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#Burkaverbot, Hurenkäppeli, Judenhut: Kleidervorschriften waren schon immer Unsinn

Das Egerkinger Komitee hat seine Initiative für ein Verhüllungsverbot in der Schweiz lanciert. Die Verfassung soll wie folgt ergänzt werden:

Art. 10a Verbot der Verhüllung des eigenen Gesichts

1 Niemand darf sein Gesicht im öffentlichen Raum und an Orten verhüllen oder verbergen, die allgemein zugänglich sind (ausgenommen Sakralstätten) oder der Erbringung von Publikumsdienstleistungen dienen.
2 Niemand darf eine Person zwingen, ihr Gesicht aufgrund ihres Geschlechts zu verhüllen.
3 Ausnahmen sind zu gestatten aus gesundheitlichen, sicherheitsrelevanten, klimatischen sowie aus Gründen des einheimischen Brauchtums.

In dem Wortlaut ist das Bemühen erkennbar, das Anliegen nicht als Kleidervorschrift zu verkaufen, die der freiheitlichen Tradition der Schweiz zuwiderlaufen würde. Absatz 2 erweckt gar den Anschein, eine Kleidervorschrift zu bekämpfen. Niemand sollte sich davon täuschen lassen: Auch eine Vorschrift, wie man sich nicht kleiden darf, ist eine Kleidervorschrift.

Bei Annahme durch den Souverän würde die Schweiz eine ziemlich unselige Liste um einen Eintrag «bereichern»: Historisch waren Kleidervorschriften stets ein mehr order weniger subtiles Instrument der Unterdrückung.

Pelz

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Der bayrische Patrizier Hans Urmiller mit Steinmarder-Innenfutter und -kappe (1525).
bild: pd

Die grösste und systematischste Ansammlung von Kleidervorschriften geht auf sogenannte Aufwandgesetze zurück. Darin legte die Obrigkeit fest, wie viel Luxus verschiedene Stände zur Schau tragen durften. Dies betraf insbesondere die Kleider. Karl der Grosse etwa schrieb 808 in einem solchen Aufwandgesetz vor, wie viel jeder Stand für seine Kleidung ausgeben durfte.

In der Reichspolizeiordnung von 1530 des Heiligen Römischen Reichs war etwa genau geregelt, wem welcher Pelz zustand. So durften adlige Frauen keinen Pelz tragen, weibliche Vertreter des Grossbürgertums hingegen schon. Für Bauern und Taglöhner war jeglicher Pelz verboten, ihren Frauen aber ein billiges Lamm- oder Ziegenfell gestattet.

Hurenkäppeli

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«Bordell» von Joachim Beuckelaer (1562)
bild:pd

Im Mittelalter galten Prostituierte grundsätzlich als sündhaft und mussten entsprechend gekennzeichnet sein. Die Kleidervorschriften waren von Stadt zu Stadt unterschiedlich. In Zürich und Bern war es ein rotes Käppeli. Da sich ehrbare Frauen nicht herausputzen durften oder sollten, wurden Prostituierte auch als «Hübschlerinnen» bezeichnet.

Judenhut

Bild

bild via brandigg.ch

Das Vierte Laterankonzil von 1215 forderte von den weltlichen Machthabern, für Juden und Muslime Kleidungskennzeichen einzuführen, um Mischehen zu verhindern. In Deutschland fiel die Wahl später auf den sogenannten Judenhut. Auch Christen wurden gelegentlich als Schandstrafe zum Tragen des Judenhutes verurteilt, zum Beispiel Frauen, die sich mit Juden eingelassen hatten. Muslime mussten einen Sichelmond als Abzeichen tragen.

Bademedaillon

Ismael, right, washes himself with hot water in a

Bild: AP

Auch islamisch geprägte Staaten kannten im Mittelalter Kleidervorschriften für Andersgläubige. In den öffentlichen Badehäusern mussten Nichtmuslime zwecks Unterscheidung Medaillons um den Hals tragen. In der Zeit der Fatimiden waren für die Juden Ägyptens Glöckchen auf ihren Kleidern Vorschrift.



Schleierverbot Türkei

Bild

Atatürk bei einem Besuch an der Universität von Istanbul nach der Einführung des gemischtgeschlechtlichen Unterrichts 1933. 
bild: pd

Der streng laizistische Kemal Atatürk verbot den Frauen das Tragen des Kopftuchs in öffentlichen Einrichtungen. Unter dem islamistischen Recep Tayyip Erdoğan wurde das Verbot sukzessive gelockert: 2010 an den Universitäten, 2012 für Staatsbedienstete, 2013 für Parlamentarierinnen und 2014 für Schülerinnen ab der 5. Klasse. Die säkulare Opposition befürchtet, dass die neue Kopftuchfreiheit zu einer Ausbreitung der islamischen Verhüllung führen könnte.

Schleierverbot Iran

Bild

Der iranische König Resa Pahlawi in den 1930er-Jahren vor einer Gruppe nomadischer Frauen, die ihre Schleier gegen europäische Kleidung austauschen mussten.
bild isna

Resa Schah, der Vater des letzen Schahs von Iran, unterzog das Land während seiner Herrschaft einem gnadenlosen Modernisierungskurs. Inspiriert von Atatürk verordnete der König seinen Untertanen auch europäische Bekleidung: Männer mussten Anzug und Hut tragen, Frauen Schleier und Kopftuch ablegen. Die von seinem Sohn weiter forcierte Verwestlichung war einer der entscheidenden Faktoren für die Revolution von 1979. Seither gelten islamische Kleidervorschriften (siehe unten).

Schleierpflicht Iran

Bild

Tafel am internationalen Flughafen von Teheran: «Sehr verehrte Damen, bitte beachten Sie die islamischen Kleidervorschriften.»
bild via skyscrapercity.com/alitezar

Unmittelbar nach seiner Machtübernahme im Frühjahr 1979 hatte Ajatollah Chomeini noch versprochen, dass es keine Schleierpflicht geben werde. Dessen ungeachtet wurde sie zunächst am Arbeitsplatz und später im gesamten öffentlichen Raum eingeführt. Tausende Iranerinnen protestierten dagegen, vergebens. Die Polizei bekundet allerdings bis heute Mühe, das Gebot durchzusetzen. Auf einer speziell eingerichteten Facebook-Seite posten Iranerinnen Fotos, wie sie in ihrem Alltag gegen die Kleidervorschrift rebellieren.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Monti_Gh 04.10.2015 06:57
    Highlight Highlight @atomschlaf was findest du gut am christentum?
  • Monti_Gh 04.10.2015 06:52
    Highlight Highlight super artikel kian!
  • dnsd 03.10.2015 21:56
    Highlight Highlight Ich werde JA stimmen, da ich der Meinung bin, dass sich der Heimatschutz nicht nur um alte Gebäude kümmern sollte.
  • Kian 03.10.2015 20:07
    Highlight Highlight Man erkennt die Niederträchtigkeit dieser Initiative daran, dass sie einen freiheitlich denkenden Menschen dazu nötigt, die Burka zu verteidigen.
  • Der Tom 03.10.2015 16:25
    Highlight Highlight Im Heidiland hat eine total verhüllte Frau meine 2 Jährige Tochter gepackt und geknuddelt. Ihr Mann küsste sie auf die Wange. Das ging blitzschnell. Englisch oder Deutsch schienen sie nicht zu verstehen. Genervt hätte mich so etwas so oder so aber da die Frau komplett verhüllt war konnte ich die Situation nicht einschätzen und hätte beinahe falsch reagiert.
    • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 04.10.2015 04:32
      Highlight Highlight @holy: verstehst du es nicht oder verstehe ich dich nicht :-)
  • wololowarlord 03.10.2015 15:24
    Highlight Highlight Diese Initiative und die Kommentare dazu zeugen von einer ansteigenden Islamophobie. Mehrere Muslime die ich kenne, hatten in letzter Zeit vermehrt islamfeindliche Kommentare zu hören.
    Wenn das so weitergeht, haben wir in 10 Jahren Progrome gegen Muslime.
    • atomschlaf 03.10.2015 16:27
      Highlight Highlight @wololowarlord: Das was Du als “Islamophobie” diffamierst, ist lediglich die zunehmende Erkenntnis, dass der Islam fundamental inkompatibel ist mit vielen Werten und Errungenschaften unserer Gesellschaft.
      Werte und Errungenschaften wie z.B. Gleichberechtigung der Frau, Meinungsfreiheit, Straffreiheit und registrierte Partnerschaft für Homosexuelle, etc.
      Werte und Errungenschaften für die Liberale und Linke lange und hart gekämpft haben und die wir nicht kampflos preisgeben werden!
    • tkey 03.10.2015 16:50
      Highlight Highlight @atomschlaf
      du sprichst von einer radikalen auslebung des Islams. diese pauschalisierung ist unangebracht und die vielen likes bestätigen den uraprünglichen kommentar von einer phobie oder zumindest ansteigender angst gegenüber dem Islam.
    • philosophund 03.10.2015 16:53
      Highlight Highlight "Gleichberechtigung der Frau, Meinungsfreiheit, Straffreiheit und registrierte Partnerschaft für Homosexuelle" sind auch KEINE Errungenschaften des Christentums. ;-)
      Das Christentum ist ebenso in vielen Werten und Errungenschaften unserer "Gesellschaft" fundamental inkompatibel.
      Religion ist grundsätzlich mit allem inkompatibel. Denkt einfach an Russels Teekanne - mit Dachschaden könnt ihr diese sogar beobachten. hahaha.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lizzie Bennet 03.10.2015 14:29
    Highlight Highlight Sehr interessanter Artikel, danke watson; ich muss euch aber auf einen Fehler hinweisen: ihr sprecht im Abschnitt "Kopftuchverbot in der Türkei" vom "islamistischen" Präsident Erdogan. Er ist zwar Muslim und sehr konservativ, das macht ihn aber noch lange nicht zu einem Islamisten.
    • Andi Amo 03.10.2015 18:21
      Highlight Highlight Doch. Genau das, sowie die zunehmende 'Ent-Säkularisierung' der Türkei macht ihn zum Islamisten.
    • Kian 03.10.2015 19:29
      Highlight Highlight Das sehe ich anders. Islamismus bezeichnet den politischen Islam und dem ist Erdogan schon sehr lange angehörig
    • Masche 21.05.2016 11:21
      Highlight Highlight @Kian Danke für die klare Aussage. Ich sehe das auch so.
  • Kian 03.10.2015 14:21
    Highlight Highlight Ich finde es entlarvend, dass ausgerechnet aus der Ecke jener Partei, die angeblich gegen Bevormundung des Bürgers, gegen Gesetzesflut und für Selbstverantwortung kämpft, eine solche Initiative lanciert wird.
    • Duweisches 03.10.2015 16:51
      Highlight Highlight Und wo liegt der Unterschied?
    • Andi Amo 03.10.2015 18:34
      Highlight Highlight Ich bin auch der Meinung, dass eine solche Initiative umso mehr eigentlich von Gleichstellungsförderern aus dem linken Lager kommen sollte! Wenn man umsverrecken Berggipfel umbenennen will, weil die in längst vergangenen Zeiten unglücklich getauft wurden, sollte man doch auch die Verhüllung als frauenverachtendes Symbol und Relikt aus alten Zeiten hier im Westen verbannen.
  • dracului 03.10.2015 14:16
    Highlight Highlight Absatz 2: "Niemand darf eine Person zwingen, ihr Gesicht aufgrund ihres Geschlechts zu verhüllen."
    Würden die Trägerinnen befragt, so würden alle sagen, dass sie nicht gezwungen werden. Viele Frauen haben die Glaubens- und Kleiderregeln längst akzeptiert oder wagen es nicht aus der gesellschaftlichen Rolle der Frau auszubrechen.
    Mir scheint, dass sich die Autoren dieses neuen Gesetzes eventuell zu wenig mit den entsprechenden Kulturen auseinandergesetzt haben?
    • Duweisches 03.10.2015 16:54
      Highlight Highlight Im Umfeld, aus dem die Initiative kommt, ist Verständnis für andere Kulturen ein Fremdwort...
      Das ist genau als würde man Kettchen mit Kreuzanhängern verbieten -.-
  • Der Tom 03.10.2015 13:01
    Highlight Highlight Das hat meiner Meinung nach nichts mit Kleidervorschriften zu tun. Wenn jemand komplett verhüllt ohne sichtbaren Konturen vor mir steht schaltet mein Instinkt auf achtung Gefahr.
    • atomschlaf 03.10.2015 13:53
      Highlight Highlight Ich mag verhüllte Gesichter auch nicht, aber ich finde es trotzdem daneben, wenn der Staat Kleidervorschriften erlässt, vor allem wenn diese als Placebo für eine wesentlich grundlegendere Problematik herhalten müssen.
    • Der Tom 03.10.2015 16:09
      Highlight Highlight @atomschlaf Für mich hat das nichts mit Kleidervorschriften zu tun. Das sind ja keine Kleider sondern Abdeckungen. Mir ist die Religion egal und die Kultur ist mir auch egal. Ich will einfach sehen wer da vor mir steht.
      @holy Man kann sich alles schönreden. Klar ist es für uns ungewohnt aber es ist eine Menschliche Grundfunktion sein gegenüber einzuschätzen. Das hat nicht nur mit Gefahr zu tun.
  • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 03.10.2015 12:24
    Highlight Highlight Hallo ihr hellbraunen Trolle. Wieso gebt ihr nicht einfach zu, dass ihr vor dem Islam Angst habt und es euch ein Gefühl von Sicherheit gibt, wenn die Burka verboten wird. Und niemand weiss wirklich wieso. Wir rutschen immer mehr auf das Niveau von Saudi Arabien.
    • atomschlaf 03.10.2015 12:33
      Highlight Highlight @andre: Was findest Du so gut am Islam?
      Dass der Mann Herr im Haus ist und die Frauen zu gehorchen haben?
      Saudi-Arabien wäre übrigens gar nicht so schlecht. Wenn die Frauen nicht mehr Auto fahren dürfen, dann ist wieder Platz auf den Strassen...
    • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 03.10.2015 13:53
      Highlight Highlight @atomschlaf: Wieso sabotierst du dich selber? Es geht nicht darum ob der Islam gut oder schlecht ist, sondern wie blöd man im Kopf sein muss, dass man glaubt eine Kleidervorschrift verändert den Islam. Nicht mal ein Promille aller Moslems in der Schweiz verhüllen sich. Es ist wieder so ein doofes Signal, dass vorallem allen zeugt wie Kleinbürgerlich wir sind und den Amis erlaubt wieder mal richtig über die direkte Demokratie zu lachen.
    • atomschlaf 03.10.2015 14:16
      Highlight Highlight @andre: Sieht aus als hätte ich Deinen obigen Beitrag etwas falsch verstanden. Was die Sinnlosigkeit eines Burkaverbots angeht, scheinen wir uns ja einig zu sein.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Angelo C. 03.10.2015 12:12
    Highlight Highlight Es geht hier nicht um Kopfbedeckungen aller unterschiedlicher Zeiten, es geht um die groteske Totalverhüllung. Gegen Kopftücher von Musliminnen ist somit genausowenig einzuwenden, wie gegen jene unserer Landfrauen, welche man in den Schweizer Dörfern bis vor wenigen Jahren allerorten sah.

    Es geht darum, dass hierzulande GENERELL das Verhüllen des Gesichtes als unerwünscht gilt, seien es nun durch Hooligans oder linke Berufsdemonstranten aus dem schwarzen Block. Die hiesige Kultur wünscht sich Augenkontakt und kein gespensterartiges Wesen mit Stoffgittern als Blockade. Und dies völlig zurecht.
    • Shlomo 03.10.2015 13:02
      Highlight Highlight Gilt ein Bart auch als Gesichtsbedeckung? 😜
    • flyme 03.10.2015 13:38
      Highlight Highlight @Shlomo und Schminke?
    • 's all good, man! 03.10.2015 17:54
      Highlight Highlight Das ist doch einfach nicht wahr. Es geht sehr wohl um die Burka, sehr wohl um das Fremde, vor dem man so Angst hat. Man versucht das jetzt einfach so zu verpacken. Du weisst das, ich weiss das, alle wissen das. Nur zugeben würde es keiner.
  • philosophund 03.10.2015 11:08
    Highlight Highlight Wohin die Vermischung von Staat und Religion führen kann, wurde (und wird) uns eindrücklich vor Augen geführt. ich wünschte mir gegenwärtig mehr Atatürks und Pahlavis.
    • Aaron 03.10.2015 11:46
      Highlight Highlight Pahlawi kam nach dem CIA-Mossadeg Putsch an die Macht. (siehe "Operation Boot")
    • Raphael Bühlmann 03.10.2015 12:48
      Highlight Highlight Autoritäre Unterdrückung ist also okay, solange sie deinen Idealen entspricht?
      Wie wäre es, wenn z. B. jede Frau im Iran selber entscheiden könnte, wie sie sich kleidet? Dafür würde ich mich einsetzen.

      Ich habe zwei Monate im Iran verbracht und festgestellt, dass gerade die junge iranische Bevölkerung ein unglaubliches Potenzial hat, aber einen groben Denkfehler macht, der sie daran hindert, ihr Potenzial voll zu entfalten: Sie idealisieren das Schah-Regime, das die meisten von ihnen gar nicht erlebt haben, und verstehen nicht, dass sie es sind, die einen gänzlich neuen Iran gestalten müssen.
    • Kian 03.10.2015 13:22
      Highlight Highlight Für mich zeigen Atatürk und Pahlawi, wie sinnlos solche Versuche sind, weil sie früher oder später eine Gegenreaktion provozieren.
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Wie der Schweizer Arzt Ruedi Lüthy in Simbabwe tausende Menschen vor dem Aids-Tod rettete

Ruedi Lüthy war einer der Pioniere der Aids-Medizin in der Schweiz. Seit 2003 lebt er hauptsächlich in Harare, wo er eine Aids-Klinik aufgebaut hat. Im Interview mit watson spricht er über seine erste Begegnung mit der Krankheit, seinen Umgang mit afrikanischem Aberglauben und die Entwicklung in Simbabwe seit dem Sturz von Diktator Mugabe. 

Anfang der 80er-Jahre war Ruedi Lüthy (77) einer der ersten Ärzte in der Schweiz, der sich mit Aids auseinandersetzte. Als Leiter der Abteilung für Infektionskrankheiten am Universitätsspital Zürich musste er zunächst zusehen, wie seine HIV-positiven Patienten wegstarben, ohne dass er etwas dagegen tun konnte. In der zweiten Hälfte der 90er-Jahre war er mit dabei, als in der Schweiz grosse Fortschritte bei der Behandlung von HIV-positiven Menschen erzielt wurden.

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