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Jüngere Geschwister haben einen tieferen IQ – jetzt wurde der Grund dafür gefunden

Jüngere Geschwister haben einen tieferen IQ und weniger Erfolg im Beruf als ihre grossen Schwestern und Brüder. Forscher haben jetzt herausgefunden, warum das so ist.

laura gianesi / schweiz am Sonntag



Ein Artikel von Schweiz am Sonntag

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Beyoncé und Solange Knowles beim Teen Choice Award 2001. Die Jüngere wurde erfolgreich. Die Ältere noch viel erfolgreicher. bild: shutterstock

Angela Merkel wird von ihren Geschwistern als die typische grosse Schwester bezeichnet – verantwortungsvoll und verlässlich. Prinz Harry macht durch seine Eskapaden von sich reden, sein grosser Bruder und Thronfolger William durch seine Bilderbuchfamilie. Die Sängerin und Schauspielerin Solange Knowles konnte nie aus dem Schatten ihrer grossen Schwester Beyoncé treten.

Diese Politiker, Adeligen und Stars scheinen keine Ausnahme zu bilden, sondern eine Regel zu bestätigen. Immer mehr Forscher untersuchen den Einfluss der Rolle innerhalb der Familie auf den Charakter und beruflichen Erfolg – jenseits vom Verständnis des Menschen als unabhängiges und selbstbestimmtes Subjekt. Und sie sind sich einig: Die Ersten bleiben die Ersten.

Erworbener Vorsprung

So fand ein Team der britischen Universität Essex heraus, dass die ältesten Kinder in ihrer Familie als die ehrgeizigsten gelten. Die Universität Georgia stellte fest, dass die Ersten im Erwachsenenalter am häufigsten Führungspositionen einnehmen. Norwegische Forscher untersuchten junge Männer und kamen zum Schluss, dass die Erstgeborenen bei einem IQ-Test um durchschnittlich 2,3 Punkte höher lagen als die kleinen Geschwister. Die Mehrheit der US-Präsidenten waren Erstgeborene. Dasselbe gilt für Astronauten und amerikanische Eliteuni-Absolventen.

Warum existiert dieses Ungleichgewicht zwischen den Geschwisterrollen noch hier und heute, in einer Welt, die den Ältesten nicht mehr automatisch mehr Pflichten und Besitz einräumt? Jetzt hat ein Projekt der schottischen Universität Edinburgh nach Gründen für diese Unterschiede gesucht. Ana Nuevo Chiquero, eine der Studienleiter, betont gegenüber der «Schweiz am Sonntag»: «Unsere Studie ist die erste, welche die kognitiven Fähigkeiten von Geschwistern während ihrer gesamten Kindheit untersucht hat, um die Entstehung des Erstgeborenen-Vorteils besser zu verstehen.»

Lernen durch lehren

Über 5000 Kinder wurden bis zum Alter von 14 Jahren alle zwei Jahre in verschiedenen Bereichen wie Lesen, Mathematik, Hörverstehen und logischem Denken getestet. Das kindliche Verhalten und dasjenige ihrer Eltern zu Hause wurde ebenfalls aufgezeichnet. So analysierten die Forscher zum Beispiel die Aktivitäten, welche Eltern mit den Kindern unternahmen. Wie oft geht der Vater mit dem zweitgeborenen Baby spazieren? Welche Museen besuchen die Eltern mit ihm? Und wie lange bleiben sie dort? Wie oft sprechen sie allein mit ihm? Welche Bücher lesen sie vor? Und wie sehen diese Aufzeichnungen im Vergleich zum Erst- oder Drittgeborenen aus? Am Ende stellte sich heraus: Bereits ab dem Alter von einem Jahr erzielen Erstgeborene in den Tests höhere Resultate.

Entstehen die Leistungsdifferenzen aufgrund angeborener Fähigkeiten? Oder gibt es gar Unterschiede in der emotionalen Nähe zu den Eltern, welche bessere Leistungen zur Folge haben? Weder noch. Die Forscher kamen zum Schluss, dass der Vorsprung der Älteren zu den Jüngeren vor allem auf die Erziehung der Eltern zurückgeht: «Der Einfluss der Erziehung auf den beruflichen Werdegang eines Kindes wurde bisher unterschätzt», beobachtet Nuevo Chiquero.

Mit dem ersten Kind verbringen Mütter und Väter im Vergleich zum restlichen Nachwuchs mehr Zeit mit intelligenzfördernden Aktivitäten wie Lesen, Basteln oder Museumsbesuchen. Die Forscher beobachteten aber auch, dass Spätergeborene schneller von den älteren Geschwistern lernen, wenn diese ihnen etwas beibringen und sie daher zum Beispiel früher rechnen können als ihre älteren Geschwister. Doch nicht nur kleine Brüder und Schwestern profitieren von dem Schülerspielen. Denn die Tutorfunktion der Grossen habe einen positiveren Effekt auf ihre kognitiven Fähigkeiten als die Schülerrolle auf die Kleinen. Deshalb sind es auch vor allem ältere Geschwister, und nicht Einzelkinder, bei denen ein höherer IQ festgestellt wurde. Ältere lernen mehr, indem sie lehren.

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20Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Aliyah 27.02.2017 12:38
    Highlight Highlight Vielleicht sollte ich mal einen IQ Test machen um endgültig zu beweisen, dass ich gescheiter bin als meine Geschwister.... Hahaha😂 Sie sind nicht strohdumm aber auch nicht gerade die hellsten Kerzen im Kronleuchter
  • El Schnee 27.02.2017 11:23
    Highlight Highlight Waren die Forscher dieser Untersuchung auch Erstgeborene? Oder die Artikelschreiberin?
    • Lina Selmani 27.02.2017 12:58
      Highlight Highlight Und du nicht Erstgeborene/r? :)
  • lilie 27.02.2017 08:25
    Highlight Highlight Mir scheint, alles diese Zusammenhänge seien schon länger bekannt. 🤔

    Ein Unterschied von 2,3 IQ-Punkten kann man allerdings vernachlässigen, da IQ-Tests i.d.R. maximal eine Genauigkeit von 5-10 IQ-Punkten haben.
    • Hayek1902 27.02.2017 12:12
      Highlight Highlight Nein, kann man nicht. Schliesslich schaut man nicht einen an, sondern vielleicht 1000 und die Ungenauigkeit ist zufällig verteilt und weisst keine Kausalität zum Ergebnis auf. Aber Hauptsache ohne eine Ahnung von einem r^2 oder f-test mal was zum Thema Statistik rausposaunen.
    • Wehrli 27.02.2017 14:04
      Highlight Highlight 2,3 IQ Punkte sind statistisch relevant, aber sind persönlich nicht unterscheidbar.
    • lilie 27.02.2017 14:17
      Highlight Highlight Hayek: Ich sehe schon, du bist ein Erstgeborener. ;)

      Gebe Wehrli recht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • who cares? 27.02.2017 08:04
    Highlight Highlight Also wir haben nur gestritten, nicht gelernt und gelehrt. Vielleicht war ich darum besser in der Schule, auch wenn ich die Jüngere bin.
  • Ramy 27.02.2017 08:02
    Highlight Highlight Na erklärt das mal meinem älteren Bruder.
    Ich nach abgeschlossener Lehre nun im Studium während mein älterer Bruder als Fernkraftfahrer unterwegs.
    --> Ausnahmen bestätigen die Regel
    • poga 27.02.2017 10:33
      Highlight Highlight Das heist aber nicht, dass er nicht intelligenter ist.
    • Charlie Brown 27.02.2017 11:04
      Highlight Highlight Ausnahmen bestätigen nie die Regel.

      --> Irrtum.
    • Wehrli 27.02.2017 14:05
      Highlight Highlight Die Regel ist eine Ausnahme, die Blutung stoppt normalerweise nach 3-5 Tagen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • DieWaage 27.02.2017 06:22
    Highlight Highlight Unterschreibe ich als kleiner Bruder der viel von seiner grossen Schwester gelernt hat❤
  • Charlie Brown 27.02.2017 06:04
    Highlight Highlight "Norwegische Forscher untersuchten junge Männer und kamen zum Schluss, dass die Erstgeborenen bei einem IQ-Test um durchschnittlich 2,3 Punkte höher lagen als die kleinen Geschwister. Die Mehrheit der US-Präsidenten waren Erstgeborene."

    Donald Trump ist das vierte von fünf Kindern.

    Noch Fragen? 😉
    • norsk 27.02.2017 12:09
      Highlight Highlight Ja: Ist Trump intelligent? 😁



      Erfolg hat er, aber wie es mit dem IQ aussieht...
    • Wehrli 27.02.2017 14:05
      Highlight Highlight Man nannte Ihn den Mandarinli-Mussolini ..
    • Gähn on the rocks 27.02.2017 21:16
      Highlight Highlight wieso nannte? ist er doch schon tot? und alles nur fake?

Das Huber-Quiz! Heute XXL (und eine Stunde cleverer!)

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Unser Dani ist aus den Ferien zurück. Und er wird mit vier weiteren Fragen belohnt. Weshalb? Weil doch Zeitumstellung ist – Stupe!

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