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Tote Fische in einer Kloake bei Rio de Janeiro.  Bild: Silvia Izquierdo/AP/KEYSTONE

Forscher schlagen Alarm: Zahl der Wirbeltiere seit 1970 um drei Fünftel gesunken

27.10.16, 04:27 27.10.16, 08:21


Die ungebremste Expansion des Menschen auf der Erde hat zerstörerische Folgen für die anderen Bewohner des Planeten. Einer am Donnerstag veröffentlichten Langzeitstudie zufolge ist die Zahl der Wirbeltiere auf der Erde seit 1970 um fast drei Fünftel zurückgegangen.

Die Fauna des Planeten schwinde «in beispiellosem Tempo», sagte der Generaldirektor der Umweltschutzorganisation WWF International, welche die Untersuchung gemeinsam mit der Zoological Society of London erstellt hat.

Der von den Forschern dokumentierte Rückgang betrifft Säugetiere, Fische, Vögel, Amphibien und Reptilien. Parallel zum Verschwinden vieler Tiere hat sich die Zahl der Menschen seit 1960 auf 7,4 Milliarden verdoppelt.

Die Studienautoren nennen fünf wichtige Gründe für das Sinken der Tierzahlen: Der Mensch mache den Tieren den Lebensraum streitig. Er jage und fische zu viel. Er verschmutze den Lebensraum. Zudem würden Spezies in fremde Lebensräume eingeführt, wo sie grossen Schaden anrichteten. Ausserdem verbreiteten sich Krankheiten unter den Tieren.

Die Forscher setzten die derzeitige Entwicklung in eine lange zeitliche Perspektive: In den vergangenen fünfhundert Millionen Jahren habe es auf der Erde nur fünf so genannte «Massenauslöschungsperioden» gegeben.

Derzeit erlebe der Planet durch das Einwirken des Menschen seine sechste. Eine solche «Massenauslöschungsperiode» sei dann gegeben, wenn eine Tierart tausend mal schneller zurückgehe, als das unter normalen Bedingungen geschehen könnte.

Blick auf die Skyline von Schanghai: Seit 1960 hat sich die Zahl der Menschen verdoppelt.  Bild: CHINA STRINGER NETWORK/REUTERS

Studie ein «Weckruf»

Für die Erhebung hatten die Wissenschaftler über viele Jahre rund um den Globus rund 14'000 Populationen von 3700 verschiedenen Tierarten beobachtet und gezählt.

Den stärksten Rückgang der Tierzahlen beobachteten sie in Süssgewässern wie Seen, Flüssen und Sümpfen. Die Populationen der 881 beobachteten Arten hätten sich in diesen Lebensräumen zwischen 1970 und 2012 um 81 Prozent verringert.

Die Zahl der Ozeanbewohner sei im gleichen Zeitraum um 40 Prozent zurückgegangen, vor allem wegen Überfischung. Die Populationen der Wirbeltiere an Land zu um 38 Prozent geschrumpft.

Die Befunde der Studie «Living Planet» seien «ein Weckruf, um die Erholung dieser Populationen voranzutreiben», erklärte der Forschungsdirektor der Zoological Society of London, Ken Norris. (sda/afp)

Wir lieben Menschen, die Tiere retten

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7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Herbert Anneler 27.10.2016 08:44
    Highlight Der Wahnsinn der neoklassischen Wirtschaftslehre, die von unendlichem Wachstum in einer endlichen Welt ausgeht, wird immer offensichtlicher. Wenn wir nicht umdenken, zerstören wir unsere eigenen Lebensgrundlagen.
    22 0 Melden
  • Dogbone 27.10.2016 08:31
    Highlight Auch auf die Gefahr hin Polemik zu machen, wir wissen schon sehr lange, dass wir ein verdammter Virus, ein wucherndes Geschwür auf diesem Planeten sind, der wie eine Klette am Leben hängt. Wir brauchen keine wunderbare Weltformel, sondern einen Plan, wie wir uns selber und unsere Gier nach unbegrenztem Wachstum in den Griff bekommen. Unsere Ausbreitung zulasten anderer Arten ist endlich. Warum wir das selber genauso ignorieren wie jedes andere Tier, bleibt ein Rätsel.
    11 2 Melden
  • Gulasch 27.10.2016 06:23
    Highlight Ist es noch zu verantworten, Kinder auf die Welt zu stellen?
    Nur schon wenn ich daran denke, wieviel Ressourcen ich verbrauche!
    36 1 Melden
    • FrauMirach 27.10.2016 06:43
      Highlight Nein, natürlich nicht. Die Überbevölkerung ist das grundlegende Problem. Auch bei uns, wo die Geburtenrate tendenziell zurückgeht: wenn wir weniger sind, haben wir mehr Platz für Flüchtlinge.
      6 6 Melden
    • Dunning Krüger Effekt 27.10.2016 10:48
      Highlight Es ist kein Problem Kinder in die Welt zu stellen, wenn Sie ihnen beibringen wie klein der Zusammenhang zwischen Konsum und Zufriedenheit ist.
      2 6 Melden
    • ElendesPack 27.10.2016 13:19
      Highlight "...wenn wir weniger sind, haben wir mehr Platz für Flüchtlinge."

      Oh heilige Einfalt....
      1 0 Melden

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