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#Burkaverbot, Hurenkäppeli, Judenhut: Kleidervorschriften waren schon immer Unsinn

03.10.15, 10:15 04.10.15, 15:03

Das Egerkinger Komitee hat seine Initiative für ein Verhüllungsverbot in der Schweiz lanciert. Die Verfassung soll wie folgt ergänzt werden:

Art. 10a Verbot der Verhüllung des eigenen Gesichts

1 Niemand darf sein Gesicht im öffentlichen Raum und an Orten verhüllen oder verbergen, die allgemein zugänglich sind (ausgenommen Sakralstätten) oder der Erbringung von Publikumsdienstleistungen dienen.
2 Niemand darf eine Person zwingen, ihr Gesicht aufgrund ihres Geschlechts zu verhüllen.
3 Ausnahmen sind zu gestatten aus gesundheitlichen, sicherheitsrelevanten, klimatischen sowie aus Gründen des einheimischen Brauchtums.

In dem Wortlaut ist das Bemühen erkennbar, das Anliegen nicht als Kleidervorschrift zu verkaufen, die der freiheitlichen Tradition der Schweiz zuwiderlaufen würde. Absatz 2 erweckt gar den Anschein, eine Kleidervorschrift zu bekämpfen. Niemand sollte sich davon täuschen lassen: Auch eine Vorschrift, wie man sich nicht kleiden darf, ist eine Kleidervorschrift.

Bei Annahme durch den Souverän würde die Schweiz eine ziemlich unselige Liste um einen Eintrag «bereichern»: Historisch waren Kleidervorschriften stets ein mehr order weniger subtiles Instrument der Unterdrückung.

Pelz

Der bayrische Patrizier Hans Urmiller mit Steinmarder-Innenfutter und -kappe (1525).
bild: pd

Die grösste und systematischste Ansammlung von Kleidervorschriften geht auf sogenannte Aufwandgesetze zurück. Darin legte die Obrigkeit fest, wie viel Luxus verschiedene Stände zur Schau tragen durften. Dies betraf insbesondere die Kleider. Karl der Grosse etwa schrieb 808 in einem solchen Aufwandgesetz vor, wie viel jeder Stand für seine Kleidung ausgeben durfte.

In der Reichspolizeiordnung von 1530 des Heiligen Römischen Reichs war etwa genau geregelt, wem welcher Pelz zustand. So durften adlige Frauen keinen Pelz tragen, weibliche Vertreter des Grossbürgertums hingegen schon. Für Bauern und Taglöhner war jeglicher Pelz verboten, ihren Frauen aber ein billiges Lamm- oder Ziegenfell gestattet.

Hurenkäppeli

«Bordell» von Joachim Beuckelaer (1562)
bild:pd

Im Mittelalter galten Prostituierte grundsätzlich als sündhaft und mussten entsprechend gekennzeichnet sein. Die Kleidervorschriften waren von Stadt zu Stadt unterschiedlich. In Zürich und Bern war es ein rotes Käppeli. Da sich ehrbare Frauen nicht herausputzen durften oder sollten, wurden Prostituierte auch als «Hübschlerinnen» bezeichnet.

Judenhut

bild via brandigg.ch

Das Vierte Laterankonzil von 1215 forderte von den weltlichen Machthabern, für Juden und Muslime Kleidungskennzeichen einzuführen, um Mischehen zu verhindern. In Deutschland fiel die Wahl später auf den sogenannten Judenhut. Auch Christen wurden gelegentlich als Schandstrafe zum Tragen des Judenhutes verurteilt, zum Beispiel Frauen, die sich mit Juden eingelassen hatten. Muslime mussten einen Sichelmond als Abzeichen tragen.

Bademedaillon

Bild: AP

Auch islamisch geprägte Staaten kannten im Mittelalter Kleidervorschriften für Andersgläubige. In den öffentlichen Badehäusern mussten Nichtmuslime zwecks Unterscheidung Medaillons um den Hals tragen. In der Zeit der Fatimiden waren für die Juden Ägyptens Glöckchen auf ihren Kleidern Vorschrift.

Schleierverbot Türkei

Atatürk bei einem Besuch an der Universität von Istanbul nach der Einführung des gemischtgeschlechtlichen Unterrichts 1933. 
bild: pd

Der streng laizistische Kemal Atatürk verbot den Frauen das Tragen des Kopftuchs in öffentlichen Einrichtungen. Unter dem islamistischen Recep Tayyip Erdoğan wurde das Verbot sukzessive gelockert: 2010 an den Universitäten, 2012 für Staatsbedienstete, 2013 für Parlamentarierinnen und 2014 für Schülerinnen ab der 5. Klasse. Die säkulare Opposition befürchtet, dass die neue Kopftuchfreiheit zu einer Ausbreitung der islamischen Verhüllung führen könnte.

Schleierverbot Iran

Der iranische König Resa Pahlawi in den 1930er-Jahren vor einer Gruppe nomadischer Frauen, die ihre Schleier gegen europäische Kleidung austauschen mussten.
bild isna

Resa Schah, der Vater des letzen Schahs von Iran, unterzog das Land während seiner Herrschaft einem gnadenlosen Modernisierungskurs. Inspiriert von Atatürk verordnete der König seinen Untertanen auch europäische Bekleidung: Männer mussten Anzug und Hut tragen, Frauen Schleier und Kopftuch ablegen. Die von seinem Sohn weiter forcierte Verwestlichung war einer der entscheidenden Faktoren für die Revolution von 1979. Seither gelten islamische Kleidervorschriften (siehe unten).

Schleierpflicht Iran

Tafel am internationalen Flughafen von Teheran: «Sehr verehrte Damen, bitte beachten Sie die islamischen Kleidervorschriften.»
bild via skyscrapercity.com/alitezar

Unmittelbar nach seiner Machtübernahme im Frühjahr 1979 hatte Ajatollah Chomeini noch versprochen, dass es keine Schleierpflicht geben werde. Dessen ungeachtet wurde sie zunächst am Arbeitsplatz und später im gesamten öffentlichen Raum eingeführt. Tausende Iranerinnen protestierten dagegen, vergebens. Die Polizei bekundet allerdings bis heute Mühe, das Gebot durchzusetzen. Auf einer speziell eingerichteten Facebook-Seite posten Iranerinnen Fotos, wie sie in ihrem Alltag gegen die Kleidervorschrift rebellieren.

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62
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62Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Monti_Gh 04.10.2015 06:57
    Highlight @atomschlaf was findest du gut am christentum?
    3 16 Melden
  • Monti_Gh 04.10.2015 06:52
    Highlight super artikel kian!
    1 9 Melden
  • dnsd 03.10.2015 21:56
    Highlight Ich werde JA stimmen, da ich der Meinung bin, dass sich der Heimatschutz nicht nur um alte Gebäude kümmern sollte.
    16 28 Melden
  • Kian 03.10.2015 20:07
    Highlight Man erkennt die Niederträchtigkeit dieser Initiative daran, dass sie einen freiheitlich denkenden Menschen dazu nötigt, die Burka zu verteidigen.
    29 25 Melden
  • Gelöschter Benutzer 03.10.2015 19:27
    Highlight Hab gehört, es gäbe weniger als ein Dutzend Vollverschleierte im Lande.




    16 19 Melden
  • Der Tom 03.10.2015 16:25
    Highlight Im Heidiland hat eine total verhüllte Frau meine 2 Jährige Tochter gepackt und geknuddelt. Ihr Mann küsste sie auf die Wange. Das ging blitzschnell. Englisch oder Deutsch schienen sie nicht zu verstehen. Genervt hätte mich so etwas so oder so aber da die Frau komplett verhüllt war konnte ich die Situation nicht einschätzen und hätte beinahe falsch reagiert.
    36 16 Melden
    • Gelöschter Benutzer 03.10.2015 21:43
      Highlight hahaha 😂 Da müsste man ja schon fast sagen, dass es mehr Burkatragende geben muss.
      11 18 Melden
    • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 04.10.2015 04:32
      Highlight @holy: verstehst du es nicht oder verstehe ich dich nicht :-)
      8 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 04.10.2015 09:07
      Highlight Konfrontationstherapie 😉
      4 8 Melden
  • wololowarlord 03.10.2015 15:24
    Highlight Diese Initiative und die Kommentare dazu zeugen von einer ansteigenden Islamophobie. Mehrere Muslime die ich kenne, hatten in letzter Zeit vermehrt islamfeindliche Kommentare zu hören.
    Wenn das so weitergeht, haben wir in 10 Jahren Progrome gegen Muslime.
    28 47 Melden
    • atomschlaf 03.10.2015 16:27
      Highlight @wololowarlord: Das was Du als “Islamophobie” diffamierst, ist lediglich die zunehmende Erkenntnis, dass der Islam fundamental inkompatibel ist mit vielen Werten und Errungenschaften unserer Gesellschaft.
      Werte und Errungenschaften wie z.B. Gleichberechtigung der Frau, Meinungsfreiheit, Straffreiheit und registrierte Partnerschaft für Homosexuelle, etc.
      Werte und Errungenschaften für die Liberale und Linke lange und hart gekämpft haben und die wir nicht kampflos preisgeben werden!
      55 19 Melden
    • tkey 03.10.2015 16:50
      Highlight @atomschlaf
      du sprichst von einer radikalen auslebung des Islams. diese pauschalisierung ist unangebracht und die vielen likes bestätigen den uraprünglichen kommentar von einer phobie oder zumindest ansteigender angst gegenüber dem Islam.
      19 31 Melden
    • philosophund 03.10.2015 16:53
      Highlight "Gleichberechtigung der Frau, Meinungsfreiheit, Straffreiheit und registrierte Partnerschaft für Homosexuelle" sind auch KEINE Errungenschaften des Christentums. ;-)
      Das Christentum ist ebenso in vielen Werten und Errungenschaften unserer "Gesellschaft" fundamental inkompatibel.
      Religion ist grundsätzlich mit allem inkompatibel. Denkt einfach an Russels Teekanne - mit Dachschaden könnt ihr diese sogar beobachten. hahaha.
      43 4 Melden
    • efrain 11.08.2016 08:47
      Highlight Danke @atomschlaf und @philosophund - sehr schön auf den Punkt gebracht!
      1 0 Melden
  • Lizzie Bennet 03.10.2015 14:29
    Highlight Sehr interessanter Artikel, danke watson; ich muss euch aber auf einen Fehler hinweisen: ihr sprecht im Abschnitt "Kopftuchverbot in der Türkei" vom "islamistischen" Präsident Erdogan. Er ist zwar Muslim und sehr konservativ, das macht ihn aber noch lange nicht zu einem Islamisten.
    6 31 Melden
    • SeKu 03.10.2015 15:08
      Highlight Und was ist mit der militärischen, medizinischen und logistischen Unterstützung für den IS?
      40 1 Melden
    • Andi Amo 03.10.2015 18:21
      Highlight Doch. Genau das, sowie die zunehmende 'Ent-Säkularisierung' der Türkei macht ihn zum Islamisten.
      22 2 Melden
    • Kian 03.10.2015 19:29
      Highlight Das sehe ich anders. Islamismus bezeichnet den politischen Islam und dem ist Erdogan schon sehr lange angehörig
      26 4 Melden
    • Masche 21.05.2016 11:21
      Highlight @Kian Danke für die klare Aussage. Ich sehe das auch so.
      1 0 Melden
  • Kian 03.10.2015 14:21
    Highlight Ich finde es entlarvend, dass ausgerechnet aus der Ecke jener Partei, die angeblich gegen Bevormundung des Bürgers, gegen Gesetzesflut und für Selbstverantwortung kämpft, eine solche Initiative lanciert wird.
    49 27 Melden
    • SeKu 03.10.2015 14:53
      Highlight Ich finde eine Bevormundung durch einen demokratischen Volksentscheid besser als eine Bevormundung durch einen religiösmotivierten Mittelaltersmacho.
      43 29 Melden
    • Duweisches 03.10.2015 16:51
      Highlight Und wo liegt der Unterschied?
      9 19 Melden
    • Andi Amo 03.10.2015 18:34
      Highlight Ich bin auch der Meinung, dass eine solche Initiative umso mehr eigentlich von Gleichstellungsförderern aus dem linken Lager kommen sollte! Wenn man umsverrecken Berggipfel umbenennen will, weil die in längst vergangenen Zeiten unglücklich getauft wurden, sollte man doch auch die Verhüllung als frauenverachtendes Symbol und Relikt aus alten Zeiten hier im Westen verbannen.
      22 3 Melden
  • Gelöschter Benutzer 03.10.2015 14:19
    Highlight Minarettverbot, Burkaverbot, Medienhetze.. Das alles ist Ausdruck einer ausgeprägten Islamophobie.

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Islamfeindlichkeit
    30 39 Melden
    • philosophund 03.10.2015 16:36
      Highlight Der "Tabu"-Damm sickerte schon da und dort. Gesprengt wurde dieser mit Bushs "Kreuzzug" (sic!) gegen das sog. "Böse".
      Den Tabudamm in der Schweiz sprengten die Mitglieder des Egerkinger Komitees wie Wobmann usw.
      Die Formel ist stets gleich: Mann vergifte das aufgestaute Wasser, sprenge den Damm, Flute es über die Minderheit und ergötze sich ab dem (Wahl-)Erfolg.
      Zum Kotzen.
      27 17 Melden
    • philosophund 03.10.2015 17:02
      Highlight Ach ja.. zur Erinnerung: Das Egerkinger-Komitee rief 2009 die Minarettgeister. Der einfache Schweizer - leidend über die Schattenwürfe der unzähligen Minarette - teilweise war der Himmel und gar die Sonne nicht mehr zu sehen. Der Flughafen ZH strich infolge Sichtbehinderung der Piloten durch Minarette gar An- und Abflüge.
      26 12 Melden
  • Gelöschter Benutzer 03.10.2015 14:16
    Highlight Minarettverbot, Burkaverbot,
    8 21 Melden
  • dracului 03.10.2015 14:16
    Highlight Absatz 2: "Niemand darf eine Person zwingen, ihr Gesicht aufgrund ihres Geschlechts zu verhüllen."
    Würden die Trägerinnen befragt, so würden alle sagen, dass sie nicht gezwungen werden. Viele Frauen haben die Glaubens- und Kleiderregeln längst akzeptiert oder wagen es nicht aus der gesellschaftlichen Rolle der Frau auszubrechen.
    Mir scheint, dass sich die Autoren dieses neuen Gesetzes eventuell zu wenig mit den entsprechenden Kulturen auseinandergesetzt haben?
    31 15 Melden
    • Duweisches 03.10.2015 16:54
      Highlight Im Umfeld, aus dem die Initiative kommt, ist Verständnis für andere Kulturen ein Fremdwort...
      Das ist genau als würde man Kettchen mit Kreuzanhängern verbieten -.-
      19 15 Melden
  • SeKu 03.10.2015 13:16
    Highlight Kurz: Grundrechte und Chancengleichheit für alle. Ausser für Musliminnen. Unglaublich! Ich werde diese Art von Rassismus der Burkaverbotsgegner nie verstehen.

    Sogar mit dem Judenhut will man die Burka legitimieren, damit die betroffenen Frauen weiterhin unter die Burka gezwungen werden können.

    Die Beispiele Schleierverbot Türkei und Schleierverbot Iran zeigen ja, dass der Schutz vor religiöser Unterdrückung durch Stigmatisierung mittels religiöser Zwangskleidung positiv für eine Gesellschaft ist. Iran und Turkei waren damals prosperierende Gesellschaften, heute entwickeln sie sich zurück!
    37 31 Melden
    • atomschlaf 03.10.2015 13:50
      Highlight @SeKu: Hast Du ernsthaft das Gefühl, dass ein Burkaverbot den Musliminnen mehr Rechte und Chancen gibt?
      Ein solches Verbot ist lächerlich und eines liberalen Staates unwürdig, zumal die meisten Musliminnen hierzulande - wenn überhaupt - bloss ein Kopftuch tragen.
      Wir sollten uns sehr wohl damit auseinandersetzen, wieviel Toleranz eine liberale Gesellschaft einer zutiefst unliberalen Religion wie dem Islam entgegenbringen sollte. Statt einer Diskussion über diese wichtige Frage einen Stellvertreterstreit über Gesichtsverhüllung auszutragen, ist jedoch sinnlose Zeit- und Energieverschwendung.
      42 10 Melden
    • Gelöschter Benutzer 03.10.2015 13:59
      Highlight Ja klar. Hier in diesem Land, dass das Frauenwahlrecht nach Iran, Marokko, Afghanistan, Ecuador und Jemen einführte, geht es um die Rechte der unterdrückten Muslima. Heuchlerisch.
      Da klären wir doch besser die Frauen über ihre selbstbestimmungsrechte auf. Denn sie müssen es sich hier nicht gefallen lassen, aufgrund Ansichten anderer eine Burka zu tragen.
      36 21 Melden
    • SeKu 03.10.2015 14:59
      Highlight @atomschlaf
      Ja, ein Burkaverbot gibt den betroffenen Musliminen mehr Rechte. Sie können dadurch an unserer Gesellschaft teilnehmen, eine Arbeit haben und sich damit Rechte und Chancen erarbeiten. Wie alle anderen auch.
      Dass die Anzahl Burkaträgerinnen klein ist, heisst nicht, dass man diese nicht schützen soll.
      Sonst haben Sie recht.
      26 16 Melden
    • SeKu 03.10.2015 15:06
      Highlight @holy:Weil das Frauenstimmrecht vor vielen Jahren zu spät eingeführt wurde, müssen jetzt ein paar Musliminnen unter der Burka leiden? Was ist denn das für eine Argumentation? Und Sie unterstellen mir Heuchlerei!
      Doch, momentan muss eine Zwangsburkaträgerin sich in der Realität hier gefallen lassen, aufgrund Ansichten anderer eine Burka tragen zu müssen. Sie kann momentan mit Burka nicht aus diesem Unterdrückungsteufelskreis ausbrechen. Mit der Burka kann sie vom Unterdrücker nicht wegkommen, da sie mit Burka weder an der Gesellschaft noch an der Arbeitswelt, noch Aufklärung teilnehmen kann.
      23 13 Melden
    • Gelöschter Benutzer 03.10.2015 15:16
      Highlight http://www.ebg.admin.ch/themen/00466/
      9 3 Melden
    • Duweisches 03.10.2015 17:11
      Highlight 1: Die meisten Musliminnen tragen die Burka freiwillig, das ist nun einmal eine Glaubensfrage...
      Wenn man in einer christlichen Gesellschaft aufwächst, läuft man auch nicht plötzlich nackt herum, genauso Nonnen die ihre religiösen Kleider auch tragen dürfen...
      9 15 Melden
    • Duweisches 03.10.2015 17:12
      Highlight 2: Glaubst du, wenn die Frauen jetzt eine Burka tragen, gehen sie, sobald sie keine mehr Tragen in den Jodel- und den Turnverein?
      Wenn sie jetzt aus religiösen Gründen eine Burka tragen, werden sie einfach nicht mehr nach draussen gehen sobald sie nicht mehr mit der Burka raus dürfen...
      Genauso wenn jemand sie Momentan zwingt, dann wird sie nicht mehr nach draussen gelassen...
      15 11 Melden
  • Der Tom 03.10.2015 13:01
    Highlight Das hat meiner Meinung nach nichts mit Kleidervorschriften zu tun. Wenn jemand komplett verhüllt ohne sichtbaren Konturen vor mir steht schaltet mein Instinkt auf achtung Gefahr.
    41 15 Melden
    • atomschlaf 03.10.2015 13:53
      Highlight Ich mag verhüllte Gesichter auch nicht, aber ich finde es trotzdem daneben, wenn der Staat Kleidervorschriften erlässt, vor allem wenn diese als Placebo für eine wesentlich grundlegendere Problematik herhalten müssen.
      29 22 Melden
    • Gelöschter Benutzer 03.10.2015 13:53
      Highlight Nein er schaltet auf "oh ungewohne situation, fühle mich unsicher"
      17 22 Melden
    • Der Tom 03.10.2015 16:09
      Highlight @atomschlaf Für mich hat das nichts mit Kleidervorschriften zu tun. Das sind ja keine Kleider sondern Abdeckungen. Mir ist die Religion egal und die Kultur ist mir auch egal. Ich will einfach sehen wer da vor mir steht.
      @holy Man kann sich alles schönreden. Klar ist es für uns ungewohnt aber es ist eine Menschliche Grundfunktion sein gegenüber einzuschätzen. Das hat nicht nur mit Gefahr zu tun.
      15 6 Melden
  • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 03.10.2015 12:24
    Highlight Hallo ihr hellbraunen Trolle. Wieso gebt ihr nicht einfach zu, dass ihr vor dem Islam Angst habt und es euch ein Gefühl von Sicherheit gibt, wenn die Burka verboten wird. Und niemand weiss wirklich wieso. Wir rutschen immer mehr auf das Niveau von Saudi Arabien.
    46 70 Melden
    • atomschlaf 03.10.2015 12:33
      Highlight @andre: Was findest Du so gut am Islam?
      Dass der Mann Herr im Haus ist und die Frauen zu gehorchen haben?
      Saudi-Arabien wäre übrigens gar nicht so schlecht. Wenn die Frauen nicht mehr Auto fahren dürfen, dann ist wieder Platz auf den Strassen...
      56 35 Melden
    • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 03.10.2015 13:53
      Highlight @atomschlaf: Wieso sabotierst du dich selber? Es geht nicht darum ob der Islam gut oder schlecht ist, sondern wie blöd man im Kopf sein muss, dass man glaubt eine Kleidervorschrift verändert den Islam. Nicht mal ein Promille aller Moslems in der Schweiz verhüllen sich. Es ist wieder so ein doofes Signal, dass vorallem allen zeugt wie Kleinbürgerlich wir sind und den Amis erlaubt wieder mal richtig über die direkte Demokratie zu lachen.
      23 30 Melden
    • atomschlaf 03.10.2015 14:16
      Highlight @andre: Sieht aus als hätte ich Deinen obigen Beitrag etwas falsch verstanden. Was die Sinnlosigkeit eines Burkaverbots angeht, scheinen wir uns ja einig zu sein.
      21 4 Melden
    • Andi Amo 03.10.2015 18:47
      Highlight @andre; Die Gesetzgebung danach auszurichten, wie das in anderen Ländern aufgefasst werden könnte, finde ich nicht wirklich eine intelligente Einstellung.
      Und dann bitte nicht gerade noch was die Amerikaner darüber denken sollen - der Grossteil der Bevölkerung dort weiss ja nicht mal, wo unser Land (auch nur ungefähr...) liegt!

      Die Amis sollen zuerst einmal ein vernünftiges Waffengesetz einführen, welches die ganzen Amokläufe etwas eindämmt, bevor sich diese über andere lustig machen.
      10 3 Melden
  • Gelöschter Benutzer 03.10.2015 12:14
    Highlight Ich darf nicht nackt durch die Einkaufsstrasse gehen, Nacktwandern wurde vielerorts verboten. Ist das auch Unsinn? Ein vollverhülltes Gesicht ist ebenso befremdlich und hindert stark die Kommunikation und Einschätzbarkeit des Verhüllten.
    67 21 Melden
    • Gelöschter Benutzer 03.10.2015 12:24
      Highlight Das mit dem Nacktwandern ist doch genauso lächerlich.

      Eine unverhüllte Person kannst du genauso falsch einschätzen.
      18 31 Melden
    • Shlomo 03.10.2015 13:01
      Highlight Bullshit, so lange sich niemand belästigt fühlt kannst du nackt rumlaufen.
      19 15 Melden
    • atomschlaf 03.10.2015 13:37
      Highlight @Zaafee: Meines Wissens wurde das Nacktwandern einzig im Appenzellischen verboten, wie so oft ein Hort von Freiheit und Offenheit...
      29 8 Melden
  • Angelo C. 03.10.2015 12:12
    Highlight Es geht hier nicht um Kopfbedeckungen aller unterschiedlicher Zeiten, es geht um die groteske Totalverhüllung. Gegen Kopftücher von Musliminnen ist somit genausowenig einzuwenden, wie gegen jene unserer Landfrauen, welche man in den Schweizer Dörfern bis vor wenigen Jahren allerorten sah.

    Es geht darum, dass hierzulande GENERELL das Verhüllen des Gesichtes als unerwünscht gilt, seien es nun durch Hooligans oder linke Berufsdemonstranten aus dem schwarzen Block. Die hiesige Kultur wünscht sich Augenkontakt und kein gespensterartiges Wesen mit Stoffgittern als Blockade. Und dies völlig zurecht.
    75 29 Melden
    • Gelöschter Benutzer 03.10.2015 12:22
      Highlight Warum gilt das als unerwünscht?
      Ich würde das tragen winer Gesichtsbedeckung vor allem unangenehm finden. Aber andere sollen doch, sofern sie wollen...
      16 40 Melden
    • Shlomo 03.10.2015 13:02
      Highlight Gilt ein Bart auch als Gesichtsbedeckung? 😜
      20 22 Melden
    • flyme 03.10.2015 13:38
      Highlight @Shlomo und Schminke?
      11 14 Melden
    • 's all good, man! 03.10.2015 17:54
      Highlight Das ist doch einfach nicht wahr. Es geht sehr wohl um die Burka, sehr wohl um das Fremde, vor dem man so Angst hat. Man versucht das jetzt einfach so zu verpacken. Du weisst das, ich weiss das, alle wissen das. Nur zugeben würde es keiner.
      13 15 Melden
  • Gelöschter Benutzer 03.10.2015 11:57
    Highlight Wenn ich mir so manche Menschen ansehe, egal welchen Geschlechts, bin ich für die Einführung der Burkapflicht!
    Und für gewisse wenige müsste ein striktes Kleiderverbot durchgesetzt werden 😍
    31 39 Melden
  • philosophund 03.10.2015 11:08
    Highlight Wohin die Vermischung von Staat und Religion führen kann, wurde (und wird) uns eindrücklich vor Augen geführt. ich wünschte mir gegenwärtig mehr Atatürks und Pahlavis.
    68 11 Melden
    • Aaron 03.10.2015 11:46
      Highlight Pahlawi kam nach dem CIA-Mossadeg Putsch an die Macht. (siehe "Operation Boot")
      17 15 Melden
    • Raphael Bühlmann 03.10.2015 12:48
      Highlight Autoritäre Unterdrückung ist also okay, solange sie deinen Idealen entspricht?
      Wie wäre es, wenn z. B. jede Frau im Iran selber entscheiden könnte, wie sie sich kleidet? Dafür würde ich mich einsetzen.

      Ich habe zwei Monate im Iran verbracht und festgestellt, dass gerade die junge iranische Bevölkerung ein unglaubliches Potenzial hat, aber einen groben Denkfehler macht, der sie daran hindert, ihr Potenzial voll zu entfalten: Sie idealisieren das Schah-Regime, das die meisten von ihnen gar nicht erlebt haben, und verstehen nicht, dass sie es sind, die einen gänzlich neuen Iran gestalten müssen.
      25 8 Melden
    • Kian 03.10.2015 13:22
      Highlight Für mich zeigen Atatürk und Pahlawi, wie sinnlos solche Versuche sind, weil sie früher oder später eine Gegenreaktion provozieren.
      16 28 Melden
    • philosophund 03.10.2015 14:10
      Highlight Ich idealisiere den Laizismus und nicht deren Herrschaftsmethoden. Iran ist heute ein Gottesstaat und Atatürks Erbe leider mit Erdogan auf dem besten Weg dazu.

      Die Suppe Staat mundet nur, solange die Religion nicht hineinspuckt.
      39 1 Melden
    • Kian 03.10.2015 14:49
      Highlight Iran ist heute so unreligiös wie noch nie in seiner langen Geschichte. Dazu ein Witz: Unter dem Schah tranken wir in der Öffentlichkeit Alkohol und beteten im Geheimen. Heute beten wir in der Öffentlichkeit und trinken im Geheimen.
      14 24 Melden

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