staatsreligion wurde, verschwanden auch die Märtyrer. So wurde das Bewahren der Jungfräulichkeit, die Askese und die Selbstkasteiung zum Ersatz für den qualvollen Tod im Namen des Glaubens.

Die Heiligenlegenden erzählen von Männern und Frauen, die wegen ihres christlichen Glaubens auf meist grausige Weise umgebracht wurden. Im Bild: der Heilige Cyriacus († um 303). bild: via ranker

Frühe Asketen in Mesopotamien weideten wie Vieh das Gras vom Boden ab. Apa Sophronias tat dies siebzig Jahre lang splitternackt am Toten Meer. In Syrien liessen sie sich jahrelang so einmauern, dass sie die Sonne unerbittlich ausdorrte. 

Von Arsenius (354–440), einem der grossen Wüstenväter, wird berichtet, er habe in der Sahara unaufhörlich seine Sünden beweint, eigens für seine Tränenbäche zog er sich einen Latz an, bis ihm von all diesen Sturzfluten der Trauer die Augenlider abfielen. 

Im Mittelalter und in der Neuzeit finden sich zahlreiche Beispiele grausamer Selbstfolterungen, sie waren unter Nonnen und Mönchen üblich, vor allem bei den Mystikern, die eine Vereinigung mit Gott anstrebten. Doch dafür musste die Seele erst rein, sprich der Körper mitsamt seinen unwürdigen  Wünschen abgetötet werden.

Dieser Ansicht war zumindest der Dominikaner Heinrich Seuse, das Musterbeispiel eines selbstkasteienden Mystikers. Er geisselte sich täglich und trug acht Jahre lang ein mit dreissig Nägeln gespicktes Kreuz auf dem Rücken, auf dass er mit der Faust schlug, damit die Nägel auch tief genug ins Fleisch drangen. Des Nachts liess er sich von Ungeziefer quälen, doch wollte er sich kratzen, hinterliess er nichts als offene Wunden und Blutströme – die ihm «ein lieblicher Anblick» waren – denn auch an den Handschuhen hatte er spitze Metallstifte angebracht. 

Heinrich Seuse wird von Dämonen, Teufeln, Menschen und Tieren angegriffen, ca. 1350. Links im Bild ist sein Nagelkreuz zu sehen. bild: wikimedia

Erst später kam er zur selbstkritischen Einsicht, dass man besser das von Gott aufgetragene Leid ertragen soll anstatt sich selber kaputtzupeitschen. Als Seelsorger des Dominikanerinnenklosters Oetenbach in Zürich versuchte er dann auch, Elsbeth von Oye das exzessive Verwenden ihrer selbst gefertigten Nadelgeissel auszureden.

Auch bei den Laien gab es solcherlei schmerzbetonte Bewegungen. Die Flagellanten waren Geisslerzüge, die sich vor allem Mitte des 14. Jahrhunderts seuchenartig über ganz Europa ausbreiteten. Sie waren Ausdruck der spätmittelalterlichen Volksfrömmigkeit in einer Zeit, in der sich der Papst mit seinem weltlichen Gebaren nicht mehr von einem König unterscheiden liess. Der Hundertjährige Krieg tobte, und verschiedene Beben, Missernten und Hungersnöte verdüsterten die Welt – und als wäre das alles nicht schon schlimm genug, brach um 1340 auch noch die Pest aus.

Prozession der Flagellanten, gemalt von Francisco de Goya (ca. 1812). bild: wikimedia

Durch diese Endzeitstimmung zogen die Flagellanten und peitschten sich dabei blutig. Mit Fackeln, die Köpfe in dunklen Kapuzen verborgen, zogen sie jeweils in zwei Reihen in die Städte ein. 

Die Qual wurde auf alle erdenklichen Weisen gesucht. Der Schmerz sollte eine intensive Gotteserfahrung ermöglichen – das Nachleiden der Passion Christi galt als Königsweg zum Seelenheil. Die Vorstellung vom Ertragen von Schmerz und einer damit einhergehenden Belohnung zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze abendländische Geschichte: Angefangen bei der Frau, die durch Evas Sündenfall ihr Kind unter Schmerzen zur Welt bringen muss, über die jahrhundertelange Züchtigung von Kindern, bis hin zu Nietzsches Ausspruch «Was mich nicht umbringt, macht mich stärker». Der Schmerz bekommt einen Sinn – und zwar einen spirituellen. 

«Das Kreuz hat die westliche Welt traumatisiert, das psychische Erleben so tief an sich gebunden, dass der Schmerz noch in säkularen Zeiten religiös gedeutet werden kann.»

Christoph Daxelmüller, Kulturwissenschaftler

Gleichzeitig sollte der Schmerz die Funktion der Triebtötung erfüllen. Nur leider sind beim Empfinden von Schmerz dieselben Gehirnregionen aktiv wie bei der Lust. Neuropsychologisch gehören Lust und Schmerz zusammen. Jegliches Erleben ist stets von beidem geprägt. 

Die asketische Selbstquälerei kann also nicht dazu dienen, sexuelle Gefühle zu unterdrücken, im Gegenteil, sie führt höchstens zu Lustschmerz, zu vielseitigen Formen von Sadomasochismus. Der Mönch, der seinen Penis mit glühendem Eisen zu bändigen versucht, die Klosterschülerin, die von ihrer Meisterin gegeisselt wird, die vermeintliche Hexe, die vor dem jubelnden Mob verbrannt wird. 

Flagellation

Den Körper strafen, um die Lust abzutöten: Bereits im Talmud wird von Pullution/Ejakulation während des Geisselns gewarnt. bild: tumblr/demonagerie

All das sind Formen krypto-sexueller Gewalt – selbstauferlegt oder anderen unfreiwillig zugefügt. Und manche davon sind an Grausamkeit kaum zu überbieten:

Im 12. Jahrhundert berichtet der Abt Ailred von Reversby von einer schwangeren Nonne im Kloster Wattun. Der Skandal sollte nicht an die Öffentlichkeit gelangen, und so berieten die Nonnen, was sie mit der sexuell Abtrünnigen verfahren sollten. Manche wollten sie schinden, verbrennen oder auf heisse Kohlen legen, die etwas Sanfteren schlugen vor, sie gefesselt – bei Wasser und Brot – in den Kerker zu werfen. Die Gefangene flehte um ihre Entlassung, der Mönch, in den sie sich verliebt hatte, wolle kommen und sie holen.

Die Nonnen entlockten ihr den verabredeten Treffpunkt, wo nun ein verschleierter Pater und weitere Brüder mit Knütteln seiner harrten. Als der Mönch kam und die Gestalt umarmen wollte, wurde er gepackt. Die Nonnen zwangen ihre schwangere Mitschwester, den Mönch zu entmannen. Dann stopften sie ihr seine blutigen Genitalien in den Mund und schleppten beide in den Kerker. 

Im Stralsunder Brigittenkloster und im Kloster Mariakron fand man bei deren Abbruch in den heimlichen Gemächern ganze Kinderkörperlein vergraben.

Ein Mönch verführt eine Nonne, sie wird schwanger und wirft ihr Baby in den Abort.  Darstellung aus dem Jahr 1327. bild: pastisaforeigncountry

In der westirischen Kleinstadt Tuam wurden 1975 796 Baby-Skelette gefunden. Doch niemand forschte nach – bis sich die Historikerin Catherine Corless des Falles annahm. 

Die Knochen der toten Kleinkinder lagen in einem Massengrab auf dem Gelände eines ehemaligen «Mutter und Kind»-Heims für «gefallene Mädchen». Ledige Mütter also oder Frauen, die mit 30 noch unverheiratet waren und deshalb als Gefahr für verheiratete Männer galten. Das Heim wurde von Nonnen des katholischen Ordens Sisters of Bon Secours betrieben. Sie hielten die Kinder für «Ausgeburten des Satans» und so erfuhren sie dementsprechend wenig Fürsorge. Ein Drittel der Kinder in Tuam starb im ersten Lebensjahr, im Durchschnitt starb alle zwei Wochen ein Kind – eine Statistik, die ins 17. Jahrhundert gehört. Tatsächlich gestorben sind sie zwischen 1925 und 1961.

Die verlangte und meist unerfüllbare moralisch-asketische Grundhaltung führte selbstverständlich nicht immer zu solch unaussprechlichen Bestialitäten. Die Klöster waren über Jahrhunderte auch die Triebfedern für Kultur, Medizin, Philosophie und Literatur. Man könnte dies im freudschen Sinne als gigantische Abwehrleistung der menschlichen Psyche betrachten. Die fleischliche Begierde wurde gewinnbringend in akzeptiertes Handeln umgewandelt.

Aber man muss sich schon sehr viel Mühe geben, in den Schriften der Nonnen und Mönche, besonders in denen der Mystikerinnen, die fleischlichen Wünsche zu überlesen. Sie suchten nach transzendenten Erfahrungen, sehnten sich nach Verschmelzung mit dem Göttlichen, die auch immer sehr körperlich erfahren wurde.

«Man muss die brünstigen Hymnen der Mönche an Maria und die noch brünstigeren von Nonnen an Jesus lesen, um das in seiner ganzen Tiefe zu verstehen.»

Hans Hartmann, Theologe

Die Mystikerin Mechthild von Magdeburg hat ihre feurige Liebe zu Jesus sehr poetisch zum Ausdruck gebracht. bild: pinterest

Mechthild von Magdeburg (1207–1282) hat die mystische Vermählung ihrer Seele mit Jesus auch «an allen Gliedern empfunden». «Oh Herr, du schonst allzu sehr meinen pfuhligen Kerker!», ruft sie verzweifelt. Teresa von Ávilas (1515–1582) Herz wurde von einem goldenen Pfeil mit züngelnder Feuerspitze durchbohrt, er stiess mehrere Male hinein, drang bis in die Eingeweide vor. Und immer werden bei solcherlei Erfahrungen «Schmerz und aussprechliche Süsse» empfunden.

Manche schreiben von Liebeslanzen und Stossdegen, andere davon, dass ihre «Begierde und Lust im Säugen» des Jesuskindes liegt. Die heilige Katharina von Siena trägt zum Zeichen ihrer Verlobung mit Jesus dessen Vorhaut unsichtbar am Finger. 

Die heilige Katharina von Siena widersteht den Dämonen, ca. 1500. bild: howlingpixel

Zuletzt sollen auch die zahlreichen, angeblich von Dämonen (Incubi) besessenen Nonnen nicht unerwähnt bleiben. Im 16. Jahrhundert untersuchte der niederländische Arzt Johann Weyer, ein Bekämpfer der Hexenverfolgung, einen solchen Fall im Kölner Kloster Nazareth. Die Nonnen litten unter erotischen Krämpfen, lagen mit geschlossenen Augen auf dem Rücken und führten Koitusbewegungen aus. Eine litt unter der Vorstellung, sie würde heimlich von ihrem Geliebten besucht – und steckte bald das ganze Kloster mit den mysteriösen Spasmen an. Sie setzten ein, nachdem ein paar Burschen sich nachts tatsächlich ins Kloster geschlichen hatten. 

Kein Wunder, hat die Welt danach einen Sigmund Freud gebraucht. Und kein Wunder auch, hat er hinter jeder Störung, hinter jeder Neurose den verdrängten Sexualtrieb als Ursache gewittert. 

Verwendete Quellen:

Karlheinz Deschner (1924–2014) ist der wohl bekannteste Kirchenkritiker der letzten Jahrzehnte. Das liegt vor allem daran, dass Deschner kein Blatt vor den Mund nahm und in höchst ironischem Ton schamlose Kritik an bestehenden, kirchlichen Autoritäten übte. Über seine Motivation schrieb der deutsche Autor einmal: «Ich schreibe aus Feindschaft. Denn die Geschichte derer, die ich beschreibe, hat mich zu ihrem Feind gemacht.» Dafür schlug ihm selbstredend nicht nur Liebe entgegen. Seine Bücher (u.a. sein Hauptwerk, die zehnbändige «Kriminalgeschichte des Christentums») wurden von Kritikern als unwissenschaftlich bezeichnet, der gängige Vorwurf, wenn einer sich verständlich und in bissig-amüsantem Stil an sein Publikum wendet. Man mag seine Interpretationen für einseitig halten, doch Deschner hat mit einer ungeheuren Akribie Fakten zusammengetragen, die so leicht nicht aus der Welt zu schaffen sind – und wofür er mit unzähligen Preisen ausgezeichnet wurde, u.a. mit dem International Humanist Award.
Peter Kaisers «Heilige Qual und die Lust am Schmerz» ist 2016 erschienen. Lasst euch nicht vom grauenhaften Cover täuschen, das Buch ist wahnsinnig spannend. Der Autor beleuchtet die Thematik der Sexualität auf der neurologischen, religionswissenschaftlichen, ethnologischen und psychologischen Ebene, was er auch kann, weil er in all diesen Fächern ausgebildet ist. Dabei wird aufgezeigt, wie wichtig die Glaubens- und Wertesysteme einer Gesellschaft für die Frage sind, was als pervers oder krank gilt. 

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166Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Michael Bamberger 27.12.2017 15:12
    Highlight Frage: Wie kommt die Nonne zu Sex?

    Antwort: Sie verkleidet sich als Messdiener.

    10 3 Melden
  • Haiderfroh 27.12.2017 11:40
    Highlight Sexualität wird immer noch unterdrückt, wenn auch auf weniger grausame Weise. Und es herrscht diesbezüglich immer noch eine heuchlerische Doppelmoral.

    Der Artikel ist hervorragend. Bravo.
    21 2 Melden
  • Michael Bamberger 27.12.2017 09:33
    Highlight Was ist denn anderes zu erwarten, von einem derartigen Religionskonstrukt??

    - ein Gottvater ohne Eltern und ohne Partnerin oder Partner

    - ein Gottessohn ohne Partnerin oder Partner

    - eine frigide Maria

    - ein gehörnter Josef

    - und von den vielen Engeln ganz zu schweigen...

    14 2 Melden
  • Emanzipator 27.12.2017 08:02
    Highlight Die Wahrheit zur Erfüllung liegt warscheinlich irgendwo zwischen dem kranken abschlachten gesunder Sexhungriger wie hier beschrieben durch selbsternannter Heilsbringer und dem Milliardengeschäft für Chirurgen, Produzenten und Hersteller diverser Produkte welche suggerieren, dass täglicher Sex in Form von Leistungssport mit absolutistischem Orgasmusziel und natürlich ausschliesslich mit dem perfekten trainierten Körper den Standard darstellt.
    7 1 Melden
  • redeye70 27.12.2017 07:35
    Highlight Sehr guter Artikel! In der christlichen Lehre und deren Haltung zur Sexualität und der gesellschaftlichen Stellung der Frauen wiederspiegelt sich auch die Urlehre des Sündenfalls. Interessant wäre auch wie das Verhältnis zur Sexualität der heutigen Gesellschaft ist. Da beschleicht mich eher das Gefühl, dass wir immer noch keinen ungezwungenen Zugang zu ihr haben und die Natürlichkeit der Sexualität durch das falsche Bild der Pornografie verdrängt wurde. Der Mann der immer kann, Brust-und Schamlippen-OP‘s, muskelgestählte Körper, Quantität über Qualität.
    12 2 Melden
  • Spooky 26.12.2017 23:16
    Highlight Habe alles gelesen. Super!

    Paulus war ein genialer Egomane.
    Von der Sorte gibt es sie auch heute.

    Zum Beispiel Bob Dylan. Oder Moritz Leuenberger.
    6 22 Melden
  • Schummelschumi 26.12.2017 18:12
    Highlight Anna Rothenfluh
    Gratuliere Dir zu diesem Artikel
    Vielen Dank!
    18 7 Melden
  • Mutzli 26.12.2017 17:40
    Highlight 3 -Verstehe deshalb auch nicht ganz, wieso 20 Jhr. Tuam in eine Kontinuität mit mittelalterlichen Klöstern gerückt wird. Bzgl. Kinderleichen bei den Klöstern im Mittelalter: Waren das nicht einfach Traufkinder? Konnte auf Anhieb keine Artikel finden.

    Finde es wirklich eine interessante tour de force und ich muss zugeben, dass ich ein elender Tüpflischiiser bin, aber mir haben diese Aspekte, ehrlich gesagt, ziemlich die Lesefreude gestört.

    Die Bilder waren super und immer gut, wenn man die extrem sexfrustrierten MystikerInnen enttarnt. Bzgl. Onanieren: Mr. Kellog war da super.
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  • Mutzli 26.12.2017 17:34
    Highlight 2 -Theodsius machte das Christentum zur Staatsreligion, nicht Konstantin.

    -Die Pest brach erst 1346 aus und Flagellanten gab es auch vorher; bei Viten wie Seuses muss man auch schwer davon ausgehen, dass übertrieben wurde der PR willen.

    -Auch die Gleichsetzung von Badehäusern mit Bordellen war eine Übertreibung von Seiten des Klerus

    -Schamkapseln wie auch Hexenverfolgungen, waren eine Eigenart der frühen Neuzeit und nicht des Mittelalters, als die kath. Kirche also bereits nicht mehr unbestritten der King ufem Häfi war.


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  • Mutzli 26.12.2017 17:23
    Highlight 1 Sehr interessant geschrieben und immer richtig wenn die Ideen der "traditionellen" Ehe und Zölibat etc. untersucht werden.

    Ich muss jedoch selbst als gar garstiger Kirchenfeind jedoch Kritik üben: Nur weil jemand Kritik am Christentum übt, muss es noch lange nicht unwissenschaftlich sein und Deschner kann man da nicht ernsthaft als Quelle benützen. Kaiser kenne ich nicht.

    -Im Hexenhammer kommen Hexer bzw. männliche Hexen (das Wort war auch unisex benutzt) sehr wohl vor und es wurden auch zahlreiche Männer getötet. War immer noch definitv misogynistisch, einfach der Richtigkeit halber.



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  • Marcus Antonius 26.12.2017 13:34
    Highlight Ojeh! Lasst es doch mal gut sein mit der Hetze gegen monotheistische Religion! Man hört immerzu die gleichen, im Grunde belanglosen, Kritikpunkte von Religionsgegnern. Religiösität wird einfach immer weniger akzeptiert und diese kritischen Themen sind eher Mittel zum Zweck dieses missbilligende Gefühl zu erklären (ansonsten würde man sie in einem kommentarlosen religionshistorischen Bericht behandeln).
    Ausserdem geht es insgesamt bei einem Grossteil der kontrovers behandelten Themen um die Sexualität. Man könnte meinen, es gäbe nichts Wichtigeres in der westlichen Welt (siehe ShadesOfGrey).
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    • Marcus Antonius 26.12.2017 15:09
      Highlight Ausserdem will ich noch meinen Respekt über das Hintergrundwissen im Beitrag äussern.
      9 6 Melden
    • Oxymora 26.12.2017 23:18
      Highlight @ Marcus Antonius

      “Man hört immerzu die gleichen, im Grunde belanglosen, Kritikpunkte von Religionsgegnern.“
      Belanglos? Aber Sie haben trotzdem das Bedürfnis zu kommentieren.

      “(ansonsten würde man sie in einem kommentarlosen religionshistorischen Bericht behandeln)“
      Belanglos? Aber lieber doch keine Kommentarfunktion.

      “Ausserdem ..... die Sexualität. Man könnte meinen, es gäbe nichts Wichtigeres in der westlichen Welt.“
      Ohne Sexualität wäre Menschheit sogar auf der ganzen Welt ausgestorben.
      Es sei den, der heilige Geist wäre bereit auch Überstunden zumachen.



      30 2 Melden
    • Helona 27.12.2017 04:05
      Highlight Ähm! Ich weiss aber nicht, ob der Sex mit dem heiligen Geist besonders viel Spass machen würde ;))
      8 2 Melden
    • Haiderfroh 27.12.2017 15:07
      Highlight Natürlich gib es die meiste Zeit des Tages wichtigeres als Sex.
      Aber solange Geschlechtsverkehr in allen Spielarten unter Menschen nicht so selbstverständlich ist wie Händeschütteln, oder "Guten Tag!" sagen, solange haben wir keine artgerechte, gemeinschaftsfördernde Sexualmoral. Und solange kann es keinen dauerhaften Frieden unter Menschen geben.
      Vielleicht ist genau das der Grund für die rigide Sexualmoral in allen Religionen.
      7 2 Melden
    • Marcus Antonius 27.12.2017 15:46
      Highlight Kommentarlos heisst, dass der Journalist keinen Kommentar macht. Das was du meinst sind Leserbriefe.
      Item. Ist ja nicht zu fassen, was hier für eine Wut herrscht. Die meisten Gläubigen wissen wahrscheinlich weniger über solche ältere Dogmen als Religionsgegner. Natürlich nur, wenn es dabei um Sexualität u.Ä. geht (Dinge, die der heute üblichen Lebensweise widersprechen). Es sollte ja auch klar sein, dass das Reden um dieselbe und nicht Sexualität an sich gemeint ist. Ich frage mich, woher der Hass, liberaler Geschichtsunterricht?
      (1/2) fortsetzung:
      0 7 Melden
    • Marcus Antonius 27.12.2017 15:51
      Highlight Schon mal einen katholischen Gottesdienst besucht? Da wird von Selbstlosigkeit und Güte geredet, nicht von Regeln, die sich übrigens von Zeit zu Zeit anders behandelt wurden und mit denen heute jeder frei umgehen kann. So zumindest, wo ich herkomme (Wallis). Ein Bünzli ist wohl einer, der kein Verständnis hat für seine Mitmenschen. Und ihr?
      (2/2)
      0 8 Melden
  • pamayer 26.12.2017 11:48
    Highlight Die Kirche stand dem radikalen Islam über tausende von Jahren nichts nach.
    Und Teile der Kirche wollen weiterhin alles lebendige unterdrücken.
    28 6 Melden
  • Ohniznachtisbett 26.12.2017 11:42
    Highlight Ein super Artikel. Danke dafür. Doch der Mensch züchtigt sich auch heute noch. Auch die nicht-religiösen. Sie schinden ihre Körper in unzähligen Fitnesscentren, auf Rennrädern, machen Irionman, laufen Marathon. Immer auf der Suche nach dem eigenen (Seelen)Heil. Gerade heute wird die Lust wieder verteufelt. Wer Samstags feiert und Sonntags schläft, statt sich auf dem Crosstrainer abzumühen, gilt bald als frevelhaft. Pornogerammel gilt als erstrebenswert, auch hier bleibt die Lust auf der Strecke, aber die holt man sich ja mit Schmerz ab km 30 am Marathon. Überlegts euch mal.
    29 6 Melden
  • Gummibär 26.12.2017 08:27
    Highlight Nachtrag für die Zürcher:
    Bis 1701 wurden in Zürich 75 Frauen und vier Männer wegen Hexerei zum Tode verurteilt und bei lebendigem Leib verbrannt. Darunter sieben Frauen und ein Mann aus Wasterkingen, wegen Bündnissen mit dem Teufel.
    2001 entschuldigten sich Regierungspräsident Markus Notter und Kirchenratspräsident Ruedi Reich für das letztere Justizverbrechen.

    28 0 Melden
  • Gummibär 26.12.2017 07:41
    Highlight Nicht nur die katholische Kirche. Die Sittenzucht wurde von den reformierten Stadt-Staaten Zürich, Bern und Basel weitergeführt.
    Meine Vorfahrin Elisabeth Koprio wurde 1671 in Bern wegen Unzucht verurteilt und auf dem Richtplatz enthauptet. Sie führte offensichtlich einen liederlichen Lebenswandel
    Im gleichen Jahr erlitt Ruedi Märki von Rüfenach, wegen Ehebruchs das gleiche Schicksal.
    Gotteslästerung wurde übrigens mit dem Schlitzen der Zunge bestraft.
    Ich wünsche allen Mitkommentatoren fröhliche und lustvolle Feiertage.
    29 0 Melden
  • Glücksbringer 26.12.2017 04:12
    Highlight Sehr gut, Frau Rothenfluh. Gratuliere!
    Es ist Zeit, dass die Wahrheit gesagt wird, immer wieder, denn diese Psychopathen versuchen auch immer wieder die Macht an sich zu reissen und die Welt in ein Jammertal zu verwandeln.
    32 9 Melden
  • Joshuuaa 25.12.2017 23:02
    Highlight Lehrreicher, gut recherchierter Artikel! Danke dafür:) Ich möchte nur einen (falschen?) Gedanken ergänzen: "Kein Wunder, hat die Welt danach einen(..) Freud gebraucht(...)" - Ich denke, die Welt hätte ihn auch sonst gebraucht. Begehren und Scham, Begehren und Bruch des Selbstbewusstseins, Begehren und Objektivierung des Anderen gehören bis zu einem gewissen Grade zusammen. Von den unmoralischen Seiten der Sexualität können Prostitierte und Vergewaltigte erzählen. Vielleicht hat also der Scham und die Negativität ebenso zu den schrecklichen Kirchgesetzen geführt, wie die Gesetze zu mehr Scham.
    15 8 Melden
    • My Senf 26.12.2017 22:08
      Highlight Was genau ist denn gut recherchiert in Bezug auf Paulus?
      Beispiel?
      5 3 Melden
    • Haiderfroh 27.12.2017 15:13
      Highlight Freud war auch nur ein Schwätzer.
      Nichts von seiner "Lehre" wurde je bewiesen. Freud's "Lehre" ist eine dogmatische Leere, wie die Bibel auch.
      3 0 Melden
  • Follower 25.12.2017 21:05
    Highlight Ich finde den Artikel mühsam. Es ist eine lange, nicht enden wollende Ausführung über die menschlichen Abgründe in kirchlichem Kontext. Dass menschliche Dummheit nicht vor Kirchenmauern halt macht, ist schon länger bekannt. Resultiert hieraus ein positiver Effekt? Ich wage zu zweifeln. Sonst hätte man vielleicht Hinweise hinzugefügt, wo jemand bereit war etwas zu lernen. Das meiste in dem Text ist schon mehrere hundert Jahre her. Ich habe irgendwie nicht den Eindruck, dass die Kirchen heute noch wie im Mittelalter funktionieren.
    39 124 Melden
    • phreko 25.12.2017 22:49
      Highlight Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. (aber scheint dich nicht zu interessieren...)

      Die Kirche ist nicht weiter. Es folgen ihr bloss weniger Menschen.
      72 11 Melden
    • aglio e olio 25.12.2017 23:07
      Highlight https://mobil.news.at/a/exorzismus-gegenwart
      6 2 Melden
    • kleiner_Schurke 25.12.2017 23:14
      Highlight Genau diese Kirche schreibt sich eben ganz riesengross Nächstenliebe und Feindesliebe auf die Fahne und predigt es seit 2000 Jahren von der Kanzel. Doch speziell aus diesem "überirdisch göttlich" inspirierten Umfeld, aus diesem moralischen Highground würde man eben gerade nicht erwarten, dass menschliche Dummheit regiert wie überall sonst auch, sondern etwas anderes. Wenn in der Kirche exakt dieselbe Dummheit regiert wie überall sonst - wozu brauche ich dann überhaupt eine Kirche?
      58 11 Melden
    • kleiner_Schurke 25.12.2017 23:32
      Highlight Ja Blitzer erklär mir das bitte, wozu brauche ich dann eine Kirche? Nicht nur blitzen und flitzen, sondern argumentieren. Wenn möglich göttlich inspiriert und nicht nur immer dieselben überholten Argumente.
      27 13 Melden
    • karl_e 25.12.2017 23:46
      Highlight Die Evangelikalen in den USA und ihre Ableger hierzulande sind geistig vor mehreren hundert Jahren stehen geblieben, Follower. Damit verglichen sind die Katholiken, (sogar die Pius-Bruderschaft) beinahe fortschrittlich.
      39 2 Melden
    • Follower 26.12.2017 00:18
      Highlight Selbstverständlich machen die Leute in den Kirchen dieselben Dummheiten wie alle anderen auch! Es ist unrealistisch zu denken, dass sich Kirchgänger mind. 20 % besser benehmen als alle anderen. Und, um zu Ihrer Frage zurückzukommen: vielleicht sollte ich sie einmal umdrehen; was könnten Sie der Kirche bringen?
      7 27 Melden
    • kleiner_Schurke 26.12.2017 06:41
      Highlight Ich? Na ich würde sie sofort abschaffen.
      33 3 Melden
    • phreko 26.12.2017 14:39
      Highlight Eine gesunde Portion Humanismus und Wissenschaft: Ergo deren Abschaffung.
      10 1 Melden
  • Thinktank 25.12.2017 20:10
    Highlight Guter Artikel. Die Religionen der letzten Jahrtausende hat uns zu verklemmten und degenerierten Menschen gemacht. Wir haben keine Probleme, Flüchtlinge und Feinde ertrinken zu lassen oder mittels Bomben in die Luft zu sprengen oder sonst zu massakrieren. Beim Sex sind wir aber total verklemmt. Wenn man unsere nächsten Verwandten Schimpansen anschaut, von denen wir uns vor 5 Mio Jahren getrennt haben, dann leben wir in einer Sexdepression. Die haben den ganzen Tag Sex, mit wem auch immer. Maslow hat schon lange das Grundbedürfnis erkannt. Die meetoo-Debate führt wieder tausend Jahre zurück.
    35 90 Melden
    • dä dingsbums 26.12.2017 01:01
      Highlight Ich hätte Deinem Kommentar fast zugestimmt, aber dann hast Du es mit dem letzten Satz versaut.
      72 9 Melden
    • supremewash 26.12.2017 01:51
      Highlight Äh, nein.
      18 3 Melden
    • Helona 26.12.2017 02:52
      Highlight Habe mal eine Dokumentation über Schimpansen gesehen. Vergewaltigung und Unterdrückung gehören bei denen zum Alltag. Auf so einen Mist kann ich gut und gerne verzichten. Überhaupt, was ist das für ein Argument: Die Schimpansen vögeln den ganzen Tag, hui, sind wir verklemmt! Wenn du willst, kannst du das auch tun. Es verbietet es dir keiner.
      36 1 Melden
    • Enzasa 26.12.2017 06:42
      Highlight Thinktank Schade, die metoo Debatte ist ein weiterer Schritt heraus aus Scham und Demütigung. Ein Schritt Richtung Wahrheit und Offenheit.
      Wäre es nicht für alle gut, wenn jeder offen sagt ich will Sex mit dir und jeder weiß, was ich mache ist ok.
      Aber aktuell gibt es zur Zeit, die, die glauben nur durch ihre sozialen Status können sie eine Frau anmachenund nutzen so ihre Macht aus (Erpresser) und der Gegenpart macht mit, gegen den eigenen Willen (unterdrückte) weil sie Angst vor Repressalien haben.

      Ich fand ihren Kommentar bis zum letzten Satz richtig gut.
      27 5 Melden
    • Begra 26.12.2017 12:31
      Highlight ähm doch, die meetoo Debatte führt in meiner Wahrnehmung dazu, dass vor allem die Offenheit zu verdeutlichen, dass das Gegenüber in die sexuelle Präferenz passt, verhindert wird. Ich hab schon Clips gesehen, in denen Frau total ausflippt, nur weil der Typ ihr ein freundliches "Hallo" entgegen brachte.
      3 3 Melden
  • #10 25.12.2017 19:24
    Highlight Nachtrag zum Zölibat: Die Verteufelung der Frau hatte tatsächlich eine hässliche Tradition in der Exegese des Neuen Testaments; zumindest bei einem Teil der damaligen Theologen. - Entscheidend für die historisch anhaltende Stellung des Zölibats war meines Wissens aber ein anderer, viel profanerer Grund: Die Kirchenleitung (aka "der Vatikan") hatte im Mittelalter grösste Schiss, dass sich das Vermögen der röm.-katholischen Kirche durch Familiengründungen aufsplittern würde. Man stelle sich mal vor, 6 Kinder eines Abts erben eine Basilika, ein Kloster, ein Weingut...
    91 0 Melden
    • Anna Rothenfluh 25.12.2017 19:38
      Highlight Also haben wir einen finanziellen, einen altersbedingten und einen territorialen Aspekt, vielen Dank fürs Ausführen.
      65 6 Melden
    • leisnic 26.12.2017 02:17
      Highlight Nope. Kirchengut war kein Privatgut & ab 470 per Synode nicht veräusserbar. Abgesehen davon: Ich find's ja toll, wenn historische Themen hier so viel Platz kriegen, aber dann bitte genauer recherchieren & das elende Wissenschafts-Bashing unterlassen (sh. Kasten zu Deschners Kritikern)! Bspe: Constantin hat das Christentum nicht zur Staatsreligion erhoben, sondern nur erlaubt, die offizielle Erhebung kam unter Theodosius 380. Oder Robert den Bulgaren als Beispiel der damaligen Geisteshaltung aufzuführen, ist unsachgemäss, wurde er doch von seinen Zeitgenossen als Zelot kritisiert & verurteilt!
      11 1 Melden
    • Rabbi Jussuf 26.12.2017 12:01
      Highlight Der Hauptgrund für das Zölibat war wohl noch ein anderer, nämlich dass man nicht Ämter vererben konnte und die Macht bei der Kirche blieb. Auch fiel das angehäufte Vermögen von verstorbenen Prälaten automatisch an die Kirche. Es ging also nicht um Grundeigentum, das sowieso der Kirche oder Klöstern gehörte.
      4 3 Melden
  • fiodra 25.12.2017 19:10
    Highlight Ein guter und wichtiger Artikel.

    Neben der Unterdrückung der Sexualität, des Körperlichen und der Frauen wurde durch die Kirche das Traumleben und die Beschäftigung mit Träumen unterdückt, da man sich vor den Succubi und Incubi fürchtete, welche Männern und Frauen lüsterne Gedanken eingaben. Diese Unterdrückung wirkt trotz Freud bis heute weiter.
    33 9 Melden
  • sowhat 25.12.2017 18:18
    Highlight Wow, was für eine grandiose Arbeit! Ich bin echt beeindruckt.👏
    37 20 Melden
  • amore 25.12.2017 18:08
    Highlight Dabei ist der spielerische Umgang mit der uns geschenkten Sexualität etwas vom Schönsten, was Menschen erleben können. Die Kirchen wären sehr gut beraten, dieses vollkommene Glück zu preisen statt schlecht zu machen.
    82 10 Melden
  • ThePower 25.12.2017 17:30
    Highlight Danke für diese weihnächtliche Gruselreise durch die Vergangenheit. Unvorstellbar, diese Grausamkeiten. Stimmt nachdenklich wenn man sich ausmalt, wie Generationen von Menschen das (Sex-)Leben wortwörtlich zur Hölle gemacht wurde. Dazu kommt eine unsägliche Doppelmoral die in dieser Institution bis heute anhält. Zum Glück haben die heute keine allzu grosse Macht mehr und ich bin wirklich froh, in einer freien, aufgeklärten Gesellschaft leben zu können. In dem Sinn, frohe Weihnachten euch allen
    106 9 Melden
    • Helona 26.12.2017 03:03
      Highlight Noch bis weit ins 20. Jahrhundert könnte eine Frau schuldig ( Schuld war damals einThema) geschieden werden, wenn sie ihrem Gatten die "eheliche Pflicht" verweigerte. Leider habe ich auch heute noch den Eindruck, dass es noch (oder wieder) Männer gibt, die glauben, einen gottgegebenen Anspruch darauf zu haben.
      16 2 Melden
    • who cares? 26.12.2017 10:48
      Highlight Einen Grund gibt es aber, dass man früher nicht einfach ein jedem mit jedem und freie Lust praktizieren konnte: fehlende Verhütung und fehlender Schutz von sexuell übertragbaren Krankheiten. Für Frauen war jede Geburt ein Risiko. Also kann ich dieses kein Sex vor der Ehe noch verstehen, dass Risiko nachher mit einem Kind alleine dazustehen war zu hoch. In entwickelten Ländern heute zum Glück kein Problem mehr.
      5 0 Melden
    • Klaus07 26.12.2017 14:16
      Highlight <Zum Glück haben die heute keine allzugrosse Macht mehr> Da muss ich ihnen leider wiedersprechen. Obwohl die tratitionellen Kirchen über einen Mitgliederschwund klagen, haben Freikirchen massiven zulauf. Die Freikirchen verfügen über grosse Finanzielle Mittel und bauen im Verborgenen ein grosses Netzwerk auf, das bereits bis nach Bundesbern reicht. In der USA sind es vorallem Jesuiten und Juden die in der GOP und in der Regierung das sagen haben. Ziel ist es, Dinge wie Homoehen und Abtreibungen abzuschaffen. Weltweit haben nur wenige Staaten eine strickte Trennung von Kirche und Staat.
      6 2 Melden
  • aglio e olio 25.12.2017 17:27
    Highlight Die Kirche versprach den Himmel, und erschuf die Hölle auf Erden.
    97 15 Melden
  • gege 25.12.2017 16:58
    Highlight Braucht es wirklich so einen Artikel an Weihnachten? Bin nicht sehr gläubig, weiss aber, dass viele katholische Priester viel Gutes tun. Das ist inetwa wie Sie am 1. Mai einen Artikel über die Linken und ihre Beziehung zu Kindern in den 70er Jahren schreiben würden.
    48 153 Melden
    • phreko 25.12.2017 17:55
      Highlight Ja und? Immer schön wegschauen...
      88 20 Melden
    • skankhunt42 25.12.2017 18:05
      Highlight Die Realität hort an Weihnachten oder am 1. Mai nicht einfach auf Realität zu sein, nur weil man sie nich wahrhaben möchte.
      89 13 Melden
    • gege 25.12.2017 18:19
      Highlight Wer schreibt etwas von wegschauen?
      18 30 Melden
    • gege 25.12.2017 18:39
      Highlight Genau. Aber wieso nicht ein schöner Artikel an Weihnachten statt etwas Negatives, das vor ein paar hundert Jahren geschrieben wurde?
      14 75 Melden
    • Enzasa 26.12.2017 06:47
      Highlight Vielleicht weil an Weihnachten ein paar Menschen Zeit und Muße haben sich damit auseinandersetzen.

      Weil 9 Monate nach Weihnachten in der Regel viele Kinder geboren werden und der Artikel somit einen besonderen Bezug hat
      11 2 Melden
    • Klaus07 26.12.2017 14:21
      Highlight Das was vor paar Jahrhunderten geschrieben wurde beeinflusst noch immer unser Leben. Und die Wahrheit ans Licht bringen ist nicht Negativ sondern sehr Positiv und äusseres Wichtig. Diese Themen sollten sogar in unseren Schulen gelehrt werden. Ich finde Weihnachten sogar der genau richtige Zeitpunkt, wenn alle Menschen so tun, ob sie ganz lieb und nett wären um ein paar Tage später wieder ihr böses Inneres auszuleben.
      8 0 Melden
  • kleiner_Schurke 25.12.2017 16:53
    Highlight Bei den orthodoxen Christen ist es bis heute so, dass menstruierende Frauen nicht zur Eucharistie zugelassen sind (da unrein). Wie auch immer ein orthodoxer Vater erkennen wollte, ob ein Frau menstruiert oder nicht. Offensichtlich wird es ja erst dann, wenn eben eine nicht zur Eucharistie antritt. Hat bei mir immer ein grösseres Kopfschütteln ausgelöst.

    Wenn man es sich überlegt, ist das eigentliche Highlight ja aber, dass eine Frau wegen eines bisschen Blut zu unrein ist, als dass sie das Blut ihrer Gottes trinken dürfte. Orthodoxe Logik!
    93 11 Melden
  • Gigi,Gigi 25.12.2017 16:53
    Highlight Ein etwas gar wilder und einseitiger Ritt quer durch die Jahrhunderte. Nicht, dass das so im Einzelnen nicht stimmt - vor allem das Lustfeindliche der Kirche - aber man oder frau? müsste das schon etwas mehr in einen Gesamtkontext sehen.
    37 68 Melden
    • phreko 25.12.2017 17:57
      Highlight Weshalb einseitig? Welcher Gesamtkontext?
      38 12 Melden
    • Gigi,Gigi 25.12.2017 19:31
      Highlight An phreko. Die Kirche und die Religion waren nicht die einzigen, die Einfluss auf das Denken der Menschen im Mittelalter hatten. Die Kirche und die Obrigkeit! nahm zum Teil einfach die Ängste und die Denkweise der Menschen auf und verstärkte dies zu ihren Gunsten. Beispielsweise das Unwissen über die Zusammenhänge von Seuchen, Naturkatastrophen etc. Dies kam der herrschenden Klasse ganz allgemein zu Gute, und nicht nur der Kirche.
      25 18 Melden
    • Klaus07 26.12.2017 14:23
      Highlight Im Mittelalter war die Kirche das Weltbild der Menschheit. Da gab es nichts anderes.
      6 2 Melden
  • AlteSchachtel 25.12.2017 16:49
    Highlight guter Artikel!

    Ich vermisse jedoch die Erwähnung der ersten Frau, die von Gott geschaffen wurde. Eine teilweise witzige (vor allem die jüdische Version) und interessante Geschichte , die zeigt, dass der Hexenwahn schon sehr früh begann und schon Adam Angst vor starken Frauen hatte. ;-)
    48 7 Melden
  • Gubbe 25.12.2017 16:42
    Highlight Was sagt uns der Artikel, der gut recherchiert wurde? Wenn die Sexualität verdammt wird, ist etwas im argen. Wir sind auf bestem Weg dazu.
    44 11 Melden
    • Klaus07 26.12.2017 14:26
      Highlight Bei #meetoo wird nicht die Sexualität verdammt, sondern das ausnützen, aufzwingen und aufdrängen von Sexualität. Sobald beide Partner einverstanden sind, kann die Sexualität in all seiner Formen genossen werden.
      11 1 Melden
    • Haiderfroh 27.12.2017 15:36
      Highlight @Klaus07
      Nein, Sex darf nicht in allen Formen genossen werden. Da gibt es einige gesetzliche Schranken.

      Die #meetoo-Debatte ist sexfeindlich. Weil sie das gegenseitige Einverständnis von etwas, was im Normalfall selbstverständlich ist, zu etwas macht, was im Normalfall nicht selbstverständlich ist.
      Das macht den Sexualakt zu einem juristischen Minenfeld für die Beteiligten, weil das Einverständnis kaum beweisbar ist und es rückwirkend verneint werden kann.
      Wer sich nach dem schwedischen Modell sicher nie strafbar machen will, darf ausschliesslich nur mit sich selbst Sex haben.
      0 0 Melden
  • Majoras Maske 25.12.2017 16:39
    Highlight Was für ein grandioser und lehrreicher Artikel, danke. Alleine zu sehen wie diese hoch-heiligen, unabänderbaren Regeln entstanden, lässt sie ja eigentlich schon in sich zusammenbrechen.
    37 18 Melden
  • meine senf 25.12.2017 16:37
    Highlight Irgendwie kapiere ich diese religiösen Logiken nicht.

    Wenn Gott die Menschen inkl. ihrer Fortpflanzung geschaffen hat, diese aber etwas böses sei, kann es nur folgende Erklärungen geben:

    - Gott ist ein Stümper, der bei der Schöpfung Fehler machte (und die Menschen massen sich an, gescheiter als Gott zu sein, weil sie seinen Fehler erkennen).

    - Gott ist böse und will uns quälen.

    - Eine stärkere Macht als Gott hat in der Schöpfung reingepfuscht.

    All das wäre doch Gotteslästerung?

    Ein Geschenk abzulehnen ist doch eine Beleidigung? Also würde man doch Gott beleidigen, wenn man Sex böse sei?
    91 9 Melden
    • _kokolorix 25.12.2017 17:16
      Highlight Religion kennt nur einen Logik. Die Logik der Macht. Es geht darum, den gemeinen Menschen ein Leben vorzuschreiben welches sie unmöglich so leben können, Dinge zu verbieten auf welche die Menschen unmöglich verzichten können, man denke nicht nur an Sex, sondern auch z.B. an das Fasten. All dies dient nur dazu, dass sich die Menschen schuldig fühlen und von dieser Schuld konnten sie sich jederzeit bei den Mächtigen befreien lassen. Gegen Bezahlug und Unterwerfung, Leistung von Frohndienst und sexuelle Ausbeutung.
      Ein Schelm wer böses dabei denkt
      91 12 Melden
  • Staatsgebeutelter 25.12.2017 16:27
    Highlight Guter fundierter Artikel
    30 17 Melden
  • Spooky 25.12.2017 15:52
    Highlight Hammer Artikel! Danke!
    Habe aber erst die Bilder angeschaut und die rosa Zwischen...wie sagt man...gelesen.

    Kann aber schon jetzt behaupten, dass wir seit dem Mittelalter im Prinzip nicht weitergekommen sind.
    35 22 Melden
  • Stachanowist 25.12.2017 15:39
    Highlight "Die Frau verfügt nicht über ihren Leib, sondern der Mann. Ebenso verfügt der Mann nicht über seinen Leib, sondern die Frau. ***Entziehe sich nicht eins dem andern***, es sei denn eine Zeit lang, wenn beide es wollen, dass ihr zum Beten Ruhe habt; und dann kommt wieder zusammen, damit euch der Satan nicht versuche, weil ihr euch nicht enthalten könnt." (Kor 7:4-5).

    Sehe hier die Sexfeindlichkeit Paulus' nicht. Aus heutiger Sicht stockkonservativ, weil kein Sex ausserhalb der Ehe (=Unzucht, Satan), aber im historischen Kontext Standard. Innerhalb der Ehe soll man es laut P. tschäddere lo.
    52 27 Melden
    • Haiderfroh 27.12.2017 15:45
      Highlight Wow, dieser Vers ist das totale Gegenteil von lustfeindlich. Dieser Vers fordert eine Lustgarantie für Mann und Frau.
      Hier wird klipp und klar gefordert, dass die Frau die Beine breit machen muss, wenn der Mann es will. Und umgekehrt, dass der Gatte seine Ehefrau besteigen muss, wenn sie das will.
      Heute ist diese Forderung gesetzeswidrig (Vergewaltigung in der Ehe).
      Wer ist hier nun prüde?
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  • Stachanowist 25.12.2017 15:30
    Highlight Ein Artikel über Paulus' Frauen- und Sexverachtung ohne ein einziges Pauluszitat? Wow, das muss man erstmal schaffen.

    Oh doch, da ist ein Zitat! Nur ist enthält es dem Leser den zweiten Teil des Satzes vor. Warum eigentlich?

    "Ich wollte aber lieber, alle Menschen wären, wie ich bin; aber ein jeglicher hat seine eigene Gabe von Gott, der eine so, der andere so."

    So klingt das Ganze schon etwas weniger niederträchtig.

    Eine schöne Buchzusammenfassung, doch ein wenig mehr Dreidimensionalität und Primärquellen hätten dem Text sicher gut getan.
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  • sir_kusi 25.12.2017 15:28
    Highlight Warum hört die „Geschichte“ ungefähr im Mittelalter auf? Will die Autorin suggerieren, das diese Zustände bis heute anhalten? Mit dem Weglassen der seitherigen Entwicklung macht sie die Kirche bzw das Christentum schlechter als sie/es heute ist (egal ob man den heutigen Zustand gut oder nicht findet). Schade.
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    • Anna Rothenfluh 25.12.2017 16:10
      Highlight Es stimmt, der Fokus liegt klar auf dem Mittelalter. Weil in diesen Jahrhunderten die Kirche am mächtigsten war und die Menschen am meisten prägte. Das Beispiel mit der Masturbation reicht bis ins 19. Jahrhundert, der Ehebruch konnte bis weit ins 20. Jahrhundert strafrechtlich verfolgt werden und das Zölibat haben wir ja bedauerlicherweise bis heute noch.
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    • sowhat 25.12.2017 18:37
      Highlight Ich fand nicht, dass es da aufhört, für mich ist das 20ste Jrh längst nicht mehr Mittelalter und die Autorin hat beängstigene Beispiele aus dieser Zeit gebracht. Dass der Schwerpunkt hingegen im MA liegt, liegt einzig daran, dass dies die monströseste Zeit der Kirche war; die uns bis heute gnadenlos beeinflusst.
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    • sir_kusi 25.12.2017 22:50
      Highlight Dein Kommentar, sowhat, zeigt genau das Problem: Du denkst, das sei die Zeit, „die uns bis heute gnadenlos beeinflusst“. Das ist kompletter Unsinn. Seit dem MA haben Reformation, Aufklärung, vat. Konzile und vieles mehr stattgefunden, was die Kirche zu dem gemacht hat was sie heute ist. Leider wird das von der Autorin (absichtlich?) weggelassen. So bekommt der Leser verständlicherweise ein völlig falsches Bild (egal ob einem das gefällt oder nicht). Und egal, ob nun einzelne Beispiele bis in die (Fast-)Gegenwart überdauert haben. Das ist in keinem Verhältnis.
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  • mogad 25.12.2017 15:14
    Highlight Sehr gute Arbeit. Sehr fundiert. Als gläubige Katholikin muss ich sagen: stimmt leider Alles. Durch die Verteufelung der Sexualität hat die Kirche sehr viel Leid über die Menschheit gebracht.
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    • evand 25.12.2017 21:25
      Highlight Ja, wobei nicht alleine die RKK dazu beigetragen hat. Queen Viktoria hat da sehr viel beigetragen.
      3 1 Melden
    • Klaus07 26.12.2017 13:59
      Highlight Und warum dann immer noch bei diesem Verein? Das ist doch paradox?
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  • DonPedro 25.12.2017 15:02
    Highlight Als Ausgleich zur Geschichte der sexuellen Unterdrückung empfehle ich, wieder mal den Decamerone zu lesen und- zu schmunzeln.
    16 1 Melden
  • bilbo 25.12.2017 14:46
    Highlight Grandioser Artikel, Danke!
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  • RozaxD 25.12.2017 14:35
    Highlight So einen Artike finde ich an Weihnachten nicht besonders angebracht, sorry...
    32 172 Melden
    • Elderwand 25.12.2017 14:55
      Highlight Erkläre bitte genauer warum.
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    • moedesty 25.12.2017 15:00
      Highlight @roza: wenn du dieser meinung bist hast du den artikel nicht verstanden.
      58 8 Melden
    • Olaf! 25.12.2017 15:13
      Highlight Höhö was hat denn der Artikel über das Christentum mit der Wintersonnenwende zu tun?
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    • mogad 25.12.2017 15:18
      Highlight Insofern find ich den Artikel angebracht, dass Jesus, dessen Geburri wir feiern wahrscheinlich jedem Satz darin zustimmen und die Kirche auffordern würde, endlich Abbitte zu leisten und den menschenfreundlichen Weg einzuschlagen.
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    • sowhat 25.12.2017 18:41
      Highlight Richtig Wölfli und jetzt das Gedankenspiel von Peter Blunschi dazu lesen und es ergibt sicn irgendwie eine gerade Linie.
      Für mich schön, dass die stärksten Watsons an freien Tagen schreiben.
      Danke dafür
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