Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Ein Problem, das jeder kennt: Wenn sich beim Joggen die Schnürsenkel öffnen. screenshot: youtube/ubcdynamicslab

Physik: Die Ursache loser Schnürsenkel ist geklärt



Jeder kennt das Problem, Jogger und Trainer von Kinder-Fussballmannschaften leiden besonders darunter: Schleifen am Schuh, die sich andauernd lösen. Nun wurde das Phänomen untersucht.

Forscher haben herausgefunden, warum sich Schuhschleifen oftmals lösen: Grund ist die verhängnisvolle Wirkung zweier Kräfte. Zum einen lockert sich durch das wiederholte Auftreten das Zentrum des Knotens, schreiben US-Forscher in den «Proceedings A» der britischen Royal Society.

Zum anderen ziehen die losen Enden der Schnürsenkel, die beim Gehen in Schwingungen geraten, den Knoten nach und nach auf. Das Versagen des Knotens passiere in wenigen Sekunden und geschehe ohne Vorwarnung.

Jeder kenne das Problem mit sich lösenden Schnürsenkeln, schreiben Christopher Daily-Diamond und seine Mitarbeiter von der University of California in Berkeley in ihrem Fachartikel. Wissenschaftlich untersucht sei es aber kaum. Sie hätten zunächst beobachtet, dass sich Schnürsenkel nicht lockern, wenn man im Sitzen das Bein lediglich hin- und herschwingt. Andersherum reiche blosses Stampfen auf den Boden nicht aus, um den Knoten zu lösen.

Zeitlupenvideos vom Laufband

Um nun herauszufinden, was genau geschieht, begab sich Mitautorin Christine Gregg auf ein Laufband. Ihre Kollegen zeichneten beim Gehen oder Rennen Zeitlupen-Videos der Schnürsenkel auf. Zudem schnürten die Wissenschaftler eine Schleife um ein spezielles Pendel, damit sie die einzelnen Kräfte, die auf die Senkel wirken, besser isoliert voneinander untersuchen konnten.

abspielen

Das Schnürsenkelproblem in Zeitlupe. Video: YouTube/UCBDynamics Lab

Das Ergebnis: Beim Auftreten erhöht sich die auf den Knoten wirkende Schwerkraft erheblich. Als Reaktion auf diese Kräfte, dehnt und entspannt sich der Knoten abwechselnd. Dadurch lockert er sich nach und nach. Gleichzeitig wirken Trägheitskräfte an den losen Enden der Schnürsenkel, die beim Laufen vor- und zurückschwingen. Sie ziehen den Knoten schliesslich auf.

Es gebe Schleifen-Varianten, deren Knoten besser hielten als andere. Der «falsche Knoten» – im deutschen Altweiberknoten genannt – sei eine Variante, die sich besonders schnell löse. Der klassische Kreuzknoten halte hingegen länger, löse sich schliesslich aber auch. Die beiden Schleifen-Varianten unterscheiden sich dadurch, wie beim Binden der lose Senkel um die Schlaufe geführt wird – von vorne oder von hinten. Die Forscher raten dazu, einmal selbst mit den Schleifen zu experimentieren, um den Unterschied herauszubekommen.

Noch viele Fragen offen

«Wir konnten zeigen, dass der schwache Knoten immer versagt und der starke Knoten nach einer gewissen Zeit, aber wir wissen immer noch nicht, wo die entscheidenden mechanischen Unterschiede zwischen beiden Knoten liegen», sagt Oliver O'Reilly.

Das Problem sei alles andere als abschliessend erforscht, viele Fragen zu den mechanischen Grundlagen noch offen. Auch der Einfluss des Senkelmaterials und seiner Oberfläche sei noch nicht geklärt. «Einige Senkel eignen sich vielleicht besser als andere zum Schnüren eines Knoten, aber die zugrundeliegenden Mechanismen beim Versagen des Knoten sind dieselben, nehmen wir an», sagt Christine Gregg in einer Mitteilung ihres Instituts. (sda/dpa)

«Wir haben unser Leben lang falsch ...»: Lifehacks, die du kennen musst

Abonniere unseren Newsletter

Themen
20
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
20Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Daenerys Targaryen 12.04.2017 18:50
    Highlight Highlight Ich finde das noch interessant, bedenke nur schon den Aufwand zum das herauszufinden. Ist sicherlich interessant für Sportschuhhersteller oder man erfindet Bändelis welche wirklich auch halten und erst dann aufgehen, wenn man daranzieht.
  • Gutelaunetyp 12.04.2017 09:44
    Highlight Highlight Doppelknoten - Problem gelöst :-)
  • Saraina 12.04.2017 09:21
    Highlight Highlight Es ist die Oberfläche des Material! Früher öffneten sich die Knoten kaum je, und mit gewissen Senkeln kann man nicht mal gemächlich gehen, ohne alle paar hundert Meter den Knoten erneuern zu müssen.
  • fischbrot 12.04.2017 08:47
    Highlight Highlight ....und doch haben alle, die über die Überflüssigkeit dieses Artikels maulen, sich ein paar Minuten Zeit genommen ihn zu lesen und zu kommentieren..

    Kommt schon, ihr steht doch auf 1st world problems =)
    • Maranothar 12.04.2017 16:02
      Highlight Highlight Hab nie was anderes behauptet, sie sind teilweise amüsant und helfen den Fokus auf Wichtigem zu halten. Jedenfalls bei mir :D
  • Maranothar 12.04.2017 08:12
    Highlight Highlight First World Problems...
  • Charlie B. 12.04.2017 08:10
    Highlight Highlight Problem gelöst.
    Benutzer Bild
  • Dogbone 12.04.2017 07:16
    Highlight Highlight Eht jetzt. Ist das ein verspäteter Aprilscherz?🙄
  • cocorumo 12.04.2017 06:05
    Highlight Highlight Sorry ab der Negativität, aber WHO CARES?!
    • MeinSenf 12.04.2017 08:43
      Highlight Highlight genau... anstatt so negativ zu tun kannst du einfach weiterblättern *kopfschüttel
  • Zeit_Genosse 12.04.2017 05:54
    Highlight Highlight Interessant wäre mehr eine einfach zu bindende Knotenart zu entdecken, die besonders schwer oder unter den gegebenen Umständen später oder nie versagt. Stattdessen weiss man lediglich und nur ungefähr warum herkömmliche Knoten versagen. Lösungsorientierung statt Problemerklärung brächte viele Bereiche weiter, statt Statusforschung.
    • Pingupongo 12.04.2017 07:19
      Highlight Highlight Um einen verbesserten Knoten zu erfinden, muss man doch zuerst verstehen, wo beim bestehenden das Problem liegt. Sonst wiederholt man allenfalls immer denselben Fehler. Und gerade bei einem Thema wie diesem wäre das doch fatal!
    • 7immi 12.04.2017 07:19
      Highlight Highlight in der forschung muss immer zuerst das jetzt abgeklärt werden, bevor man weiter geht. auch bei "schuebändel"...
    • Madison Pierce 12.04.2017 08:28
      Highlight Highlight Einfach mehrere Schleifen machen: https://www.fieggen.com/shoelace/betterbowknot.htm

      Seither sind mir nie mehr die Schnürsenkel aufgegangen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Redly 12.04.2017 05:30
    Highlight Highlight Das wird die Menschheit retten...

    Keine echtem Themen mehr zu erforschen? Dann ist's Zeit, die Mittel dafür zu sparen.
    • Blitzableiter 12.04.2017 08:55
      Highlight Highlight Norkorea soll bereits die verbotene doppelte Schlaufe am testen sein.
    • fischbrot 12.04.2017 10:44
      Highlight Highlight LOL Blitzableiter

Am Montag gibt es wieder einen Super-Blutmond – was du dazu wissen solltest

Ein besonderes Himmelsspektakel steht in der Nacht auf Montag an: Der Blutmond ist zurück. Alles Wissenswerte dazu gibts hier.

Nachdem Jahrhundert-Blutmond im Juli 2018 gerät der Vollmond am Montagmorgen schon wieder in den Kernschatten der Erde. Beginnen tut das Spektakel um 4.34 Uhr, um 5.41 ist die Finsternis auf ihrem Höhepunkt. Um 7.51 Uhr ist der ganze Spuk wieder vorbei.

Im All dreht sich eine ganze Menge. Die Erde dreht sich um sich selbst, zugleich umkreist sie die Sonne, während sie selber vom Mond umkreist wird. Dieses komplexe Zusammenspiel von Drehungen bestimmt, welcher Himmelskörper wann und wo vom Licht …

Artikel lesen
Link zum Artikel