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Nur 32 «Blackbirds» wurden gebaut, von denen zwölf Maschinen verunglückten. Bild: EPA

Die SR-71 «Blackbird» wird 50

Schneller als eine Gewehrkugel: Der Wundervogel der CIA ist noch heute das schnellste Flugzeug der Welt

Schneller als eine Gewehrkugel, viel schneller, flog die SR-71 russischen Kampfjets und Raketen davon. Die «Blackbird» war ein Spion – gebaut aus einem Material, dessen Herkunft ein Treppenwitz der Weltgeschichte ist.

22.12.14, 12:28 22.12.14, 14:24

Von London nach New York in unter zwei Stunden, das schafft kein Flugzeug. Doch, eines: die SR-71. Der Wundervogel der CIA ist noch heute das schnellste Flugzeug der Welt. Keiner der Blackbirds wurde je abgeschossen –  aber mehr als ein Drittel ging durch Unfälle und technische Fehler verloren. Jetzt wird das Rekordflugzeug 50.

Das heisst, eigentlich wurde es nur 34, denn seit 1998 fliegen die seltsam geformten Jets mit den Anfängen der Tarnkappentechnologie nicht mehr. Bis dahin hatte das Flugzeug aber Dutzende Rekorde aufgestellt, von denen die meisten noch bestehen.

Etwa der als schnellstes Flugzeug der Welt. Mach 3,36, also die gut 3,3-fache Schallgeschwindigkeit, erreichte das Flugzeug. Und im Gegensatz zur sowjetrussischen Konkurrenz konnte das Flugzeug die sogar halten. In Kilometern pro Stunde sind das mehr als 3500, also fast 1 Kilometer pro Sekunde.

Ein Selfie im Tarnkappen-Jet. Die Aufnahme stammt von 1994. bild: USAF/Brian Shul via: wikipedia

Unerreichbar für Raketen und Abfangjäger

Ursprünglich sollte das Flugzeug mal ein Jäger werden, aber letztlich wurde daraus ein Spion, der jedem davonfliegen konnte. Mit der hohen Geschwindigkeit und der Dienstgipfelhöhe von etwa 25 Kilometern war er unerreichbar für Raketen und Jäger. Für Flugabwehrkanonen sowieso, das Flugzeug war schneller als eine Kugel. 

Entsprechend wurde auch nie eine SR-71 abgeschossen. Allerdings: Von gerade einmal 32 gebauten verunglückten 12, weil das Flugzeug extrem schwer zu fliegen war. Bis auf einen Beobachter kam dabei niemand ums Leben.

Kochendes Adrenalin

«Bei Mach 3 musste man eine Maschine bewältigen, die am Rande ihrer Kontrollfähigkeit war», zitiert das «Smithsonian Magazine» Terry Pappas, einen von nur 86 sorgsam ausgewählten Piloten, die je den Wundervogel flogen. «Das Adrenalin kocht die ganze Zeit. Das ist auch der Grund, warum man nach einem dreieinhalb Stunden langen Flug völlig fertig war.» Während vorn der Pilot schwitzte, fotografierte dahinter der Aufklärungsoffizier über der Sowjetunion oder Vietnam.

Die SR-71 schaffte fast einen Kilometer pro Sekunde

youtube/Jaglavak Military

Dabei waren die Piloten von Anfang an skeptisch. «Das Ding war der Gipfel», sagt Pappas. «Wenn man es das erste Mal sieht, dann fragt man sich, wie die so etwas bauen konnten.» Der breite Rumpf, die lange Nase, die gewaltigen Turbinen – kein Wunder, dass Hollywood sich gern an der seltsamen Konstruktion bediente, die als eine der ersten Stealth-Technologien verwirklichte, um Radarstrahlen zu entkommen.

Gebaut war die SR-71 wie ihr Vorgängerzwilling A-12 übrigens aus Titan. Das Material ist leicht und stabil, wie geschaffen für ein Flugzeug, dessen Aussenhaut allein von der Luftreibung deutlich über 400 Grad Celsius heiss wird. 

Dummerweise ist Titan schwer zu verarbeiten, teuer – und war im Kalten Krieg kaum zu bekommen. Die CIA beschaffte es auf Umwegen heimlich in dem Land, in dem es die grössten Titanvorkommen gibt: Nichtsahnend verkaufte ausgerechnet die Sowjetunion für gute Devisen Titan für das Flugzeug, das sie später ausspionierte. 

Dokumentarfilm über die SR-71 im Kalten Krieg

video: youtube/te darea

(sda/dpa)

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