Wissen

Wo ist all der Schnee hin? Schweizer Winter sind seit 1970 einen Monat kürzer

28.09.16, 09:00 28.09.16, 09:55

Die Klimaerwärmung ist auch im Winter spürbar: Laut einer Studie ist die Dauer der Schneebedeckung in der Schweiz in den letzten Jahrzehnten markant zurückgegangen. Verantwortlich dafür sind vor allem späterer Schnee im Herbst und ein früheres Schmelzen im Frühling.

Im Durchschnitt beginnt die Schneesaison heute 12 Tage später und endet rund 25 Tage früher als noch im Jahr 1970, wie eine am Dienstag veröffentlichte Studie der Universität Neuenburg und des WSL-Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) zeigt. Der Rückgang der Schneebedeckung sei im Frühling also doppelt so stark wie im Herbst, so das Forscherteam.

So schön war es in der Schweiz, als es noch schneereiche Winter gab

Die Forschenden werteten für ihre Studie Daten aus elf MeteoSchweiz-Wetterstationen in den verschiedensten Alpenregionen der Schweiz aus und analysierten den Zeitraum von 1970 bis 2015.

Rückgang in allen Höhenlagen

Dabei fanden sie heraus, dass die Dauer der Schneebedeckung in Gebieten zwischen rund 1100 und 2500 Meter über Meer über die letzten Jahrzehnte abnahm. Alle Stationen zeigten einen signifikanten Rückgang, unabhängig von ihrer Höhenlage oder ihrem geografischen Standort.

Abba in den Schweizer Alpen (1979)

Video: YouTube/SRF Archiv

Für WSL-Forscherin Martine Rebetez zeigen diese neuen Resultate, dass sich die Dauer der Schneebedeckung nicht nur in niedrigen Lagen, wo es für jedermann sichtbar ist, sondern in allen untersuchten Höhenlagen verkürzt hat.

Auswirkungen auf Wintersport und Wassermenge

Die Forscher stellten ausserdem fest, dass die jährlich maximal gemessene Schneehöhe im Durchschnitt um 25 Prozent abnahm und heute 28 Tage früher auftritt als noch vor 45 Jahren.

Wie stark sich diese Tendenz in Zukunft fortsetzen wird, können die Forscher mit dieser Studie nicht abschätzen. Sie gehen jedoch davon aus, dass sowohl der Wintersport als auch die im Sommer verfügbare Menge an Wasser von der Entwicklung betroffen sein können. (sda)

Olympische Winterspiele St. Moritz (1948)

Video: YouTube/Condor Films AG

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
10
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Steven86 28.09.2016 16:47
    Highlight Es währe wider mal schön einen weissen Winter zu haben im Flachland. Leider denke ich kaum das in den nächsten Jahren der fall sein wird. Es ist Ende September und die Temparaturen sind immer noch über 20 grad.
    8 1 Melden
  • dääd 28.09.2016 10:46
    Highlight Ich staune über die Kommentare hier unten. So wirklich lustig ist die Sache meines Erachtens nicht, weil hier schleichend sehr viel Grundsätzliches passiert.
    16 2 Melden
  • maxi 28.09.2016 09:58
    Highlight gut so...
    7 37 Melden
  • DerRaucher 28.09.2016 09:38
    Highlight Und auch dieses Jahr wird es wohl nich eine ganze Weile dauern. Nicht einmal der Herbst kann sich richtig durchsetzen. Ein Hoch folgt auf das nächste.
    19 3 Melden
  • Herr Schibli 28.09.2016 09:37
    Highlight Schön. Ich fliehe oft im Winter in wärmere Gefilde, das geht ganz schön ins Geld.
    11 37 Melden
  • Caturix 28.09.2016 09:34
    Highlight Das waren noch Zeiten. Die Globalisierung macht alles kaputt dort hat es schon angefangen und es wird noch viel schlimmer nicht nur das Klima.
    14 28 Melden
    • Kian 28.09.2016 09:51
      Highlight Echt jetzt, die Globalisierung? Nicht deine und meine energie-intensive Lebensweise?
      49 9 Melden
    • Confused Dingo #teamhansi (an intolerant asshole) 28.09.2016 10:27
      Highlight Ich muss mich jetzt trotzdem mal wieder zu Wort melden. Indirekt ist die Globalisierung an der raschen Klimaveränderung auch beteiligt. Wir würden wahrscheinlich weniger Energie benötigen wenn wir nicht günstig Produkte von überall her erhalten würden und nur auf Produkte aus der Schweiz oder auf teurere aus der Eu angewiesen wäre.
      Falsch ist es dennoch der Globalisierung die Schuld zu geben. Sondern schuld ist immer noch der Mensch, der nicht mit ihr klar kommt.
      22 2 Melden
    • Energize 30.09.2016 08:12
      Highlight Obwohl die Ernährung einen grossen Einfluss hat, wird dieser noch von der Art wie wir heizen und unser Warmwasser erzeugen übertroffen. Hier kann Frau und Herr Schweizer am meisten bewirken.

      Für alle mit Öl oder Gasheizungen - 1°C weniger bedeutet 6% weniger Energie und Kosten.
      1 0 Melden
  • NikolaiZH 28.09.2016 09:12
    Highlight Längere Sommer ist auch gut!
    11 32 Melden

Das schwierigste Schweiz-Quiz ever! Kennst du unser Land bis in den hinterletzten Winkel?

Du glaubst, du seist ein Schweiz-Experte? Dann beweis es in diesem Quiz!

(tog)

Artikel lesen