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Trotz Überfischung der Meere: Krake Pauls Brüder und Schwestern vermehren sich weltweit 

Viele Meeresbewohner leiden unter der Überfischung. Bei Tintenfischen beobachten Forscher aber seit 60 Jahren einen entgegengesetzten Trend. Die Kopffüsser profitieren offenbar von der sich rasch ändernden Umwelt.

24.05.16, 16:07 24.05.16, 16:29

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In den Ozeanen weltweit steigt die Zahl der Kopffüsser. Aus der Analyse verschiedener Quellen schliesst ein internationales Forscherteam, dass die Bestände von Kraken, Sepien und Kalmaren seit mindestens 60 Jahren zunehmen – unabhängig davon, wo die Tiere leben. Als Ursache vermutet das Team um Zoë Doubleday von der University of Adelaide den Einfluss von Klimawandel und Überfischung.

Die Forscher werteten in der Studie sowohl Fischereidaten aus als auch wissenschaftliche Studien zu den Beständen seit 1953. Alle Resultate belegten übereinstimmend eine Zunahme der Populationen von Kopffüssern (Cephalopoden), berichten die Forscher im Fachblatt Current Biology. Tintenfische bilden eine Unterklasse der Kopffüsser.

Krake Paul

Paul wurde im Sea Life Centre im deutschen Oberhausen als Attraktion für die Besucher des Grossaquariums zweimal als Kraken-Orakel bzw. Oktopus-Orakel für die Vorhersage von Spielausgängen bei der Fussball-Europameisterschaft 2008 und bei der Weltmeisterschaft 2010 eingesetzt. Seine Voraussagen erwiesen sich fast alle als richtig, lediglich die deutschen Begegnungen gegen Kroatien und gegen Spanien bei der Euro 2008 hat er falsch vorhergesagt. (whr)

Bei Fischen beobachten Meeresforscher einen gegenläufigen Trend: Die Bestände gehen teils stark zurück. Die Zunahme bei den Kopffüssern galt für alle Meeresregionen weltweit in ähnlichem Masse: auf der Südhalbkugel wie in der nördlichen Hemisphäre, für in Bodennähe lebende Arten, die stärker ortsgebunden sind, wie für Hochseebewohner, die über Entfernungen von Tausenden Kilometern durch die Meere ziehen.

Sehr anpassungsfähig

«Das ist angesichts der enormen Vielfalt in diesen Gruppen, die in der Studie mit 35 Arten und Gattungen und sechs Familien vertreten waren, bemerkenswert», schreiben die Autoren. «Unsere Ergebnisse legen nahe, dass die Ausbreitung von Kopffüsser-Populationen durch grossangelegte Prozesse angetrieben wird, die sich über ein breites Spektrum von Meeresumgebungen erstrecken, und durch biologische Charakteristika begünstigt wird, die alle Kopffüsser gemeinsam haben.»

Tintenfische und ihre Verwandten seien aufgrund vieler Eigenheiten sehr anpassungsfähig. Dazu gehörten eine kurze Lebensspanne, schnelles Wachstum und eine flexible Entwicklung. Zu den sich wandelnden Lebensbedingungen in den Ozeanen zählen die Forscher vor allem steigende Temperaturen und möglicherweise Überfischung, die auch Arten betrifft, die Kopffüssern nachstellen.

Mit dem Schwinden von Fischbeständen würden Kopffüsser allerdings ihrerseits zunehmend zum Ziel von Fischern. «Weil die Fischerei ihre Bemühungen verstärkt auf wirbellose Tiere ausrichtet, wird es daher entscheidend darauf ankommen, die Kopffüsser-Bestände angemessen zu behandeln, damit ihnen nicht das gleiche Schicksal droht wie vielen langlebigeren Meeresbewohnern.»

hda/dpa

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Brikne, 20.7.2017
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4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • azoui 24.05.2016 22:19
    Highlight Dabei landet regelmässig so einer bei uns in der Pfanne.
    1 1 Melden
    • sheshe 26.05.2016 14:46
      Highlight Spiegelbericht: "Es müssen Fangquoten errichtet werden".
      Dies ist meiner Meinung nach komplett falsch!! Es muss vielmehr auf den Verzehr von Fisch verzichtet werden! Ich habe mir seit Jahren geschworen, keinen Fisch mehr zu essen, welchen ich nicht selbst gefangen habe. Da fängt nämlich das Problem an. Die Menschen wollen Fisch, also muss gefischt werden. Bitte esst weniger Fisch!! Der Ozean bestimmt nämlich unser aller Leben, auch wenn wir hier in der Schweiz meilenweit davon entfernt leben...
      1 0 Melden
    • sheshe 26.05.2016 15:03
      Highlight Hoppla, das sollte eigentlich keine Antwort auf deinen Kommentar werden :-)
      0 0 Melden
    • azoui 26.05.2016 15:23
      Highlight na ja, dennoch Danke, für die ungewollte Aufmerksamkeit meines Beitrags.
      0 0 Melden

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