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Nasenbär Norbert: Im März wurden Kletterplattformen im Gehege installiert. Bild: Zoo Osnabrück

Dürfen wir vorstellen: Norbert, der Nasenbär. Sein Hobby: Ausbrechen

Norbert ist weg. Schon wieder. Der sechs Jahre alte Nasenbär hat es bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate geschafft, aus dem Osnabrücker Zoo auszubüxen.

08.07.15, 09:03 08.07.15, 12:28

Jens Witte / Spiegel online

Ein Artikel von

Die aus Südamerika stammenden Tiere sind gute Kletterer – und seit Ende März haben die sieben Nasenbären im norddeutschen Osnabrück einen erweiterten Aussenbereich, in dem sie zu fünf an Bäumen befestigten Plattformen klettern können. Norbert ist offensichtlich so geschickt, dass er trotz einiger Nachbesserungen – wie gestutzter Äste – vor ein paar Tagen erneut in den benachbarten Wald verschwinden konnte.

Dort wurde der Nasenbär am Montag auf einem Baum gesichtet. Beim Versuch, ihn zu narkotisieren, sei Norbert jedoch in zu grosse Höhen enteilt, sagt Zoo-Sprecherin Lisa Josef. Seitdem fehlt von ihm jede Spur.

Über die Flucht des Nasenbären sprach Spiegel Online mit Andreas Wulftange, 28, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Zoos:

Warum ist Norbert denn schon wieder ausgebüxt?
Wulftange: 
Einen richtigen Grund dafür gibt es eigentlich nicht. Er hatte keinen Stress in seiner Gruppe. Die Nasenbären sind aber ziemlich neugierige Tiere, Norbert offenbar ganz besonders. Er erkundet jeden Winkel des Geheges und entdeckt dabei auch jede Schwachstelle – leider.

Was war die Schwachstelle in diesem Fall?
Einige Äste sind in den vergangen Wochen extrem gewachsen. So konnte Norbert sich aus der Krone eines Baums auf einen anderen Baum herüberschwingen. Und der steht ausserhalb des Kletterparcours. Inzwischen ist die Schwachstelle behoben, wir haben die Äste abgesägt.​

Was unterscheidet Norbert von seinen Artgenossen? Ist er besonders abenteuerlustig?
Abenteuerlust würde ich nicht sagen, das wäre zu vermenschlichend. Die wenigsten Tiere würden ihr Gehege verlassen, weil es ihr gewohntes Territorium ist. Norbert hat ja auch versucht, wieder zurückzukommen und sich anfangs in der Nähe seines Geheges aufgehalten.​

Machen Sie sich Sorgen um Norbert?
Ich würde ihn natürlich gerne behütet im Zoo wissen – insofern mache ich mir schon Sorgen. Ich habe jetzt aber keine Angst, dass er draussen verhungern könnte. Für Allesfresser wie ihn sind der Wald und die umliegenden Schrebergärten ein wahres Eldorado. Es gibt Insekten, Würmer, Obst oder Vogeleier im Überfluss.​

Nasenbär Norbert: Schon zum zweiten Mal ausgebüxt. Bild: Zoo Osnabrück

Wie sieht es mit natürlichen Feinden aus?
In Südamerika wäre das zum Beispiel der Jaguar – die Gefahr ist im Osnabrücker Land natürlich eher gering. Andere Wildtiere oder Hunde könnten ihm aber schon gefährlich werden, auch wenn Norbert vermutlich schnell genug auf einen Baum flüchten könnte. Gefahr könnte auch von Menschen ausgehen – Autos und Strassenverkehr kennt der Nasenbär ja nicht.

Suchen Sie selbst nach Norbert?
Wir suchen nicht aktiv. Es ist ein relativ grosses Waldgebiet. Und mit dem braunen Fell ist der Nasenbär schlecht zu erkennen, wenn er sich in der Astgabel eines Baumes eingerollt hat. Wir sind darauf angewiesen, dass Passanten ihn zufällig sehen. Dann können wir gezielt versuchen, ihn einzufangen. Oder er kommt von allein zurück.

Ist Norbert gefährlich für Menschen?
Nasenbären greifen Menschen nicht von sich aus an. Wenn sie sich in die Ecke gedrängt fühlen, können sie aber kräftig zuschnappen. Deshalb sollte man auch nicht versuchen, Norbert selbst einzufangen, sondern den Zoo, die Polizei oder die Feuerwehr verständigen.​

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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