Wissen

Für ihren hohen Methangas-Ausstoss bekannt: Kühe, hier in Sumte, Deutschland.
Bild: Getty Images Europe

Kängurus sind umweltfreundlicher als Kühe und Schafe – sie furzen weniger

Kängurus stossen weniger umweltschädliches Methangas aus, als Kühe und Schafe. Der Grund ist: Sie verdauen schneller. Forschende versuchen nun, schneller verdauende Wiederkäuer herauszuzüchten.

05.11.15, 00:08 05.11.15, 04:05

Wiederkäuer wie Kühe oder Schafe sind bekannt dafür, dass sie viel Methangas ausstossen. Rund 20 Prozent der weltweiten Methangasemissionen stammen heute von Wiederkäuern, wie die Universität Zürich am Mittwoch mitteilte. Wird das Gas in die Atmosphäre freigesetzt, fördert es den Treibhauseffekt und trägt zur globalen Klimaerwärmung bei.

Methangas entsteht laut Mitteilung im Vormagen der Wiederkäuer, während Bakterien die Pflanzenfasern zersetzen. Wie Wiederkäuer besitzen auch Kängurus einen Vormagen. Und auch dort entsteht bei der Pflanzenzersetzung Methan. Allerdings stossen die Kängurus - gemessen an der Körpergrösse – deutlich weniger davon aus als Kühe und Schafe.

Schnellere Verdauung

Bisher habe man angenommen, dass eine unterschiedliche Darmflora der Grund dafür sei, heisst es in der Mitteilung. Nun hätten Forschende der Universität und der ETH Zürich sowie der australischen Universität Wollongong einen anderen Grund gefunden.

Sie erklären die geringere Gasproduktion damit, dass Kängurus schneller verdauen als Kühe. Die Pflanzennahrung ist also weniger lange den zersetzenden Bakterien ausgesetzt. Publiziert sind die Forschungsergebnisse in der jüngsten Ausgabe des US-Wissenschaftsmagazins Journal of Experimental Biology.

Zucht von umweltverträglicheren Wiederkäuern

Schon seit mehreren Jahren arbeite man an diesen Studien, sagte Marcus Clauss von der Uni Zürich, zur Nachrichtenagentur sda. Clauss leitete das Forschungsteam in Zürich.

«Die Arbeit geht auf jeden Fall weiter», sagte er. In Neuseeland seien Forschende schon seit fünf, sechs Jahren daran, Schafe und Rinder unter dem Aspekt des geringeren Methanausstosses zu züchten.

Auch an der ETH Zürich laufe zur Zeit ein Forschungsprojekt in diese Richtung. Noch müsse man aber Zusammenhänge von Methanbildung und anderen Merkmalen herausfinden. Es komme ja vor, dass ein Erfolg auf der einen Seite auf der anderen eine unerwünschte Wirkung nach sich ziehe, sagte Clauss.

Diese Tiere sind ein bisschen weniger schön als andere

(dwi/sda)

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
5
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ovatta 05.11.2015 08:59
    Highlight Hmm, Kängurukäs!
    4 0 Melden
  • Baba 05.11.2015 07:39
    Highlight Ok, vielleicht furzen diese Hoppeltierchen weniger - aber sie geben auch weniger Milch!
    3 0 Melden
  • goalfisch 05.11.2015 07:29
    Highlight dann sehe ich das richtig: männer sind auch umweltfreundlicher als frauen!?
    8 3 Melden
    • The Writer Formerly Known as Peter 05.11.2015 12:32
      Highlight Hätte ich umgekehrt vermutet. Frauen sind da doch zurückhaltender? Während Veganer ziemlich umweltschädlich sein sollen... zumindest wenn man die Gase anschaut... hab ich also so aus Erster Hand gehört!
      2 0 Melden
  • niklausb 05.11.2015 06:28
    Highlight habe ich nicht auf watson gelesen das die kuhfurz Theorie blödsinn ist? Oder war es wo anders... Also eine Kuh frisst mehr Gras als das sie furzt und sorgt damit für nachwachsendes Gras welches beim wachsen widerum durch Photosynthese sauerstoff generiert und zwar eben mehr als das die Kuh furzt....
    7 3 Melden

Trump kippt Einfuhr-Verbot für Grosswildjäger – (Und ja, auf dem Foto sind seine Söhne)

Donald Trump selber jagt keine Tiere. Aber seine Söhne, die würden das lieben, erzählte der US-Präsident im Jahr 2012. «Sie sind Jäger und sie sind darin sehr gut geworden.» 

Gut fünf Jahre ist es nun her, seit Fotos von Trumps Söhnen bei der Grosswildjagd vom Magazin «TMZ» veröffentlicht wurden. Sie sorgten in den sozialen Medien und unter Tierschützern für einen Aufschrei.

Auf einem Bild ist zu sehen, wie Trump Jr. mit einem abgeschnittenen Elefantenschwanz posiert. 

Auf einem weiteren …

Artikel lesen