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Glühwein zum Aufwärmen, viel Vitamin C gegen Grippe? Diese 10 Winter-Mythen solltest du kennen

03.01.16, 06:55 04.01.16, 15:50

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Die kalte Luft, das Fehlen des Vogelgezwitschers am Morgen und die Niesanfälle der Menschen im Tram lassen uns wissen, dass die kalte Jahreszeit nun endgültig eingetroffen ist.

Der Winter bringt schöne und besinnliche Feste mit sich, leider kann er sich aber auch von sehr unangenehmen Seiten zeigen. Dabei kommt uns die eine oder andere Winterweisheit schon einmal sehr gelegen.

Aber Achtung, nicht alle Ratschläge haben Hand und Fuss.

Kalte Luft macht krank

Kalte Füsse und ein kalter Kopf sind im Winter fast nicht zu vermeiden. Doch dass die kalte Luft alleine an den vielen Erkältungen schuld ist, stimmt nicht ganz. Der frische Sauerstoff im Freien ist sogar sehr wichtig für dein Immunsystem. Dein Körper beginnt, vermehrt Vitamin zu produzieren und das wiederum hält unser Immunsystem auf Trab.

gif: giphy

Der Grund für die lästigen Erkältungen ist vielmehr die erhöhte Virenkonzentration in den geheizten Räumen, weil sich viele in der Arbeitspause in den Räumen aufhalten und nicht freiwillig an die frische Luft nach draussen gehen. Zudem trocknet die Heizungsluft die Schleimhäute aus, wodurch sich Bakterien und Viren einfacher andocken und verbreiten können.

Treibe keinen Sport bei kalten Temperaturen

Auch wenn wir Menschen mit unseren 37  ̊C Körpertemperatur Warmblütler sind, sollte man bei kalten Temperaturen nicht per se auf Sport verzichten. Für gesunde Menschen haben die niedrigen Temperaturen sogar Vorteile: Der Körper braucht bei Wintertemperaturen mehr Energie, wodurch die Kalorien schneller purzeln.

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Menschen mit Asthma und anderen Vorbelastungen sollten aber dennoch die Intensivität ihres Trainings zurückschrauben – ein Spaziergang an der frischen Luft ist schon sehr effektiv. Eine Faustregel gilt jedoch für alle mit: Unter Minus 15  ̊C solltest du auf Sport verzichten, weil dein Körper bei solchen extremen Temperaturen die eingeatmete Luft nicht mehr erwärmen kann.

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Im Winter verschwinden die Allergien

Schnupfen, Niesen, Husten und Schlappheit müssen nicht zwingend auf eine Erkältung oder Grippe hinweisen. Allergiker wollen es meist nicht wahrhaben, aber die Pollen blühen immer früher. So kann es auch vorkommen, dass Allergiker schon im Januar geplagt werden, zum Beispiel von Haselpollen.

Die Symptome sind ähnlich wie bei einer Grippe, nur helfen Antibiotika und Fiebersenker dabei nicht. Auch wird beobachtet, dass Allergien, die von Hausmilben, Hausstaub oder Tierhaaren ausgelöst werden, im Herbst und Winter viel stärker sind als in den warmen Jahreszeiten.

Anstatt gleich zum Paracetamol zu greifen, lüfte deine Wohnung und überlege dir, ob deine Symptome eventuell auf eine Allergie zurückführen.

Im Winter braucht es keinen Sonnenschutz

Badehose und Bikini sind jetzt definitiv im Schrank verstaut. Der Sonnenschutz darf im Winter jedoch auf keinen Fall vernachlässigt werden. Auch bei bewölktem Himmel durchdringen die UV-Strahlen die Wolken und können unserer Haut schaden.

Vor allem auf der Piste bei Schnee und Eis ist ein guter Sonnenschutz unerlässlich, weil die UV-Strahlen bis zu 90% reflektiert werden und die Strahlungsintensität schon bei 2000 Metern Höhe um ein Vielfaches steigt. Auch die Sonnenbrille muss mit auf die Piste. Folgen einer direkten Strahleneinwirkung können Bindehautentzündungen und Schneeblindheit sein, wobei Letzteres zu bleibenden Sehschäden führen kann.

Alkohol wärmt dich auf

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Ach, irgendwie wissen wir es ja. Dennoch: Weisheiten um den Alkohol gibt es viele, jedoch sollten sie genauso mit Vorsicht genossen werden wie der Alkohol selbst. Nach Stunden am Weihnachtsmarkt kann es gut sein, dass ein Glühwein sich wohlig warm auf den Körper auswirkt. Der kurzfristige Wärmeeffekt hält aber nicht lange an. Durch den Alkohol werden die Blutgefässe erweitert, wobei das Blut von Innen vor allem in die Hautgefässe an die Körperoberfläche strömt und die Haut erwärmt.

Das Blut an der Oberfläche kühlt aber genauso schnell wieder ab, wodurch deine Körpertemperatur gleich mit sinkt und die Funktion der Organe eingeschränkt wird. Greife also lieber zum Tee als zum Glühwein, wenn du dich wirklich aufwärmen möchtest.

Viel Vitamin C hilft als Power-Booster gegen Grippe

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Vitamin C ist eines der meist umstrittensten Vitamine, sogar die Wissenschaft ist sich nicht einig über die Wirkung. Wenn eine Studie besagt, dass das Antioxidans gegen Grippe und Erkältung absolut nutzlos ist, besagt eine andere, dass zwar keinem Infekt vorgebeugt werden kann, jedoch der Krankheitsverlauf gemildert und gekürzt werden kann.

Kurz: Vitamin C ist und bleibt ein wichtiges Vitamin für unseren Körper und seine Funktionen. Für Erwachsene empfiehlt die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung eine Einnahme von 100 mg täglich, die durch eine ausgewogene und gesunde Ernährung eingehalten werden kann.

Und wenn wir schon dabei sind:

Kalt! Ist! Schön! Das zeigen die Bilder der Seegfrörni von 1963:

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    Alle Leser-Kommentare
  • c0rnfl4ke 05.01.2016 14:00
    Highlight "Die Symptome sind ähnlich wie bei einer Grippe, nur helfen Antibiotika und Fiebersenker dabei nicht."
    Also wer bei einer Grippe Antibiotika einnimmt, dem ist auch nicht mehr zu helfen.
    4 0 Melden
  • owlee 03.01.2016 21:33
    Highlight Seit wann können denn Kalorien purzeln?
    6 0 Melden

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