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Sensationsfund in Sibirien

Dieses Wollnashorn-Baby ist 10'000 Jahre alt

Erstmals hat der sibirische Permafrost-Boden ein gut erhaltenes Wollnashorn-Baby freigegeben. Jetzt wollen Forscher das Erbgut des Tieres entschlüsseln. 

Etwa 18 Monate alt war das kleine Wollnashorn, als es vor rund 10'000 Jahren in Nordsibirien umkam. Im September 2014 wurden seine erstaunlich gut erhaltenen Überreste von zwei Jägern in der Region Abyssky in der russischen Teilrepublik Jakutien gefunden – nur ein kleines Stück des Jungtiers ragte aus dem ewigen Eis. 

Alexander Sascha Banderow und Semen Iwanow hielten den Kadaver zuerst für ein Rentier, doch dann sahen sie das Horn und erkannten, dass sie etwas viel Älteres gefunden haben mussten. Die Jäger informierten sofort die Mammutabteilung der Jakutischen Akademie der Wissenschaften, der das Tier Ende Februar nun offiziell übergeben wurde.

Erstmals ein Rhino-Baby gefunden

«Der Fund ist absolut einzigartig», sagte der wissenschaftliche Leiter der Akademie, Albert Protopopow, der «Siberian Times». «Wir können die bisher gefundenen erwachsenen Wollnashörner an den Fingern einer Hand abzählen. Aber ein Rhino-Baby wurde noch nie gefunden», erklärte er. Das Tier wurde nach seinem Finder «Sascha» (Alexander) benannt. 

Der Kadaver des Wollnashorn-Babys wurde gemäss Protopopow vom Permafrost «perfekt konserviert»: Nicht nur die Wolle und die Haut, sondern auch ein Auge, ein Ohr, sowie Maul und Nase sind sichtlich gut erhalten. Die Forscher richten ihr Augenmerk aber vor allem auf die «inneren Werte» des Tiers: Sie machen sich Hoffnungen, das Erbgut des Wollnashorns aus den Zellen zu isolieren und zu analysieren. Bei Mammuts, die im Permafrost gefunden wurden, ist das schon gelungen. 

Keine natürlichen Feinde

Das Wollnashorn (Coelodonta antiquitatis) lebte während des Mittel- und Jungpleistozäns von Westeuropa bis Ostasien in den eiszeitlichen Kältesteppen. Ausgewachsene Tiere konnten von Kopf bis Rumpf eine Länge von rund 350 Zentimetern (plus 50 Zentimeter Schwanz) erreichen, die Höhe lag zwischen 150 und 170 Zentimetern. Die zwischen 1,5 und 2,9 Tonnen schweren Wollnashörner hatten keine natürlichen Feinde, waren aber wie die Wollhaarmammuts ein wichtiger Nahrungs- und Rohstofflieferant für den Menschen. 

Die grossen Säugetiere teilten das Schicksal der Mammuts: Sie starben aus, zuerst im Westen, zuletzt auch in Ostasien. Was ihnen zum Verhängnis wurde, ist umstritten. Möglicherweise fielen sie Klimaveränderungen zum Opfer oder wurden von den Menschen zu stark bejagt. (dhr)

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