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Bild: KEYSTONE

Kampf um Kluge köpfe

Viele Wissenschaftler wandern aus Deutschland ab – in die Schweiz

Bye-bye Bundesrepublik: Viele hochqualifizierte Wissenschaftler verlassen Deutschland, wenige kommen her. Ein bislang unveröffentlichtes Gutachten warnt nach Informationen des Spiegel vor der Abwanderung der Besten - und zeigt, wo es besser läuft.

23.02.14, 14:20 23.02.14, 14:45

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Im weltweiten Wettbewerb um die klügsten Köpfe weist Deutschland nach SPIEGEL-Informationen nur eine mässige Bilanz auf. Zu diesem Ergebnis kommt die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) in einem bislang unveröffentlichten Gutachten, das sie diese Woche an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) überreichen wird.

«Deutschland verliert viele der besten Wissenschaftler durch Abwanderung. Zwar gibt es Rückkehrer, jedoch können nicht Wissenschaftler gleicher Qualität zurückgewonnen werden», schreiben die sechs von der Bundesregierung als Berater bestellten Wirtschaftsprofessoren. «Insbesondere für die Besten scheint das deutsche Forschungssystem derzeit nicht attraktiv genug zu sein», kritisieren die EFI-Experten.

Der Befund stellt die Wirksamkeit der Rückholprogramme in Frage, für die Staat und Wissenschaftsorganisationen Millionen Euro ausgeben. Trotz des Werbens um Forscher wanderten zwischen 1996 und 2011 rund 4000 Wissenschaftler mehr ab, als ins Land kamen.

Bild: AP BAYER AG

Schweiz macht es besser

Andere europäische Länder wie die Schweiz, Österreich, Schweden oder Belgien wiesen hingegen einen positiven Saldo auf. Insbesondere die Schweiz schaffe es, den «Wissenspool konsequent durch einen Neuzufluss» aufzuwerten und die Besten zurückzugewinnen. Gemeinsam mit den USA rekrutierten die Eidgenossen mehr als «50 Prozent aller deutschstämmigen im Ausland aktiven Erfinder».

Kenner der Wissenschaftsszene warnen immer wieder vor den Problemen: Einerseits wandern Spitzenkräfte ab, anderseits sind die Arbeitsbedingungen auch für vielversprechende Nachwuchskräfte in Deutschland oft prekär. So zeigte erst vor wenigen Monaten eine Studie, wie gross die Existenzängste junger Forscher hierzulande sind. Demnach verleiden ihnen vor allem Konkurrenzkampf und Unterfinanzierung die Lust am Forschen. 

Befristete Verträge, schmale Gehälter und ein Mangel an Alternativen - damit haben viele Jungforscher zu kämpfen. Wie heikel die Lage ist, zeigte im vergangenen Jahr auch der Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs der Bundesregierung. Aus Sicht vieler Kenner ist die Situation eine direkte Folge der wissenschaftspolitischen Entscheidungen der vergangenen Jahre. Die verstärkte Förderung von Graduiertenschulen, Stipendien und Post-Doc-Stellen hat einerseits für viel guten Nachwuchs gesorgt. Andererseits wurden sowohl feste Stellen im Mittelbau als auch Professorenstellen nicht in dem gleichen Masse erhöht. (otr)

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