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Zäher Chamäleon-Speichel: Klebe-Spucke als Erfolgsgeheimnis

Ihre Zunge ist rasend schnell – doch erst der besondere Speichel macht Chamäleons zu hervorragenden Jägern. Er ist so zäh, dass Opfer daran festkleben.

21.06.16, 10:36 21.06.16, 11:15


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Extrem zäher Speichel sorgt bei Chamäleons dafür, dass es für Beute kaum ein Entrinnen gibt. Der Schleim auf der Zunge der Tiere sei 400 Mal zäher als menschlicher Speichel, berichten Forscher im Fachmagazin «Nature Physics». Dies erkläre, warum Chamäleons selbst Beute mit nahezu einem Drittel ihres eigenen Gewichts zu überwältigen vermögen.

Chamäleons lauern ihrer Beute oft regungslos auf. Sobald ein Tier nahe genug kommt, aktiviert das Chamäleon einen Muskelkomplex, der die Zunge blitzschnell aus dem Maul schiessen lässt. Diese streckt sich bis zu doppelter Körperlänge und schnalzt dann sofort zurück. Chamäleons fangen so Tiere ganz unterschiedlicher Grösse – von der Ameise bis zur Eidechse.

Zur Funktion der Zunge wurde bisher angenommen, dass sich die Beute an der Oberfläche verhakt oder dass sie festgesaugt wird. Die Wissenschaftler um Pascal Damman von der Universität Mons in Belgien zeigten nun, dass allein schon der Speichel klebrig genug ist, um den Fang zu sichern. 

Zeitlupe: Chamäleon beim Beutefang. (engl) YouTube/BBC Earth Unplugged

Natürlicher Klebstoff

Die Forscher hatten ein kleines Glasplättchen vor die Beute eines Chamäleons gestellt und so den Schleim gesammelt, den das Tier bei einer Attacke dort zurückliess. Das vollgespeichelte Plättchen legten sie dann auf eine Schräge und liessen Metallkugeln darüber rollen. Die Viskosität, also die Zähflüssigkeit des Schleims, bestimmt, wie stark die Kugeln haften bleiben.

Laut den Berechnungen der Forscher könnten die Tiere, wenn es nur nach der Klebrigkeit des Schleims ginge, noch viel grössere Tiere fangen, als sie es tatsächlich tun. 

Zunge erreicht fast 100 km/h

Chamäleons bringen Menschen mit ihren Eigenschaften immer wieder zum Staunen. Bei Analysen der rasanten Schleuder-Zunge haben Forscher zum Beispiel herausgefunden, dass die kleinste Art über die schnellste Zunge verfügt: Das maximal zehn Zentimeter lange Stachel-Zwergchamäleon beschleunigt seine Zunge innerhalb einer hundertstel Sekunde auf fast 100 km/h.

Über die spektakulären Farbwechsel der Tiere wissen Wissenschaftler heute, dass sie zumindest bei einigen Arten auch auf spezielle Nanostrukturen zurückgehen, die denen auf Schmetterlingsflügeln ähneln. Mit ihren Farbwechseln reagieren Chamäleons unter anderem auf Artgenossen sowie Helligkeits- oder Wärmeunterschiede. (hda/dpa)

Farbwechsel bei einem Chamäleon.
YouTube/The Animal Box Office

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