Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Riesige neue Rattenart entdeckt – kurz nach ihrer Entdeckung war sie tot

27.09.17, 08:17

Annähernd einen halben Meter lang, bis zu einem halben Kilogramm schwer und mit einem langen, haarlosen und schuppigen Schwanz: Die neu entdeckte Riesenratte auf den Salomonen ist für die Wissenschaft ein Grund zur Freude.

Sie hatten jahrelang danach gesucht und fanden schliesslich ein einziges Exemplar auf der Insel Vangunu in der Südsee östlich von Papua-Neuguinea.

Von der Existenz des aussergewöhnlichen Nagers hatten zuvor Einheimische berichtet. Die Wissenschafter stellen das Tier im Fachblatt «Journal of Mammology» vor. Aufgrund der rapiden Abholzung in dem kleinen Verbreitungsgebiet sei die seltene Art als vom Aussterben bedroht anzusehen.

Dürfen wir vorstellen: Uromys vika (künstlerische Darstellung) Bild: Velizar Simeonovski/The Field Museum

Uromys vika, so der Name der Riesenratte, ist die erste Nagerart seit 80 Jahren, die auf der Inselgruppe in der Südsee entdeckt worden ist, schreiben Tyrone Lavery und Hikuna Judge vom Field Museum of Natural History in Chicago.

Kurz nach Entdeckung gestorben

Lavery hatte das Tier seit seinem ersten Besuch auf den Salomonen im Jahr 2010 gesucht, nachdem Einheimische ihm von einer Vika genannten Riesenratte erzählt hatten. Er stellte Fallen und Kameras auf und durchsuchte Baumhöhlen, aber bis auf einen Kothaufen fand er zunächst nichts.

Die Schwierigkeiten, die Riesenratte aufzuspüren, zeigten wie schwer es ist, in tropischen Wäldern neue Arten zu entdecken, erst recht wenn sie in Bäumen lebten, so Lavery. Sie belegten aber auch, dass die Art allem Anschein nach sehr selten ist.

Schliesslich wurde ein Exemplar entdeckt, das aus einem gefällten Baum huschte – und kurz darauf starb. «Sobald ich es untersucht hatte, wusste ich, dass es etwas Besonderes ist», sagte Lavery in einer Mitteilung des Field Museums.

Gemeinsam mit seinem Kollegen verglich er die Riesenratte mit anderen Nagern der Region und untersuchte ihr Erbgut. Die Analysen zeigten, dass es sich in der Tat um eine neue Art handelt. Ältere Inselbewohner bestätigten, dass das gefundene Tier die von ihnen Vika genannte Riesenratte ist.

Abholzung als grösste Gefahr

Wenn sie die Ratte nicht gefunden hätten, wäre sie vielleicht nie von der Wissenschaft entdeckt worden, so Lavery. Vor allem die Abholzung der Wälder bedrohe das Überleben der Art. «Die Gegend, in der wir sie gefunden haben, ist einer der letzten Orte, wo es noch Wälder gibt, in denen nicht kommerziell Holz gewonnen wird.»

Die Forscher vermuten, dass Vikas Vorfahren mit treibenden Pflanzenresten auf die Insel gelangten und sich dort zu der neuen Art weiterentwickelten. Die Inselgruppe der Salomonen umfasst Hunderte Inseln und kleinere Atolle. Sie liegt recht isoliert. Viele der dort lebenden Säuger sind nirgendwo sonst auf der Erde zu finden.

Den Berichten der Einheimischen zufolge macht sich Vika gern über Kokosnüsse her. Beobachtet haben die Forscher das Verhalten bisher nicht, sie fanden allerdings Kokosnüsse, in die beeindruckende Löcher genagt worden waren. Welche Art von Nager die Löcher hinterlassen hat, sollen nun weitere Untersuchungen klären. (sda/dpa)

Es gibt Leute, die mögen keine Ratten. Laurent mag keine Hunde

Video: watson

Das könnte dich auch interessieren:

10 Fragen, die dem SBB-Kundendienst im Internet tatsächlich gestellt wurden 🙈

Stoppt die Essensdiebe! 9 Etiketten, die du brauchst, wenn du im Büro arbeitest

Vergesst Russland und USA: In Syrien droht ein Krieg zwischen Iran und Israel

Dreht Obama durch? Dieses Video zeigt eine der grössten Gefahren für Demokratien

«Ohne Fiat Money wäre unser Wohlstand undenkbar»

Liebe Baslerinnen und Basler, das passiert jetzt mit eurer BaZ ...

John Oliver attackiert die Schweiz – das sagt der Steuerexperte dazu

«Sitz, du Sau!» – Als Hockeybanausin am Playoff-Finalspiel

Hätten die Echo-Verantwortlichen doch diesen Film gesehen ...

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
3
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • 4kant 27.09.2017 09:16
    Highlight Wander- oder Hausratten werden auch bis zu einem halben Meter Lang (Rumpf plus Schwanz) und bis zu 1/2 Kg schwer.
    Stein- und Baummarder werden 60 bis 80 cm lang und rund 1 bis 2 Kg schwer.
    Die Biberratte (biologisch gesehen eigentlich keine Ratte, sondern ein Meerschweinchenverwandter) wird 80 bis 100 cm lang und wiegt 8 bis 10 Kg.
    Das Uromys vika als Riesenratte zu bezeichnen ist eine reisserische Übertreibung.
    3 2 Melden
    • blobb 01.10.2017 17:25
      Highlight "Die Wanderratte, eine der SCHWERSTEN Arten, erreicht 200 bis 400 Gramm – einzelne Tiere können bis zu 500 Gramm wiegen. Viele Arten sind deutlich leichter, so erreichen Polynesische Ratten auf Hawaii ein Durchschnittsgewicht von 38 Gramm."
      0 0 Melden
    • 4kant 02.10.2017 08:46
      Highlight Feldmaus: 18 - 50 g
      Farbmaus: 40 bis 60 g
      Maulwurf: 60 bis 120 g
      Goldhamster: 80 - 150 g
      Feldhamster: 200 bis 650 g
      Murmeltier: 2000 - 3000 g (unsere Riesenratte)


      Was in Polynesien eine Ratte ist, ist bei uns offenbar eine Maus. In einem polynesischen Blatt hätte "Riesenratte" gestimmt. Hier ist das irreführend.


      p.s.: Das Murmeletier zählt zu den Hörnchen, genauer: den Erdhörnchen. Ist keine Maus/Ratte, sieht nur so ähnlich aus.
      0 0 Melden

Dracula, der grösste Flugsaurier aller Zeiten, war so gross wie eine Giraffe

Er ist der gewaltigste Flugsaurier, der je ausgegraben wurde: Der Pterosaurier, der aufgrund seiner Fundstelle in Transsylvanien den Spitznamen «Dracula» erhalten hat, wog vermutlich eine halbe Tonne und hatte eine Flügelspannweite von mindestens zwölf Metern.

Jetzt ist der Sensationsfund aus Rumänien neben anderen bedeutenden Exponaten aus dem Altmühl-Jura in der Flugsaurier-Sonderausstellung «Die Herrscher der Lüfte» zu sehen, die das Dinosaurier-Museum Altmühltal in Denkendorf bei …

Artikel lesen