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Unheimliche Veränderung – so schnell wandert der Magnetpol der Erde

Zeigt die Kompassnadel bald nach Süden? Daten zeigen: Der Magnetpol wandert rapide - eine bedrohliche Umkehr des Magnetfelds der Erde scheint möglich.

Axel Bojanowski



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gif: noaa

Jahrhundertelang war das Erdmagnetfeld stabil, seit 1840 aber schwächt es sich ab, um ein Sechstel mittlerweile. Noch schirmt das weit in den Weltraum reichende Magnetfeld die Erde vor Strahlung aus dem All ab. Wie lange noch?

Eine Animation der US-amerikanischen Wetterbehörde NOAA zeigt, was vor sich geht: Der magnetische Pol, der sich in der Nähe des geografischen Nordpols befindet, schiebt sich mit etwa einem Kilometer pro Woche von Kanada Richtung Russland.

Ein Artikel von

Spiegel Online

Die Polwanderung ist Symptom des wandelnden Erdmagnetfelds. Noch zeigen Kompassnadeln nach Norden, und das Magnetfeld schützt die Erde - doch die rasante Verschiebung des Pols lässt Forscher fragen: Droht eine gefährliche Polumkehr?

Schlag in die Elektronik

Magnetfeldschwankungen lassen sich über Jahrmillionen zurückverfolgen. Erstarrtes Lavagestein etwa zeichnet die herrschende Magnetisierung der Minerale auf, wenn Lava zu Gestein erstarrt. Untersuchungen solcher Felsblöcke zeigen, dass sich das Erdfeld im Durchschnitt alle paar Hunderttausend Jahre umpolt.

Die letzte Umkehrung ist 780'000 Jahre her - statistisch gesehen könnte es also eigentlich wieder so weit sein.

Was der Natur in der Vergangenheit nicht viel ausgemacht zu haben scheint, könnte für die Menschheit zum Problem werden: Der hochenergetische Sonnenwind würde tief in die Atmosphäre eindringen und vor allem die Elektronik stören. Besonders gefährdet sind Flugzeuge und Satelliten, Energie- und Kommunikationsnetze.

Zeigen die Kompassnadeln bald nach Süden?

Geht es so weiter wie in den vergangenen Jahrzehnten, dürften sich die Pole irgendwann umkehren - die Kompassnadel würde nicht mehr nach Norden, sondern nach Süden zeigen. Während der Umkehrphase würde gefährliche kosmische Strahlung verstärkt auf die Erde prasseln.

Eine besondere Schwachstelle gibt es bereits: Zwischen Südafrika und Südamerika im Südatlantik empfängt die Besatzung der Internationalen Raumstation 90 Prozent ihrer Strahlendosis, obwohl sie dort nur etwa zehn Minuten pro Tag entlangfliegt.

Dort, glauben Forscher, könnte die nächste Umpolung ihren Anfang nehmen. Vergrössern sich solche Schwächezonen, dürfte der Polwechsel losgehen.

Magnetische Felder

Die Ursache liegt nicht etwa in grosser Höhe - sondern im flüssigen Erdinneren: Grosse Temperaturunterschiede zwischen Erdmantel und dem Kern der Erde lassen die glutheisse, flüssige Eisenmasse im äusseren Kern zirkulieren wie kochendes Wasser in einem Topf.

Heikle Walzen im Erdinnern

Die Erdrotation verwirbelt die Masse - wie bei einem Fahrraddynamo wird aus Bewegung Strom gemacht. Jeder Strom erzeugt ein Magnetfeld, so auch in der Erde: Die Pole des Magnetfelds liegen stets nahe den geografischen Polen, weil sich die Eisenwirbel in etwa parallel zur Erdachse ausrichten.

Derzeit schwächt sich das Feld ab, weil Teile des Dynamos eine Gegenbewegung begonnen haben, wie Computersimulationen zeigen.

Je grösser die sogenannten Antidynamos werden, desto schwächer wird das Magnetfeld. Gibt es irgendwann mehr Antidynamos als Dynamos, polt es sich um. Die Schwankungen des Magnetfeldes an der Erdoberfläche sind ein Spiegel der gewaltigen Walzen im Inneren.

Zitternde Kompassnadel

Eine dieser Regionen liegt anscheinend unter Südafrika. Schiffskapitäne können es auf dem Kompass sehen: Das Magnetfeld in der Region ist gestört - Kompassnadeln wackeln auf und ab.

Normalerweise steht die Kompassnadel an den Polen senkrecht, am Äquator waagerecht und in den Breiten dazwischen in entsprechender Mittelstellung. Ist das Magnetfeld aber gestört, verändert sich die sogenannte Inklination von Ort zu Ort in geradezu chaotischer Manier.

Es müsse nicht unbedingt auf eine Umpolung hinauslaufen, sagt der Geophysiker John Tarduno von der University of Rochester in den USA. Das Erdmagnetfeld habe auch in der Vergangenheit mal geschwächelt - und sich doch wieder erholt.

Weltraum-Schrott

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33
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33Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Shin Kami 06.02.2018 22:16
    Highlight Highlight Wenigstens mal eine bevorstehende Katastrophe an der die Menschen weder schuld sind, noch was daran ändern können...
  • Eye of the tiger 05.02.2018 22:40
    Highlight Highlight Brauche den Kompass nicht mehr.
    Bin mit GPS auf Tour. Danke 😎
  • Trajane 05.02.2018 17:52
    Highlight Highlight Wie erklären sich die Flat-Earthler eigentlich so eine Umpolung? 🤔
    • Vader 06.02.2018 10:09
      Highlight Highlight Erfindung der NASA!!
  • Waldorf 05.02.2018 17:16
    Highlight Highlight Polsprung käme jetzt grad etwas ungelegen technologisch gesehen...
    • EvilBetty 05.02.2018 22:04
      Highlight Highlight Oder grad noch rechtzeitig?
    • Eye of the tiger 06.02.2018 00:32
      Highlight Highlight Wohin springen die Polen genau? L.G. Blocher
  • Dä Brändon 05.02.2018 16:07
    Highlight Highlight Macht Chuck Norris nicht gerade eine Barfuss-Wanderung von Canada nach Russland?
  • Supermonkey 05.02.2018 15:36
    Highlight Highlight Nichts neues... Die Variation muss alle paar Jahre auf den Luftfahrkarten angepaasst werden. Auch Beschriftungen der Landebahnen müssen von Zeit zu Zeit wieder korrigiert werden, wie zb 2017 in Grenchen. Normal 😎
    • SemperFi 05.02.2018 20:39
      Highlight Highlight Sie verwechseln Polwanderung und Polsprung.
  • Lümmel 05.02.2018 15:33
    Highlight Highlight Manchen würde ein bisschen "umpolen" nicht schaden.
  • DomKi 05.02.2018 15:24
    Highlight Highlight Daran sind sicher die Russen Schuld: "...schiebt sich mit etwa einem Kilometer pro Woche von Kanada Richtung Russland."
    • IchSageNichts 05.02.2018 17:26
      Highlight Highlight Scheiss auf Ahornsirup wenn du Wodka haben kannst...
  • DerDudeSagts 05.02.2018 15:21
    Highlight Highlight Dass ein Polsprung bevorstehen könnte, wissen wir schon seit mehreren Jahrzenten.

    Was Eindeutig in die Welt der "Märchen und Mythen" gehört, ist der Flüssige Erdkern aus Eisen.

    Denn flüssiges Metall ist nicht magnetisch!

    Wir wissen, dass wir nicht wissen!
    • el-pollo-diablo 05.02.2018 15:35
      Highlight Highlight Wo in diesem Text steht, dass die flüssigen Metalle im Erdinneren magnetisch sind? Sie erzeugen nur magnetische Felder durch ihre Bewegung. Genau lesen hilft.
    • DerDudeSagts 05.02.2018 15:48
      Highlight Highlight ähhmm... hier:
      Die Ursache liegt nicht ...... sondern im flüssigen Erdinneren: Grosse Temperaturunterschiede zwischen Erdmantel und dem Kern der Erde lassen die glutheisse, flüssige Eisenmasse im äusseren Kern zirkulieren wie kochendes Wasser in einem Topf.

      Flüssige Metalle sind niemals magnetisch. ;) nur damit das wieder mal erwähnt ist.

      btw, gleich unter der Magnetfeld-Grafik zu finden ;)
    • Tsunami90 05.02.2018 16:22
      Highlight Highlight Mooooment! Grundsätzlich gibt es nur 3 Elemente die Magnetisch sind. Eisen, Nickel und Cobalt. Aber jeder Leiter der Strom leitet, erzeugt ein Magnetfeld, und ist den daraus Resultierenden kräften unterworfen. Und flüssige Metalle leiten sehr wohl Strom. Siehe Quecksilber. Laut der Induktionsregel benötigt man einen elektrischen Leiter, ein Magnetfeld und Bewegung um einen Strom zu induzieren. Den Leiter hätten wir dank dem flüssigen Eisen und die relative Bewegung von der Erddrehung. Das Magnetische erregerfeld wird zum einen durch feste Eisenablagerungen in der Kruste erzeugt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • RASL 05.02.2018 14:48
    Highlight Highlight Sprechen wir hier von Jahren, Jahrzehnten oder von Jahrhunderten bis zu einer möglichen Umpolung oder könnte es schon in Wochen soweit sein?
    • el-pollo-diablo 05.02.2018 15:36
      Highlight Highlight Gemäss Hollywood war es 2012 soweit!!
    • Pierre Beauregard 05.02.2018 15:43
      Highlight Highlight Anhand von Daten der letzten Umpolungen, reden wir hier von 100 bis 200 Jahren, bis die Umpolung vollzogen ist.
    • DerDudeSagts 05.02.2018 15:43
      Highlight Highlight ..wissen wir nicht. Wir können beobachten und sagen, dass es jetzt passiert oder nicht. wir sehen lediglich, dass die Geschwindigkeit, mit dem der magn. Pol wandert, zunimmt.
      Wie schnell dies im max. werden kann - wissen wir nicht. Wie lange es dauert, wissen wir nicht.

      Was wir wissen ist, Es wird passieren, früher oder später.
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