Wissen

Und wer löffelt die Suppe dann aus? Bild: WOLFGANG RATTAY/REUTERS

Roboter können jetzt auch ein Hummersüpplein kochen

Die Menschen werden immer älter. Den Haushalt-Robotern gehört die Zukunft. 

14.04.15, 19:24 15.04.15, 14:34

Staubsaugen und Rasenmähen sind für Roboter längst zum Kinderspiel geworden. Doch das ist erst der Anfang. An der Hannover Messe wird derzeit eine neue Generation von Haushalts-Robotern vorgestellt, die mehr kann, viel mehr. 

Die britische Firma Moley Robotics beispielsweise präsentierte einen Kochroboter mit zwei Armen. Er ist mit Kochrezepten im 3D-Format programmiert und kann selbstständig kochen. Innerhalb von 25 Minuten präpariert er ein Hummersüppchen nach einem Rezept von Tim Anderson, dem Sieger der prestigeträchtigen BBC-Kochsendung «Masterchef». 

Chefkoch Roboter. Video: Youtube/Wired UK

Völlig autonom ist der Roboter-Chef zwar noch nicht. Mit einem Messer hantieren beispielsweise beherrscht er noch nicht. Er ist darauf angewiesen, dass man ihm präparierte Zutaten vorlegt. Doch bereits die nächste Generation wird auch diese Aufgabe lösen können. Sie soll schon 2017 auf den Markt kommen und rund 20'000 Franken kosten. 

Der Markt boomt

Der Markt mit Haushaltsrobotern boomt. 2013 sind gemäss Angaben der International Federation of Robotics 2,7 Millionen Geräte verkauft worden, 35 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Branche rechnet damit, dass Anzahl und Umsatz der Geräte deutlich zunehmen wird.  

Grund für den Roboter-Boom ist die Tatsache, dass die Menschen immer älter werden. Die neuen Roboter werden bald unentbehrlich sein. Weil sie im wahrsten Sinn des Wortes Gedanken lesen können, werden sie auch in der Lage sein, selbst schwerst behinderten Menschen zur Seite zu stehen. 

Colin Angle, CEO der Firma iRobot, ist überzeugt, das Haushaltroboter bald so normal sein werden wie heute Waschmaschinen und Kühlschränke. «Roboter werden bald der Dreh- und Angelpunkt in einem intelligenten Haus sein», sagt er. 

Kollege Roboter in der Fabrik

Nicht nur im privaten Heim, sondern auch in der Fabrik werden Roboter zu Partnern des Menschen. Bis anhin waren die Industrieroboter viel zu gefährlich und mussten in streng abgetrennten Zonen ihre Dienste verrichten. «Wir werden den Roboter jetzt aus dem Käfig befreien», sagt Ulrich Spiesshofer, CEO der ABB. 

Das jüngste Roboter-Baby der ABB, YuMi, ist der heimliche Star in Hannover. Er verfügt über Sensoren und Kameras und kann daher erkennen, wenn sich Menschen nähern. Dann arbeitet er langsamer oder hört ganz auf. 

Roboter YuMi. Video: Youtube/ABBRobotics

Konkurrenzkampf unter Robotern

YuMi ist äusserst geschickt und kann beispielsweise einen Faden durch ein Nadelöhr ziehen. Das tut er aber nur zu Demonstrationszwecken. Seine Aufgabe besteht vor allem darin, Dinge zusammenzusetzen, Smartphones beispielsweise, oder Laptops. Auch in der Autoindustrie wird YuMi eingesetzt werden. 

YuMi muss sich in einem harten Wettbewerb durchsetzen. Zu den wichtigsten Konkurrenten gehört der CR-35iA des japanischen Herstellers Fanuc. Oder der deutsche Kuka-Roboter, der selbstständig Röhren in eine Waschmaschine einbauen kann. «Der Roboter ist in der Lage, die Röhren genau am richtigen Ort zu montieren, und er weiss auch exakt, wie viel Kraft er dabei einsetzen darf», sagt Kuka-Manager Dominik Bösl.  

Die Firma Festo entwickelt bionische Roboter, zum Beispiel den FlexShapeGripper, der die Funktion einer Chamäleonzunge nachahmt.  Video: Youtube/Festo Bionic

Titan ist kein Industrie-Roboter, sondern ein Entertainer. Vimeo/Titan the Robot

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

In Deutschland waren die Flüchtlinge nicht mal willkommen, als es Deutsche waren

Wer glaubt, für Fremdenfeindlichkeit brauche es Menschen aus fremden Ländern, irrt. Nach dem verlorenen Krieg drängten sich Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten in Rest-Deutschland. Heute gilt ihre Aufnahme als vorbildlich – doch in Wahrheit schlugen ihnen damals Hass und Verachtung entgegen und der offen ausgesprochene Gedanke, nicht nach Westdeutschland, sondern nach Auschwitz zu gehören.

Der Volkszorn kocht, und der Redner weiss genau, was die Leute hören wollen: «Die Flücht­lin­ge müs­sen hin­aus­ge­wor­fen wer­den, und die Bau­ern müs­sen da­bei tat­kräf­tig mit­hel­fen», ruft Josef Fischbacher. Der Kreisdirektor des bayerischen Bauernverbandes giesst kräftig Öl ins Feuer und nimmt sogar das Nazi-Wort «Blutschande» in den Mund.

Was hier nach Sachsen im Jahr 2016 klingt, ist Bayern im Jahr 1947. Und die Flüchtlinge, die Fischbacher hinauswerfen will, kommen nicht aus …

Artikel lesen